Hans-Werner Sinn: „Machen Sie der Enteignung ein Ende“

Unschöne Aussichten: Hans-Werner Sinn glaubt, dass die EZB vier Prozent Inflation tolerieren wird: Deutschland befindet sich längst in einem inflationären Prozess und soll für dumm verkauft werden.

 

Der renommierte Wirtschaftsprofessor Hans-Werner Sinn hält es für möglich, dass die EZB bis zu vier Prozent Inflation pro Jahr im Euroraum toleriert, weil für sie die Interessen der EU-Krisenländer schwerer wiegen als die Interessen der Deutschen. Und die Vorbereitung für die große 4 laufen – die Enteignung der Sparer.

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Kommentare

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  • Cooper8

    Ich habe von Herrn Sinn noch nie gehört, dass er deutlich höhere reale Löhne in diesem Land fordert.
    Für ihn ist doch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit über Lohnmoderation oder Lohnsenkungen das wichtigste überhaupt. Herr Sinn begreift nicht, dass die Wettbewerbsfähigkeit ein relativer Begriff ist. Wenn ein Land seine Wettbewerbsfähigkeit steigert, dann muss mindestens ein anderes Land spiegelbildlich an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Alle Länder können auch nicht gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Eurozone steigern.
    In einer Marktwirtschaft müssen Unternehmen investieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Das werden Unternehmen aber nur dann machen, wenn sie mit einer steigenden Nachfrage rechnen können und die wiederum hängt von kontinuierlichen realen Lohnsteigerungen ab.
    Diese Zusammenhänge sind Herrn Sinn vollkommen unklar.

  • Cooper8

    Ein Austritt aus dem Euro würde den sowieso bereits sehr großen Schaden noch einmal für dieses Land deutlich vergrößern.
    Selbstverständlich haben die neoklassischen Ökonomen in diesem Land das Sagen. Schließlich sind doch praktisch alle Professoren an den Unis im Fach VWL neoklassische Ökonomen.
    Auch sämtliche Positionen in den Instituten und im Sachverständigenrat (Ausnahme Herr Bofinger) sind mit neoklassischen Ökonomen besetzt.
    Diese dogmatische Lehre wurde bereits mehrfach theoretisch widerlegt.
    Das ganze gegenwärtige Chaos und die völlig Konfusion wurde von den neoklassischen Ökonomen angerichtet.
    Herr Sinn versteht die Eurokrise nicht und kann sie auch nicht lösen. Das ist aus seiner neoklassischen Lehre heraus unmöglich.

    • florifcb0815

      Warum antworten Sie hier, wenn Sie nicht wirklich eine Antwort auf meinen Kommentar abgeben? Stattdessen spielen Sie 1001x die selbe Platte ab.
      Können Sie nicht wenigstens 1x einen Fehler eingestehen, nämlich, dass Sie Herrn Sinn hier verleumden. „Leute wie er“ haben nunmal nicht das Sagen, wie Sie hier behaupten. Hätten Leute wie er das Sagen, dann hätten wir keinen Euro mehr.

      • Cooper8

        Ich habe ihre Frage exakt beantwortet. Sie sind nicht in der Lage meine Antwort intellektuell zu verarbeiten, weil Sie das zugrunde liegende Problem nicht verstehen.
        Herr Sinn vertritt mit seiner neoklassischen Lehre eine theoretisch widerlegte Lehrmeinung, die die Eurokrise verursacht hat.
        Da die dogmatische Lehre von Herrn Sinn extrem begrenzt ist, ist er nicht in der Lage die Eurokrise zu lösen und einen Beitrag zu liefern, die Eurokrise zu lösen.
        Es ist reine Zeitverschwendung Herrn Sinn zu zuhören.

      • florifcb0815

        Auch durch Beleidigungen wird Ihr Beitrag nicht richtiger. Es ist natürlich reine Zeitverschwendung, auf Ihren Beitrag einzugehen, dennoch sage ich es Ihnen auch noch ein 3. Mal, diesmal auf Kindergarten-Niveau:
        SIE BEHAUPTETEN Leute wie Herr Sinn hätten das Sagen. Da Herr Sinn aber ein strikter Euro-Austrittsbefürworter ist, KÖNNEN „Leute wie Herr Sinn“ nicht das Sagen haben!!! Ist das so schwer zu verstehen?

      • Cooper8

        Glauben Sie einfach, was Sie wollen und basteln sich ihre Welt, wie sie ihnen gefällt.
        Ich weiß, dass die neoklassische Lehre in der EU/ Eurozone das Sagen hat.
        Diese dogmatische Lehre wurde bereits mehrfach theoretisch widerlegt.
        Herr Sinn gehört zu den neoklassischen Ökonomen!

      • Cooper8

        Das FAZ „Ökonomen“ Ranking für den deutschsprachigen Raum.
        Von den genannten Ökonomen sind nach meinem Kenntnisstand nur die Herren Bofinger und Flassbeck keine neoklassischen Ökonomen.
        Was haben Sie in den letzten zehn Jahren in den großen deutschen Medien von den beiden Herren gehört?
        Herr Flassbeck gehört zu den weltweit besten Ökonomen!
        Das Ranking ist objektiv betrachtet ein Witz.

        http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/f-a-z-oekonomenranking-2016-die-tabellen-14417392.html

  • shadman

    Wenn Sie sich da mal nicht täuschen. Die Inflation wird nämlich nicht nur durch eine höhere Nachfrage nach Konsumgütern bestimmt.

  • Thomas Mairowski

    Sehr geehrter Herr Tichy, sehr geehrte Leser,
    Herr Sinn macht auch sehr gute Vorträge. Einige kann man sogar auf youtube sehen.
    Ich hätte eine Frage zur dem Euro-Desaster:
    Wenn jetzt schon Länder anfangen, verzinsliche private Staatsschulden gegen unbefristete und zinslose Schulden gegen die EZB einzutauschen und Deutschland ein T2-Saldo von 800 Mrd. Euro hat, könnten wir dann nicht dasselbe machen?
    Also 800 Mrd. Euro ins Ausland überweisen, somit 800 Mrd. der eigenen Staatsschuld von über 2 Billionen Euro zurückkaufen? Dann wäre unser T2-Saldo auf Null. Unsere Staatsschuld wäre nur noch 1,2 Mrd Euro.
    Die EZB hätte 800 Mrd. Wuro an uns.
    Dann treten wir aus dem Euro aus.
    Wären wir Spanier, Griechen oder Italiener, würden wir natürlich den anderen in den Hintern treten bzw. im Unendlichen die 800 Mrd. zurückzahlen, also gar nicht.
    Aber wir sind Deutsche und sollten auch Deutsche bleiben und das heißt:
    Wir nehmen bei uns selbst 800 Mrd. Euro auf (dann in DM) und geben der EZB 800 Mrd. Euro. Unsere Staatsverschuldung ist dann wieder 2 Billionen Euro, so viel wie vorher auch.

    • Gernot Radtke

      Eine schöne (mafiöse?) Konstruktion wäre vielleicht, daß deutsche Unternehmen und Banken sich im Umfang von 1000 Mrd. bei nichtdeutschen Banken der Euro-Zone Geld leihen und dann möglichst viel von dem in der Euro-Zone einkaufen, was an werthaltigen Unternehmen, auch Immobilien, Gold und Edelsteinen etc. im Euro-Ausland noch vorhanden ist. Stekum. Wenn genug
      eingekauft ist (nur über Schulden, die am ‚Tag des letzten Euro-Gerichts‘ über die nationalen EZB-Konten gegeneinander saldiert werden), müßte Deutschland den Austritt aus dem Euro vollziehen. Alle Forderungen würden dann gegeneinander aufgerechnet, nur hielten dann die Deutschen keine griechischen Forderungs-Kalligraphien mehr (als Gegenwerte für tausende bis dato de facto verschenkte Audis und BMWs), sondern (hoffentlich) profitable europäische Unternehmen und Banken aus den ‚Schulden-Schurkenstaaten‘. Es ist ja nicht so, daß letztere überhaupt kein sonstiges Vermögen mehr hätten (z.T. sogar ein größeres pro Kopf als die Deutschen), sie wollen das, soweit es nicht geldlich ist, nur nicht rausrücken (‚umrubeln‘). Beim geldlichen Vermögen verweisen sie immer auf ihre leeren Taschen und machen virtuos auf armen Lazarus. Vielleicht könnte Deutschland so auch noch ein kleines Plus aus einer – unter Staatsgeheimnis laufenden – neuen Strategie machen, die den Schulden-Schurkenstaaten am Ende sogar noch eine lange Nase zu ziehen vermöchte.

      • Cooper8

        Die deutsche bornierte Arroganz siegt!
        Das ist schon 1945 gründlich schief gelaufen und wird auch heute wieder so sein!
        Deutsche Ignoranz über alles!
        Deutschland hat nichts aus seiner Geschichte gelernt und daran wird Europa erneut zu Grunde gehen.
        Es lebe die Einfalt!
        Reflektion ist heute so unerwünscht in diesem Land wie in den 30 er Jahren.

    • Cooper8

      Wie entstehen Target 2 Salden?
      Dazu die Erklärung der Bundesbank:
      https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Aufgaben/Unbarer_Zahlungsverkehr/TARGET2/TARGET2_Saldo/target2_saldo.html
      Herr Sinn versteht die Eurokrise nicht, weil das aus seiner theoretisch widerlegten neoklassischen Lehre heraus gar nicht möglich ist.
      Das zentrale Problem der Eurozone sind die zu niedrigen deutschen Löhne.
      Alle neuen Ersparnisse fließen in das Ausland (insbesondere in die Eurozone), um damit die Exportüberschüsse zu finanzieren.
      Das Ausland verschuldet sich gegenüber Deutschland permanent neu, spiegelbildlich zu den Exportüberschüssen.
      Das deutsche Geschäftsmodell ist nicht tragfähig und führt direkt in eine sehr große Finanzkrise.
      Um die Eurozone zu stabilisieren, müssen in Deutschland die realen Löhne deutlich steigen. Dann vermindern sich sukzessive die Exportüberschüsse und der Binnenmarkt wächst.

      • GustaveLeBon

        Genau das sagt aber Sinn in einem seiner Vorträge auf YT genau so wie Sie es formuliert haben!