Der nächste Weltmarktführer ist pleite

Nach 100 Jahren muss ein weiterer Traditionsbetrieb Insolvenz anmelden: Die Eliog Industrieofenbau GmbH aus Römhild in Thüringen kann ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Jetzt wird ein Investor gesucht.

IMAGO / HMB-Media
Karlotta Gruendobler: Geschaeftsfuehrende Gesellschafterin ELIOG Industrieofenbau, versucht in hart aber fair Moderator Louis Klamroth die wirtschaftliche Problematik der Situation Deutschlands zu erläutern.

Kunden reduzieren oder verschieben ihre Aufträge. Deshalb hat das zuständige Amtsgericht in Meiningen dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung stattgegeben und einen vorläufigen Sachwalter bestellt.

Die Löhne und Gehälter der 74 Mitarbeiter sind bis einschließlich Juni durch die Zahlung von Insolvenzgeld gesichert. Was danach passiert, ist völlig unklar. Derzeit läuft der Geschäftsbetrieb des Maschinenbauers noch weiter. Ziel ist die Sanierung mithilfe eines Investors.

Aber ob das gelingt, steht in den Sternen.

Seit 1924 fertigt Eliog elektrische Industrieöfen. In Düsseldorf gegründet und im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, zog der Betrieb 1943/44 nach Römhild im heutigen Thüringen. In der ehemaligen DDR hieß die Firma „VEB Elektro-Industrieofen- und Gerätebau“. Die familiengeführte Rupprecht-Gruppe übernahm das Unternehmen im Jahr 2011. Zuletzt kam man auf einen durchschnittlichen Jahresumsatz in Höhe von etwa acht Millionen Euro.

Stellenabbau überall

In der Schlüsselbranche der deutschen Industrie setzt sich damit der Stellenabbau fort. Ende 2025 haben im Maschinen- und Anlagenbau noch etwa eine Million Menschen gearbeitet – das sind 22.000 weniger als 2024, was einem Rückgang von 2,2 Prozent in nur einem Jahr entspricht.

Nach Angaben des Branchenverbands VDMA geht der Abschwung ungebremst weiter. Es gibt immer mehr Insolvenzen. Das trifft auch andere Branchen: Die Unternehmensberatung EY hat errechnet, dass Deutschlands Industrieunternehmen im Laufe des Jahres 2025 mindestens 124.100 Jobs gestrichen haben, das sind 2,3 Prozent aller Stellen. In 2024 waren schon bereits 56.000 Stellen weggefallen.

Am schlimmsten trifft es die Automobilindustrie. Dort sind allein im vergangenen Jahr fast 50.000 Jobs verlorengegangen. Das sind erschütternde 6,5 Prozent.

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Kommentare ( 6 )

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roffmann
25 Minuten her

8 Millionen Umsatz bei 74 Mitarbeitern , macht pro Nase 108.000 € Umsatz pro Jahr Brutto inc. Mwst. Netto = 6 723.000€ . Ob das ausreicht ? mögen andere Beurteilen .

ceterum censeo
38 Minuten her

Ziel ist die Sanierung mithilfe eines Investors.“ Wer Geld verbrennen will, kann ja als Investor in D auftreten. Ansonsten, wenn es um Geld verdienen geht, muss mit dem Klammerbeutel gepudert worden sein, hier noch Geld zu investieren. Ging auch schon bei Eterna nicht. Dutzende Fehlschläge werden folgen.

Juergen Kempf
55 Minuten her

So geht das wenn sich auf Mett-Mario verläßt.

Alf
1 Stunde her

Nach Angaben des Branchenverbands VDMA geht der Abschwung ungebremst weiter. 
Genau für solche Feststellungen brauchen wir einen Verband.
Sind wir doch nicht so larmoyant.
Das nächste Jahrzehnt der Reformen beginnt bald.
Wir brauchen Klatschhasen in Politik und Wirtschaft, die mediale Verblödung zur Beruhigung.
In anderen Teilen der Welt ist es viel schlimmer.
Merz: Siedlergewalt hat „noch nie dagewesenes Ausmaß“ erreicht.
Scheint so, daß es in Schland keine Gewalt gibt.
Die Koalition der Herzen hat alles im Griff.

U.S.
1 Stunde her

In der Abwägung zwischen deutschen Gesetzen und der Scharia ist die Scharia maßgeblich.

Insolvenzverwalter und Regierung müssen strikt sich an Scharia halten.

Heptamer
1 Stunde her

Was soll der Investor? Geld zur Sanierung geben, für Produkte, die nicht mehr gebraucht werden? Macht keinen Sinn.