Börse: Versöhnliches Quartalsende

Der Dow schaffte einen versöhnlichen Ausklang einer turbulenten und durch den Karfreitag verkürzten Handelswoche mit einem Plus von 2,42 Prozent. Für den Monat März jedoch ergibt sich ein Verlust von fast vier Prozent.

© Bryan R. Smith/AFP/Getty Images

Der Dow Jones Industrial Index hat am Donnerstag trotz spürbarer Kursaufschläge seine beeindruckende Serie von neun Quartalsgewinnen in Folge beendet. In der Dreimonatsbilanz steht ein Minus von rund 2,5 Prozent zu Buche. Eine längere Serie war dem US-Leitindex zuletzt zwischen 1995 und 1997 mit elf Gewinn-Quartalen gelungen.

Der Dow schloss am Donnerstag also in einem weltweit freundlichen Marktumfeld – um 1,07 Prozent höher bei 24.103 Punkten. Die Ängste vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China scheinen nachzulassen, da beide Seiten signalisierten, an einer Lösung des Streits interessiert zu sein.

Damit schaffte der Dow einen versöhnlichen Ausklang einer turbulenten und wegen des Karfreitags verkürzten Handelswoche, die mit einem Plus von 2,42 Prozent endete. Für den Monat März jedoch ergibt sich ein Verlust von fast vier Prozent.

Die zweite März-Woche markierte den neunten Jahrestag des Tiefpunktes des S & P 500. Kristina Hooper, globale Chefstrategin der Fondsgesellschaft Invesco, geht davon aus, dass der 2009 begonnene Bullenmarkt auch einen zehnten Jahrestag erleben wird. Allerdings rechnet sie nun mit deutlich größeren Turbulenzen und bescheideneren Renditen, da die Bewertungen weitgehend ausgereizt oder überreizt sind, die Normalisierung der Geldpolitik in den USA fortschreitet und der Protektionismus um sich greift. Besondere Sorgen bereiten ihr die handelspolitischen Pläne der Trump-Regierung. „Dies könnte den Beginn neuer internationaler Zollkriege markieren“, meint Hooper.

Versöhnlich endete die Börsenwoche für den Deutschen Aktienindex DAX. Charttechnisch liegen im DAX bei Fortsetzung der Erholung die ersten Widerstände bei 12.067 und 12.162 Punkten. Werden diese überwunden, folgen weitere Barrieren bei 12.232 und 12.489. Kann der Index auch diese nachhaltig überschreiten, liegen die nächsten Kursziele bei 12.722 und 12.951. Kommt es allerdings zu neuerlichen Gewinnmitnahmen und wird die Unterstützung bei 11.830 unterschritten, ist mit Kursverlusten bis zur Marke bei 11.480 und schließlich 11.415 sowie 11.403 Punkten zu rechnen. Bislang hat die bedeutende Unterstützungsmarke bei 11.830 Punkten auf Schlusstagesbasis gehalten.

Das Gefühl der Unsicherheit nimmt gleichwohl überall zu. Wer sich mit Aktien beschäftigt und im Handel aktiv ist, wird das bestätigen. Wirft man einen Blick auf gängige Instrumente, die die Schwankungsbreite messen, so wird das Bild klar: Der VDAX, ein Index, der die Kursausschläge des DAX verarbeitet, lag seit Anfang Februar so oft wie lange nicht nahe der 20-Punkte-Marke. In der Spitze erreichte das Fieberthermometer der Frankfurter Börse Anfang Februar einen Wert von 40. Während des gesamten Börsenjahres 2017 markierte die Schwankungsbreite des Leitindex lediglich im April Werte oberhalb der 20er-Linie und bewegte sich sonst in Größenordnungen, die halb so hohe Kursausschläge der 30 größten deutschen Unternehmen signalisieren. Die Gründe für das neue Börsengefühl sind bekannt: Trumps Zoll-Drohungen, die Facebook-Krise, die die US-Techaktien mit nach unten riss. Überdies erhöhte die Fed die US-Leitzinsen und wird es weiter tun — all das ist belastend für die Aktienkurse. Interessant: Die Ausschlagsspitzen des VDAX nahmen seit Anfang Februar kontinuierlich ab. Womöglich stabilisiert sich der Markt wieder — auf einem weit höheren Schwankungsniveau als 2017.

„Weg vom Öl!“ — dies ist nicht nur das Motto der Golfstaaten, wenn es um die Exporterlöse der Zukunft geht, sondern auch im Hinblick auf die Energieerzeugung für den Eigenbedarf. Am vergangenen Dienstag vereinbarten in New York Saudi-Arabiens umtriebiger Kronprinz Mohammed Bin Salman, auch „MBS“ genannt, und Masayoshi Son, Chef der japanischen Softbank, für 200 Milliarden US-Dollar das größte Solarkraftwerk der Welt zu bauen. Der sonnenreiche Wüstenstaat erzeugt bis heute seine Elektrizität zu fast 100 Prozent aus der Verbrennung von Erdgas und Öl. Das Projekt soll ab 2030 etwa 200 Gigawatt erzeugen und angeblich bis zu 100.000 Arbeitsplätze schaffen, in erster Linie für die von hoher Jugendarbeitslosigkeit geplagten Landeskinder des Kronprinzen.

Um die Kontrolle der Telecom Italia (TIM) ist ein zäher Kampf zwischen dem größten Anteilseigner, dem französischen Medienkonzern Vivendi, und dem US-Investor Elliott ausgebrochen. Der Hedgefonds, der inzwischen 5,7 Prozent Anteile an TIM eingekauft hat und die Vormacht der Franzosen infrage stellt, forderte weitreichende Governance-Änderungen bei TIM. Der Grund: Unter der Führung des französischen Mehrheitsaktionärs, der seit 2015 eine 24-prozentige Beteiligung an TIM hält, sei der Wert der Aktie stark gesunken. Interessenskonflikte und fehlerhafte strategische Beschlüsse hätten dem Telekomunternehmen schwer geschadet, betonte der Hedgefonds unter der Führung des US-Milliardärs Paul Singer. Dieser drängt auf eine Ausgliederung des Netzes aus dem Konzern und auf den Börsengang des ausgegliederten Unternehmens. Zudem will Elliott, dass TIM ihre Vorzugsaktien in Stammaktien wandelt. Eine Forderung, die vom französischen Vivendi-Konzern bisher immer abgelehnt, jedoch von der Regierung in Rom unterstützt wird.

Aus Protest gegen Elliotts aggressive Strategie räumten TIM-Verwaltungsratschef Arnaud de Puyfontaine und weitere sechs Mitglieder des Gremiums zunächst das Feld. Gleichzeitig wurde die für den 24. April angesetzte Hauptversammlung auf den
4. Mai verschoben. An diesem Tag soll ein neuer Aufsichtsrat ernannt werden. Mit dem Rücktritt der Vivendi-Aufsichtsratsmitglieder will Vivendi Elliotts Offensive stoppen, bei der Aktionärsversammlung am 24. April eigene Vertreter in den Verwaltungsrat zu entsenden.​

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Kommentare ( 3 )

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Im Grunde ist es doch so, dass die FED den Marktzinsen inzwischen hinter läuft. Sell in May and go away, scheint mir angebracht zu sein.

Wer wird eigentlich in der Zukunft in ein Land investieren, das rasant negroider und muselmanischer wird, dessen Gesellschaft jeden Tag instabiler wird und dem Bruchpunkt immer näher kommt? Von Bildung und Infrastruktur möchte ich gar nicht erst reden. Unser sozi-ökonomischer Trend ist grauenhaft steil nach unten gerichtet. Am 24. Oktober gibt es die wohl letzte Chance ein stop-Schild aufzustellen! Auch bei den Grenzübergängen Ulm, Aschaffenburg und Hof.

Chinesen? Die können dann billig aufkaufen!