Sebastian Kurz‘ Wutrede: „Wir werden hier nicht zur Tagesordnung übergehen“

Österreichs Bundeskanzler nach dem Mord von Wien: "Mit mir wird es einen Abschiebestopp nach Afghanistan oder eine Aufweichung von Asylgesetzen gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerbern definitiv niemals geben." Von Merkel noch immer kein persönliches Wort zu Würzburg.

IMAGO / photosteinmaurer.com
Sebastian Kurz bei einem Pressestament im Bundeskanzleramt am 29. Juni 2021
Zeitgleich mit den Messermorden von Würzburg erschüttert der Mord an einer 13-Jährigen Österreich. Passanten hatten laut Medien am 26. Juni den leblosen Körper einer 13-jährigen Realschülerin auf einem Grünstreifen in der Erzherzog-Karl-Straße in Wien entdeckt. Die Obduktion ergab Tod durch Ersticken, ihr Körper war zudem mit Blutergüssen übersät. Die beiden mutmaßlichen Täter sind afghanische Asylbewerber, einer von beiden ist wegen Drogen- und Gewaltdelikten vorbestraft.

Die öffentliche Reaktion des österreichischen Bundeskanzler, die soeben auch auf Twitter veröffentlicht wurde, steht dabei in krassem Gegensatz zu Angela Merkels anhaltender Nicht-Reaktion auf die Bluttat von Würzburg. Kurz trat am frühen Dienstagnachmittag vor die Presse und sagte folgendes:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich trete heute vor Sie und bin, um ehrlich zu sein, nach wie vor zutiefst schockiert und auch betroffen von der grausamen Tat, die hier in Wien stattgefunden hat. Laut aktuellem Ermittlungsstand ist ein 13-Jähriges Mädchen von mehreren afghanischen Männern zunächst unter Drogen gesetzt worden, dann vergewaltigt worden, ermordet worden und am Ende wie eine Sache abgelegt worden.

Ich glaube, ich spreche nicht nur für mich, sondern für das ganze Land, wenn ich sage, dass unser tiefes Mitgefühl der Familie des Mädchens gilt und ich glaube, niemand von uns kann sich auch nur im Entferntesten ausmalen, welche unvorstellbaren Qualen die Eltern und die ganze Familie gerade durchmachen müssen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich gebe aber auch zu, diese Tat, die macht mich nicht nur betroffen, sondern sie macht mich auch extrem wütend. Denn ich halte es für untragbar, dass Menschen zu uns kommen, angeben, dass sie nach Schutz suchen, und dann in Österreich grausame, barbarische Verbrechen begehen.

Und dass heute, wenige Stunden nachdem die Fakten bekannt geworden sind, sofort hinterfragt worden ist, ob die Eltern eine Mitverantwortung tragen, weil das Mädchen alleine war, und gleichzeitig in den Raum gestellt worden ist, dass die Täter vielleicht zu traumatisiert waren, dass sie diese Tat begangen haben. Das ist für mich nicht nur falsch verstandene Toleranz, sondern das ist eine Opfer-Täter-Umkehr, die ich für unerträglich und extrem unangebracht halte.

Es gilt nicht nur der Familie unser Mitgefühl, sondern ich verspreche auch, dass wir alles tun werden, dass die Täter mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden. Und politisch bedeutet das für mich auch, dass wir weiterhin unsere konsequente Linie fortsetzen werden. Mit mir wird es einen Abschiebestopp nach Afghanistan oder eine Aufweichung von Asylgesetzen gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerbern definitiv niemals geben.

Ganz im Gegenteil: Was es braucht, ist ein konsequentes Vorgehen gegenüber Straftätern, gegenüber Menschen, die Gewaltverbrechen in unserem Land begehen – insbesondere wenn sie sich gegen Frauen und Kinder richten.

Und ich kann Ihnen sagen, wir werden hier nicht zur Tagesordnung übergehen. Und ich werde mich entschieden gegen jede Form der Opfer-Täter-Umkehr und der falsch verstandenen Toleranz stellen.“


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Kommentare ( 250 )

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Schwabenwilli
21 Tage her

Es war eine Rede aber ganz sicher keine Wutrede. Eigentlich hätten dann schon zwei Tage später nach diesem furchtbaren Mord an einem Kind die ersten Abschiebeflüge nach Afghanistan starten müssen. Kurz ist unglaubwürdig.

Last edited 21 Tage her by Schwabenwilli
over stag
26 Tage her

Wenn die Rede des österreichischen Bundeskanzlers Kurz zur Vergewaltigung und Ermordung des 13-jährigen Mädchens in Wien seiner wirklichen Überzeugung entspräche, hätte er nicht die „Ibiza“-Affäre zum Anlaß genommen, seine Koalition mit der FPÖ ausgerechnet durch eine Koalition mit den Grünen – den Chefideologen für moslemische Masseneinwanderungen – fortzusetzen.

Rumpelstilzchen
26 Tage her

Bitte nicht auf seine Worte reinfallen. Kurz ist Blender! Einzig seine Rhetorik ist nicht so schlecht und er weiss, was die Menschen hören wollen. Um den Menschen zu gefallen, schreckt er auch nicht vor Lügen zurück. Ich glaube dem kein einziges Wort.

Gabi T.
26 Tage her

Wie wäre es, sämtliche Rohheitsdelikte von „Flüchtlingen“ innerhalb der EU seit 2015 zusammenzustellen und zu veröffentlichen. Herr Seehofer könnte dann sein Mantra „die größte Gefahr kommt von rechts“ nochmal überdenken.

Black Cat
25 Tage her
Antworten an  Gabi T.

Ja, das wäre schon mal angebracht. Diese grausamen Taten sollten unseren Politikern mal richtig unter die Nase gerieben werden. Und zwar so drastisch, dass sie jede Nacht vor lauter Alpträumen nicht mehr einschlafen können. Aber wahrscheinlich sie die alle so abgebrüht, dass es ihnen am A…. vorbei geht.

GermanMichel
26 Tage her

Was er leider nicht sagt: nicht mehr reinlassen solche Leute.

Monika
26 Tage her

Nett reden kann er ja. Aber gibt es mit Dänemark vergleichbare Bemühungen, das Asylantenproblem in den Griff zu kriegen? Auch dieser Täter lief, obwohl bereits auffällig geworden, frei herum. Das wird von diesen Leuten als Einladung verstanden. Denen muß man beim kleinsten Vorfall kräftig auf die Finger hauen bzw. eigentlich müßte es eine Null-Strafbarkeits-Regel geben. Wer auch nur im Laden klaut, fliegt raus. Alle Mörder-Asylanten in den letzten Jahren in Europa hatten klein angefangen. Da sie niemand stoppte, entwickelten sie sich zu Kapitalverbrechern und Terroristen.

oHenri
25 Tage her
Antworten an  Monika

„Denen muß man beim kleinsten Vorfall kräftig auf die Finger hauen“
Die Leute kommen allesamt aus Ländern, wo einem sehr schnell die Hand oder sogar der Kopf abgeschlagen wird. Auf die Finger hauen bringt da nix.

Kassandra
25 Tage her
Antworten an  oHenri

Unsere Gesetze geben das ja gar nicht her, was solche, gar hier geborene Straftäter bräuchten, um „integriert“ zu werden. Schon 1998 im „Fall Mehmet“ nicht: https://de.wikipedia.org/wiki/Fall_Mehmet

Iso
26 Tage her

Die Typen, die die Tatsachen auf den Kopf stellen wollen, kann man gleich mit nach Kabul schicken. Es sind perverse Kreaturen, die sich nicht ansatzweise vorstellen, was das Mädchen in seinen letzten Stunden erlebt hat.

Hoffnungslos
26 Tage her

Bei uns sind Frauen in der Regierung und was hört man von ihnen? Frauen wurden in Würzburg mit einem Messer brutal nieder gestochen und was sagen die Frauen in der Bundesregierung dazu? Was sagen die Frauen in den Parteien dazu? Was sagen unser politisch so korrekten Damen der Schauspielkunst dazu, die, die vor 30 oder mehr Jahren mal belästigt wurden, damit sie eine Rolle bekamen? Was sagen unsere Feministinnen? Was all die neudeutschen Gender-Professorinnen? Sie schweigen, wie seit Jahrtausenden. Wenn sie bedroht werden, schweigen sie dann doch lieber. Emanzipation? Das war wohl nur ein Scherz….

oHenri
25 Tage her
Antworten an  Hoffnungslos

Emanzipation.
War wohl nur ein Scherz, ja, aber ist und bleibt ein Schmerz.

Papa
26 Tage her

Taten, statt Worte, wären mir lieber.
Jedoch habe ich Hochachtung vor Kurz, dass er sich meldet und dem Volk Rede und Antwort steht.
Unsere Staatsratsvorsitzende glänzt mal wieder mit Abwesenheit und lässt Ihre Vasallen vortreten, die diese ungeheuerliche Tat relativieren. Nicht auszudenken, wenn es eine Rechter, oder Querdenker, gewesen wäre, dann würden die Trommeln geschlagen bis zum geht nicht mehr.
Lieber die Mannschaft auf die Knie gehen lassen, damit wir im Regenbogenland weiter den Souverän verdummen.
Alle Volksverräter gehören vor Gericht, sofort!

Physis
26 Tage her
Antworten an  Papa

Ich war vor nicht sehr langer Zeit im Urlaub in Österreich. Und da ich es liebe, die Regionen kennen zu lernen, besuchten meine Frau und ich auch Zell am See. Auf den Prospekten sollte dieser Ort UNBEDINGT sehenswürdig sein. Nun, das ist dieser Ort auch, aber was uns an diesem Ort geradezu entgegenschlug, war die Tatsache, dass ich mich wohl verfahren haben musste, denn der mittlere Orient war nichts gegen die Gewissheit, sich an diesem Ort GENAU DORT zu befinden! Schon im Parkhaus wurde ich stutzig, denn dort hingen an jedem freien Platz Zettel auf englisch und arabisch, die wohl… Mehr

Flik Flak
19 Tage her
Antworten an  Papa

Hochachtung für eine Selbstverständlichkeit?

RA.Dobke
26 Tage her

Lieber KURZ und schmerzhaft! Besser als das Geseiere im Nachgang und vor Abgang von Merkel. Übrigens stellt das Motiv einer Tat ein erkennendes Gericht fest in Deutschland, niemand sonst !