Der ökosozialistischen Umbau: Die große Illusion der Bundesregierung

In einer Umfrage wünschen sich drei Viertel der Bundesbürger Reformen, jedoch nur ein Viertel glaubt daran, dass die Bundesregierung diese kurzfristig umsetzen wird. Vom Ende der ökosozialistischen Katastrophenpolitik ist jedoch keine Rede.

IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Es ist unbestritten: Deutschland braucht Reformen. Und zwar wesentlich mehr davon, als es während üblicher Konjunkturzyklen angesagt wäre. Ein Ende der Politik der offenen Grenzen, das Trimmen des Sozialstaats auf die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Bundesrepublik, eine breite Remigration von Menschen, deren Asylgrund zwar längst entfallen ist, deren sozialer Aufwand jedoch unverhältnismäßige und destabilisierende Ausmaße angenommen hat. Das sind nur einige der Reformen, die jetzt angesagt wären. Dass sich etwas ändern muss, sehen auch etwa drei Viertel der Bundesbürger in einer aktuellen Umfrage des ZDF-Politbarometers so.

Allerdings wären nur 25 Prozent bereit, Einschränkungen dafür in Kauf zu nehmen. 72 Prozent lehnen einen schmerzhaften Umbau des Staatsapparates und die Reduktion der Inanspruchnahme von Staatshilfen, Subventionen, Fördermitteln und Sozialleistungen kategorisch ab. Die Erwartungen sind also klar: Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Regierungstruppe sollen gefälligst die Probleme lösen, die zum Abbau der Wirtschaftsleistung führen. Allerdings darf ein solcher Reformprozess nicht zu persönlichen Einschränkungen führen: Alles soll so bleiben, wie es ist, und doch soll auf wundersame Weise alles anders, wohl auch noch besser werden.

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Dass die Rückkehr zur Marktwirtschaft, die Entgiftung der großen Zahl subventionierter Unternehmen aus der grünen Maschine und dem Rüstungssektor fraglos der einzige Weg hinaus aus der Krise wäre, wird aus dem öffentlichen Diskurs weitestgehend ferngehalten. Bloß keine kognitiven Dissonanzen riskieren: Der Bürger könnte schließlich fragen, in welches Missverhältnis von Aufwand und Nutzen sowie von Steuerleistung und wirtschaftlichem Ergebnis dies tatsächlich geraten ist.

Es ist ein offenes Geheimnis: Der deutsche Staatssektor wird als Ersatzarbeitsmarkt missbraucht, hunderttausende nutzlose Jobs entstehen auf Kosten der Privatwirtschaft, um das neue, immer weiter wuchernde Staatsgebilde tragfähig zu halten. Die Konsequenzen sind offensichtlich: Nettoinvestitionen sind ebenso wie die allgemeine Produktivitätsentwicklung in den negativen Bereich gefallen – das sagt mehr als tausend DIW-Analysen.

Ein Viertel der Befragten rechnet noch mit Reformen. Es ist müßig, überhaupt darüber zu sinnieren, da die Politik von Friedrich Merz ganz offensichtlich darin besteht, sich Zeit zu erkaufen. Zeit, um das große Projekt des Brandmauer-Parteienkartells doch noch zur Welt zu bringen: eine ökosozialistische Gesellschaft mit integriertem Zensur- und Kontrollapparat, einer Staatsquote jenseits der 60 Prozent, auf die wir inzwischen stramm zusteuern, sowie Steuersätzen jenseits von Gut und Böse, damit ja keine neue bürgerliche Gesellschaftskultur entstehen kann.

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Im Idealfall hätte man die Befragten darüber in Kenntnis setzen sollen, dass zur Erreichung des ökosozialistischen Umbaus nach einer Rechnung des DIHK die Wirtschaftsleistung in den kommenden zwei Dekaden um mindestens neun Prozent zurückgeführt werden müsste. Unter dieser Voraussetzung hätte eine Frage lauten können: Wollen wir tatsächlich einen gesellschaftlichen Prozess fortführen, der zwar eine wachsende Zahl von Subventionsjägern und Profiteuren bereichert, aber in die sichtliche soziale und ökonomische Verwahrlosung führt?

Dies wäre eine adäquate Frage im Angesicht des ökonomischen Verfalls des Landes gewesen.

Hier offenbart sich der eigentliche zivilisatorische Riss in Deutschland: Wir werden Zeugen des Aufstiegs eines anmaßenden, sich mit immer neuen Schulden aufblähenden Hyperstaats, der mit seinem Gewicht alles in die Tiefe reißen wird.

Reformen im gegenwärtigen politischen Design sind Unsinn. Sie dienen ausschließlich der Ablenkung der Öffentlichkeit vom wahren Hintergrund der Krise.

Das Motto in Deutschland lautet offensichtlich noch immer: „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.“ Eine fatale Irrung angesichts der fortschreitenden Deindustrialisierung im Land, die sich auf unterschiedliche Weise niederschlägt – zum Beispiel durch wachsende Arbeitslosigkeit, eine regelrecht lobotomisierte Produktivitätsentwicklung und Desinvestition.

Sollte es die grundsätzliche Strategie der schwarz-roten Koalition sein – und daran kann bis zum jetzigen Zeitpunkt kein Zweifel bestehen –, die Rückkehr zu marktwirtschaftlichen Prinzipien und zur klassischen Ordnungspolitik unter allen Umständen zu vermeiden, so ist sie im ersten Jahr unter Bundeskanzler Friedrich Merz vollständig aufgegangen.

Ein Problem, über das in Deutschland nur noch die wenigsten zu sprechen wagen, ergibt sich auf der kulturellen und gesellschaftlichen Ebene. Hier zeigen sich im Alltag die Schäden, die der politische Umbauprozess des Green Deal im Fundament der Gesellschaft angerichtet hat. Diese Schäden sind genauso wenig finanziell erfassbar wie die Zerstörung durch die unbegrenzte Migration. Es entstehen Probleme, die nicht mehr mit dem Scheckbuch aus der Welt zu schaffen sein werden.

Demoskopische Umfragen, die den Reformwunsch in der Bevölkerung nachzuweisen versuchen, kratzen also nur an der Oberfläche der tiefliegenden Probleme. Politische Fragedesigns sind in diesem Zusammenhang stets manipulativ und verdecken den eigentlichen Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Probleme systematisch. Nie ist von den wahren Kosten der grünen Transformation oder der Migration die Rede, wenn – wie im vorliegenden Fall – nach notwendigen Reformen gefragt wird.

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Friedrich Merz erweist sich in diesem Kontext als Zerstörer jener politischen Brücken, die eine Rückkehr zu gesellschaftlicher und wirtschaftspolitischer Normalität ermöglichen würden. In diese Strategie fällt auch der von seinem Finanzminister Lars Klingbeil organisierte Schuldenschlag gegen die Zukunft der Bundesrepublik, der jedes echte Reformprogramm in ein sozialpolitisches Fiasko überführen wird. Zu viele Familien und Hunderttausende von Unternehmen existieren inzwischen überwiegend durch staatliche Transferleistungen. Hier offenbart sich der eigentliche zivilisatorische Riss: der Aufstieg eines anmaßenden Überstaates, dem wir zweifelsohne beiwohnen.

Bislang ist es Friedrich Merz eindrucksvoll gelungen, mit wiederkehrenden Medienspielen, koalitionstaktischem Schattenboxen und Scheingefechten die Öffentlichkeit von dem wahren Hintergrund der ökonomischen Misere abzulenken. Man kann es auch so sehen: Das Duo Merz–Klingbeil hat mit Erfolg und sturer Gewissenlosigkeit das erste Jahr seiner Regierungszeit von der Uhr genommen. Für die Freunde der Freiheit ein verlorenes, ja ein dramatisches Jahr. Für die Anhänger des neuen Ökosozialismus, für Staatsgläubige und Feinde der Freiheit zweifelsohne ein Schritt nach vorne auf ihrem langen Marsch in eine verformte, immer schneller verarmende Gesellschaft.

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Kommentare ( 32 )

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Punti
2 Stunden her

Genau so! Denen, die den ganzen Spass bezahlen, die exorbitanten Renten, das überbordende Pflegeangebot, die Vollkasko-Krankenversorgung und das Jahr Minimalabsicherung im Fall von Arbeitslosigkeit am besten ganz streichen, um, ja was eigentlich? Neben Roosevelt kam auch der Urkommunist Eisenhower zu einer unmissverständlichen Einschätzung solchen Ansinnens: „Should any party attempt to abolish social security and eliminate labor laws and farm programs, you would not hear of that party again in our political history. There is a tiny splinter group of course, that believes you can do these things … Their number is negligible and they are stupid.” Leider ist die kleine… Mehr

Zhenmei Zutun
4 Stunden her

Den Elefanten erwähnen Sie nicht. Warum?

Auswanderer
4 Stunden her

Der ökosozialistische Umbau lebt doch nur von Subventionen und Korruption. Diese ganze Windkraft- und Solarindustrie ist doch auf diesem System aufgebaut. Und „grüner Stahl“ ist auch so ein Deppen-Projekt! Da soll Stahl produziert werden, den keiner kauft oder nur mit Subventionen gekauft wird. Hochprofitable Wirtschaftszweige werden mit Regulierungen überzogen, damit diese die Zelte abbrechen. Das Abitur wird verschleudert (sollte man vielleicht bei Amazon anbieten), damit jeder etwas studiert und das meiste davon braucht keine Volkswirtschaft in dieser Welt. Wenn man sich die Vertreter der Altparteien anschaut, dann bekommt man nur das kalte Grausen. Da war die Putzfrau beim Gabriel kompetenter!

Logiker
4 Stunden her

Ist hier eigentlich angekommen, dass der Majestätsbeleidigungs-Pragraph §188 StGB auf Initiative von Sachsen weitgehend geschleift wurde und nur noch die Auserwählten im kommunalen Bereich schützt?

Logiker
4 Stunden her

Merz und Klingbeil – einer allein kann ja gar nicht so bl@d sein…….

Ich nenne es die Symbiose der Unfähigen – bewußt gewählt von den Langzeitahnungslosen im Westen.

Beschwert Euch also nicht.
Ihr habt eine große Last auf Euch geladen.

Last edited 4 Stunden her by Logiker
Ohanse
4 Stunden her

Keine Sorge, es wird bereits besser. Täglich verlieren die Altparteien Wähler auf ganz natürliche Weise. Ganz sicher und nicht einmal so langsam, wie es scheint. Jedes Jahr eine gute Million. Und das sind Stimmenverluste, die nicht einfach durch etwa umkehrbare Wählerwanderungen entstehen. Diese Unterstützung ist endgültig verloren. Das Ende ist absehbar.

Last edited 4 Stunden her by Ohanse
Juri St.
4 Stunden her

Die Frage lautet nicht mehr, ob Merz scheitert. Die Frage lautet, wie teuer sein Scheitern noch wird.

Benedictuszweifel
4 Stunden her

Alles von der überwältigenden Mehrheit der Souveräne dieser Republik immer und immer wieder, frei und geheim, selbst gewählt. Jetzt faseln hier einige von Manager und Facharbeitern… Ich finde, jeder, der in einer Republik lebt, sollte sie zunächst kapieren. Die Bürger sind die alleinigen Chefs dieses Landes. Sie entscheiden Alles … und sind daher auch für Alles verantwortlich. Die große Menge wollte so lange und immer wieder Armut, Gewalt und Untergang. Und jetzt ist das halt da… Die Tragik für uns Alternative(!)-für-Deutschland – Wähler sofort nach Merkels „alternativloser“ Banken(!)-Rettung ist: Für uns eben auch.

Freigeistiger
5 Stunden her

Die eigentlichen zentralen Probleme: Migrations-, Energie- und Klimapolitik sowie die Abwendung von marktwirtschaftlichen Prinzipien, werden vom polit-medialen Komplex beharrlich ignoriert, weil sie von der AfD benannt werden und weil man eingestehen müsste, dass die Politik seit gut 10 Jahren völlig fehlgeleitet und destruktiv war und ist (einschließlich Corona-Politik). Stattdessen werden mit gigantischer Verschuldung der Staatsapparat aufgebläht, Löcher im ausufernden, bald unbezahlbaren Sozialsystem gestopft (über 750 Milliarden Euro bei ca. 500 verschiedenen Sozialleistungen), zig Subventionsmilliarden an Unternehmen ausgereicht, linksgrüne NGOs gemästet, das korrupte Kiewer Regime mit vielen Milliarden gepampert und die Aufrüstung Deutschlands vorangetrieben. Diese Aufzählung ist natürlich nicht vollständig. Weil… Mehr

Last edited 5 Stunden her by Freigeistiger
Ralph Martin
5 Stunden her

Zuerst braucht Deutschland eine dem Land zugeneigte Regierung.
Der Rest geht dann von alleine.

Last edited 5 Stunden her by Ralph Martin