Kramp-Karrenbauer entlarvt die Intoleranz der „Ehe für alle“-Fraktion

Wie viele eingetragene Partnerschaften gibt es in diesem Land? Ganze 35.000! Sollen diese 70.000 Menschen, etwa 0,11 Prozent der volljährigen Deutschen, eine Ehe eingehen und Kinder adoptieren dürfen? Darüber wird gestritten, als gehe es um das Überleben der halben Menschheit.


In diese Debatte hat sich die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) eingeschaltet und einen „shit storm“ ausgelöst. Ihr Verbrechen: Sie hat konsequent zu Ende gedacht, was es bedeuten könnte, wenn das „Füreinander-Einstehen“ zum alles entscheidenden Ehe-Kriterium gemacht wird. Wer will dann noch zwei sich die Wohnung teilenden und sich gegenseitig helfenden Geschwistern das Recht zur „Ehe für alle“ samt aller materiellen Vorteile vorenthalten? Und mit welchem Recht will der Staat drei Freunden oder Freundinnen, die – mit oder ohne sexuelle Beziehung – zusammen leben, den Rechtsanspruch auf die staatlich geförderte Ehe verwehren.

Wie immer man zu Kramp-Karrenbauers Überlegungen stehen mag: Sie haben geradezu hysterische Reaktionen ausgelöst. Sie stelle die Homo-Ehe mit Inzucht und Vielehe gleich, schallte es prompt aus dem rot-grünen Lager zurück. Ja, so ist das, wenn immer mehr Menschen meinen, Toleranz komme von „etwas toll finden“. Nein, das lateinische Wort „tolerare“ bedeutet, dass man die Meinung des anderen respektiert und erträgt, selbst wenn man sie nicht billigt. Aber damit ist die „Ehe für alle“-Fraktion heillos überfordert.

Wer nicht ihren politisch ach so korrekten Forderungen zustimmt, gilt als unrettbar altmodisch. Nein, schlimmer noch: als intolerant.

#Welt-Überschrift: „Für Kramp-Karrenbauer ist die Homo-Ehe wie Inzucht“. Hat KK nie gesagt – steht auch nicht im Text. Was soll’s. @ulfposh




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Kommentare ( 22 )

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