Dieter Nuhr – Wissenschaft und Forschung knien nieder vor politischer Religion

Nur solche Wissenschaften und Wissenschaftler zählen für Ideologen, die gewünschte Ergebnisse liefern und nie mehr infrage stellen. Das ist nicht Wissenschaft, sondern blinder Glaube - Religion.

imago Images/O. Langel
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bestellt einen Text zum Wesen der Wissenschaft bei Dieter Nuhr, bedankt sich für die Lieferung desselben – und nimmt ihn vom Netz, nachdem Ideologen nicht einverstanden sind, um sich selbst, die DFG zu schützen?

Nur solche Wissenschaften und Wissenschaftler zählen für Ideologen, die gewünschte Ergebnisse liefern und nie mehr infrage stellen. Das ist nicht Wissenschaft, sondern blinder Glaube – Religion.

Da ist der Reaktion von Dieter Nuhr nichts hinzuzufügen.

„In was für einem Land wollen wir leben? In einem Land, in dem öffentliches Nachdenken zunehmend durch Denunziation und soziale Ausgrenzung bestraft wird?“

„Ich wurde im Juli gebeten für die Kampagne #DFG2020 der Deutschen Forschungsgesellschaft eine 30sekündige Sprachnachricht einzusenden zum Thema Wissenschaft. Folgendes Statement habe ich abgegeben:

Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu 100% sicher ist, sondern dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben. Weil viele Menschen beleidigt sind, wenn Wissenschaftler ihre Meinung ändern: Nein, nein! Das ist normal! Wissenschaft ist gerade, DASS sich die Meinung ändert, wenn sich die Faktenlage ändert. Wissenschaft ist nämlich keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet. Und wer ständig ruft „Folgt der Wissenschaft!“ hat das offensichtlich nicht begriffen. Wissenschaft weiß nicht alles, ist aber die einzige vernünftige Wissensbasis, die wir haben. Deshalb ist sie so wichtig.

Die DFG hat sich für den Beitrag zunächst bedankt. Sie schrieb mir: „Wir danken ganz herzlich für Ihr wunderbares Statement – Ihren pointierten Kommentar über die Relevanz und die Erklärung von Wissenschaft.“

Der Beitrag wurde dann von der DFG veröffentlicht und am 30.7. aufgrund der „starken und sehr kritischen Resonanz“ wieder aus dem Netz genommen, um „die DFG zu schützen“ (Zitate wörtlich).“

Nuhr weiter:

„Neu ist, dass nun eine Organisation wie die Deutsche Forschungsgesellschaft, die eigentlich wie keine andere für freies Denken stehen sollte, den Ideologen im Netz nachgibt. Das ist nicht nur erstaunlich, sondern ängstigt mich, da ich inzwischen eine McCarthyartige Stimmung im Land wahrnehme und im Zuge der Cancel culture auch die Freiheit des Denkens und der Forschung im Allgemeinen in Gefahr sehe.“

Seinen lesenswerten Beitrag, der in voller Länge bei Facebook zu lesen ist, schließt Nuhr mit diesen Worten:

„In was für einem Land wollen wir leben? In einem Land, in dem öffentliches Nachdenken zunehmend durch Denunziation und soziale Ausgrenzung bestraft wird? Mir gruselt es.“


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Kommentare ( 134 )

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134 Kommentare auf "Dieter Nuhr – Wissenschaft und Forschung knien nieder vor politischer Religion"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

„Wissenschaftler“, die sich **kriecherisch verhalten, sind keine.

Das ist keine „politische Religion“, das ist Linksfaschismus.

Dieter Nuhr hat den „entscheidenden Fehler“ gemacht, die heilige Greta zu kritisieren. Damit hat er sich gesellschaftlich quasi selbst executiert. Er könnte schreiben und sagen, was er will. Man würde immer etwas finden, was man entsprechend auslegen kann. Er hat Greta kritisiert !!!! Wie kann er nur…….???? Da nützt es auch nichts mehr, daß er Gründungsmitglied der Grünen war. Auch Dante musste sterben. Denn die Revolution frißt immer ihre Kinder. So geht es jetzt auch Nhr-Dante. Meinungsfreiheit gibt es in D nur noch, wenn man die richtige „Haltung“ hat. Das sollte Nuhr doch wissen. Es gilt das alte Bonmot Idi… Mehr

Der Mann wusste was er tat – er ist immerhin Lehrer. Schlimmer, als Greta zu kritisieren, ist es, die Politik der allwissenden Raute in Frage zu stellen. Das verzeiht das System nicht. Siehe Schramm, Priol…etc. Wer heute mit „Witzemachen“ sein Geld verdienen will, sollte wissen, dass immer einer nicht mitlacht.

Gesellschaftlich nicht, nur bei den überlauten Innen*Innen, den sich der Rest unverständlicherweise framen lässt. Die Erfahrung zeigt, wenn man einmal nachgibt, kommen gleich drei neue absurde Forderungen – deswegen besser gleich „nein“ sagen.

Im Ostblock waren Parteifunktionäre nicht besonders beliebt, doch die hatten Tausende sowjetische Panzer hinter sich. Die haben die heutigen Linken nicht, nur ein paar Antifa-Schläger und Propagandablätter – auch wenn dahinter ein paar gierige Milliardäre stehen mögen.

Tja Herr Nuhr,
vom Land der Dichter & Denker zum Land der Schwätzer & Idioten.

So schnell kann eine linksgrüne Politik mit dem Merkel-Clan an der Spitze ein Land negativ verändern und an/in den Abgrund führen.

Nuhrs gequälte Anti-AfD Späßchen scheinen ihm nicht die nötige Belohnung und das erwünschte Standing eingetragen zu haben. Dass er eh schön angepasst einmal in die Falle politischer Korrektheit fallen wird, konnte er sich wohl nicht vorstellen, darum ist er jetzt so beleidigt

Ich lann nur jedem raten, bei passender Gelegenheit mal einen (am besten bereits emiritierten) Wissenschaftler zu fragen, wie heute Forschungsaufträge vergeben werden. Um einen solchen zu erhalten, müssen nur mainstreamkonforme Aspekte im Design auftauchen und schwupps fließt Geld aufs Konto. Neben den Bürgerinnen und Bürger, die das eigenständige Denken noch nicht verlernt haben und sich nicht scheuen, ihre Ansichten öffentlich zu äußern, wäre es notwendig, wenn von Seiten der oben beschriebenen Wissenschaftlergilde mehr Öffentlichkeit angegangen würde. Daneben liegt es an uns allen, die nachwachsende Generation mit ihren mittlerweile religiös wie unkritisch anmutenden Posititionen immer wieder in Diskussionen einzubinden, in denen… Mehr

Das ist kein „vorfaschistoider“ Zustand, sondern linksfaschistoid oder linksfaschistisch.
Faschistoid bedeutet, dass faschistische Denk- und Sprachmuster verwendet werden, aber (noch) nicht die (Teil-)Abschaffung der Freiheitlichen Grundordnung, was zur Definition des Faschismus gehört.

Tja, Herr Nuhr, willkommen in der Realität Anno 2020.
Es genügen ein paar ideologisch verbrämte, als Kommentar getarnte Meinungen von ‚Meinungshütern‘ ,um einen shitstorm auszulösen, der dann dazu führt die Mehrheitsmeinung dahingehend einzunorden. Eine höchst bedenkliche Entwicklung.
Will sich die Mehrheit wirklich von radikalen Ideologen, meist aus der linken Ecke, ihr Leben vorschreiben lassen ?

Nuhr ist Teil des Systems. Er ist mitverantwortlich mit seiner als Satire/Kabarett getarnten Volkserziehung. Wenn nun als nützlicher Idiot ausgedient hat: Pech gehabt. Die GEZ-Knete wird für de Pensionen der schon länger Verdienenden benötigt. Die lauen Witzchen kann auch ein Praktikant aus dem Senegal reissen.

WER SICH NICHT WEHRT…

…der lebt verkehrt. insofern hatten die 68-er recht. Wenn dem Linksrutsch politisch nichts entgegen gesetzt wird, dann darf man sich nicht wundern, wenn er immer schlimmer wird. Wenn man sich von der CDU da noch irgend etwas erhofft, setzt man auf das falsche Pferd.

Diffamieren und verbieten, fällt das nicht unter das Recht der freien Religionsausübung?

Für alle Lebensbereiche gibt es doch zwischenzeitlich Experten, manche sagen auch Wissenschaftler dazu um ihre Ansicht stets zu unterstreichen und das macht sicherlich bei vielen Eindruck, insbesondere bei jenen, die ihr eigenes Denkvermögen schon an der Garderobe des Lebens abgegeben haben und sich von einer linken Politszene betreuen lassen. Die große Unkenntnis und die verloren gegangene Fähigkeit sich selbst zu behaupten und zwar in allen Lebensbereichen ist Ausdruck geistiger Dekadenz und das macht sich in vielen Bereichen auch in der Arbeitswelt bemerkbar, man sucht den Schutz im Beamtentum um sich vermeintlich abzusichern, läßt gerne andere das wirtschaftliche Risiko als Lohnabhängiger… Mehr