Das italienische Bahnunternehmen Italo plant ab 2028 den Einstieg in den deutschen Markt. Bahngewerkschaften und Konzernvertreter laufen Sturm gegen die drohende Konkurrenz. In wenigen Tagen soll die Bundesnetzagentur entscheiden, ob Hoffnung für Bahnreisende im ewigen Inferno des Staatskonzerns besteht.
picture alliance / NurPhoto | Michael Nguyen
Konkurrenz belebt das Geschäft. Für Staatskonzerne wie die Deutsche Bahn jedoch bedeutet sie inneren Aufruhr. Kultiviertes internes Versagen wird offengelegt, wenn private Anbieter transparent und ohne Regulierung ihre im Wettbewerb gewonnene Stärke ausspielen können. Ein solches Szenario droht nun der Deutschen Bahn mit dem möglichen Einstieg des italienischen Konkurrenten Italos.
In zwei Jahren plant das private Unternehmen mit Firmensitz in Rom den Einstieg in den deutschen Fernverkehr. 3,6 Milliarden Euro wollen sich die Italiener ihre Expansion in den Norden kosten lassen. 30 hochmoderne Züge würden dann zunächst die profitabelsten Strecken des deutschen Schienennetzes bedienen.
Wer fragt eigentlich noch nach den Bedürfnissen der Bahnkunden? Nach leistungsgerechter Bepreisung, Pünktlichkeit und besserem Service? Geradezu lächerlich wirkt die Kritik von Bahnchefin Evelyn Palla, die davor warnt, dass der Einstieg Italos zum Austrocknen von Bahnangeboten auf dem Land führen könnte. War es nicht die Bahn selbst, die zuallererst unprofitable Bahnstrecken trockenlegte?
In Wahrheit herrscht blanke Angst davor, dass Bahnkunden tatsächlich klar werden könnte, wie träge, satt und dreist sich die Deutsche Bahn inzwischen ihres Monopols bedient hat. Italos dürfte vor allem mit dem unterinvestierten Schienennetz Probleme bekommen, mit der Infrastruktur, die in Teilen bestenfalls Schwellenland-Niveau erreicht. Grundsätzlich braucht Deutschland mehr Wettbewerb und privatwirtschaftliche Investitionen. Das übt Druck auf die Preise aus. Wir müssen wieder aus Sicht der Kunden denken und nicht länger die Privilegien derer verteidigen, die sich in Staatsmonopolen gemütlich gemacht haben.
Das Land befindet sich in einem sozial- und migrationspolitischen Abwehrkampf, der eben jene Ressourcen bindet, die nötig wären, um über Steuersenkungen die Privatwirtschaft wieder in die Lage zu versetzen, die Investitionswende anzugehen. Ein wachsender Anteil der Wirtschaftsleistung fließt in die Kanäle des Wohlfahrtsstaats und des sozialpolitischen Sedativums, das jede Initiative am Standort Deutschland erstickt. Ohne eine stärkere Rolle der Privatwirtschaft und ohne eine weitreichende, strukturelle Privatisierung wird es in Deutschland auf Dauer nicht mehr weitergehen.
Dass es sich bei der Deutschen Bahn um einen pathologischen Sanierungsfall handelt, ist eine Binsenweisheit. Der volkswirtschaftliche Schaden, den dieser Staatskonzern durch Verspätungen, ausgefallene Züge, verpasste Anschlüsse, geplatzte Meetings und zahllose weitere Folgekosten verursacht hat, lässt sich kaum beziffern.
Eigentümer der Bahn ist der deutsche Staat, der dafür verantwortlich ist, dass sich das Desaster dieses Unternehmens über Jahrzehnte hinweg akkumulierte – emblematisch für Staatskonzerne, die keinen Wettbewerb kennen: fehlende Investitionen, schlechter bis hin zu gänzlich fehlendem Kundendienst, miserable Qualität und eine Unzuverlässigkeit, die im Wettbewerb mit privaten Anbietern besonders deutlich zutage tritt. Dass nun mit Italos ein privater italienischer Konkurrent auf der deutschen Schiene mitmischen und der Deutschen Bahn Druck machen will, ist eine gute Nachricht. Fraglich bleibt jedoch, welchen Einfluss Politik, Gewerkschaften und andere Interessengruppen auf die Bundesnetzagentur ausüben werden, die offiziell über den Marktzutritt des Konkurrenten zu entscheiden hat.
Sollte Italos tatsächlich der Markteintritt gelingen, steht die Deutsche Bahn am Pranger. Jeder, der sich künftig ein Ticket der Konkurrenz kauft, wird erleben, wie tief der deutsche Wirtschaftsstandort selbst in jenem Bereich gesunken ist, der von der öko-sozialistischen Politik des Brandmauer-Kartells aus ideologischen Gründen besonders präferiert wird: dem öffentlichen Personenverkehr.
Rechnen wir also damit, dass im Hintergrund in hitzigen Runden zwischen Vertretern der Bundesnetzagentur, führenden Regierungsmitgliedern und Gewerkschaftsfunktionären bereits an einer Strategie gefeilt wird, die Weichen für die Italiener so zu stellen, dass sie am Ende ins Niemandsland führen. Nichts vertragen Sozialisten mehr als echten Wettbewerb – er führt ihr vollständiges Scheitern auf die Schlachtbank der öffentlichen Meinung.




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Der Beitrag kränkelt für mich an mehreren Fehleinschätzungen: 1) Italo Züge werden hier vor den gleichen Problemen stehen, wie Züge der DB oder Flixtrain. Ja ein frisch gebauter Zug ist angenehm und wird schonmal weniger anfällig für EIGENE technische Probleme sein. Aber technische Störungen des Zuges selbst sind ja nur ein µ der Probleme. Wenn eine Strecke blockiert ist wegen den Zügen vor dem Italo, wegen Signalstörungen oder Schienensu*ziden (2/Tag in Deutschland), dann wird der Italo Zug sich nicht einfach an den Problemen vorbeibeamen können. Sie könnten die hochentwickelten, perfekt gemanagten Shinkansen in Deutschland fahren lassen, es wäre die selbe… Mehr
Die Konkurrenz könnte besser sein und das fürchtet der gemeine Sozi wie die Pest, denn das bringt bei Erfolg sein Weltbild ins Wanken und der Spruch, Konkurrenz belebt das Geschäft ist ihm fremd und wer dann auch noch seine neue Nobelkarosse mit dem Attribut versieht, gebaut mit höchster Hingabe, steht im Widerspruch zur Denkart eines Genossen, der nur die Beschäftigung sieht und das Merkmal des Erfolges nicht kennt und das sieht man überall, wenn sich Sozialisten aufmachen, die Welt zu verbessern. Stellen wir uns einfach mal das unmögliche vor, daß es dann noch neue Transportmittel auf der Schiene gibt, die… Mehr
1. Das Unternehmen heißt Italo, nicht Italos.
2. Bin gerade auf Bahnrundreise in Italien und einfach nur begeistert. Klar, auch hier gibt es Verspätungen, aber recht selten und meist nur wenige Minuten. Die Regionalstrecken überlappen, so dass häufig mehrere Züge pro Stunde verkehren. Diese Züge sind gut frequentiert aber bieten auch ausreichend Platz. Und sie sind günstig. Von Bologna nach Florenz (100 km) 9,70. Ein DB-Ticket von Magdeburg nach Leipzig kostet 20,80.
Nicht zu vergessen Flixtrain. Bis jetzt fahren sie ja mit den ausgeleierten Schnellzugwagen der DB aus den 70ern. Wollen aber in modernes Rollmaterial investieren. Hätte man im Artikel ansprechen können.
In nur 50 Jahren seit 1860 wurden 50.000 km Bahnstrecken inkl Bahnhöfe und Infrastrukturen dem Nichts heraus geschaffen. Heute können wir froh sein, wenn in dieser Zeit ein einziger Bahnhof (S) erneuert wird.
Privatisierung des Schienennetzes … danach Privatisierung des Straßennetzes. Ist es nicht vergleichbar heruntergekommen?
Konkurrenz führt nicht automatisch zu einem höherwertigen Angebot. Hochwertige Angebote sind nicht das Ziel von anbietenden Marktteilnehmern, sondern maximierte Gewinne. Bestes Beispiel und mit der Situation im Zugverkehr gut zu vergleichen: Der Luftverkehr bzw. der Eintritt der sog. „Billigflieger“ allen voran Ryanair, in den Fluggastverkehr. Man kann beim besten Willen nicht behaupten, dass das Angebot dadurch „besser“ wurde. Billiger: Ganz sicher. Ist das aber „besser“? Ich bin selbst 2008 mit Ryanair für 10 Cent (!) von Berlin nach Rom geflogen, mit Nebengebühren 20 Euro, was schon damals lächerlich war. Der Caffe Macchiato auf der Piazza Navona war danach fast genauso… Mehr
Nach Berlin kommt man problemlos mit der ODEG. Wenn man in Potsdam aussteigen will, hat man manchmal ein Problem.
Also alles so lassen, wie es ist?
Das „Kartell aus Politik und Gewerkschaften“ ist die Garantie, dass es weiter bergab gehen wird.
Mag sein, aber bitte nicht so, wie es in England abgelaufen ist. Chaos pur.
Doch eine Debatte über die Privatisierung des Schienennetzes ist überfällig.
KI: „Die Deutsche Bahn übernahm ab 2007/2008 mit Laing Rail und Arriva große Teile des britischen Schienenverkehrs. Im Jahr 2024 verkaufte der DB-Konzern seine gesamte britische Verkehrssparte (Arriva) jedoch wieder an den Investor I Squared Capital. Die DB ist vor Ort aktuell nur noch im Güterverkehr via DB Cargo UK aktiv. [1, 2, 3, 4] Die Deutsche Bahn (DB) hat mit dem Kauf, dem Betrieb und dem anschließenden Notverkauf von Arriva schätzungsweise mehr als 2 Milliarden Euro an Steuer- bzw. Staatsgeldern verloren. [1, 2] Da die DB ein hundertprozentiges Bundesunternehmen ist, treffen alle Verluste und Abschreibungen indirekt den deutschen Steuerzahler… Mehr
Ja, ein weiterer Artikel in einer langen Reihe, in der der Autor zeigt, wie sehr er Deutschland verachtet und in seiner ideologischen Verblendung wünscht, dass es dort schlechter geht.
Sehr geehrter Herr, Sie scheinen Deutschland mit deutscher Staat zu verwechseln. Und falls man nicht zu den Transferempfängern zählt oder beim Staat arbeitet, gibt es an diesem Staat tatsächlich wenig Liebenswertes aber umso mehr Verachtenswertes.
Aha. Und sie verwechseln offensichtlich die Wirtschaft, über deren Niedergang der Autor immer gerne schreibt mit dem Staat. Sie haben offensichtlich noch nie in einem anderen Staat gelebt, der kein Rechtsstaat ist, wie Deutschland. Dort kann man ganz schnell, wenn der Potentat es möchte angeklagt werden, sein Vermögen, seine Freiheit verlieren. Auch um vieles anderes beneiden uns viele Länder – Presse- und Meinungsfreiheit usw. Ich habe vor Leuten, die Deutschland verachten und lieber in einer Autokratie leben wollen, in der Minderheiten unterdrückt und nur die eine Meinung zulässig ist nichts übrig. Sie sind geschichtsvergessen und wollen offenkundig eine Wiederholung des… Mehr
Zum Glück haben wir ja ThomasP1965 und Helmfried den High Performer mit gelbem Helm.
Tja, im Gegensatz zu manchem habe ich, nicht im Staatsdienst, kein Erbe, aus eigener Kraft geschafft zum Millionär zu werden. Und wohl kaum durch Glück, sondern schlicht durch Arbeit und Anstrengung. Ich habe mich im Gegensatz zu vielen nicht in Larmoyanz geübt und immer irgendwelche Sündenböcke oder Minderheiten gesucht, auf denen ich rumhacken kann, um mein Versagen zu kaschieren, sondern habe angepackt. Außerdem habe ich es nicht nötig den Kopf in den Sand zu stecken vor der Realität und keine Angst davor mich auch mit andere Weltsichten zu konfrontieren. Nur traurig ist … hier sind so wenig Wissen, Geist oder… Mehr