Widerstand gegen mögliche Meinungsmanipulation von Twitter und Facebook

Die Korruptionsvorwürfe gegen Joe Biden wurden von Twitter und Facebook blockiert. Deshalb wurden Verantwortliche beider Unternehmen vor einen Ausschuss des US-Senats zitiert. Es zeigt sich, wie fadenscheinig die Begründung der Unternehmen ist.

Screenprint: via Twitter

Am Mittwoch erschienen Twitter-CEO Jack Dorsey und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg per Videoschalte vor dem Handelsausschuss des US-Senats. Sie mussten sich dort den Fragen der Senatoren stellen, die Republikaner hatten sie vorgeladen, nachdem beide Unternehmen die Verbreitung eines New York Post-Artikels über Joe Biden und seinen Sohn Hunter einschränkten (TE berichtete). Twitter ging besonders aggressiv vor, wie Senator Ted Cruz aus Texas beschrieb: „Vor zwei Wochen traf Twitter die einseitige Entscheidung, zwei Artikel der New York Post zu zensieren, die beide Hinweise auf Korruption gegen Joe Biden enthielten, der erste in Bezug auf die Ukraine, der zweite in Bezug auf das kommunistische China.“

Facebook schränkte die Verbreitung des Artikels ebenfalls ein, mit der Begründung, man würde Desinformation bekämpfen. Im Falle der Geschäfte mit China wurden die fraglichen E-Mails bereits von Hunter Bidens ehemaligem Geschäftspartner Tony Bobulinski bestätigt, der sie dem Senatsausschuss für Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten übergab, der die Echtheit ebenfalls bestätigte. Vor allem aber konnten Twitter und Facebook nicht glaubhaft machen, warum gerade bei dieser Story über Joe Biden die Quellen angezweifelt werden aber etwa nicht bei zahllosen „Leaks“ über die Trump-Administration, die völlig ohne Beweise auskamen.

Gefragt von Senator Mike Lee aus Utah konnten weder Zuckerburg noch Dorsey eine einzige prominente linke Persönlichkeit oder Organisation nennen, die von ihrem Unternehmen zensiert wurden. Im Falle der New York Post räumte Dorsey Fehler “in der Umsetzung” ein, und erklärte die Zeitung könne ihren Account wieder bekommen, wenn sie den fraglichen Tweet löschen würde. Danach könne sie genau den gleichen Artikel, für den sie gesperrt wurde, wieder twittern.

In Reaktion darauf schrieb Senator Josh Hawley über Twitter-CEO Jack Dorsey auf Twitter: “Dieses Maß an Idiotie bestätigt den weit verbreiteten Eindruck, dass Jacks Hauptnahrungsquelle Marihuana ist.”

Außerdem konfrontierte Senator Cory Gardener aus Colorado den Twitter-Chef mit Extrem-Beispielen an anderen Tweets, die Twitter weiterhin duldet, u.a. Holocaustleugnung. „Es handelt sich um Misinformation, aber wir haben keine Richtlinie gegen diese Art von irreführenden Informationen“, antwortete Dorsey auf das Beispiel angesprochen.

Tweets von Präsident Trump hingegen wurden bereits häufig von Twitter ausgeblendet und mit Warnhinweisen versehen. Einer davon ist etwa folgender, der sich auf Versuche linksradikaler Randalierer bezieht, polizeifreie “Autonome Zonen” in US-Großstädten zu errichten: “Es wird niemals eine ‚autonome Zone‘ in Washington geben, solange ich euer Präsident bin. Wenn sie es versuchen, werden sie mit ernsthafter Gewalt konfrontiert werden!”

Das gleiche passiert allerdings nicht, wenn etwa Irans Ayatollah Khamenei den Holocaust leugnet oder fordert, Israel zu vernichten. Auf Nachfrage konnte der Twitter-Chef spontan auch kein anderes Staatsoberhaupt der Welt nennen, dessen Tweets ausgeblendet und mit Warnhinweisen versehen worden waren.

Die Senats-Anhörung verdeutlichte einmal mehr, dass Soziale Medien wie Twitter und Facebook ihre Regeln oft selektiv anwenden oder nur speziell für bestimmte Inhalte zuschneiden. So ist das häufige Misstrauen von Konservativen gegenüber den Konzernen offenbar berechtigt. Der Vorwurf steht im Raum, dass diese sich zuweilen eher wie der PR-Arm der Demokraten als wie neutrale Plattform verhalten.

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Kommentare ( 32 )

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Karl Napf
26 Tage her

Sorry, aber normalerweise leistet Ted Cruz nur Widerstand gegen den gesunden Menschenverstand mit seinen wirren Ansichten.
Da braucht es schon glaubhaftere Zeugen. Und nein, Trump ist das nicht.

Manfred_Hbg
26 Tage her

Zitat 1: „schrieb Senator Josh Hawley über Twitter-CEO Jack Dorsey auf Twitter: “Dieses Maß an Idiotie bestätigt den weit verbreiteten Eindruck, dass Jacks Hauptnahrungsquelle Marihuana ist.” > Abgesehen davon, dass mir der Gedanke und Text von Senator Josh Hawley äußerst gut gefällt :-))), würde ich mir auch wünschen, dass es auch in diesem gewordenen linksgrün ideologisierten Dummland Politiker gäben würde, die sich insg. gesehen genauso für die Demokratie und Objektivität einsetzen würden. Es gibt durchaus so einiges was mir an die USA nicht gefällt. Doch diese Möglichkeit der politischen Anhörung und Debatte aber sehr. ~~~~~~ Zitat 2: „Die Senats-Anhörung verdeutlichte… Mehr

keinerda
26 Tage her

…bei Twitter, Facebook und Google handelt es sich um Wahlhelfer und Geldgeber der Demokraten. Trump wird am Dienstag gewinnen (big time) und dann sich mit 230 dem Schutzschild der Sozialisten beschaeftigen.

H. Priess
26 Tage her

Es geht im Prinzip um den Artikel 230 des amerikanischen Mediengesetzes. Der schützt die Social-Media-Plattformen davor für gepostete Inhalte haftbar gemacht zu werden. Im genauen Wortlaut heißt es darin, dass „kein Anbieter oder Nutzer eines interaktiven Computerdienstes als Herausgeber oder Sprecher von Informationen behandelt werden darf, die von anderen Informationsanbietern bereitgestellt werden“.(ET heute) Es gibt aber die Ansicht, daß diese Plattformen nicht nur Inhalte veröffentlichen sondern sie auch moderieren(sperren/zensieren) was sie zu Herausgebern macht. Wie im Fall eines Berichts der New York Post über Biden der zensiert wurde. Erst nach Aufforderung hat Twitter diesen wieder veröffentlicht und alle Rechte gegeben,… Mehr

D. Harry
26 Tage her
Antworten an  H. Priess

Hier hilft es nur diesen Plattformen den Schutz des Artikels 230 zu nehmen und sie zu den in den USA üblichen hohen Schadensersatzforderungen zu verklagen.

H. Priess
26 Tage her
Antworten an  D. Harry

Ich denke, dann würde dort auch das unausprechliche Zensurgesetz kommen welche alle Veröffentlichungen knebeln. Nicht, weil die Plattformen das wollen sondern, weil sie von dem Gesetz gezwungen werden. Ich glaube nicht, daß in Amerika der Begriff Meinungsfreiheit so definiert wird wie bei uns.

Sonny
27 Tage her

Ich bin wirklich heilfroh, dieser Massenbewegung von Facebook und Twitter nicht erlegen zu sein – im Gegenteil, von Beginn an war ich ein Gegner. Mir war schlicht meine Zeit zu kostbar, sie mit solch´ idiotischen Zeitkillern zu verplempern.

Regina Lange
25 Tage her
Antworten an  Sonny

Die Zeit habe ich auch eingespart. Jetzt weiß ich, dass es richtig war mich dieser „social media“ von Anfang an zu verweigern!

Protestwaehler
27 Tage her

Nicht die Russen mischen sich hier in Wahlen ein und versuchen diese vorsätzlich zu manipulieren, es sind diese Gauner von FaceBook, Twitter, GEZ & Co.
Aber für wen arbeiten die eigentlich?
Das sollte doch die eigentliche Frage sein.

Teufelskralle
27 Tage her

Ich glaube, die konservativen Vertreter der westlichen Welt haben immer noch nicht richtig geschnallt, dass ein Krieg gegen sie geführt wird. Noch erfolgt der Angriff hauptsächlich über linke Medien. Dass daraus ein richtiger Krieg werden könnte, scheinen sie nicht zu begreifen, obwohl die Massen schon zum Angriff auf die westliche Welt aufgeputscht und in Marsch gesetzt werden. Während der Generalangriff schon läuft, glauben sie immer noch, dem mit Einzelaktionen entgegen treten zu können. Wenn man sich anhört, wie im Bundestag von Leuten, die eigentlich konservativ sein sollten, der rotgrünen und demokratiefeindlichen Agenda der Merkelregierung zugejubelt und jede Kritik daran abgebügelt… Mehr

oHenri
27 Tage her

Ja ich denke auch, dass die Chefs von Twitter und Facebook Kokain konsumieren, und zwar in rauhen Mengen: gerade Kokain ist dafür bekannt, dass es das Selbstbewusstsein in ungeahnte Höhen katapultiert.
Seinen wir aber froh um solche Auftritte – der Tag, zu welchem diese zwei Grosskonzerne an die Kandare genommen oder aufgespalten werden, rückt so schneller näher.

martin ruehle
27 Tage her

Beim ersten Blick auf den Artikel dachte ich Ted Cruz hätte einen Wahlkampftermin in der Bahnhofsmission.
Erstaunlich wer an der Spitze der Schaltzentralen der publizistischen Macht steht …

Medienfluechtling
27 Tage her
Antworten an  martin ruehle

Dorsey macht den Eindruck, das ihm alles zuviel geworden ist.

Thorsten
26 Tage her
Antworten an  martin ruehle

Dorsey ist eine etwas „skurile“ Persönlichkeit. Ähnlich McAfee …

HeHeWi
26 Tage her
Antworten an  martin ruehle

Absolut hören- und sehenswert, wie Senator Cruz diesen linken Rasputinverschnitt auseinandergenommen hat!

Mausi
27 Tage her

Wurde die Befragung eigentlich irgendwo ausgestrahlt? Ich würde sie mir gerne ansehen.

Last edited 27 Tage her by Mausi
rauheshandtuch
26 Tage her
Antworten an  Mausi

Siehe Foxnews.com

Harry Krishna
26 Tage her
Antworten an  Mausi

c-span.org überträgt Parlaments- und Regierungsveranstaltungen live und unkommentiert. Die Sendungen kann man auch später auf der Seite abrufen.
Der link zur Befragung:
https://www.c-span.org/video/?476686-1/social-media-content-moderation#

Die Wahlkampfauftritte von Trump, Biden etc. kann man sich da übrigens auch ansehen.