Horst Seehofer will den Polizei-Hass der „taz“ nicht kritisieren

Eine taz-Autorin hat Polizisten auf den "Müll" gewünscht. Während zwei Polizeigewerkschaften Anzeige erstatteten, äußert sich der Innenminister und Dienstherr der beleidigten Polizisten auf Anfrage erstaunlich ausweichend.

imago/Reiner Zensen

Bisher kritisierten mehrere Bundestagsabgeordnete den Text der Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarahr (taz), die in einem Text vom Montag die Polizisten in Deutschland auf die Müllhalde wünscht, „wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.“ Die beiden Polizeigewerkschaften GdP und DPolG stellten daraufhin Strafanzeige. Spitzenpolitiker äußerten sich bisher allerdings noch nicht.

TE fragte Bundesinnenminister Horst Seehofer – Dienstherr von gut 49.000 Bundespolizisten – wie er den Hass-Artikel der taz einordne.

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Der CSU-Politiker antwortet mit einem ausführlichen Lob der Polizei:
„Für das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat ist klar: Die Beamtinnen und Beamten der Polizei in Deutschland leisten einen unabdingbaren Beitrag für die Sicherheit in Deutschland und genießen zu Recht ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Ohne Sicherheit kann es keine Freiheit geben. Für ihren täglichen Einsatz für die Menschen in Deutschland verdienen die Beamtinnen und Beamten der Polizeien des Bundes und der Länder uneingeschränkten Respekt und Wertschätzung.“

Die taz dagegen kritisiert der Minister nicht. „Der Beitrag in der taz gibt die persönliche Einzelmeinung der Autorin wieder“, sagte ein Sprecher seines Ministeriums.

Das stimmt nicht ganz. Nach einem Bericht des Portals Übermedien, das bei der taz anfragte, verteidigt Chefredakteurin Barbara Junge die Menschen-auf-den Müll-Kolumne. Damit kann der Müll-Text kaum als „Einzelmeinung“ gelten.

Die Autorin der Polizisten-auf-den-Müll-Hetze war Gast des Bundespräsidenten
Bei Übermedien heißt es: „’Menschen als Müll zu bezeichnen’, schreibt Junge, widerspreche ‚dem Selbstverständnis einer Zeitung, die sich einer menschlicheren Gesellschaft verschrieben hat’. Und: ‚Niemand in der taz bezeichnet Menschen ernsthaft als Abfall.’ Aber! Aber irgendwo hatte Junge doch noch eine Tucholsky-Gesamtausgabe rumstehen: ‚Satire darf fast alles – und greift manchmal in seiner Wortwahl daneben’, meint die Chefredakteurin, die es schon irgendwie unmenschlich findet, Menschen als Abfall zu bezeichnen, aber irgendwie auch nicht, denn: ‚Autorinnen oder Autoren, die selbst mehrfach zum Ziel rassistischer Beleidigungen und Bedrohungen geworden sind, können gleichwohl ein anderes Verhältnis zu dem Thema haben und das in emotionalere und zugespitztere Worte fassen, als Autorinnen oder Autoren ohne entsprechende Erfahrungen’.“

Auf die Frage, ob es Grenzen des Sagbaren gebe für die taz, und ob diese irgendwo festgehalten sind, ging Chefredakteurin Junge nicht ein.

Bei der taz stand der Hass-Text gegen Polizisten noch am heutigen Mittwoch auf der Webseite – ohne jede Distanzierung. Da selbst viele Leser gegen die Hetze protestiert hatten, schloss die Redaktion am Dienstagnachmittag die Kommentarfunktion.

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Kommentare ( 93 )

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93 Kommentare auf "Horst Seehofer will den Polizei-Hass der „taz“ nicht kritisieren"

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Es ist m.E. in dem Zusammenhang mit dem Tod von Herrn Floyd unangebracht auf der Polizei rumzuhacken. Es ist jedoch auch festzustellen, das sich vor ca. 20 Jahren deutsche Polizei Verantwortliche auf Einladung in den USA die Null Toleranz Politik ein und abgeschaut haben (Initiator z.B. Herr Nagel). Es ist auch daran zu erinnern, das die Polizei seit Jahren immer mehr Rechte verliehen bekommt um sie scheinbar unangreifbar werden zu lassen. Das fängt bei den Dienstwagen an. Während früher Opel Astra gefahren wurde ist heute E-Klasse, 5er BMW, Passat, Vans die Regel. Während früher selbst RAF Polizisten mit grün/senfgelber Uniform… Mehr

Vielleicht sollte Herr Seehofer mal zusammen mit Frau Yaghoobifarah eine kleine Bildungsreise in den Iran (aus dem die Vorfahren von Frau Y. offenbar stammen) unternehmen …

Wenn Seehofer nächstes Jahr in den unverdienten Ruhestand geht und er seine Karriere Revue passieren lässt, muss er selbst konstatieren, dass er elendig versagt hat, all seine Grundsätze, die bis 2017 in Stein gemeißelt waren verraten hat und er zum Bettvorleger mutiert wurde. Ein Häufchen elend, dass sich für sein Handeln noch so manches Mal schämen muss. Mit Würde und Anerkennung wird er jedenfalls nicht den Rest seines verbringen. Die einzigen, die ihn loben werden, werden die sein, die Deutschland als Beute und ihr Land betrachten. Vielen Dank Herr Seehofer. Sie haben diesem unseren Land, wie ihre Busenfreundin Merkel, diesem… Mehr

Wie äußern sich denn eigentlich unsere hochwertigen Humor-Schaffenden mit Öffentlich-Rechtlichem Subventions-Hintergrund ?
Sind unabkömmlich ? Müssen ihre Ergebenheitsadressen im Kultus-Ministerium erneuern. ???
Warte noch auf das Statement von Herrn Oliver Welke.

‚Satire darf fast alles“ also erstmal ist da ein fast drin. Und außerdem ist ja nicht alles was der durchaus geschätzte Tucholsky von sich gegeben hat allererster Honig.
Einstein wird zugeschrieben:
Der gesunde Menschenverstand, das sind die Vorurteile, die der Mensch bis zu seinem 18. Lebensjahr angesammelt hat. Quark. Eine Unterscheidung zwischen Urteil und Vorurteil traue ich Herrn Einstein schon zu.
Wenn ich dann noch an Zicken-Bömmel den weltgrößten Satiriker denke, …….

Ich habe da meine ganz eigene Theorie. Daß es Dossiers über „Verfehlungen“ bestimmter Personen und Politiker gibt, ist ja nichts Neues.

https://www.focus.de/politik/deutschland/csu/tid-11102/bayern-gibt-es-in-der-csu-dossiers-ueber-politische-gegner_aid_317334.html

Ganz sicher darf man davon ausgehen, daß die STASI solche Dossiers angelegt hat. Ich denke, daß die GröKaZ aus diesen Quellen Informationen besitzt, die ihr, sagen wir mal, den Verbleib im Amt erleichtern.

Ja, es ist nur eine Theorie, aber vieles spricht dafür.

Die weitere Verzwergung und Selbstauflösung dieses Mannes scheint nicht aufzuhalten zu sein. Ich ghe davon aus, dass er irgendwann derartig geschrumpft ist, dass er weder sichtbar, noch hörbar ist.

Wie Seehofer über seine Leute denkt, hat ja schon gezeigt, als er seinen Mitarbeiter entließ, der nur seinen Job gemacht hat.

Eingangssatz: „Horst Seehofer will den Polizei-Hass der „taz“ nicht kritisieren“.

Nun ja, …das würde mit seiner Position als neuer „Herrscher über das Unrecht“ auch nicht gerade gut zusammenpassen !

Und außerdem würden MERKEL, die SASKIA als auch die ANTIFA Kritik an der Taz-Aussage bestimmt nicht gerne sehen !

Und die Amtszeit läuft ja schließlich noch !

Sehr gute Aktion Herr Tichy. Es ist wunderbar zu sehen (oder hören), wie die Herrschaften Politiker sich selbst entlarven. Auch für unsere Polizeibeamten eine Situation mal in sich zu horchen, welchem Herrn man da eigentlich dient. Ein Innenminister, der nicht hinter seinen Polizeibeamten steht, eine Kanzlerin, die nicht hinter ihrem Volk und zu ihrem Land steht, eine Verteidigungsministerin, die jede Menge Probleme mit Islamisten in der Bundeswehr hat, aber lieber die eigenen Leute ins Visier nimmt, weil sie alte Volkslieder (die heute – wie alles frühere – Nazi sind) singen.