Ein Leuchtturm für Demokratie und Wohlstand, Recht und Freiheit

Aus deutscher Sicht steht Taiwan knapp hinter Indien an fünfter Stelle unserer wichtigsten Handelspartner in Asien. Im weltweiten Vergleich steht Taiwan auf Position 29 – vor Brasilien, Kanada oder Australien. Das ist für ein verhältnismäßig kleines Land wie Taiwan eine immense Leistung.

Taiwan ist ein Leuchtturm. Ein Leuchtturm für Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Freiheit. Darauf können die Menschen in Taiwan zurecht stolz sein. Sie leben in Freiheit. Sie arbeiten hart für Ihren Wohlstand. Die Früchte sind eine stabile Demokratie und eine Wirtschaftskraft, von der andere noch lange nur träumen können. Taiwan ist ein Vorbild – auch beim Umgang mit der Corona-Pandemie. Am 10. Oktober begeht Taiwan seinen Nationalfeiertag.

Im Deutschen Bundestag gibt es 47 Parlamentariergruppen. Es gibt zum Beispiel eine deutsch-amerikanische, eine deutsch-französische oder eine deutsch-russische Parlamentariergruppe. Viele Staaten – insbesondere die kleineren – werden in Gruppen zusammengefasst. So befinden sich Indonesien, Vietnam und Malaysia zusammen mit ein paar anderen Staaten in der ASEAN-Parlamentariergruppe. Und sogar Australien muss sich eine Gruppe zusammen mit Neuseeland, Papua-Neuguinea und Timor-Leste teilen.

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Taiwan hingegen hat eine eigene Parlamentariergruppe. Ich bin stolz darauf, gerade Vorsitzender dieser Gruppe zu sein. Und unsere Parlamentariergruppe ist sogar noch eine der größeren Gruppen im Deutschen Bundestag. Aber der Name „Freundeskreis Berlin-Taipeh“, den unsere Parlamentariergruppe offiziell noch trägt – oder besser gesagt: tragen muss – zeigt auch ein Problem auf. Denn aufgrund der Ein-China-Politik erkennt Deutschland Taiwan leider nicht als souveränen Staat an und unterhält deshalb keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan. Das ist sehr schade. Taiwan ist eine gefestigte Demokratie, was in der Region leider wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist. Aufgrund der Ein-China-Politik heißt der Freundeskreis offiziell nicht deutsch-taiwanische Parlamentariergruppe, sondern ist nach unseren Hauptstädten Berlin und Taipeh benannt. Wir haben versucht, dies zu ändern, weil wir als frei gewählte Parlamentarier mehr Spielräume als die Regierung zu haben glauben und diese selbstbewusst nutzen wollen. Wir wollten ein Freundeskreis bleiben, aber offiziell auch so heißen dürfen wie alle anderen auch – nämlich Parlamentariergruppe. Unser Vorstoß war leider noch nicht erfolgreich. Ich werde uns aber weiterhin als deutsch-taiwanische Parlamentariergruppe bezeichnen. Das lasse ich mir nicht nehmen.

Mit den Parlamentariergruppen pflegt der Deutsche Bundestag die Beziehungen zu anderen Staaten auf parlamentarischer Ebene. In der Außenpolitik besteht zwar traditionell eine Prädominanz der Exekutive. Die Parlamentariergruppen sind aber eine wichtige Ergänzung. Wir wollen als Gesetzgeber und Kontrolleure unserer Regierungen voneinander lernen und Erfahrungen austauschen. Gerade zwischen Abgeordneten ist das sehr wichtig. Aber natürlich pflegen wir auch enge Kontakte zu Regierungsvertretern und gesellschaftlichen Repräsentanten.

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Im Mai 2018 war ich beispielsweise zusammen mit Roland Jahn in Taiwan zu Gast. Roland Jahn ist der Leiter der Stasiunterlagenbehörde – also der Behörde, die die Unterlagen des „Stasicherheitsdienstes“, des früheren DDR-Geheimdienstes, verwahrt. Die Behörde ist ein wichtiges Instrument zur geschichtlichen Aufarbeitung der zum Glück überwundenen DDR-Diktatur. Auch wenn sich eine Gleichsetzung der totalitären kommunistischen Herrschaft im früher unfreien Teil unseres Vaterlandes mit der Zeit des Kriegsrechts in Taiwan verbietet, spielt Aufarbeitung doch auch in Taiwan eine große Rolle, da im Namen staatlicher Autorität Unrecht begangen wurde. Am 28. Februar wird in Taiwan des 228-Massakers gedacht. Bei unserem Besuch ging es nicht darum, jemanden zu belehren. Das können und wollen wir nicht. Wir haben von unseren Erfahrungen berichtet. Von Erfolgsrezepten und Fehlern. Fehler, die wir schon gemacht haben, müssen andere nicht wiederholen, erfolgreiche Modelle nachzuahmen, ist nicht einfallslos, sondern klug.

Aufgrund der Ein-China-Politik konzentrieren sich die offiziellen deutsch-taiwanischen Beziehungen vor allem auf die Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Gerade was die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen anbelangt, läuft es sehr gut. Deutschland ist sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Taiwans wichtigster Partner in Europa. Aus deutscher Sicht steht Taiwan knapp hinter Indien an fünfter Stelle unserer wichtigsten Handelspartner in Asien. Im weltweiten Vergleich steht Taiwan auf Position 29 – vor Brasilien, Kanada oder Australien. Das ist für ein verhältnismäßig kleines Land wie Taiwan eine immense Leistung. Und Taiwan beliefert uns nicht mit irgendetwas, sondern mit hochwertigen Gütern. Taiwanische Marken haben in Deutschland einen exzellenten Ruf.

Leider setzt uns die Ein-China-Politik einen engen Rahmen. Ich rechne es Taiwan hoch an, dass auch die taiwanische Regierung diesen Rahmen respektiert und immer respektiert hat. Wir Mitglieder des Freundeskreises arbeiten daran, dass innerhalb dieses Rahmens Hürden ab- und nicht weitere aufgebaut werden. Ein großer Erfolg war dabei sicherlich die Befreiung von der Schengenvisumpflicht für taiwanische Staatsbürger. Touristen und Geschäftsleute dürfen 90 Tage ohne Visum nach Deutschland reisen.

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Leider gilt dies nicht für die Spitzenpolitiker des Landes. Wir Freunde Taiwans thematisieren dies immer wieder im Deutschen Bundestag. Offiziell gibt es kein Einreiseverbot. Und dennoch sind ranghohe Vertreter von offizieller Seite in Deutschland und in EU nicht willkommen. Ich sage es offen: Es bedrückt und beschämt mich. Ich finde es beschämend, wenn Vertretern undemokratischer Systeme der rote Teppich ausgerollt wird, während uns zum Beispiel der Repräsentant eines demokratisch legitimierten Parlaments wie dem Legislative Yuan nicht besuchen darf oder nicht besuchen soll. Auch wenn es in der gesamten Europäischen Union eher die Ausnahme als die Regel ist, dass taiwanische Spitzenpolitiker nicht einreisen dürfen, halte ich es für falsch – für grob falsch sogar. Wir beugen uns an dieser Stelle einem unbotmäßigen Druck. Viel wichtiger erscheint mir ein konstantes Dagegenhalten. Als kleines Zeichen haben wir vor einiger Zeit den taiwanischen Vize-Außenminister Dr. Szu-Chien Hsu ganz bewusst im Deutschen Bundestag empfangen – und nicht an einem neutralen Ort.

Taiwan ist der Beweis, dass auch Chinesen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit können! Die Liste der kleinen und großen Repressionen und Drohungen von Seiten der Volksrepublik China gegenüber Taiwan ist lang. Bei jeder Gelegenheit versucht China den Namen Taiwan zu tilgen oder mit dem Label „China“ zu versehen. Vor etwa zwei Jahren hat der taiwanische Außenminister Joseph Wu beispielsweise der Süddeutschen Zeitung ein Interview gegeben. Keinen Tag später nahm die chinesische Botschaft die Zeitung unter Beschuss. Die Süddeutsche Zeitung würde nicht nur gegen die Ein-China-Politik verstoßen, sondern auch noch „sektiererischen Kräften der taiwanischen Unabhängigkeitsbewegung eine öffentliche Plattform zu bieten“. Die Wortwahl macht mich immer noch fassungslos. Denn Joseph Wu ist der demokratisch legitimierte Außenminister eines Staats mit 23 Millionen Einwohnern – und nichts anderes.

In aller Offenheit forderte der chinesische Staatschef Xi Jinping in seiner 2019er Neujahrsansprache eine Annexion Taiwans – notfalls mit militärischen Mitteln. Ich spreche bewusst nicht von einer Wiedervereinigung. Denn die Republik China war nie Teil der Volksrepublik. Ich habe die Drohung Xi Jinpings danach im Deutschen Bundestag zur Sprache gebracht. Ich habe unserem Außenminister Heiko Maas im Plenum folgende Frage gestellt:
„Wie wird die Bundesregierung auf die Drohung des chinesischen Staatspräsidenten Xi gegenüber Taiwan in dessen Neujahrsansprache reagieren, beide Länder notfalls mit militärischen Mitteln zu vereinigen?“

Und weil die Antwort so eindeutig wie erfreulich war, möchte ich Sie hier in voller Länge eins zu eins wiedergeben:
„Die Bundesregierung wird in dieser Frage die Position, die sie immer eingenommen hat, auch gegenüber den Verantwortlichen in China vertreten. Unabhängig von den Spannungen, die es im Südchinesischen Meer gibt, halten wir die Androhung von militärischen Mitteln für nicht akzeptabel; das werden wir an der entsprechenden Stelle auch deutlich sagen.
Darüber hinaus ist das ein schönes Beispiel für die Notwendigkeit, wie ich finde, dass wir nicht nur die Haltung der Bundesregierung, die bei dem Thema eine sehr deutliche gewesen ist, unterstreichen, sondern dass wir uns auch als Europäische Union in dieser Frage positionieren.
Im Übrigen ist es auch ein Beispiel dafür, warum wir der Auffassung sind, dass man im Außenrat der Europäischen Union mit Mehrheitsentscheidungen durchaus besser arbeiten kann. Schließlich ist in der Vergangenheit – durchaus durch nicht ungeschickte Einwirkung von der chinesischen Seite auf einzelne Mitgliedstaaten der Europäischen Union – zumindest eine eindeutige Beschlussfassung zu diesem Thema in ihrem Sinne verhindert worden. Insofern wäre es ein Fortschritt, wenn es uns gelingen würde, uns auch auf europäischer Ebene eindeutig in dieser Frage zu positionieren.“

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Ich bin mit unserem Außenminister nicht immer einer Meinung, aber ich danke Heiko Maas ausdrücklich für dieses Bekenntnis. Mittlerweile lässt die Volksrepublik ihren Worten mehr und mehr Taten folgen. Bei seinem Besuch in Deutschland drohte der chinesische Außenminister Tschechien, weil eine hochrangige Delegation tschechischer Politiker Taiwan einen Solidaritätsbesuch abstattete. Für dieses „kurzsichtige Verhalten“ müsse Tschechien einen „hohen Preis“ zahlen, so Wang Yi direkt vor einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Maas. Das ist und war ein Affront sondergleichen. Peking belässt es nicht nur bei markigen Aussagen. Auch das militärische Drohpotenzial wächst. Die Meldungen über Eindringen rotchinesischer Kampfflugzeuge in die taiwanische Luftverteidigungszone mehren sich. Auch dies habe ich im Bundestag zur Sprache gebracht. Die Bundesregierung äußerte hierzu:
„Insgesamt sieht die Bundesregierung die wachsenden – auch militärischen – Spannungen in der Straße von Taiwan mit Sorge und setzt sich auch weiterhin für Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße ein.“

Das sind warme Worte, mehr nicht. Wir müssten viel stärker dagegen halten. Die Bundesregierung muss auch weiterhin eine sinnvolle Beteiligung Taiwans an internationalen Organisationen, Mechanismen und Aktivitäten unterstützen. Taiwan muss – auch wenn es kein Mitglied der Vereinten Nationen ist – an UNFCCC, ICAO, WHO oder Interpol teilhaben können. Wer für wirksame Maßnahmen als Antwort auf veränderte Klimabedingungen eintreten möchte, darf eine Industrienation wie Taiwan nicht von einer UN-Klimakonferenz ausschließen. Eine Teilhabe Taiwans an der internationalen Luftfahrtorganisation ICAO ist gerade deshalb unabdingbar, weil der Flughafen Taipeh ein Luftfahrt-Drehkreuz in Südost-Asien ist. Die Corona-Pandemie hat es leider erneut bewiesen: Krankheiten und Epidemien machen in unserer globalisierten Welt natürlich nicht an Landesgrenzen halt. Denn Viren kennen keine Grenzen.

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Wir haben alle bewundert, wie Taiwan mit der Corona-Pandemie umgeht. Taiwan war eines der ersten Länder, das die Gefährlichkeit des Virus‘ für die Weltgesundheit erkannt hat. Und trotzdem darf Taiwan bei der Weltgesundheitsversammlung noch nicht einmal am Katzentisch sitzen! Das ist nicht nur unfair, sondern auch dumm!
Nachdem ich wiederholt für eine pragmatische Teilhabe Taiwans an der Weltgesundheitsorganisation WHO geworben hatte, schrieb mir unser Gesundheitsminister Jens Spahn vor kurzem:
„Gerade bei grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren wie dem augenblicklichen Ausbruch des Corona-Virus muss sichergestellt sein, dass alle relevanten Akteure inklusive Taiwans direkten Zugang zu notwendigen Informationen erhalten. Die Bundesregierung wird sich auch zukünftig für eine technische Einbindung Taiwans einsetzen. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Lösungen, die über diese praktizierte rein technische Zusammenarbeit hinausgehen, gegen den Widerstand der Volksrepublik China im System der Vereinten Nationen kaum zu erreichen sind.“

Vor diesem Hintergrund bin ich Spahn sehr dankbar, dass er sich persönlich in Form eines Briefs bei seinem taiwanischen Amtskollegen für das Geschenk von einer Million Atemschutzmasken und weiterer Schutzausrüstung bei seinem taiwanischen Amtskollegen bedankt hat. Man sollte meinen, dass dies eine Selbstverständlichkeit ist. Ist es aber leider nicht.

Bei der vergangenen UN-Vollversammlung scheiterte ein Versuch, Taiwan in die UN aufzunehmen. Nur 14 Verbündete sprachen sich für Taiwan aus. Ich habe mit keinem anderen Ergebnis gerechnet. Taiwan verfolgt hier ohnehin keinen dogmatischen, sondern einen pragmatischen Ansatz. Wichtig ist: Taiwan sollte, auch ohne als Staat anerkannt zu sein, an Internationalen Organisationen teilhaben können. Demokratie und Freiheit sind dafür die beste Werbung. Demokratie und Freiheit sind ein wahrer Schatz. Dieser Schatz darf unter keinen Umständen preisgegeben werden. Dafür braucht Taiwan auch unsere Unterstützung – mehr denn je.

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Kommentare ( 28 )

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28 Comments
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Officer
7 Tage her

„Bei der vergangenen UN-Vollversammlung scheiterte ein Versuch, Taiwan in die UN aufzunehmen. Nur 14 Verbündete sprachen sich für Taiwan aus.“ Wer waren die 14 Verbündeten? Und wie hat Deutschland abgestimmt?

Skadi
8 Tage her

Vielen Dank für diesen Artikel. Das haben wir nicht im Fokus.

Boris G
8 Tage her

Nun, die liebesdienerische Einstellung der deutschen Regierung gegenüber der chinesischen KP scheint sich gerade etwas zu wandeln. Die USA sind da bereits einen Schritt weiter.

Imre
8 Tage her

Allgemein schätze ich die Ansichten des Herrn Willsch.
Im Falle Taiwans wäre allerdings daran zu erinnern, dass der Gründer Tschiang Kai Tschek
jedoch alles andere, als ein Menschenfreund war!
Man kann nicht Mao für seine mörderischen Irrwege ktitisieren, und den „Menschenfresser“ T.K. Tschek (und seine Erben) indirekt als Musterdemokraten hinstellen, da passt nicht nur eine Kleinigkeit nicht!
Mao werden etliche Millionen Tote angelastet, wieviele haben Tschek und Co auf dem Gewissen?! Übrigens auch mit Rückendeckung einer extrem streitsüchtigen Nation!

Fritz Wunderlich
9 Tage her

Taiwan lebte bis 1987 unter Kriegsrecht und wurde von den moralischen westlichen Freunden genau so liebevoll unterstützt wie heute, mit einem umgehängten Demokratiemäntelchen. Ob Demokratie oder Diktatur ist uns doch ganz egal, solange es sich um „unsere Schweinehunde“ handelt. Es lief in Taiwan genau so ab wie seinerzeit unter den Engländern in Hongkong. Der Widerstand der Chinesen wurde gebrochen, indem man sie umbrachte, einsperrte und folterte, bis sie sich widerstandslos dem westlichen Regime unterwarfen. Demokratiemärchen kann man nur Menschen auf’s Auge drücken, die geschichtslos durchs Leben gehen.

h2m2
8 Tage her
Antworten an  Fritz Wunderlich

Danke.
Die Engländer sind auch ganz persönlich meine liebsten Freunde.

Luosteff
8 Tage her
Antworten an  Fritz Wunderlich

Leider ist auch dieses Forum nicht vor faktenfreien Meinungen gefeit. Europäische/westliche Kolonialmächte spielten in Taiwan seit dem 17. Jahrhundert keine wesentliche Rolle mehr. Bis 1945 war Japan 50 Jahre lang prägende Kolonialmacht. Ab 1949 übernahmen die vom Festland eingewanderten Chinesen unter Führung Chiang Kai-Sheks die Macht. Die diktatorische Politik und das Kriegsrecht resultierte u.a. aus dem unrealistischen Anspruch, das chinesische Festland zurückerobern zu können. Es gab also keine mit Hongkong vergleichbare westliche Kolonialmacht. Taiwan wurde im übrigen vom ach so moralischen Westen wie eine heiße Kartoffel -mit gewisser Ausnahme der USA- einfach zugunsten des kommunistischen Regimes in der VR China… Mehr

StefanH
7 Tage her
Antworten an  Luosteff

– Danke!

Manfred_Hbg
9 Tage her

Zitat: „dennoch sind ranghohe Vertreter von offizieller Seite in Deutschland und in EU nicht willkommen. Ich sage es offen: Es bedrückt und beschämt mich. Ich finde es beschämend, wenn Vertretern undemokratischer Systeme der rote Teppich ausgerollt wird, während uns zum Beispiel der Repräsentant eines demokratisch legitimierten Parlaments wie dem Legislative Yuan nicht besuchen darf oder nicht besuchen soll. Auch wenn es in der gesamten Europäischen Union eher die Ausnahme als die Regel ist, dass taiwanische Spitzenpolitiker nicht einreisen dürfen, halte ich es für falsch – für grob falsch sogar“ > Abgesehen davon, dass ich diese jetzige EU und EUJBrüssel sowie… Mehr

Andreas aus E.
9 Tage her

Beste Wünsche an Taiwan zum Nationalfeiertag und danke für den Artikel, Herr Willsch. Zu China: Ich hege den Verdacht, daß Rotchina hinter Vielem steckt, was global so plagt. Klimawahn, Genderismus, Migration und Corona: Damit treibt sich der Westen selbst in den Ruin, China wird lachender Dritter sein, denn in Peking schert man sich um derlei nur wenig bzw. kommt unterdrückenderweise mit klar. Westliche Technologie hat man längst im Sack, Rohstoffe wahlweise in Afrika auch, ebenso im eigenem Lande, ebenso hat man im eigenem Lande auch einen riesigen Absatzmarkt, hinzu kommt die Einflußzone, von Indien bis Australien. Was interessieren da noch… Mehr

rolf finger
8 Tage her
Antworten an  Andreas aus E.

aus E.
Glauben sie wirklich alles was sie hier teilweise ohne jeden Zusammenhang zu Taiwan uns präsentieren oder ist die Ironie der Vater des Geschriebenen…wenn ja…dann kann man es lesen…wenn nicht….hegen sie ruhig weiter der Verdächtigungen betreffs China…

Luosteff
9 Tage her

Taiwan ist nicht nur politisch und wirtschaftlich ein Leuchtturm. Es sind vor allem die herzlichen, großzügigen, ehrlichen und angenehmen Menschen, die dieses Land so einmalig machen. Ich betone das deshalb, weil ich dem Text nicht entnehmen konnte, wie eng Herrn Willschs Kontakte zur „Normalbevölkerung“ bei seinen Besuchen waren. Und es ist die öffentliche Ordnung. Die Straßen sind weit sauberer und sicherer als hierzulande, Frauen können sich unbesorgt auch nachts alleine draußen bewegen, in der Großstadt Taipeh wurden innerhalb weniger Jahre die gröbsten Verkehrsprobleme vorbildlich gelöst, es gibt keine mit Graffiti vollgeschmierten Wände, keine besetzten Häuser und die öffentlichen Verkehrsmittel sind… Mehr

Fritz Wunderlich
8 Tage her
Antworten an  Luosteff

Laut Wikipedoa: So ordentlich geht es zu, wenn es die Todesstrafe für Mord, Drogenhandel, Terrorismus, schweren Raub, Vergewaltigung , Entführung und viele andere schwere e Verbrechen verhängt werden kann. Zuletzt wurde in Taiwan für das Fahren unter Alkoholeinfluss in Einzelfällen die Todesstrafe eingeführt. Tja, so ein vorbildliches Land ist ein wahres demokratisches Vorbild für Deutschland und muss von Herzen geliebt werden.

Bummi
8 Tage her
Antworten an  Fritz Wunderlich

Über einzelne Maßnahmen kann man ja verhandeln. Aber auch Singapur zeigt wie man mit der Anarchie umgehen muss. Zwei Leipziger der linken Schmierszene wurden in Singapur beim Graffisprühen erwischt. Längerer Knastaufenthalt, hohe Geldstrafen, lebenslanges Einreiseverbot und 3 Stockschläge. Gemessen am Ergebnis der sauberen U Bahnen war das sicher angemessen. Und in Deutschland? Da wird von den Brandanschlägen der linken Kriminellen gar nicht Mal mehr berichtet.

Fritz Wunderlich
8 Tage her
Antworten an  Bummi

Ich bin ganz ihrer Meinung, nur verwischt sich für mich dann der Unterschied zwischen der VR Chinau und Taiwan, worauf ich beide gleich lieb habe.

Luosteff
8 Tage her
Antworten an  Fritz Wunderlich

Nein, die VR China wird von einem sich selbst als kommunistisch bezeichnenden Einparteienstaat regiert, während Taiwan ein demokratischer, freiheitlicher Staat ist. Taiwan hat sich in den letzten 50 Jahren zu mehr Freiheit entwickelt, während die VR China nach einigen kurzen Perioden der Hoffnung für die Menschen sich sukzessive wieder in einen repressiven Überwachungsstaat ähnlich wie zu Maos Zeiten zurückentwickelt hat.

Laurenz
9 Tage her

Werter Herr Willsch, na klar, die Chinesen lügen etwas mit ihrer 1-China-Politik. Taiwan wurde erst um 1705 das erste mal „chinesisch“, was in Anbetracht der bereits über 3.000 Jahre währende Zivilisation Chinas nicht gerade einen langen Zeitraum darstellt. Stellt man also die Taiwan-Frage historisch, ist Taiwan nicht China. Stellt man die Frage ethnisch, ist Taiwan chinesisch und wird sich als unabhängiger Staat auf Dauer, natürlich erst nach unserem Ableben, nicht halten können. Und was Ihre überwundene DDR-Diktatur angeht, so werden Sie bei Tichys-Lesern auf wenig Gegenliebe stoßen. Denn hier in der Leserschaft ist man eher der Meinung, daß die DDR-Diktatur,… Mehr

Andreas aus E.
9 Tage her
Antworten an  Laurenz

Was wir hier als entstehend erleben, ist keine DDR-Diktatur. Die war immerhin noch national und auf Aufbau bedacht. Es ist eine totalitäre Herrschaft ganz neuen Typs. Sicher mit Anregungen aus der DDR, allgemein aus der Geschichte, auch aus Romanen (1984 etc.) wird sich bedient, aber was wir derzeit als Zeitzeugen betrachten, ist von ganz anderer Qualität. Bevölkerung in Dauerpanik, systematische Verdummung, Durchmischung (= auf längere Sicht Vereinheitlichung), dazu Aufwiegelung alle gegen alle (auch das auf längere Sicht Vereinheitlichung) bei gleichzeitiger Zerstörung des Wohlstands und Totalüberwachung, das auch noch weithin freiwillig mitgemacht vom Untertan, der das am Beispiel VR China sogar… Mehr

StefanH
9 Tage her
Antworten an  Laurenz

Werter Laurenz, Sie haben da ein klitzekleines bisschen vergessen zu erwähnen: Von 1624 bis 1662 war Taiwan europäische Kolonie (hauptsächlich der Niederländer), danach war es das „unabhängige“ Königreich „Dongning“ (also ein Refugium der letzten Ming). 1682 eroberten es dann die Qing – eine Fremddynastie … 1895 ging Taiwan nach dem Japanisch-Chinesischen Krieg dann an Japan. 1945 ging die Insel dann an die Truppen der Kuomintang, die sich schließlich „bis heute“ dort „verschanzen“. Abgesehen davon ist Taiwan keineswegs ethnisch rein chinesisch, es gibt auch viele indigene, die jedoch eine Minderheit darstellen. Ihre Argumentation ist die der KPCh …

Laurenz
8 Tage her
Antworten an  StefanH

Werter StefanH, nein. Ich schrieb erstmalig, was nicht hieß, für immer. Vor den Niederländern war Taiwan mehr oder weniger ein Piraten-Staat. Und die Niederländer hatten auch kein Interesse an Flächen, eher an guten Häfen und deren Versorgung.

StefanH
8 Tage her
Antworten an  Laurenz

Werter Laurenz, vor der Kolonialisierung durch die Japaner – ältere Mitglieder der Oberschicht sprechen noch immer Japanisch, das galt als schick wie z. B. das Französische in der deutschen Oberschicht und man war den Japanern gegenüber nicht gar so feindselig eingestellt, ich hatte die Gelegenheit, mich darüber mit einer reizenden mittelalten Dame auf Taiwan in fließendem Japanisch zu unterhalten – war der gesamte bergige Osten Taiwans noch Piratenland. Und die Taiwanesen, mit denen ich so sprach, wollten alle auf keinen Fall „wiedervereinigt“ werden, ob mit oder ohne KPCh … Von daher: Entweder mit Gewalt oder nie. Und es ist keineswegs… Mehr

Laurenz
7 Tage her
Antworten an  StefanH

Ihr ethnisches Argument hat durchaus Schlagkraft, selbst bei der extrem rassistischen Linken dann, wenn es sich nicht um Weiße und um Minderheiten handelt. Japaner, was diese gerne verneinen, stammen angeblich ursprünglich aus Korea. Und Japaner schreiben chinesisch oder Chinesen schreiben japanisch. Allerdings reicht der Zusammenhang weit zurück. Und ich bitte Sie, in Erwägung zu ziehen, daß niemand auf dem Planeten sich um die Belange der Tibetaner grämt. Die wurden, wie jetzt die Uiguren einfach übersiedelt. Und wie auch einst die Piraten, ist es ein maritimes geo-strategisches Problem, welches Taiwan für China darstellt. Bis die Chinesen militärisch vorgehen, werden vielleicht noch… Mehr

HPs
8 Tage her
Antworten an  StefanH

… und ausserdem sollte er (Laurenz) sich nicht anmaßen für die Tichy-Leserschaft zu sprechen.

Laurenz
8 Tage her
Antworten an  HPs

Ok, HPs, Sie nehme ich explizit aus, sonst hat sich ja keiner beschwert.

Bummi
8 Tage her
Antworten an  Laurenz

Aber das liegt am Westen von Deutschland.

Iso
9 Tage her

China erpresst die ganze Welt mit seiner Ein China Politik. Lediglich Trump ist es, den den Chinesen die Stirn bietet, obwohl auch die USA nur ein Kulturbüro in Taipeh unterhalten. Taiwan ist ein typisches Beispiel für die Abhängigkeit des Westens von China. Ohne China gibt es hier nicht nur genug Akkus für die Elektroautos, denn auch die Fahrzeugreifen werden knapp.

Manfred_Hbg
9 Tage her
Antworten an  Iso

Zitat: „Ohne China gibt es hier nicht nur genug Akkus für die Elektroautos, denn auch die Fahrzeugreifen werden knapp“

> Womit Sie sicherlich recht haben. Dennoch möchte ich mit Blick auf Ihre Wortr hinzufügend sagen, „es ist jedoch nur zu einer solch starken Abhängigkeit gekommen, weil es unsere Länder und Regierungen zugelassen haben“.