Das Gastgewerbe rutscht real auf den tiefsten Stand seit März 2022. Die Zahlen zeigen, was hohe Kosten, schwache Kaufkraft und politische Dauerlasten inzwischen aus Kneipen, Hotels und Restaurants gemacht haben.
picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
Das Gastgewerbe in Deutschland ist im März 2026 real auf den niedrigsten Stand seit der Coronakrise gefallen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der Umsatz kalender- und saisonbereinigt gegenüber Februar real um 2,2 Prozent, nominal um 1,3 Prozent. Gegenüber März 2025 lag das reale Minus sogar bei 5,2 Prozent. Nominal meldet die Statistik zwar ein Plus von 2,5 Prozent, doch gerade dieser Abstand zeigt die Lage: Auf den Rechnungen stehen höhere Beträge, in den Betrieben bleibt preisbereinigt weniger übrig.
Hotels und sonstige Beherbergungsbetriebe traf der Einbruch besonders stark. Ihr Umsatz sank im März gegenüber Februar real um 5,6 Prozent und nominal um 3,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag das reale Minus bei 4,2 Prozent. Auch die Gastronomie verlor im Jahresvergleich deutlich: Restaurants, Cafés und Kneipen setzten real 5,7 Prozent weniger um als im März 2025.
Damit ist die Branche wieder dort angekommen, wo sie nach den Corona-Eingriffen eigentlich nie wieder landen sollte. Nur diesmal braucht es keinen Lockdown. Hohe Energiepreise, steigende Personalkosten, teure Lebensmittel, Bürokratie und schwache Kaufkraft reichen aus, um die Gasträume leerer und die Kalkulationen enger zu machen.
Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Der DEHOGA meldete schon zum Jahresanfang eine schwache Stimmung in der Branche. In einer Umfrage nannten 75,2 Prozent der Betriebe Personalkosten als größtes Problem. Es folgten Bürokratie mit 67 Prozent, Energiekosten mit 65,7 Prozent und Kosten für Lebensmittel und Getränke mit 64,6 Prozent. Nur rund jeder fünfte Betrieb blickte optimistisch auf die eigene Geschäftsentwicklung.
Die Rückkehr der ermäßigten Umsatzsteuer auf Speisen zum 1. Januar 2026 sollte Entlastung bringen. Für Speisen gilt wieder der Satz von sieben Prozent, Getränke bleiben bei 19 Prozent. Die Bundesregierung verkauft das als Stärkung der Gastronomie. Für viele Betriebe kommt diese Maßnahme spät, und sie beseitigt keinen der strukturellen Kostentreiber, die ihnen seit Jahren die Luft nehmen.
Parallel steigt der Druck auf dem Arbeitsmarkt. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit Januar 2026 bei 13,90 Euro und soll 2027 auf 14,60 Euro steigen. Wer in der Gastronomie arbeitet, soll anständig bezahlt werden. Aber ein Staat, der immer neue Vorgaben erlässt und gleichzeitig die wirtschaftliche Basis der Betriebe schwächt, treibt am Ende genau jene Arbeitgeber in die Enge, die er angeblich schützen will.
Die Insolvenzzahlen zeigen, wie weit die Krise bereits reicht. Creditreform spricht von einer Dauerkrise der Gastronomie. Seit 2020 meldeten mehr als 11.000 Gastronomie-Unternehmen Insolvenz an. Allein 2025 stieg die Zahl der Pleiten um 29,6 Prozent. Zusätzlich verschwinden viele Betriebe ohne großes Insolvenzverfahren vom Markt.
Das trifft nicht nur Unternehmer. Es trifft Ortskerne, Innenstädte, Vereine, Familienfeiern, Stammtische, Hotels in der Fläche und Gasthäuser auf dem Land. Wenn ein Lokal schließt, verschwindet ein Stück Alltag. Wenn ein Hotel aufgibt, verliert eine Region touristische Substanz. Wenn immer mehr Betriebe nur noch mit reduzierten Öffnungszeiten arbeiten können, wird aus wirtschaftlicher Schwäche schleichend kulturelle Verarmung.
Das Gastgewerbe ist Teil der bürgerlichen Ordnung. Es lebt von Eigenverantwortung, Arbeit, Familie, regionaler Verwurzelung und persönlichem Risiko. Gerade diese Betriebe werden seit Jahren mit politischen Zusatzlasten überzogen, während der öffentliche Apparat weiterwächst und seine eigenen Kosten an Steuerzahler, Kunden und Unternehmen weiterreicht.
Die März-Zahlen sind deshalb mehr als eine schlechte Monatsmeldung. Sie zeigen eine Branche, die trotz Steuersenkung real weiter abrutscht. Wer Restaurants, Kneipen, Hotels und Gasthöfe erhalten will, muss die Belastungen senken, Bürokratie abbauen und den Bürgern wieder mehr Kaufkraft lassen. Sonst bleibt am Ende von der deutschen Gastlichkeit nur noch ein teures Erinnerungsstück.

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Wer sich vielleicht beim Lesen des Artikels fragt, warum die Absenkung der Umsatzsteuer auf 7 % im Gastgewerbe nur für Speisen aber nicht für Getränke gilt, der sollte beim nächsten Einkauf einmal auf seinen Kassenbon schauen. Also zumindest wenn er neben Lebensmitteln auch Getränke gekauft hat. Was ihr zuerst absurd klingt, ist quasi nur die Spiegelung dessen, was man auch im Supermarkt erlebt. Getränke haben in aller Regel einen Umsatzsteuersatz von 19 %. Nicht 7 %. Und ja, das ist selbstverständlich absurd. Mit Logik in irgendeiner Form hat das Umsatzsteuergesetz schon lange nichts mehr zu tun. Das Umsatzsteuergesetz ist im… Mehr
Bei den Preisen und der massiv abnehmenden Qualität der Restaurants sehe ich absolut gar keinen Grund irgendwo hinzugehen.
Es ist eher so, dass Überangebot an Restaurants, Hotels und sonstigen Herbergen wird auf ein gesundes Maß runtergestützt.
In Wahrheit liegt es wohl schlicht daran, dass die geforderten Preise nicht mehr der Qualität der Speisen entsprechen. Man zahlt in allenfalls durchschnittlichen Restaurants heutzutage für einfachste Kost soviel, wie vor zwanzig Jahren im besten Haus am Platz. Und den Getränkeverkauf will man auch vollends zerstören, verlangt für eine schnöde Cola 0,3L zu gerne 4€ aufwärts. Was bekommt man als Gast? Convenienceküche aufgewärmt und Service unterster Liga. Bei den Preisen müsste jeder Tisch seinen eigenen Restaurantfachmann auf Abruf parat haben. Die Branche ist wie das Land selbst, sie hat den Anschluss verpasst, bemüht sich nicht um die Gäste und keiner… Mehr
ich werfe hier mal einige Gedanken als Business-„Insider“ ein….. ein ganz wesentlicher Punkt der Misere gerade im Gastronomiebereich sind die absurd hohen Getränkepreise,die sich aus den Brauereiverträgen ergeben. Gewinn wird in Gaststätten und Restaurants nicht mit dem Essen,sondern mit den Getränken gemacht und wer meint,er könnte kein 0,33 Bier unter 3,50-4Euro verkaufen,der sollte sich nicht wundern,das er keine Kunden sieht. Das alles,wie gesagt,hat wenig mit den hohen „Gehältern“ zu tun,da zumal bei der individuellen Gastronomie ohne Schwarzarbeit eh so gut wie keine Existenz mehr möglich ist. Ein weiterer Grund für konstant hohe Insolvenz Zahlen ist der traurige Fakt,das es zur… Mehr
Bei Corona die Umsätze hochgeschraubt um Ausfallhifen zu generieren. Wozu brauchen wir noch lästige Kunden ? Viele waren die eifrigsten Kontrolettis bei CORONA , wer darf rein , wer nicht ? Da haben sich manche so richtig wohl gefühlt ! Hier nur mit Maske oder TEST , oder beides . Man trifft sich und vergisst nicht . Kein Mitleid !
„Wenn ein Lokal schließt, verschwindet ein Stück Alltag. Wenn ein Hotel aufgibt, verliert eine Region touristische Substanz. Wenn immer mehr Betriebe nur noch mit reduzierten Öffnungszeiten arbeiten können, wird aus wirtschaftlicher Schwäche schleichend kulturelle Verarmung. Das Gastgewerbe ist Teil der bürgerlichen Ordnung. “ Alles Dinge, die der linken Allianz ein Dorn im Auge sind. Ziel ist der gesellschaftliche Umbau. Der Tradition, also dem Biergarten oder der Kneipe, wird der Kampf angesagt. Warum auch nicht? Der islamische Bazar ist aber auch sowas von bereichernd. Wie bereichernd wird man dann erneut sehen und hören, wenn im Sommer wieder die Schwimmbäder geöffnet haben. Es… Mehr
Bringt es etwas, auf dem Mindestlohn herumzuhacken? Was genau bekommt man für 13, 90 € denn noch? Da gibt es andere Preistreiber. Die stetig steigende Inflation wird dafür sorgen, daß immer mehr Bürger gerade auch in einem Bereich sparen, der zwar die Lebensqualität erhöht, aber am ehesten verzichtbar ist. Was vorher im Restaurant ausgegeben wurde, muß beispielsweise jetzt in die Zapfsäule investiert werden. Wessen Job wackelt oder schon weg ist, der wird wird sich am ehesten den Restaurantbesuch oder den Urlaub sparen.
Richtig. Am leichtesten spart es sich bei den Lokalbesuchen.
Das passt! Ich mache gerade Urlaub auf einer deutschen Nordseeinsel, auf der ich seit Jahren regelmäßig bin. Nie war es zu dieser Jahreszeit hier so leer. Viele Häuser stehen leer, in einer Feriensiedlung stehen gerade mal zwei(!) Autos und in Restaurants bekommt man problemlos einen Tisch. Die Geschäfte und Cafés sind auch nur mau besucht. UND: Die Fährbetriebe haben ein paar Fahrten gestrichen! Nach eigenen Angaben um den Kraftstoffverbrauch aufgrund der hohen Preise zu reduzieren. An mehreren Häusern stehen Schilder von Maklern, für meine Begriffe sind die Preise allerdings zu hoch. Der Niedergang ist hier sichtbar…
Genau! Und mehr Kaufkraft erhalten Bürger natürlich vor allem durch niedrigere Mindestlöhne, generelle Lohnzurückhaltung, mehr Eigenvorsorge für Krankheit, Rente und Pflege sowie eine möglichst kurze und geringe Absicherung im Fall von Arbeitslosigkeit.
Das Hauptproblem haben Sie übersehen: Viel zu hohe Steuerlast. Vom Gehalt gehen 60%ab (inkl. nachgelagerten Steuern) ab. Und wenn man fair ist, geht man vom Abeitgeberbrutto aus, dann gehen die Steuerabzüge eher gegen 70%.
In der Gastronomie sicher nicht. Wenn Sie da zum Mindestlohn anschaffen gehen und tatsächlich einen Vollzeitvertrag mit 37,5h ergattert haben sollten, dann beläuft sich Ihr Monatsbrutto auf ca. EUR 2150,-. In Steuerklasse I werden darauf EUR 124,- Lohnsteuer sowie ca. EUR 490,- Sozialabgaben fällig. Das entspricht einer Steuer- und Abgabenquote von ca. 26 Prozent, der Steueranteil liegt bei ca. 6 Prozent. Der AG-Anteil bei den Sozialabgaben liegt üblicherweise bei zusätzlich ca. 24 Prozent. Da kommen kumuliert ca. 40 Prozent raus. Selbst der Mindestlöhner hat also bereits eine höhere Steuer- und Angabenquote als der Kouponschneider, der mit 25 Prozent Flat Tax… Mehr
Ein Mindestlöhner in Deutschland bekommt ca. 11 Euro pro Stunde „auf die Kralle“, kostet seinen Arbeitgeber aber ca. 30 Euro pro Stunde. Das sind 30 Euro die der Mindestlöhner seinem Chef mindestens in die Kasse spülen muss, um überhaupt tragbar zu sein. Das muss man in der Gastro oder im Hotel erstmal schaffen. Oder aber man bleibt im Bett liegen und macht Grundsicherung…
Grundsicherung ist für Loser!
Unsere Regierung erarbeitet gerade einen lukrativen neuen Industriezweig: Die „Rückkehrprämie“ für Syrer soll auf 8000,- Euro erhöht werden, wie ich Focus Online entnehmen konnte. Als Rotationsmodell der Mega-Knaller, ich denke da wird sogar der Drogenhandel neidisch. Vor allem auch recht risikolos…
Die Rechnung würde ich aber zu gern einmal sehen. Das gerade in den niedrigen und mittleren Einkommensbereichen die Steuer- und vor allem Abgabenquote zu hoch ist, ist sicher richtig. Aber deshalb muss man ja nicht solch grotesken Unsinn verbreiten. Also, der Mindestlohn liegt derzeit bei 13.90/h. Das mach in Vollzeit mit 40h/Woche ca. EUR 2.300/Monat. Dazu kommen ca. 24 Prozent AG-Anteile an den Sozialabgaben, d.h. ca. EUR 550,-, in Summe ergibt das eine AG-Belastung von EUR 2.800,-/Monat oder ca. EUR 17,-/h.