Berlin: Mischung aus Pjöngjang, Drogenkiez und DDR-Parolen

Die Wahl von Berlins neuem Werbeslogan weist den Weg in eine kollektivistische Zukunft. Die praktische Politik arbeitet auch schon daran, dass diese sich erfüllt.

Bild: Land Berlin

Will man nach Vielfalt, Kreativität, Freiheit, Pluralismus, Individualität, nach wissenschaftlichen und künstlerischen Höchstleistungen in Berlin suchen, muss man in die Zeit vor 1933 gehen. Unter Friedrich dem Großen wurde Berlin neben Paris zur Hauptstadt der Aufklärung, im wilhelminischen Kaiserreich brachte die Berliner Universität Nobelpreisträger hervor, in den zwanziger Jahren wurde Berlin in harter Konkurrenz zu New York zur modernsten und aufregendsten Stadt der Welt. Nationalsozialismus, Kommunismus und die Teilung haben der Stadt immens geschadet. Im Westteil der Stadt bildet sich ein Milieu heraus, das niemals lernte zu wirtschaften, dafür eine wahre Meisterschaft entwickelte, von Subventionen bzw. als Funktionär zu leben. Die Massenorganisationen der DDR wurden im bundesrepublikanischen Berlin von den NGOs abgelöst, ihre Funktion als Vorfeldorganisationen des Staates hat sich hingegen nicht geändert. 

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Berlin ist die Stadt, in der Drogenhändler von der Polizei, wenn nicht geschützt, so doch ignoriert werden, wie man im Görlitzer Park besichtigen kann, geschützt aber wird die Antifa von der Polizei, während man mit brutaler Gewalt gegen friedliche Demonstranten vorgeht, nur weil sie ihr grundgesetzverbrieftes Recht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit wahrnehmen. Berlin ist die Stadt, in der Staus produziert werden, indem man immer mehr und immer breitere Fahrradspuren einrichtet, ist die Stadt, die Pjönjangs Verkehrsdichte noch unterbieten möchte, schließlich soll Berlin autofrei werden.  

Berlin ist die Stadt, in der die kommunistische Bausenatorin, die inzwischen zurücktreten musste, weil sie vergessen hatte, für bestimmte Einkünfte Steuern zu  entrichten, durch einen Mietpreisdeckel die Wohnkosten erhöht und den Wohnungsbau reduziert hat. Außer Wohnungen für Migranten wird in Berlin im sozialen Bereich kaum noch gebaut. Auf der Jahreskonferenz des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen 2019 sagte dessen Präsident  Axel Gedaschko über die Situation in Berlin „Sie haben es komplett versemmelt. Berlin müsste eigentlich doppelt so viel tun wie Hamburg.“

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Außer Ideologie, Bevormundung und Drogenhandel floriert eigentlich nichts so recht in der Hauptstadt der Rotrotgrünen. Im Bildungsranking konkurriert Berlin mit Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Bremen um die letzten Plätze. Haftbefehle können zum Teil nicht vollstreckt werden, weil es an Plätzen in den Justizvollzugsanstalten fehlt. Mit der Einführung des sogenannten Antidiskriminierungsgesetzes motiviert Justizsenator Behrend die Polizei, eher Falschparker, sofern sie keinen Migrationshintergrund haben, zu kontrollieren, denn bei allen Kontrollen, Verwarnungen und Festnahmen von Menschen mit Migrationshintergrund laufen Polizisten Gefahr, beweisen zu müssen, dass sie nicht aus rassistischen Gründen gehandelt haben. De facto gilt in Berlin, der Hauptstadt der Clans, ohnehin schon zweierlei Recht. Um jeden Widerstand von Staatsanwälten auszuschalten, führt der Justizsenator ein Meldesystem für „demokratiefeindliche Tendenzen“ ein, um Dank der vom Senator geförderten Spitzelei gegen Beamte vorgehen zu können, auch wenn keine Beweise vorliegen. Erich Mielke hätte Behrend voller Bewunderung gelobt. In Ostdeutschland wurden Menschen eingekerkert oder in die Arbeitslager der Sowjetunion verschleppt, weil sie sich „demokratiefeindlich“ verhalten hatten, denn demokratisch war nur, was die SED wollte. 

Übrigens wird der Mielke-Satz: „Ich liebe euch alle“, nun in Berlin zum neuen Werbeslogan, natürlich etwas verkürzt und aufgehübscht im Rahmen eines neuen Markenauftritts: „Vom Ich zum Wir.“ Der  Claim kann auf ein ungute Tradition zurückblicken. So trug die Kampagne für die Kollektivierung der Landwirtschaft, als die Bauern in den fünfziger Jahren in die LPGs gezwungen wurden, genau dieses Motto: „Vom Ich zum Wir“. In den Dörfern wurden Stelen aufgestellt, in die man diesen Slogan gemeißelt hatte. Schließlich ging es um die Schaffung der sozialistischen Menschengemeinschaft.

„Wir“ heißt übrigens auch die 1920 als Roman publizierte Dystopie des russischen Schriftstellers Jewgenij Samjatin. Samjatin beschreibt einen Stadtstaat, der von einer Mauer umgeben wird und dessen Wohnungen Wände aus Glas haben, damit die Bewohner ständig von den „Beschützern“ kontrolliert werden können. Statt Namen führen die Bewohner Nummern und wer die allumfassende Fürsorge des „Wohltäters“ ablehnt, wird öffentlich hingerichtet. Dieser neue Staat ist ein Wir-Staat, ein Einheitsstaat. Orwell hat in der „Farm der Tiere“ das neue Wir mit dem treffenden Satz charakterisiert: „Alle Tiere sind gleich, aber  einige Tiere sind gleicher als andere.“

Berlin jedenfalls hat dem Individualismus, aber auch jeder Wirtschaftlichkeit und dem wissenschaftlichen und technischen Fortschritt den Kampf angesagt. Das „Wir“ Berlins ist das „Wir“ derjenigen, die über Sozialtransfers befinden. Das Land Berlin scheint das Nordkorea der Bundesrepublik werden zu wollen. Der Weg vom Ich zum Wir hat sich in der Geschichte schon des öfteren als Irrweg herausgestellt. 

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Kommentare ( 67 )

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67 Kommentare auf "Berlin: Mischung aus Pjöngjang, Drogenkiez und DDR-Parolen"

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Berlin und Deutschland sind tatsächlich in Gefahr, den jetzt eingeschlagenen Weg bis zum bitteren Ende weiter zu gehen. So sind sie, die Deutschen: konsequent marschieren sie in der Untergang. Die Vorzeichen mögen sich geändert haben, die Hybris bleibt gleich: wir retten das Weltklima, alle Armen dieser Welt werden von uns aufgenommen, wir können ausreichend Strom ohne Kohle, Gas und Kernkraft produzieren ( was sonst niemand schafft), wir schaffen alle schädlichen Industrien ab und bleiben trotzdem ein wohlhabendes bzw. reiches Land, wir sind die Weltmeister der Moral, wir sind DIE GRÖSSTEN ¡

Einmal Kommunist ist immer Kommunist. Da die Grünen Maoisten sind und Müllers SPD Zombies ergreifen sie gemeinsam den Mantel der Geschichte und beleben den alten Traum von der DDR mit Westgeld wieder .

Wieviel bekommen die vom Länderfinanzausgleich?
Für die ständigen Verfassungsbrüche sollte der gestrichen werden.
Denn DDR ohne Westgeld stirbt von selbst.

Hallo zusammen,

berechtigte Kritik – gerne auch vernichtende und beißende – kann man ja gerne üben. Der Ton sollte aber nicht in Hass überschlagen.

Ich bin aus Berlin weg – unter anderem wg. des völlig ausufernden Drogenhandels. Das wird noch ein echtes Problem. Allein, weil Kriminellen aus aller Welt signalisiert wird, dass hier sanktionslos Kohle gemacht werden kann. Ich gehe davon aus, dass es in den kommenden Jahren durch Bandenkriege viele Morde in Berlin geben wird.

Aber hassen: Nein! Denkt an den Wannsee, die Opern, die Berliner Philharmonie, das alles ist gut. War gut und wird wieder gut werden.

Der Hype um Berlin ist ein typischer mediengemachter Fake. Berlin ist eine der dreckigsten, abstoßendsten und heruntergekommenen Hauptstädte Europas. Lebensqualität in Berlin ist Null. Dazu trägt wesentlich auch das viele Fremdvolk bei, dass sich in Berlin eingenistet hat. Die Stadt ist voller Zecken. Was will ein gutbetuchter Herkunftsdeutscher in Berlin außer Kanaken-Watching und Zecken-Zoo? Nix!

Das würde ich so nicht sagen.
Für Soziologen – oder besser, auf Deutsch gesagt: Gesellschaftsforscher – mit offenem Blick, dürfte Berlin allemal eine Reise wert sein.
Den Rücksturz von Hochkultur in primitivste Gewaltgesellschaft kann man wohl nirgends so preiswert und eindrücklich mitverfolgen, und das ganz ohne Fernreise und Zeitmaschine.
Nebenher könnte ein Soziologieprof da auch gleich einige tolerante Soziologie-der-Zukunft-Doktoranden mitnehmen (Gendersternchen erspare ich mir, jegliche Kombination ist denkbar) und Plansoll hoher Abschlüsse akademixerweise wäre erfüllt und übererfüllt.

Man sollte nur eine Mauer drum rum ziehen, mit Einweg-Eingang rein.

Vereint in der Verwahrlosung und Hässlichkeit öffentlicher Räume. Parolen mit ideologischer Aufladung, die eher ein linkes Gesellschaftsmodell propagieren, als wirklich ein „Wir“ aller Berliner anvisieren.

Aus Projektentwicklerperspektive haben zudem viele derzeit gar kein Interesse, daß der Mietendeckel fällt. Eher grassiert der Wunsch das möge noch lange so bleiben. Denn das schafft den verstärkten Druck ins Umland, wo derzeit die Mieten steigen und verstärkt investiert wird.

Die Berliner bekommen das, was sie gewählt haben. Sie leiden wohl an einem Aufmerksamkeitsdefizitsysndrom. Die langen Jahre der fehlenden schulischen Qualifikation haben halt ihre Spuren hinterlassen. So kommen da Leute in die Regierung, deren Werdegang aus der Diktatur des Arbeiter- Bauernstaats und der Einheitspartei SED her kommt. Und dann ist das halt so, „jetzt sind sie da“. Diese Infektion greift mittlerweile auf zahlreiche Städte über, die sich mit Berlin ein Wettrennen um Drogen und Fahrradverkehr liefern. Wo gutes so nah liegt, in Köln regiert wohl Frau – die Armlänge – Reker weiter und wer auf ihre Wahlbezirke schaut, die sie… Mehr
Erich Kästner: „Fabian“, 1931 „Soweit diese riesige Stadt Berlin aus Stein besteht, ist sie fast noch wie einst. Hinsichtlich der Bewohner gleicht sie längst einem Irrenhaus. Im Osten residiert das Verbrechen, im Zentrum die Gaunerei, im Norden das Elend, im Westen die Unzucht, und in allen Himmelsrichtungen wohnt der Untergang.“ „Und was kommt nach dem Untergang?“ Fabian pflückte einen kleinen Zweig, der über ein Gitter hing, und gab zur Antwort: „Ich fürchte, die Dummheit.“ Der ursprüngliche Titel des Buches lautete übrigens „Der Gang vor die Hunde“. Um den Autor und den Ruf des Verlags zu schützen, bat Kästners besorgter Lektor,… Mehr

Es gibt von diesem Roman auch eine gute Verfilmung von 1979 mit Hans-Peter Hallwachs in der Hauptrolle. Die Hauptfigur Fabian verliert im dekadenten Berlin zunehmend den Boden unter Füßen, was sich nach der Wirtschaftskrise 1929 noch beschleunigt. Am Ende flieht er wieder in die Provinz.

BERLIN

Im rotrotgrünen Narrenhaus, da haben
die Irren die Macht entdeckt. Seitdem
wird im Namen der Vernunft
das Volk in eine Zwangsjacke gesteckt.

So ist sie halt die Shithole City, Bundeshauptslum

„Vom Ich zum Wir“

Erschreckend. Urbane Zvilversager vom Schlage Florian Schmidt wollen eine Gesellschaft nach ihren Plänen errichten. Leute, die in ihrer eigenen Lebensleistung nichts als Flops, heiße Luft und Chaos produziert haben, dafür die Gesellschaft verantwortlich machen und demzufolge Land und Volk nach ihrem Maßstab zu „verbessern“ gedenken. Schlimmer könnt´s nicht kommen, als dass die ihr Ziel erreichen.

Halbwegs erfolgreiche, zufriedene oder wenigstens zuversichtliche Leute, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und das beste daraus machen, ohne anderen dabei laufend auf die Zehen zu treten, kommen gar nicht auf solche wahnsinnigen Ideen.