Die Attraktivität für ausländische Investoren sinkt. Die Zinsen für Kredite steigen. Der Direktor des Kiel Instituts für Weltwirtschaft Stefan Kooths warnt vor einem weiteren Abstieg Deutschlands durch die bevorstehende rot-rot-grüne Regierung in Berlin.
picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen
Kiel. Sollten sich die Enteignungspläne der Linken in Berlin realisieren lassen, wird das eine negative Wirkung auf ganz Deutschland haben und Investitionen in die Infrastruktur einbrechen lassen. Damit rechnet der Direktor der Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum am Institut für Weltwirtschaft in Kiel, Prof. Stefan Kooths. Im Fall von Enteignungen würden vor allem internationale Investoren Deutschland meiden, so Kooths im Gespräch mit dem Monatsmagazin Tichys Einblick.
„Das berührt die Standortqualität insgesamt. Wir sind mittlerweile im internationalen Wettbewerbsfähigkeitsranking auf Rang 23 abgerutscht“, so Kooths. Hoch bewertet würden von ausländischen Investoren immer noch die Rechtssicherheit in Deutschland, die erheblichen Schaden nehmen werde. „Jeder Investor sollte sich darauf verlassen können, dass die Vermögenswerte, die er in Deutschland erwirbt, nicht vom Staat ohne sachlich zwingende Gründe eingezogen werden.“
Mit der Enteignung gingen zudem die Sicherheiten für Kredite verloren, weshalb Kooths mit steigenden Zinsen rechnet. „Mit der Vergesellschaftung entfallen die Grundpfandrechte, mit denen bislang die Kredite der Wohnungsunternehmen bei den Banken besichert sind. Zusammen mit dem Vermögensschnitt erhöhen sich dadurch die Kreditrisiken. Das hat höhere Zinsen zur Folge, weil Banken künftig damit rechnen müssten, dass zumindest bei größeren Immobilienbeständen eine weitere Vergesellschaftung droht“, erklärt Kooths.
Der Ökonom sieht die Gefahr, dass auch andere Infrastrukturinvestitionen betroffen sein könnten. „Hier wird ja von politischer Seite immer darauf abgestellt, dass es sich um etwas ganz Besonderes handelt, etwa mit dem Satz, Wohnen sei kein Gut wie jedes andere. Das könnte man genauso gut für die Elektrizitätsversorgung und für weite Teile der Verkehrsinfrastruktur sagen“, so Kooths. „In diesen Bereichen sollte Deutschland eigentlich verstärkt privates Kapital anziehen. Es wäre aus volkswirtschaftlicher Sicht sehr wünschenswert, wenn es gelänge, stärker als bisher private Investoren für den Ausbau der Infrastruktur zu gewinnen. Die würde man durch eine Wohnungsenteignung wie von der Linkspartei geplant natürlich verschrecken.“


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