Audi baut ein neues Werk in den USA, Georgia: Audi-Chef Döllner dankt Trump für die Unterstützung und erzürnt damit die Vorstände von VW-Betriebsräten, Gewerkschaften und SPD-Bundestagsabgeordneten. Dabei vergessen sie, dass sie das Abwandern der bedeutenden Industrie mitverantworten.
picture alliance / AP Photo/Mike Stewart | Mike Stewart
Da tut ein deutscher Automanager etwas, was seine Aufgabe ist, nämlich im Sinne des Fortbestandes seines Unternehmens zu handeln und schon fallen die Geier, die die eigene Industrie in die Pleite treiben, über ihn her. Audi-Chef Gernot Döllner hatte, wie es sich gehört, US-Präsident Donald Trump für die „Unterstützung und die großartige Gelegenheit“ gedankt, in Georgia ein neues Werk aufzubauen: „Wir planen, unsere größten und ‚premiumsten‘ SUVs hierher nach Macon zu bringen und sie hier zu produzieren!“
Vier Milliarden Dollar fließen in ein neues Werk in den USA. Dort sollen 4.500 Jobs entstehen und Anfang der 2030er-Jahre jährlich bis zu 200.000 Autos gebaut werden. Produziert wird dort, wo die Bedingungen günstig sind und ein möglichst guter Gewinn entsteht.
Das ist nunmal in Deutschland nicht mehr der Fall. Hier, auf der anderen Seite des Teiches, stehen Audis Abbaupläne. Bereits im März 2025 wurde ein „Abbau“ von bis zu 7.500 deutschen Stellen vereinbart, der vor allem indirekte Bereiche treffen soll. Audi bestätigte zugleich Investitionen von acht Milliarden Euro an den deutschen Standorten bis 2029. Es sind außerdem betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen – zumindest bis Ende 2033.
Allerdings fehlen für den Standort Neckarsulm mit rund 15.000 Beschäftigten weiterhin Perspektiven ab 2034. Bis Juni 2027 soll zwar ein Zukunftskonzept vorliegen. Doch die Tendenz ist klar und nicht überraschend: Neue Jobs in Amerika, weniger Stellen in Deutschland.
Das kann nur diejenigen überraschen, die absichtlich die Zerstörung der deutschen Autoindustrie vorantreiben und nun, da die Verwerfungen immer offensichtlicher werden, die Schuld bei anderen suchen. Energie und Rohstoffe exorbitant zu verteuern, sich immer verrücktere Regularien einfallen zu lassen, um sich dann über wilderes Fahrwasser zu beschweren, ist schon seltsam.
Empörung über Wahlkampfunterstützung für Trump, statt nötige Selbstkritik
Hier bietet sich Donald Trump als willkommener Punchingball an. Da ruft eine Daniela Cavallo laut dpa: „Etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie und dann tritt einer unserer obersten Konzern-Repräsentanten auf die Bühne und betreibt aktive Wahlkampfhilfe“. Die Dame ist eigentlich VW-Konzernbetriebsratschefin, geht übrigens mit rund 300.000 im Jahr nach Hause und schäumt auch gegen VW-Chef Oliver Blume, der sich „von einer höchst zweifelhaften politischen Figur, die gegen so ziemlich jeden unserer Unternehmenswerte verstößt, zur Marionette in dessen Propaganda-Show machen lassen“.
Sie wirbt gern mit ihrer italienischen Herkunft, hat aber außer hohlen Phrasen aus dem Phrasenautomaten der Transformations-Ideologie, Empörung, „klimaneutral“-Sprüchen und „Transformations“-Träumen nichts drauf. Selbst die Arbeit am Fließband erlebt hat sie nicht, steht dafür einer Armee von satten VW-Betriebsräten vor, mit denen China wieder eine eigene Autofabrik betreiben würde.
„Unternehmenswerte“ heißt für sie fünf Prozent mehr Geld, keine betriebsbedingten Kündigungen und natürlich in Hülle und Fülle Subventionen sowie Zölle auf chinesische Hybridautos. Sie warnt natürlich vor einem Aus des Verbrenner-Aus, dem grundsätzlichen Fallbeil für europäische Autohersteller. Sie hat im Aufsichtsrat kräftig am Elektrokurs von VW und damit am Niedergang mitgeschraubt, wundert sich jetzt darüber, dass sich die wirtschaftliche Vernunft anders ausrichtet.
Nicht viel mehr kommt von IG-Metall Chefin Christiane Benner. Nur „peinlich“ und „politisch inakzeptabel“ fällt ihr ein. „Audi-Chef macht Wahlkampf für Trump. Das ist eine Schande“ haut Isabel Cademartori raus, SPD-Bundestagsabgeordnete für Mannheim. Sie nennt sich „verkehrspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag“ und sagt: „Während Beschäftigte in Deutschland um ihre Arbeitsplätze bangen, verkündet Audi bei Trump Milliardeninvestitionen in ein neues Werk in Georgia. Der Audi-Chef tritt auf Trumps Wahlkampfbühne auf und bedankt sich bei ihm. Damit gibt der VW-Konzern Trumps Handelskrieg recht. Und er hilft mit, dass Demokratieabbau, Gewalt gegen Minderheiten und Korruption unkontrolliert weitergehen. Offensiv Wahlkampf für einen Autokraten zu betreiben, der einen Handelskrieg gegen Deutschland führt, ist ein neuer Tiefpunkt für den VW-Konzern. Das wird sowohl dem Wirtschaftsstandort als auch der eigenen Marke massiv schaden.“
Die deutsche Autoindustrie leidet unter der Politik und dem „Staatssystem VW“
Dem Wirtschaftsstandort Deutschland schaden erkennbar andere Einflüsse. Ein Hintergrund der neuen Audi-Fabrik sind die US-Einfuhrzölle. Sie kosteten Audi rund 1,2 Milliarden Euro im Jahr. Mit einer eigenen Fabrik will der Konzern diese Belastung verringern und seinen Absatz steigern. Die für Georgia vorgesehenen großen SUVs kommen zwar bisher aus Bratislava, doch die Signalwirkung ist eindeutig: Fast jeder investierte Euro fließt ins Ausland, während im Heimatland abgebaut wird. Dies, obwohl doch gerade der Bayerische Ministerpräsident Söder (CSU) das hohe Lied auf den bayerischen Standort geschwungen hat und gleichzeitig der Ingolstädter Autobauer das Feld räumt.
Allerdings liegt die Rettung nicht allein in der Flucht über den Atlantik. Die deutsche Autoindustrie wird zwischen zwei Mahlsteinen zerrieben: Auf der einen Seite eine Politik, die nach Leibeskräften das Aus der Autofabriken befördert – je schneller, desto besser – und auf der anderen Seite ein „Staatssystem VW“, in dem sich Managerbeamte, Betriebsräte sowie Politvertreter bequem eingerichtet und sich jahrelang die Taschen gefüllt und gegenseitig geschützt haben.
Mit solchen Figuren wird das nun endgültig nichts mehr. Sie sind Teil des Problems. Ausbaden müssen das die Beschäftigten an den Bändern in Ingolstadt, Neckarsulm und Zwickau – und alle in Familien, Geschäften und Gemeinden, Zulieferern und bei anderen Betroffenen.




Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Danke für diesen Artikel, in dem vieles genau auf den Punkt gebracht worden ist. Bei Volkswagen nennt man sie auch „Krawallo“, und ob an ihrer SÜDitalienischen Herkunft die Seilschaftenknüpferei, der leise Kontakt zu kriminellen Elementen und Aktivitäten oder doch etwas Anderes so erhebend sein soll, möchte ich gar nicht wissen. Für mich ist diese BR-Vorsitzende untragbar. Gewerkschaften sollten die Belange ihrer Arbeitnehmer vertreten, nicht Politik machen, als hätten sie ein allgemein gültiges Mandat. Davon verstehen sie nämlich offenbar nichts. Wer die wirtschaftlichen Grundlagen des Unternehmens umbaut (ich möchte nicht „zerstört“ sagen), um Produkte für einen im Wesentlichen künstlich geschaffenen Markt… Mehr
Allerdings mitverantworten sie nicht nur das Abwandern der maßgeblichen deutschen Industrie, sondern betreiben es seit Jahrzehnten proaktiv.
Ohne die sakrosankten Pensionsregelungen für Politiker könnte man den Volksmund zitieren, nachdem manch einer an dem Ast sägt, auf dem er sitzt.
Es widert mich an, wie hier die USA als Ideal dargestellt wäre, als hätten sie uns nicht seit zwei Jahrzehnten mit allen Mitteln die Wirtschaft ruiniert. Es widert mich so an, dass ich demnächst TE den Rücken kehren werden, wenn dieses unterwürfige Gewinsel nicht aufhört. Man will brechen.
Mittlerweile weiß doch auch der größte Depp, dass diese großen Firmen unter anderem aufgrund der falschen deutschen Energiepolitik nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können und deshalb, und auch wegen der hohen Zölle der falschen Freunde, ins Ausland gehen und es werden nicht die letzten Firmen sein. Aber das begreift man mangels Hirn in der deutschen Politik nicht. Die Regierungen der letzten 20 Jahre haben das einst so hoch entwickelte DE durch immer mehr inkompetente und hirnlose Politiker gegen die Wand gefahren und bilden sich vor lauter Naivität und Unfähigkeiten immer noch ein, DE wieder nach vorn zu bringen. Wir haben selten… Mehr
Naja. Ein Grund ist die Zollpolitik von Trump. Chinesische Konzerne bauen auch schon Fabriken in der EU, um EU-Zölle zu umgehen.
Aber diese mediale Aufregung hier, weil der Audi-Boss es bei einer Wahlkampfveranstaltung von Trump gesagt hat, ist schon witzig.
Natürlich muss Audi dafür sorgen, dass sein Image in den USA gut ist, wenn es dort Autos verkaufen will.
WENIGSTENS EINER der deutschen Autobauer ist noch normal. Wir hatten glorreiche Zeiten an der Seite der USA. Das Verhältnis nach dem Krieg wechselte sehr schnell vom Besatzer zum Freund, zum Partner. Vor allem hatte man über Jahrzehnte ein gemeinsames Feindbild, den Sozialismus/Kommunismus. Der mit dem Fall der Mauer schon besiegt schien, sich seit einigen Jahren bei uns aber leider wieder breit macht. Schulsystem und Medien sind überwiegend linksversifft – da ist den Linken der Marsch durch die Institutionen zumindest teilweise gelungen. Da der Sozialismus aber vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht DIE Loser-Ideologie schlechthin ist, nie was auf die Reihe bekam… Mehr
Konzerne sind keine deutschen Firmen und sie sollten die höchsten Steuern zahlen! Ihre Verwalter dienen keinen deutschen Interessen und internationale Konzerne sollten ihre Steuern nicht dort zahlen wo es ihnen beliebt, sondern dort wo sie ihr Geld verdienen!
Was für ein Blödsinn. Neidisch auf die Leute, die lieber Dividenden erhalten, statt Steuern zu zahlen. Wer hindert Sie, sich Aktien zu kaufen? Das ändert den Blickwinkel. Raus aus der Stütze.
Ich weiß jetzt wirklich nicht, über was sich diese Gewerkschaftsbonzen so aufregen. Baut doch Audi in dem geplanten Werk die Autos, die die Deutsche Politik abgrundtief verachtet.
SUVs, und die auch noch mit großvolumigen Verbrennermotoren. Also quasi die Endgegner links-grüner Verkehrsbevormundungspolitik.
„Dabei vergessen sie, dass sie das Abwandern der bedeutenden Industrie mitverantworten.“ – Herr Douglas, verlangen Sie nicht zuviel. Das werden die Angesprochenen nicht begreifen können, nicht heute und nicht morgen. Dazu reicht es einfach nicht im Oberstübchen. Früher mal hat man sich über den dummen Proletarier echauffiert, diese Rolle haben heute unsere Politiker. Das ist viel schlimmer, denn es liegt ja nicht am IQ. Es liegt an der intellektuellen Selbstkastration, an der Weigerung, das Hirn zu benutzen. Diese Leute sind reif für irgendetwas Totalitäres, egal, welchen Namen das dann trägt. Sie wollen einfach die geistige Freiheit nicht, sie haben Angst… Mehr
Diese Amerika Hörigkeit ist wirklich das letzte.
England und USA haben schon in den 80ern den fairen Wettbewerb produzierender Nationen krachend verloren, sie können es einfach nicht.
Seitdem sind sie durch ihre Währung und Finanzmärkte im Prinzip zu Bankräubern mit Falschgeld geworden.
Selbst das hat nicht gereicht. Jetzt wenden sie offene Kriegs- und Mafia Methoden an, agieren unverhohlen als Wegelagerer. Und die Deutschen sind so gehirngewaschen dass sie dieser abstoßenden Mafia sogar noch Beifall klatschen.
Ach du lieber Vater, was für ein gequirlter Unsinn. Die USA, das wirtschaftlich und militärisch stärkste Land der Erde „kann es nicht“. Aber die „DDR“, de facto ein Drittweltland, technologisch mindestens 10 Jahre hinter dem Westen her hinkend, die „konnte“. Da dreht sich einem ja echt der Magen um. Als vermutlicher Ostbürger können Sie gar nicht beurteilen, wie das Verhältnis zwischen den USA und Westdeutschland war – über Jahrzehnte. Letzteres war damals nicht nur viel wohlhabender und geordneter, sondern (in einem positiven, unverfänglichen, international anerkannten Sinn) auch viel deutscher als das wiedervereinigte Schland mit seiner demnächst kommunistischen „Hauptstadt“ (würg!) und… Mehr