„Demokratie und Diktatur“ – Warum die Ostdeutschen da keine Belehrungen brauchen

Volksaufstand 17. Juni 1953 und „friedliche Revolution“ 1989 stehen nicht für Diktatur-affin / Nationalgefühl nichts Rechtsextremes

„Und willst Du nicht mein Bruder sein…“. So lautete der Titel des ersten Bestsellers des britischen Historikers und Publizisten Timothy Garton Ash. Zwischen den Buchdeckeln sachlich-realistische Schilderung des Lebens in der DDR, des Alltags und der Repressionen unter der sozialistischen Diktatur der SED der späten 70er und frühen 80er Jahre. Jeder vollendet automatisch den Buchtitel mit dem dazugehörigen zweiten Teil des Satzes: „…dann schlag ich Dir den Schädel ein!“

In keinem Land des Sowjetimperiums war die Kontrolldichte des Regimes so perfekt und vollständig wie in der DDR. Garantiert wurde das von über einer Million hauptamtlichen und informellen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit, Hausbevollmächtigten der Volkspolizei, die mittels Hausbuch die Mieter und ihre sozialen Kontakte observierten und festhielten, Verantwortlichen der Massenorganisationen wie Jungpioniere, FDJ, GST, Deutsch-Sowjetische Freundschaft, Volkssolidarität, und somit jede Art von Spitzeln über das ganze Land und jeden Einzelnen.

Daß die SED einen solchen Überwachungsapparat brauchte, zeigt, daß der größte Teil der Deutschen in der DDR zu keinem Moment die Herrschaft der SED akzeptierte. In der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR wurde das stalinistische Terrorregime vom ersten Tag an repressiv durchgesetzt. Die Herrschenden konnten niemals mit der Zustimmung einer Mehrheit ihrer Untertanen rechnen. Die Verweigerung freier Wahlen und die Unterdrückung jeglicher Opposition ist kennzeichnend für die Illegitimität der SED-Diktatur – vom ersten bis zum letzten Tag.

Wer die Deutschen in der DDR als Dikatur-affin bezeichnet, wie gerade jetzt durch den „Ostbeauftragten” der Bundesregierung Marco Wanderwitz (CDU) geschehen, zeigt ein Ausmaß an Geschichtslosigkeit und Nichtwissen, das man nur als Arroganz der Dummheit und Beleidigung eines ganzen Teiles unseres Volkes sehen muß.

Mit dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 bewiesen die Menschen zwischen Elbe und Oder ein Maß an Mut und Freiheitswillen, daß sich jegliche Diffamierung der Ostdeutschen schon aus Gründen des Anstands verbietet. Die Volkserhebung wurde unter den Ketten russischer Panzer und durch Schüsse aus Maschinenpistolen blutig niedergeschlagen. Viele sind dabei ermordet worden, Tausende verschwanden für viele Jahre in den berüchtigten Zuchthäusern der DDR. Die Antwort darauf war die sogenannte „Abstimmung mit den Füßen“: Über 3,5 Mio Menschen flohen aus dem „Paradies der Arbeiter und Bauern“ allein bis zum Sommer 1961. Nur durch den Bau der Berliner Mauer und die Installierung eines Todesstreifens durch Deutschland, die jeden Fluchtversuch zum tödlichen Wagnis werden ließ, konnte die SED ihre Herrschaft sichern. Und trotzdem verging kaum eine Woche ohne Fluchtversuche. In der Bundesrepublik bis 1989 wurden über eintausend von der DDR-Grenztruppe ermordete Flüchtlinge registriert. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher sein, zumal die an den Grenzen sozialistischer Nachbarstaaten zum Westen Umgekommenen, sowie die in der Ostsee elendiglich Ertrunkenen nicht mitgerechnet sind. Zigtausende Jahre Zuchthaus wurden wegen Mitwisserschaft, Beihilfe zur Republikflucht oder wegen Fluchtversuchs selbst verhängt. Seit 1963 kaufte die Bundesrepublik Jahr für Jahr über 1.000 politische Gefangene gegen harte Devisen aus den Verließen der Staatssicherheit frei – Jahrespauschale: 130 Mio DM, ersatzweise Obst zur Weihnachtszeit, Ersatzteile für Maschinen und die Erfüllung von „Sonderwünschen“.

Ende der Aufarbeitungsinstitution
Die Stasi-Unterlagen-Behörde wird geschlossen: Der Letzte macht das Licht aus
Heute liegt ein Fundus von Berichten, Analysen, aber auch literarischen Zeugnissen über all das vor. Jeder, der will, kann es wissen. Nur an den Schulen der Bundesrepublik und in den öffentlich-rechtlichen Medien erfährt man darüber nichts. Nur der Bankrotterklärung der Zentrale in Moskau ist es zu verdanken, daß auch ihre Vasallen in Ost-Berlin aus den Sesseln der Macht gerissen wurden. Schon beim geringsten Anzeichen der Öffnung, setzte der Marsch der Massen gen Westen wieder ein.

Zur Erinnerung – als im Osten Deutschlands Menschen wegen ihrer politischen Überzeugung im Zuchthaus saßen und Andere nur wegen des Wunsches nach Freizügigkeit hinter Gittern saßen, zog ein Teil der akademischen Jugend im Westen mit einem kleinen Büchlein des Massenmörders Mao und Ho Chi-Minh-Jubelchören randalierend durch die Straßen. Viele davon nicht wissend, daß ihr Protest von Ost-Berlin orchestriert und finanziert wurde. Viele der damals Mitschreienden sitzen heute in Führungspositionen. Waren die etwa auch mal Diktatur-affin? Wäre nicht auch da längst die Zeit für Nachdenklichkeit und Selbstbesinnung gekommen?

Natürlich aber hat das jahrzehntelange Leben unter den Bedingungen einer Diktatur das Wesen der Menschen anders geprägt als im Westen. Man bedenke nur: Wer 1933 geboren wurde, hat bis zu seinem 67. Lebensjahr keinen Tag in Freiheit gelebt. Das ständige Wachsamsein, das Mißtrauen bis in die eigene Familie hinein, das Verbergen der eigenen Meinung und die erzwungenen Rituale der Anpassung haben die Menschen stiller, sensibler und oft auch weniger selbstbewusst werden lassen. Dafür gebührt ihnen kein heimlicher Spott, sondern Achtung und Verständnis. Und noch eines ist anders – für die Deutschen in der DDR war das Bekenntnis zur Deutschen Nation stets mit der Hoffnung auf Freiheit durch Wiedervereinigung verbunden. Stolz auf seine eigene Nation zu sein, ist dort nichts Negatives.

Im wiedervereinigten Deutschland ist nach Ansichten vieler Politologen schon das Bekenntnis zum Stolz auf die eigene Nation – im Rest der Welt eine Selbstverständlichkeit – ein sicheres Symptom für rechtsradikale Gesinnung. Wenn man sich dann noch daran erinnert, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel am Abend der für die CDU gewonnenen Bundestagswahl 2013, die deutsche Nationalfahne sichtlich angewidert von sich warf, werden einem die wirklichen Gegensätze im Empfinden der Nation bewußt. Die Einen sehen im Gendern und veganen Essen die Erfüllung des Lebens, die Anderen haben durch das Erleben wirklicher Härten die wesentlichen Herausforderungen im Kopf. So gesehen ist es gut, daß es den Osten gibt.


Georg Gafron: Geboren am 13.5.1954 in Weimar / Thüringen

1961 – 1971 Besuch der 10-klassigen Polytechnischen Oberschule

1971 Beginn einer Lehre als Buchdrucker

1972 Verurteilung zu 2 Jahren und 6 Monaten Haft wegen „versuchten ungesetzlichen Grenzübertritts im schweren Fall“ nach § 213 (da in Gruppe begangen)

1973 – 1976 diverse einfache Tätigkeiten als Lagerarbeiter, Beleuchter, Waggon-Entlader, Postbote, usw.
In der gesamten Zeit staatlichen Kontroll- und Meldepflichten durch die Volkspolizei unterworfen.

1975 Stellen von Ausreiseanträgen in die Bundesrepublik Deutschland, Ziel: Eheschließung mit einer BRD-Bürgerin

September 1976 bis Februar 1977
Küster bei der evangelischen Landes-Kirche Thüringen, Gemeinde Gera-Untermhaus. Ausweislich der Akten der Stasi-Unterlagenbehörde, Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens des Ministeriums für Staatssicherheit/Bezirksdienststelle Gera unter dem Kennwort „Operativer Vorgang Moor“. Ermittlungsgegenstand: staatsfeindliche Gruppenbildung. Nach gleichen Unterlagen wurde am 30. Januar 1977 die Festnahme durch das MfS bis spätestens Ende Februar verfügt.

4. Februar 1977 Flucht im Kofferraum in die Bundesrepublik Deutschland. Anerkennung als politischer Flüchtling mit Ausweis C.

1977 – 1979
Nachholen des Abiturs am Georg Büchner-Gymnasium Berlin, Best-Abitur 1,2 mit Senatsauszeichnung.

1979 – 1986
Mitarbeiter der United States Information Agency,
Journalistische Ausbildung bei RIAS Berlin und Radio Free Europe München,
mehrere Studienaufenthalte in den USA,
besondere Aufgabenfelder Jugend, Militär und Kirche in der DDR, Analyse der aus der DDR eingehenden Post, Leiter der Redaktion Sonderprogramme

1986 – 2000
Geschäftsführer und Chefredakteur des privaten Berliner Radiosenders Hundert,6

1988
Chefredakteur SAT1 Berlin, Gründung weiterer Rundfunksender, darunter Radio Charly in Partnerschaft mit Voice of America Washington

2000 – 2003
Zusätzlich: Chefredakteur der Zeitungen BZ und BZ am Sonntag

2003 – 2017
Gründung der PR- und Kommunikationsagentur Georg Gafron Media Service GmbH

2017 – 2020
Leiter des Büros der Konrad Adenauer-Stiftung Bangkok, Thailand

Auszeichnungen:

1980 Kurt Magnus-Nachwuchspreis der ARD
1982 Hermann Ehlers-Preis
1983 Friedwart Bruckhaus-Preis der Hanns Martin-Schleyer-Stiftung
1994 Award of Honor des US-Hauptquartiers Europa (Höchste Auszeichnung, die die US-Army an Ausländer vergibt.)

Verheiratet, 3 Kinder

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Kommentare ( 66 )

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66 Comments
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Klaus D
1 Monat her

„Demokratie und Diktatur“ – Warum die Ostdeutschen da keine Belehrungen brauchen…..ich meine das die „ost-deutschen“ von der demokratie ganz andere erwartungen hatten….als DIE dann festegestellt haben das unsere demokratie auch dikatorische züge hat hatten DIE ein problem denn DAS wollten die nach der DDR auf keinen fall mehr haben….

Sonny
1 Monat her

Im Laufe meiner Schulzeit haben wir sowohl die NS-Zeit als auch die Diktatur der DDR umfassend betrachtet. Aufgrund der Nähe zur DDR-Grenze konnten wir auch problemlos das erste und zweite DDR-Fernsehen empfangen und hatten damit die fortgesetzte Lehrstunde aus der Schule, welch Glück wir hatten auf der anderen Seite der Mauer geboren worden zu sein. Viele unserer Freunde hatten Verwandtschaft in der DDR und schickten regelmäßig Päckchen oder besuchten diese Verwandtschaft. Als Jugendliche war mir die DDR egal – es gab einfach viel zu viel Ungerechtigkeit in der gesamten Welt, da stach die DDR nicht direkt heraus – und mangels… Mehr

Stuttgarterin
1 Monat her

Vielleicht tatsächlich der Grund, dass der erste deutsche Aufstand für Freiheit durch das gesamte deutsche Volk heute keinen Stellenwert mehr erfährt, als Feiertag ist er ohnehin verschwunden: „Nur an den Schulen der Bundesrepublik und in den öffentlich-rechtlichen Medien erfährt man darüber nichts.“ Denn bereits zur Wiedervereinigung hat die 68-er Generation zunehmend die Schaltstellen im Land besetzt und und besetzt heute deren Nachfolger.
Nebenbei, alle Achtung für Ihren Werdegang und Lebenslauf, Herr Gafron, mancher Politiker wäre schon mit einem Teil davon hochqualifiziert.

Greg
1 Monat her

Chapeau vor Ihrer Vita!
Und trotzdem (oder gerade deswegen?) muss man darauf hinweisen, dass die Frau, „die deutsche Nationalfahne sichtlich angewidert von sich warf“ (und außerdem eine demokratische Wahl „rückgängig“ machen zu müssen glaubte), in der DDR sozialisiert worden ist.

Albert Martini
1 Monat her

1953 war die Ouvertüre, 1990 kam dann die Sensation: die einzige erfolgreiche Revolution in 1200 erbärmlichen Jahren deutscher Untertanengeschichte.
Kein Wunder also, dass die ehemaligen HoChiMinh-Fans und heutigen Grünwähler im Westen die Ostdeutschen hassen.

Last edited 1 Monat her by Albert Martini
Berlindiesel
1 Monat her

Ich habe die Tage vom Herbst 1989 und danach noch gut im Gedächtnis (die von 1953 nicht, da war ich noch nicht geboren). Ich erzähl das hier mal. Was mir als das bestimmende Gefühl, das große Narrativ dieser Tage im Gedächtnis geblieben ist, ist das schon fast irrsinnige Bemühen der Deutschen in Ost UND West, das ganze möglichst unnational, möglichst harmlos, nett und unspektakuär sein zu lassen, David Haselhoff meets Pink Floyd, wenn man so will. Drei Jahre vorher hatte die Westberliner Antifa (ja, die gabs damals schon) noch wüst randaliert, als Reagan zu Besuch ans Brandenburger Tor kam und… Mehr

Mareike
1 Monat her
Antworten an  Berlindiesel

Wenn man nach 1989 als Ostdeutscher „ganz schnell Karriere“ in Westdeutschland gemacgt hat und zwar in Richtung Führungsposition eines großen bekannten Unternehmens oder auch Instituion, dann darf man misstrauisch sein … die SED und Stasi organisierte nämlich auch den „Marsch durch die Institutionren“.

Greg
1 Monat her
Antworten an  Berlindiesel

Es ist traurig, aber zum größten Teil wohl wahr…

George
1 Monat her

Seien wir doch eimal ehrlich,der DDR -Bürger war ein Insasse ,mal mit mehr und mal mit weniger Freiheiten ,aber zu keiner Zeit den Bürgern eines demokratischen Staates ebenbürtig.Traurig ist, dass die Wärter und ihre mehrfach umetikettierte Vereinigung 89/90 nicht vollständig verboten wurde,und sich jetzt wie zum Hohn, als die Siegelbewahrer der Demokratie gebärden.

Last edited 1 Monat her by George
Greg
1 Monat her
Antworten an  George

Vielleicht sollten Sie „ebenbürtig“ definieren…

dabovobis
1 Monat her

„Wer die Deutschen in der DDR als Dikatur-affin bezeichnet, wie gerade jetzt durch den „Ostbeauftragten” der Bundesregierung Marco Wanderwitz (CDU) geschehen, …“ Natürlich gibt es Leute aus DDR, die aufgrund ihrer Prägung Diktatur -affin sind. Mir fallen da spontan die Göre Kathrin Eckardt, Illner und Merkel ein. Für die gilt auch das, was Wanderwitz noch gesagt hat: „ sie sind nie in der Demokratie angekommen“. Ihr totalitäres Gesellschaftsverständnis ist offensichtlich und spricht Bände. Wanderwitz kann eigentlich nur Leute wie diese im Sinn gehabt haben.

Ortaffa
1 Monat her

Guter Artikel, aber von 1933 bis 1990 sind es nur 57 Jahre.

PeterG
1 Monat her

Es mögen viele TE-Leser es so sehen wie Herrn Gafron, es ist aber eine einseitige Beschreibung und aus der Sicht des gesamten Ostblocks an der Realität vorbei. Ich muss hinzufügen, als alter Ossi mit längeren Lebensphasen in einem anderen Ostblockland, dass ich nur die Zeit ab 1968 bewerte, davor war ich noch zu jung… Warum war in der Prager Botschaft kein einziger Tscheche und warum ist kein einziger Ungar über die grüne Grenze gelaufen? Ganz einfach: für ein Ossi war der Schritt über die Grenze der unmittelbare Wechsel von der DDR-Mark zu DM und von Trabant zu Mercedes bzw. mindestens… Mehr

Wolodja P.
1 Monat her
Antworten an  PeterG

Deutsche, die der DDR den Rücken zu kehren vermochten, blieben nicht nur Deutsche, sondern blieben auch in Deutschland und konnten sich mühelos verständlich machen und in der Zeit der Vollbeschäftigung auch ohne weiteres einen ihrer Ausbildung und Qualifikation mehr oder weniger entsprechenden Arbeitsplatz finden. Viele konnten auch verwandtschaftliche Verbindungen nutzen. Aber vor weiterer Verfolgung waren sie in Einzelfällen auch „im Westen“ nachweislich nicht sicher. Es gab genügend West-Deutsche, die der StaSi zuarbeiteten. Die Polen, Ungarn und Tschechen hatten diesen muttersprachlich bedingten Vorteil nicht, es sei denn, sie gehörten zu den wenigen Menschen, die von Hause aus noch über die deutsche… Mehr

derAlte
1 Monat her
Antworten an  PeterG

Ich finde alle Argumentationen die mit den Worten beginnen: „Die Ossis wollen…“ schlicht bescheuert.Ich selbst bin älterer Sachse und ich kenne weder hier noch „drüben“ viele Leute, die das gleiche wollten wie ich.

Stef
1 Monat her
Antworten an  PeterG

Dann waren Sie wohl jmd, der nie aneckte. Ein Unsichtbarer? Ich war 10 Jahre alt, als ich zum ersten mal die willkürliche Härte der SED Schergen zu spüren bekam: verhört und eingeschüchtert von meinen Lehrern. Es muss nicht jedem DDR Bürger ein übles Schicksal wiederfahren sein, damit dieser Staat als Unrechtsstaat klassifiziert werden kann. Es reichen ein paar Bürger, und es waren sogar sehr viele. Trotzdem viel Glück mit Ihrer lächerlichen „es ging denen nur um Materielles“ These.

PeterG
1 Monat her
Antworten an  Stef

Die DM wurde aus wirtschaftliche Sicht 1990 zu früh eingeführt. Der Grund war, dass viele nach dem Motto handelten, „wenn die DM nicht zu uns kommt, kommen wir zu ihr“. Das war nun mal so. Ich war mehrere Jahre als Jugendlicher in Bulgarien und konnte damals Wessi Touristen wegen ihrer Angeberei mit ihrer DM gegenüber den Aborigines nicht ausstehen. Kaputtgelacht haben wir uns damals über Ossis, die einerseits die Wessis ihres Geldes wegen neidisch anhimmelten, andererseits mit ihrer im Ostblock durchaus wertvolle Mark versucht haben es gleich zu tun. Man kann sich von der Seite nicht sehen, ich konnte es… Mehr

StefanH
1 Monat her
Antworten an  PeterG

Ach. Jetzt müssen Sie mir nur noch erklären, warum es an der Grenze der DDR Schießbefehl, Minen und Selbstschussanlagen gab, gerichtet gegen die eigenen Leute.