Bundesregierung senkt Konjunkturprognose für 2026 deutlich

Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 wie erwartet nach unten korrigiert. Laut der am Mittwoch vorgestellten Frühjahrsprojektion wird nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. Im Januar hatte die Regierung noch mit einem Plus von 1,0 Prozent gerechnet.

picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Die Bundesregierung hat ihre Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland spürbar nach unten korrigiert. Wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung der Frühjahrsprojektion mitteilte, rechnet die Regierung für das laufende Jahr nur noch mit einem Wachstum von 0,5 Prozent. Im Jahreswirtschaftsbericht ging die Regierung noch von einem Plus von 1,0 Prozent aus.

Auch für das kommende Jahr bleibt die Perspektive verhalten: Das Bundeswirtschaftsministerium erwartet derzeit ein Wachstum von 0,9 Prozent für 2027. Die Inflation dürfte sich laut Projektion auf 2,7 Prozent in diesem Jahr und 2,8 Prozent im Jahr 2027 belaufen.

Geopolitische Risiken bremsen Erholung

Als Hauptgrund für die schwächere Entwicklung nennt die Regierung die angespannte geopolitische Lage. Insbesondere der anhaltende Konflikt im Nahen Osten – darunter der Krieg mit Beteiligung des Iran – habe zu steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sowie zu Lieferengpässen geführt. Diese Faktoren belasteten sowohl Unternehmen als auch private Haushalte.

Zugleich sieht das Ministerium zunehmende Risiken für den Welthandel. Protektionistische Maßnahmen und wachsende Fragmentierung der globalen Wirtschaft dämpften die Exportaussichten. Die deutsche Exportwirtschaft bleibe daher ein Schwachpunkt – auch wegen der sinkenden Wettbewerbsfähigkeit.

Binnennachfrage als Stütze

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zeigt sich die Regierung bei der Binnenwirtschaft vorsichtig optimistisch. Steigende Realeinkommen könnten den privaten Konsum stabilisieren, auch wenn die Kaufkraftverluste durch den Energiepreisschock noch nachwirken.

Zusätzliche Impulse werden von staatlichen Ausgaben erwartet. Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie fiskalische Maßnahmen sollen die wirtschaftliche Aktivität ankurbeln und insbesondere die Bruttoanlageinvestitionen stärken.

Berlin träumt wohl immer noch vom Aufschwung, den Merz und Klingbeil mit der Druckerpresse herbeizaubern. So verkauft die Bundesregierung ihr schuldenfinanziertes „Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität“ als Investitionsschub. Doch nur ein geringer Bruchteil dieses Geldes kommt überhaupt dort an, wo tatsächlich gebaut, saniert und modernisiert wird: in den Kommunen.

Wie das ifo-Institut ausgerechnet hat, wurden mit den Rekordschulden aus dem Sondervermögen fast nur Haushaltslöcher gestopft und nichts investiert. Stattdessen werden damit auf Pump alle Lieblingsprojekte finanziert, die sich das Land eigentlich gar nicht leisten kann.

Hohe Unsicherheit bleibt

Immerhin hat Berlin mit der Iran-Krise den Sündenbock für das eigene Versagen gefunden. „Die für dieses Jahr erwartete wirtschaftliche Erholung wird einmal mehr durch externe geopolitische Schocks ausgebremst“, sagte Reiche. Der Krieg im Iran treibe die Preise für Energie und Rohstoffe in die Höhe. „Das belastet die privaten Haushalte und erhöht die Kosten für die deutsche Wirtschaft.“

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hänge wesentlich von den Entwicklungen des Konfliktes im Nahen Osten ab und sei mit erheblichen Ungewissheiten verbunden. Zur Veranschaulichung dieser Unsicherheiten wies das Ministerium neben der Frühjahrsprojektion erstmals auch Szenarien mit Simulationen für eine wirtschaftliche Entwicklung unter alternativen Annahmen der Energiepreisentwicklung aus.

Die Frühjahrsprojektion macht deutlich: Der durch Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung erhoffte Wirtschaftsaufbruch bleibt aus. Schlimmer noch: Mit Steuern aus höherem Wachstum könnten die aufgenommen Schulden finanziert werden. Jetzt ist es umgekehrt: Die Merz-Schulden drohen das Land zu erdrücken.

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Kommentare ( 12 )

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Dieter Eichrodt
24 Minuten her

Nullkommafuenfprozent? Plus? Kann nicht ihr Ernst sein!

H. Hoffmeister
37 Minuten her

Hauptsache „Klimaschutz“, Weltsozialamt und Öffentlicher Dienst nebst Anhang sind durchfinanziert.

Urmeli
41 Minuten her

Andere Länder, andere Sitten:
Spanien wird 1 Milliarde Euro investieren, um zehn synchrone Kondensatoren zu installieren, um Netzstabilität zu gewährleisten.
Brauchen wir nicht.
Wird schon gutgehen.
Hauptsache das Binnen Klima beim Berliner Ringelreihen bleibt intakt.

DrMabuse
44 Minuten her

Bei lauter Nullen in der Regierung kann es auch kein Wirtschaftswachstum geben.
Null Plan, null Ahnung, null Gewissen und null Courage, das Markenzeichen unserer Regierung.
Das Einzige, was diese Nullen in Nadelstreifen zustande bringen, ist es, weitere Nullen an Deutschlands Schuldenberg zu hängen.

Peter Gramm
45 Minuten her

…“darunter der Krieg mit Beteiligung des Iran –“…schon richtig, Iran ist Beteiligter am Krieg. Iran wurde von den Zionisten in Israel und Ameriika überfallen. Fragt sich jetzt halt nur wo die Terroristen sitzen. Habe gerade bei Lanz einen CDU Politiker gehört wie er krampfhaft versuchte um das herum zu reden um was es in Nahost geht. – VÖLKERMORD – und Landraub in seiner übelsten Ausprägung. Das ganze Gerede über eine Zweistaatenlösung um die man sich permanentz bemüht ist doch nur Kokolores. Zu gegebener Zeit wird man erklären, die Zweistaatenlösung ist obsolet da die Palis kein Land mehr haben. Wir haben… Mehr

roffmann
49 Minuten her

Wachstum ist doch bääähhhh , belastet das Klima und der viel zu warme März und April signalisieren .,… wir brauchen mehr von WENIGER ! Die es sich leisten können sitzen auf ihren Edelterassen , lassen den lieben Gott einen guten Mann sein und genießen , was man ihnen noch nicht weggenommen ! Das sind die Guten !“

Ecke
54 Minuten her

Wetten, dass ein Wachstum von 0,5 Prozent nicht erreicht wird?

Rob Roy
1 Stunde her

„Geopolitische Schocks“ … ich kann diese Ausreden nicht mehr hören. Sicher, die gesamte Weltwirtschaft hängt kausal zusammen, aber dennoch ist es die Pflicht einer Regierung dafür zu sorgen, dass man nicht total abhängig wird.
Ereignisse wie Kriege und Konflikte, mit denen wir selbst nichts zu tun haben, sollten uns nicht so sehr schaden. Dass dies ist dennoch der Fall ist, beweist , wie unfassbar inkompetent und verantwortungslos unsere Politiker sind. Sie gefährden den Bestand unseres Landes.

barbara-luise
1 Stunde her

Nur zur Erinnerung: die Milchmädchenrechnung lautete, dass die MonsterSchulden mit dem erhöhten Steueraufkommen des darauf folgenden Wirtschaftswachstums bezahlt werden. Dass daraus nun nix wird und selbst das teuer gekaufte Wirtschaftswachstum ausbleibt, gönne ich den „Schlaubergern“ in Berlin von Herzen!

H. Hoffmeister
33 Minuten her
Antworten an  barbara-luise

Nicht vergessen, die verballern nicht ihr eigenes Geld sondern unseres.

norbertb783
29 Minuten her
Antworten an  barbara-luise

Dumm nur, daß die Netto-Steuerzahler – wir – die Leidtragenden dieser -Regierungs-Schlecht- und Minderleistung sind, die zukünftig diese Misere ausbaden und bezahlen müssen.

Antaam
1 Stunde her

Na logisch, woher soll denn Wachstum kommen. Ich weiß auch nicht, woher die Regierung den Optimismus nimmt, dass es steigende Reallöhne gäbe (wenn es überhaupt Steigerungen gibt), die so hoch sein werden, um die wirkliche Inflation wegstecken zu können. In welcher Dimension leben die Politiker und Weissager denn? Die wachsende Steuerlast tut ihr Übriges, das verfügbare Einkommen der Normalos zu schmälern. Das ist nur dummes Gerede. Wer hat denn geglaubt, dass die Zustände in der Infrastruktur in Deutschland geändert werden. Wenn man das angehen würde, bliebe ja nichts mehr für das 17. Bundesland übrig, für deren Krieg und deren Staatshaushaltes.… Mehr