Nach linker Gewalt: LHG halten Universitäten für nicht mehr sicher

Eine Mail an die Mitglieder der Liberalen Hochschulgruppen lässt Erinnerungen wach werden an Zustände an deutschen Universitäten nach 1933. Traurige Realität oder Hysterie und Panikmache?

Eine Mail an die Mitglieder der Liberalen Hochschulgruppen lässt Erinnerungen wach werden an Zustände an deutschen Universitäten nach 1933. Traurige Realität oder Hysterie und Panikmache?

Jedenfalls warnt Johannes Dallheimer, Bundesvorsitzende der Liberalen Hochschulgruppen alle seine Mitglieder per Mail vom 29.10.2017, sich nicht mehr „alleine vor und nach der studentischen Gremienarbeit, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit auf dem universitären Gelände aufzuhalten“ und rät, „möglichst in Gruppen zusammenzubleiben.“

Anlass dafür war ein Angriff von Vermummten nach einer Sitzung des Studentenparlaments (StuPa) der Universität Hamburg auf einen Vertreter des RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten), der „körperlich angegriffen und verletzt“ wurde. Für Dallheimer ist das Fass übergelaufen. Er sieht „Meinungsfreiheit und körperliche Unversehrtheit“ seiner Mitglieder ernsthaft in Gefahr. Sein Bundesverband werde sich in Zusammenarbeit mit anderen Gruppen entschieden gegen jede Gewalt und Extremismus zur Wehr setzen. „Mit Argumenten, nicht mit Fäusten.“ Man werde als liberale Hochschulgruppe jeden Angriff konsequent zur Anzeige bringen.

Maurice Gesser, der von den Vermummten angegriffen wurde, ist Mitglied des RCDS und Verbindungsstudent. Er schreibt noch unter den Eindrücken der Gewalt gegen ihn auf Facebook: „Heute bin ich für den den RCDS ins StuPa nachgerückt. In der Pause lauerte mir dann die AntiFa auf und wollte mich aus dem Sitzungssaal drängen, als Korpo hätte ich dort nichts zu suchen. Ende vom Lied ohne Aggressionen meiner Seits wurde ich gegen den Brustkorb getreten und bekam einen Faustschlag verpasst. (…) Die Linke hat eine eigene SA.“

In diesem Fall, dem Initial für die Brandmail Dallheimers, richtet sich die linke Gewalt also offensichtlich eher gegen Gesser als Verbindungsstudent, denn als RCDSler. Schaut man sich nun die Website der Hamburger AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) genauer an, wird es deutlicher: Dort finden sich AStA-News mit Titeln wie „Wohnraum statt Burschis“ und „Antifa-Arbeit ist eben gerade auch eine inklusive Sozialpolitik!“

Was ist los an deutschen Universitäten? Eine linksradikale Politisierung nach Vorbild der 68er? Wir sprechen dazu mit Carl Cevin-Key Coste, Landesvorsitzender Junge Liberale Hamburg e.V. In seiner Wahrnehmung wurden bisher Debatten an den Universitäten mit Worten geführt.

Antifantastereien
Aufruf zur Gewalt?
Im Wortlaut klingt das bei ihm so: „Der Fall Maurice Gesser kann da durchaus als Eskalation verstanden werden. Die Julis sind nur in geringem Maße in Corps und Verbindungen organisiert. Aber wir lehnen das auch nicht generell ab. Was die Uni Hamburg betrifft, kann man schon sagen, dass die studentischen Vertretungen links dominiert sind. Die Asta der Uni HH hat ihr Aktionsfeld da weit ausgedehnt auf weltpolitische Themen bis hin zu Portesten gegen G-20 und die Olympia-Berwerbung. Was ich gehört habe, kamen wohl bis zu fünf Vermummte in den Uni zum StPa und haben konkret den Studenten Gesser bedroht. Wir als Julis sind ja an den Unis auch im Ring politischer Jugend organisiert. Was uns – die Arbeit an den Unis betreffend – von den linken Gruppierungen unterscheidet, ist z.B. unsere Haltung zum Kooperationsverbot, zur Zusammenarbeit mit Privaten Unternehmen bis hin zur militärischen Forschung – Stichwort ‚Zivilklausel‘. Wir lehnen das nicht kategorisch ab.“

Als Ergänzung hier die „Offizielle Warnung an die Mitglieder der Liberalen Hochschulgruppen“ im Wortlaut:

„Liebe Mitglieder der Liberalen Hochschulgruppen,

nach den letzten Ereignissen an der Universität Hamburg, wo ein Mitglied einer studentischen Verbindung von Vermummten nach einer StuPa-Sitzung körperlich angegriffen und verletzt wurde, sehen wir die Meinungsfreiheit und körperliche Unversehrtheit unserer Mitglieder ernstlich in Gefahr.
Daher warnen wir davor, sich alleine vor und nach der studentischen Gremienarbeit, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit auf dem universitären Gelände aufzuhalten und raten, möglichst in Gruppen zusammenzubleiben.
Der Bundesverband wird sich in Zusammenarbeit mit seinen Gruppen weiterhin entschieden gegen jede Gewalt und Extremismus von links und rechts wehren und Diskussionen mit Argumenten, nicht mit Fäusten führen. Jeden Angriff werden wir konsequent zur Anzeige bringen, hierbei stehen wir den Gruppen stets beratend zur Seite.

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Dallheimer
Bundesvorsitzender“

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Kommentare ( 10 )

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Das Drama ist nicht so sehr,
dass eine „Gruppe“ soetwas versucht. Das Drama ist, dass die Vorgehensweisen der „Gruppen“ A) viel zu wenig thematisiert werden, B) diese dramatische Erosion der Freiheit des Denkens und Lehrens „von oben“ stillschweigend toleriert wird. –

Das alles ist eine logische Konsequenz. Bisher traf die massive linke Gewalt vornehmlich die AfD, nun weitet sich der Kreis der „Faschisten“, die angegriffen gehören, immer weiter aus. Ein klassischer Hysteriewettlauf, ähnlich wie bei den Roten Garden. Die CDU hat bisher – wie alle Parteien – zu dieser Gewalt geschwiegen, denn es traf ja die „Richtigen“. Aber ich bin sicher, dass es früher oder später Tote geben wird. Der Linksradikalismus hat längst die Lust an der Gewalt gegen „Zivilisten“ entdeckt, ist bestens in der Gesellschaft vernetzt und schwimmt wie ein Fisch im Wasser (Mao). Er glaubt sich in einem historischen… Mehr

Meinen sie Artikel 20, Absatz 4 des Grundgesetzes ?

Als Student hat man gefälligst links zu sein. Wer das nicht kapiert, sollte nicht studieren gehen. Und Verbindungsstudent geht schon mal gar nicht. Schließlich waren es doch linke Studenten, die damals auf dem Hambacher Schloss für mehr Demokratie demonstriert haben. Ach ne, Moment mal. Das waren ja Verbindungsstudenten, die damals… Ach, irgendwie doof diese Ganze Geschichte. Doch, es waren die Linken, die damals die Freiheit und Demokratie in der UdSSR. Nee, stop, das war ja gar nix mit Freiheit und Demokratie. Mensch, das ist aber auch doof. Die Rechten haben für Demokratie und die Linken nicht. Ach, gibts doch gar… Mehr

Tja. Statt das Problem zu lösen, kann man natürlich auch drum rum laufen.
Wenn mich ne Wespe stechen will, ist sie platt. So einfach geht das.
Ihr habt zuviele ideologische Dinger im Kopf Leute, sowas verbaut einem den klaren Blick, wo der Feind steht. Aber mit Diskussionen und Rundbriefen, werdet ihr die Demokratie schon retten… lachhaft.

In mir wächst die schreckliche Überzeugung, dass die Probleme in unserem Land kaum mehr mit friedlichen Mitteln allein zu lösen sind. Ohne einen radikalen, mutigen Schnitt steuern wir auf einen Bürgerkrieg zu. Noch nie habe ich mir inniger gewünscht, mich zu irren.

Die Universitäten waren (für mich) schon immer ein guter
Gradmesser für das gesellschaftliche Klima. Mich schaudert, was grad an Universitäten
so stattfindet, von überbordendem gender mainstreaming, über
gesinnungspolitische Absagen von Vorträgen bis hin zu direkten Angriffen. Das verheißt nichts Gutes für die Zukunft, denn es ist erst der Anfang.

„Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der
Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“

Die linksextremistischen Feinde von Meinungsvielfalt gibt es doch schon seit Jahrzehnten an den Hochschulen.

Für mich ist neu, dass sich „Liberale“ dagegen stellen wollen und dies auch öffentlich machen.

Da trägt die Hetze von S. Berg aus Zürich doch bereits erste Früchte.

da fehlt doch was:
liebe Mitglieder*inxnen.

Diese Entwicklung habe ich seit den
68er Jahren gesehen. Die Linken haben sich immer rechthaberisch gegeben. Und eine Diskussionskultur mit den Rechten hat
sich nie entwickeln können. Immer Geschrei als Gegenargument. Das lässt sich so schnell nicht ändern und beheben. Meine Prognose: Bürgerkrieg, der von links initiert wird: Beweis: Hamburg im Freien, Frankfurt im Saal und es wird eskalieren, denn keine Staatsmacht schreitet ein.