Im Sommerinterview mit Maximilian Tichy spricht Helmut Markwort, Focus-Gründer und FDP-Urgestein, über den Zustand Deutschlands, den Verfall der Medienlandschaft und die gefährliche Realitätsverweigerung in der Berliner Politik. Mit der Erfahrung von 90 Lebensjahren weiß er, warum das Vertrauen in den Rechtsstaat schwindet und was sich in der Justiz sofort ändern müsste.
„Der Journalismus heute ist oft nur noch reißerisch und klickgetrieben – wir brauchen wieder mehr Fakten.“ – Helmut Markwort im Sommerinterview bei Tichys Einblick.
Helmut Markwort, Focus-Gründer und FDP-Urgestein, empfängt Maximilian Tichy in seinem Garten in München. Mit der Erfahrung von 90 Lebensjahren blickt er auf eine Politik, die sich immer weiter von der Lebensrealität der Menschen entfernt und auf eine Medienlandschaft, die droht, ihren Kompass zu verlieren.
Markwort über die heutige Presselandschaft: Die massive Konzentration der Medienmacht, bei der mittlerweile ein Großteil der Zeitungen unter dem Dach der Funke-Gruppe steht, verändert das Wesen der Berichterstattung. Er warnt vor einer Entwicklung, in der Klickzahlen wichtiger werden als journalistische Tiefe und handfeste Fakten.
Markwort blickt mit großer Skepsis auf die SPD unter der Führung von Lars Klingbeil und Bärbel Bas: Ihn erschreckt das dortige Menschenbild, das Erfolg mit Neid begegnet, statt Leistung anzuerkennen.
Zur Debatte um die „Brandmauer“ bezieht er klar Stellung: Er hält den Begriff für „albern“ und ist überzeugt, dass diese Mauer im Osten fallen wird, nicht im Bundestag.
Ein zentrales Thema bleibt die Sicherheit in Bezug auf die immer stärker wachsende Gefahr des Islamismus: Nach aktuellen BKA-Zahlen sind von 492 Gefährdern 410 aus dem islamistischen Spektrum. Dass diese Realität politisch oft anders dargestellt wird, hält Markwort für gefährlich.
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„Besonders perfide ist, wie das grundlegende Prinzip, ohne das eine Demokratie keine ist, mit der Begründung außer Kraft gesetzt wird, das sei nötig zur Sicherung eben jener Demokratie: Die Erklärung von Opposition zu Demokratiefeinden, die Brandmauer und der Ausschluss von Kräften, die nicht ins eigene Weltbild passen – all das ist nichts anderes als Konkurrenzschluss. Und damit ein Todesstoß für echte Demokratie. Das alles ist überhaupt nicht neu und umso trauriger ist es, dass wir wieder auf die gleichen Mistgabeln treten. Diesmal vor allem die Menschen im Westen, weil sie keine Impfung gegen diese Hütchenspielertricks haben – während viele im… Mehr
Die Brandmauer schützt die AfD vor politischer Kontamination. Sollte die AfD mit der Union koalieren, müsste ich mich künftig zu den Nichtwählern zählen.
Die Hoffnung lebt. Das ist gut.
Nur, wenn die CDU mit wem auch immer an die Macht kommen kann, warum sollte sie dann in einer blau-schwarzen Koalition den Juniorpartner spielen?
Mir fehlt der Glaube an diese Selbstlosigkeit. Ebenfalls ein gefährlicher Präzedenzfall für andere Länder und den Bund.
Wer mit den herrschenden Parteien unzufrieden ist, sollte nicht auf ihren Gesinnungswandel hoffen, sondern sie einfach nicht mehr wählen. Dann kann die Brandmauer stehen, bis sie verwittert.