Polizeigewerkschaft wirft Chef neuer Gewerkschaft raus

Die von Marcel Luthe gegründete Arbeitnehmervertretung GGG wächst. Den Etablierten passt das offenbar nicht.

Noch verzeichnet die Good Gouvernance Gewerkschaft (GGG), gegründet von dem ehemaligen Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses Marcel Luthe, eine vierstellige Zahl von Mitgliedern. Das scheint wenig im Vergleich zu etablierten Arbeitnehmervertretungen. Allerdings erreichte die GGG die Größe von mehreren tausend Mitgliedern schon gut zwei Monate nach ihrer Gründung. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), in der Luthe schon länger Ehrenmitglied ist, sieht die neue Organisation offenbar als lästige Konkurrenz: Sie schloss den GGG-Chef aus ihren Reihen aus. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, kommentierte Luthe die Entscheidung der GdP: „Dass es mehrere Gewerkschaften gibt, ist nur gut für alle, die gewerkschaftliche Leistungen nachfragen.“ Nach dem Büro in Berlin will die GGG demnächst ihr zweites Büro in Südwestdeutschland eröffnen.

Vor allem die Position der GGG gegen eine berufsspezifische Impfpflicht sorgte für den Zuwachs bei der Neugründung – und offenbar auch den einen oder anderen Wechsel von den etablierten Gewerkschaften. Wie Luthe gegenüber TE bestätigt, wird die GGG demnächst eine Verfassungsklage gegen die berufsspezifische Impfpflicht in Karlsruhe einreichen. Dass auch die GdP Berlin sich mittlerweile gegen eine Impfpflicht für die Polizei wendet, sieht der GGG-Chef als Verdienst seiner Organisation: „Als wir das zum Thema gemacht haben, hat der GdP-Landesverband nachgezogen.“

Luthe: Etablierte Gewerkschaften verstehen sich als Vorfeldorganisationen der SPD

Die GGG verzeichnet nach Luthes Angaben Zulauf aus allen Beschäftigungsbereichen. Regionaler Schwerpunkt sei bisher Niedersachsen. In Berlin seien etliche Beschäftigte öffentlicher Behörden und landeseigener Betriebe wie der Berliner Stadtreinigung (BSR) eingetreten. Mit Dennis Braun sitzt mittlerweile auch ein GGG-Mann als Arbeitnehmervertreter im BSR-Aufsichtsrat. Die GGG bietet wie andere Gewerkschaften rechtliche Beratung und Vertretung durch Vertrauensanwälte an.

Einrichtungsbezogene „Impfpflicht“
Gesundheitsämter drohen Impfunwilligen
Den Namen „Good Gouvernance Gewerkschaft“ leitet die Organisation von dem Begriff „Good Gouvernance“ ab, also ‚gute Regierungsführung‘. Auf den Seiten beispielsweise des Entwicklungshilfeministeriums finde sich diese Formel – zusammen mit den Stichworten Transparenz, Beteiligung der Bevölkerung an politischen Entscheidungen und Minderheitenschutz. Allerdings sei „Good Gouvernance“ dort als Wert gemeint, den Deutschland in andere Länder exportieren wolle. „Das Prinzip der guten Regierungsführung“, hält Luthe entgegen, „fehlt zunächst einmal in Deutschland selbst.“ Als aktuelles Beispiel für seine These sieht er den Versuch, eine Impfpflicht durchzusetzen.

GGG-Gründer Luthe kritisiert, dass etablierte Gewerkschaften sich oft eher als Vorfeldorganisationen der SPD verstehen und weniger als klassische Arbeitnehmervertretung. Auch daran will er mit seiner neuen Gewerkschaft rütteln. „Der DGB wird demnächst von der früheren SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi geführt, die Bundesanstalt für Arbeit von Andrea Nahles, das Bundesarbeitsministerium ist in der Hand der SPD“, so Luthe: „Wo bleibt da die Opposition?“

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Kommentare ( 35 )

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Ralf Poehling
1 Monat her

Der parteipolitische Sumpf sieht die Existenz seiner Wurmfortsätze gefährdet und schlägt zurück. Eine eindeutiges Zeichen dafür, dass da ein Wunder Punkt getroffen worden ist. Was wiederum eine Bestätigung dafür ist, dass Luthes Ansatz goldrichtig ist.

Trivium
1 Monat her

Die grossen Gewerkschaften sind mittlerweile so linksgrün/Regierungskonform – Gendern und Rassismus sind oberste Priorität – ( siehe IG Metall ) dass es mich immer mehr ärgert, über 40 Euro jeden Monat an die Gurkentruppe zu überweisen….

Richy
1 Monat her
Antworten an  Trivium

Selbst schuld, man darf in Deutschland noch aus Gewerkschaften austreten, genauso wie aus den politisch linken Kirchen.

jopa
1 Monat her
Antworten an  Trivium

Austreten!! Wer oder was spricht dagegen?

Bladrunner
1 Monat her
Antworten an  Trivium

Sie können ja austreten ; Sie werden vielleicht dumme Sprüche zu hören bekommen.Das einzig gute was mir zur IGMETALL einfällt ist die Altersteilzeit Regelung in Tarif gebundenen Betrieben.Ich war knapp 40 Jahre dabei und Delegierter ,Betriebsrat und bin bewusst ausgetreten wegen den Punkten die sie anführen .

Leroy
1 Monat her

Gewerkschaften sind Rückversicherung und Posten-Pool von gescheiterten rot-grünen Politikversagern. Aber noch immer glauben die verbliebenen Mitglieder,
dass Leute wie der ehemalige verdi-Vorsitzende Bsirske ( Grünen-Mitglied mit einem Einkommen von 1 Mio p.a) für die Mitglieder kämpft.

Maja Schneider
1 Monat her

En Hoch auf Marcel Luthe! Da die Gewerkschaften seit langer Zeit ganz offensichtlich lieber an der Seite der Regierung stehen als ihrer ureigensten Aufgabe des Schutzes der Arbeitnehmer nachzukommen, ist es mehr als notwendig, andere Wege zu beschreiten, die den Interessen der Arbeitnehmer wirklich dienen, und zwar mit Taten statt Worthülsen!

Aletheia
1 Monat her

Die linken „Hofschranzen“ verteidigen ihre Pfründe mit Zähnen und Klauen. Dabei schrecken sie auch vor unfairen und kriminellen Methoden nicht zurück. Das muss jedem klar sein, der sich gegen die korrupten-etablierten Strukturen auflehnt.

Juergen P. Schneider
1 Monat her

Etwas Diversität tut der Gewerkschaftslandschaft in Deutschland gut. Ich hoffe, dass es bald noch mehr Konkurrenz für die links-grün gleichgeschalteten Gewerkschaften im DGB geben wird. Die Spitzen des DGB sind meist nur mainstreamkompatible Sprechpuppen, die vollkommen vergessen haben, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Die Gewerkschaftskämpfer vergangener Generationen würden sich im Grab umdrehen, wenn sie sehen könnten, was für eine Beamtenmentalität sich heute in den Gewerkschaftsführungen breitgemacht hat. Die satten und zufriedenen Bonzen scheren sich einen Dreck um die Probleme ihrer Mitglieder.

Hairbert
1 Monat her
Antworten an  Juergen P. Schneider

Harte Worte, aber leider zutreffend. Der Fall Luthe beweist erneut die enorme Verkrustung des politisch-medialen-gesellschaftlichen Establishments: Man kennt sich, marschiert in die gleiche Richtung, belobigt sich gegenseitig, ist zu Veränderungen unfähig, will unter sich bleiben, … Da müssen Newcomer „leider draußen bleiben“, werden Kritiker im Einklang eliminiert, darf Basisbeteiligung nicht zugelassen werden, „muss im Ernstfall gelogen“ und auch geknüppelt werden. So sehen heute Demokratieverständnis, Auffassung von Volkssouveränität und Bürgerbeteiligung aus, so werden „unsere gemeinsamen Werte“ gelebt… sozusagen EU-gerecht.

bkkopp
1 Monat her

Auch Herr Luthe könnte sich die Frage stellen, warum der ADAC mit mehr als 20 Millionen Mitgliedern so viel mehr Akzeptanz hat als alle Gewerkschaften und alle Parteien zusammen. Die Mitglieder glauben, dass sie für ca. € 5.- im Monat ein Leistungsangebot bekommen, das sie interessiert. Wenn eine neue Gewerkschaft kein Leistungsangebot hat, das sich überzeugend von den verfilzten Altgewerkschaften abhebt, dann wird man nicht weit kommen. Das Einrichten von Büros, Verwaltungsgemeinkosten, ist kein Leistungsangebot für Mitglieder. Jeder Paketbote kann mit mobilen Terminals, wie auch mit Smartphones, umgehen. Mitglieder bekommt man mit Leistungsangeboten und Systemen, nicht mit Büros.

Andreas aus E.
1 Monat her

Schade, daß die neue Gewerkschaft sich durch den dummdenglischen Namen von Anfang an entwertet hat.

Paul Brusselmans
1 Monat her

Gewerkschaften sollten sich prinzipiell um anständige Bezahlung und Arbeitsbedingungen kümmern und nicht um Klimagedöns. Leider sind die woken Arbeitgeber kein Stück besser. Zeit für einen Neuanfang; selbst wenn McCron in Frankreich bleiben sollte, der Rechtsruck ist da mit 30% Franzosen, die kein Drittes Reich wollen, wohl aber so leben wie der christliche Gott in Frankreich.

Postmeister
1 Monat her

Als ehemaliger Betriebsrat und auch Betriebsratsvorsitzender habe ich bereits in der 90er Jahren festgestellt, wie unterwandert die Gewerkschaften (in meinem Fall die IGM) von SPD Bonzen ist, die dort eher einen Versorgungsposten auf der Karriereleiter nach dem BWL Studium suchten. Dies war der Grund, warum ich mein Engagement einstellte und die Mitgliedschaft in dieser korrupten und mafiösen Organisation kündigte. Fortan habe ich mein Gehalt selber verhandelt anstatt es einer Tarifkommission zu überlassen, deren Ziel lediglich eine schnelle Einigung ohne Streik war. Und ab diesem Moment ging es mir finanziell erheblich besser als wenn ich tarifgebunden gewesen wäre.

Renz
1 Monat her
Antworten an  Postmeister

Piloten- und Lok-Gewerkschaften zeigen wies geht, Die Dinos sterben aus