SPD stürzt demoskopisch auf 11 Prozent

SPD in die Hölle unter 10 Prozent, Grüne in den Himmel über 30 Prozent: Dieses Bild inszenieren bald alle Umfrageinstitute im Auftrag von Medien.

imago/Christian Ohde
Volksparteien in der Krise

Damals bei der Debatte um die Strategie 18 der FDP, welche ein Bundesparteitag unter Führung von Guido Westerwelle beschloss und dann unter seiner Führung keine Minute vertrat, machte ich den Witz zum ersten mal: Man könne das Projekt 18 von unten und von oben erreichen.

Dass die SPD diese Marge mehr als deutlich unterschreitet, weiß jeder und ist ja auch unübersehbar. Es kommt nicht darauf an, wie weit Herr Güllner die veröffentlichten Zahlen von Forsa von den Rohdaten entfernt, wo verstärkt, wo abgeschwächt und so weiter hat. Es geht nur um die Medienwirkung der Ziffern, hier nur um die eine für Güllners alte Partei: SPD 11 Prozent – und um die andere für die Grünen: 27 (Güllners neue Partei?).

Auf die Grünen wartet ein – ihrem jetzigen demoskopischen Pegelhochstand entsprechender – Absturz, der so tief sein wird, dass sie sich davon wohl nicht wieder erholen. Rechtzeitig darauf vorbereitet können die Grünen nicht sein, wenn es soweit ist, weil sie dem Irrtum erliegen, die Ziffern für sie spiegelten Zustimmung zu den politischen Vorstellungen, die ihnen von den meisten Medien zugeschrieben werden.

Erst mal legt Forsa die Latte für die anderen Institute und ihre Auftraggeber höher. Mal seh’n, wie diese agieren, Emnid folgt Forsa schon mal:

Magischer Weise denken Journalisten hier bei den Grünen wie damals bei ihrem 100%Schulz-Zug nicht daran, wie sie eigentlich von ihren höchst eigenen, kritiklos begeistert hochgeschriebenen Wunschvorstellungen wieder runterkommen. Sollten sie sich auf das kurze Gedächtnis der Leute verlassen, verwechseln sie die Bürger mit ihren Berufskollegen. Indem sie die Grünen in den Himmel der 30-Prozent-Zone hochpreisen, verstärken sie den selbst verschuldeten Abstieg der SPD in die Hölle unter 10 und in ihrem Gefolge die Union mit einem kleiner werdenden Abstand exakt in die selbe Richtung.

Dass der deutsche Pateienstaat aus sich selbst heraus nicht reformfähig ist, schrieb nicht nur ich oft. Aber hierzulande flüstern nicht mehr wie früher die Parteien den Medien und Journalisten, was sie über ihre Politik verkünden sollen. Heute schreibt die ehemals nur Vierte Gewalt den Parteien vor, welche Politik sie zu machen haben. Das hat das Zeug, den aufgeblasenen Parteienstaat mit Hilfe der Grünen derart aufzupusten, dass er platzt.

Na dann bis zum nächsten demoskopischen Halali.

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Kommentare ( 69 )

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Das die Leute nicht merken, dass wenn Sie von der SPD zu den Grünen überlaufen Sie nur eine andere Schattierung der Rotfaschisten wählen… Und zwar eine, die den Volkstod nur noch schneller vorantreiben will…

„Auf die Grünen wartet ein – ihrem jetzigen demoskopischen Pegelhochstand entsprechender – Absturz, …“

Ich denke kurzfristig eher nein. Dafür gibt es zu viele „Schon immer das Wählende, was in der Zeitung steht“.
Der Absturz wird kommen, wenn g2r das Land „anneWand“ fährt. Nur Geduld, wird nicht mehr allzu lange dauern.

Die „Parteienkrise“ haben wir ja angeblich schon lange, aber wann kommt endlich die Medienkrise? Bisher taumelten nur vorher schon zweitklassige Produkte wie die Frankfurter Rundschau oder die Abendzeitung in München in Richtung Ende. Andere wie die taz kriegen immer wieder die Kurve. Was mir fehlt ist ein echter Einbruch bei den Einschaltquoten der öffentlichen-rechtlichen Fernsehsender und der Absatzzahlen von Produkten wie dem „Spiegel“ oder dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Solange das nicht der Fall ist, wird sich wohl auch das Wahlverhalten nicht ändern. Und dafür muss es vielen Leuten wohl erst spürbar schlechter gehen, weil ihnen die Fantasie fehlt, was mit den… Mehr

Leider existiert das zweitklassige Produkt Frankfurter Rundschau immer noch – ich würde es sogar eher als drittklassiges Produkt bezeichnen, was sonst ist ein verbiestertes linkes Propaganda-Magazin. Die angesehene FAZ hat das dubiose Blatt damals in letzter Minute „gerettet“ und sich danach selbst immer mehr in Richtung Frankfurter Rundschau, mit geringfügig intellektuellerem Anspruch, entwickelt. Interessant jedenfalls, dass die FAZ seitdem selbst kaum mehr bürgerlich-konservative Positionen vertritt und über solche allenfalls noch mit spürbarem Widerwillen berichtet. Die letzten Liberalkonservativen waren noch im Wirtschaftsteil zu finden, aber seitdem man dessen profiliertestem Vertreter, Ex-Mitherausgeber Holger Steltzner, gekündigt hat, ist auch das obsolet.

Auch die CDU ist nach jüngsten Umfragen bei 18% angekommen, wenn man von den 24% für die CDU/CSU die ca. 6% für die CDU subtrahiert.

Herr Goergen,
Nachtrag: Meine Frau Amerikanerin – sagt kurz und knapp dazu: Deutschland hat **. Finde ich total zutreffend.

Herr Goergen,
hätte es bis vor kurzem nicht für möglich gehalten, dass die links-grün gepolte Journallie der MSM tatsächlich den Wählerwillen manipulieren kann, weil zu offensichtlich. Muss einräumen, dass ich mich getäuscht habe, der deutsche Durchschnittswähler ist ganz offensichtlich mit dümmlichen Phrasen leicht zu überzeugen und führt die Grünen in die Pole-Position. Mal sehen was da noch kommt.

Man kann in der Tat auf diesen Gedanken kommen. Nach der Zerquetschung der FDP kam die SPD dran. Nun will sich die Kanzlerin die Grünen zur „Brust“ nehmen. Aber ich gehe davon aus, dass sich die Kanzlerin an dieser Partei die Zähne ausbeißen wird.

Irgendwie fällt mir bei dem explosionsartigen Anstieg der Wahlprognosen für die Grünen genau ein Begriff ein: Supernova. Was während und am Ende dieses Vorgangs mit einem Stern passiert, ist den TE-Lesern bekannt.

Im Börsenjargon nennt man so etwas „Shooting Star“ – gefolgt in der Regel von einem massiven Abverkauf…

Ich sehe das weitaus weniger gelassen: Die Grünen in BaWü haben nach Fukuschima die Schwarzen als stärkste Partei abgelöst und sind seither auch nicht wieder abgestürzt. Grün ist das neue Schwarz, die Spießer wechseln zur Spießerpartei, die etwas „progressiver“ erscheint. Es geht mit Deutschland bergab, egal mit welcher Partei. Nur mit den Linken und Grünen eben noch ein wenig schneller. Man muss sich als liberaler/libertärer Mensch fragen, ob man mittelfristig nicht das Land wechseln muss, nicht die Partei. Die Deutschen sind tief in ihrem Herzen Sozialisten. Ergebnisgleichheit ist wichtiger als Freiheit.

Der Deutsche ist schlicht unpolitisch und uninformiert.
Eine schlechte Kombination.
Jeder kann auswandern, aber das finde ich etwas feige.
Ich mache niemandem einen Vorwurf aber natürlich ist das das Gegenteil von Mut.
Zudem kann man sich der Migration kaum entziehen, nur Osteuropa ist bisher fast komplett verschont geblieben was westliche Länder betrifft.

@Philipp V.: Sind die Muslime alle feige, weil sie auswandern? Also bei uns einwandern? Gut, in die Sozialkassen – das macht es leichter, in der Tat.

Viel besser als jede Demoskopie beschreibt das Politpersonal den Zustand der ehemaligen Volksparteien. Anbraucht keine Umfrage, um zu sehen, wie kompetent Merkel, Maas, Schulze, VdL etc etc sind.