Wie ethisch ist unsere Zuwanderungspolitik?

Carl Lang plädiert für einen effektiven Altruismus statt des ineffektiven des Welcome-Refugee-Lagers wie des Gegen-Lagers.

Selten wurde in der (Zuwanderungs-)Politik mehr moralisiert als heute. Sogar der Bundespräsident unterteilt sein Volk in „Hell- und Dunkeldeutsche‟, so als ginge es um Fantasiegestalten aus „Herr der Ringe‟. Ist die moralische Überheblichkeit unserer etablierten Parteien und der Massenmedien gerechtfertigt? Ist unsere Zuwanderungspolitik wirklich so altruistisch, progressiv und weltgewandt, wie gern behauptet wird?

Ich argumentiere in diesem Artikel, dass es nicht nur gute moralphilosophische Argumente gegen Zuwanderung gibt, sondern dass ethische Perfektion sogar nur in Gegnerschaft zu unserer aktuellen Zuwanderungspolitik erreicht werden kann.

1. Was bedeutet eigentlich „gut‟ oder „ethisch‟?

Was moralisch oder unmoralisch ist, entscheiden die meisten Leute aus dem Bauch heraus. Ihre Intuition steht normalerweise im Einklang mit den gesellschaftlichen Normen ihrer Kultur und Zeit. Zu neuartigen und widerspruchsfreien ethischen Erkenntnissen kommt man auf diesem Wege jedoch nicht. Bessere Ergebnisse erzielt man, wenn man eines der moralphilosophischen Instrumente benutzt, die Denker über die Jahrtausende entwickelt haben.

Der Utilitarismus ist eines der wirkungsmächtigsten Instrumente dieser Art. Bevor ich dieses Instrument praktisch anwende, muss ich kurz die Theorie erklären: Utilitaristen bewerten den ethischen Status einer Handlung nach ihren Konsequenzen. Grundsätzlich geht es im Utilitarismus darum, ein Gut (wie z. B. das Glück) zu maximieren oder ein Übel zu minimieren. Klassische Utilitaristen bezeichnen eine Handlung als ethisch, wenn das Glück auf dieser Welt durch diese Handlung maximiert bzw. das Leid minimiert wird. Das Handlungsmotiv oder der Charakter des Handelnden sind für den Utilitaristen zweitrangig.

Oft lässt sich die korrekte ethische Handlung berechnen. Stellen wir uns vor, wir stehen vor zwei brennenden Häusern. In einem der Häuser sind vier Studenten gefangen (Micha, Hans, Maria und Sarah), im anderen nur zwei Studenten (Otto und Anna). Es bleibt nur Zeit, um die Studenten aus einem der Häuser zu retten. Vier Leute würden beim Verbrennen doppelt so viel leiden, sie würden später voraussichtlich doppelt so viele Glücksmomente erleben und sie haben zusammengenommen wahrscheinlich mehr Freunde und Verwandte, die trauern würden, wenn sie sterben. Folglich maximiere ich eher das Glück auf dieser Welt, wenn ich Micha, Hans, Maria und Sarah rette. Otto und Anna müssen verbrennen. Meistens gilt die Formel: Je mehr empfindungsfähigen Lebewesen geholfen wird, desto besser ist diese Hilfe.

Doch auch, wenn die Anzahl der Hilfsempfänger gleich ist, können zwei Handlungen verschiedenen Wert haben: Wenn ich einem Alkoholiker Geld gebe, weil ich davon ausgehen kann, dass er es zu seinem Vorteil in eine Entziehungskur investieren wird, dann tue ich etwas Gutes. Gebe ich dem Alkoholiker Geld, weil es eben ein netter Zug ist, Geld zu verschenken, und er investiert es zu seinem eigenen Nachteil in noch viel mehr Alkohol, dann tue ich etwas Schlechtes. Die Handlung ist zwar beide Male dieselbe (ich verschenke Geld), und meine Motivation mag in beiden Fällen gut sein, die Konsequenzen sind aber im einen Fall gut und im anderen Fall schlecht, und auf die Konsequenzen kommt es an. Gut gemeint ist nicht dasselbe wie gut gemacht. In beiden Fällen kann man übrigens nicht von einer utilitaristischen Glücksmaximierung sprechen, denn Entziehungskuren sind teuer und wahrscheinlich hätte ich mit dem Geld anderen Menschen effizienter helfen können.

Die Interessenabwägung ist der kontroverseste Teil des Utilitarismus. Der Legende nach ritt der Heilige Martin von Tours an einem Armen vorbei, stieg ab, zerteilte mit einem Schwert seinen Mantel und gab dem Armen die Hälfte davon. Martin litt nur wenig darunter, den halben Mantel wegzugeben, weil die verbleibende Hälfte immer noch warm genug hielt. Den Armen machte es aber sehr viel glücklicher, einen halben Mantel zu erhalten. Die Welt enthielt also nach Martins Handlung mehr Glück bzw. weniger Leid als vor dieser Handlung. Demnach war es utilitaristisch betrachtet eine gute Handlung. Was wäre, wenn er seinen ganzen Mantel verschenkt hätte? Wäre das nicht noch ethischer gewesen? Nein, denn Martins Interessen zählen ebenso viel wie die Interessen des Armen. Martin sollte sich nicht veranlasst sehen, die Interessen anderer höher zu bewerten als seine eigenen. Hätte er seinen ganzen Mantel verschenkt, wäre die Welt anschließend nicht besser gewesen. Vorher wie nachher hätte einer von beiden einen Mantel gehabt und der andere keinen. Das Glück auf der Welt hätte sich zwar anders verteilt, aber nicht vermehrt.

Ein strikter Utilitarismus stellt große Herausforderungen. Erstens entspringt der natürliche Impuls zu helfen meist einer emotionalen Reaktion auf sichtbares Leid. Es ist den meisten Menschen fremd, bei ethischen Entscheidungen rational alle Handlungsoptionen abzuwägen und alle vorhersehbaren Konsequenzen zu berechnen. Zweitens bewerten Menschen lieber Handlungsmotive als Handlungsfolgen. Sie finden es wichtiger, irgendwie innerlich „ein guter Mensch zu sein‟ als tatsächlich „Gutes zu tun‟. Drittens will kaum jemand so altruistisch wie ein Heiliger leben. Es ist menschlich, die eigenen Interessen sehr hoch zu bewerten und viel Geld für große Fernseher, schicke Kleider, exotische Urlaube, schnelle Autos oder für Luxusgeschenke an die eigenen Kinder auszugeben. Wir denken ungern daran, dass man mit demselben Geld viele Kinder und Erwachsene in Entwicklungsländern mit wirklich lebensnotwendigen Dingen versorgen könnte.

Dem Utilitaristen ist bewusst, dass der Mensch nicht vollkommen gegen seine biologische und psychologische Programmierung verstoßen kann, ohne unglücklich zu werden. Trotzdem gibt der Utilitarist zu bedenken, dass unser Lebensglück oder das Lebensglück unserer Kinder kaum durch zusätzlichen materiellen Luxus gesteigert wird, wohingegen das Glück wirklich armer Menschen sehr stark durch sehr wenig Hilfe gesteigert werden kann. Man muss seinen Mantel (bzw. sein Gehalt) ja nicht gleich in zwei Hälften aufteilen. Aber einen wesentlich größeren Fetzen könnten die meisten abgeben, ohne den Verlust überhaupt zu bemerken.

2. Primitives Helfen durch Zuwanderungsakzeptanz

Die Massenzuwanderung führt zu Integrations- und Bildungsproblemen, zu mehr Arbeitslosigkeit, zu zusätzlichen Parallelgesellschaften, zu einer angespannteren Sicherheitslage, zu mehr Sexismus, zu mehr Landschaftsverbrauch und zu Mehrausgaben von über 20 Milliarden Euro jährlich. Merkel und der Rest der Refugees-Welcome-Fraktion halten die finanziellen und gesellschaftlichen Kosten aber für irrelevant, denn schließlich helfen wir Menschen in Not! Da verbietet sich jede Abwägung, jede Gegenrechnung, jeder Widerspruch! Ist diese Haltung der Inbegriff ethischen Denkens?

Gehen wir probeweise von vier Millionen Zuwanderern aus (so viele sind aufgrund der Familienzusammenführungen wohl mindestens zu erwarten). Der primitive Helfer würde berechnen, dass diese Zuwanderung ethisch ist, sofern der Glücksgewinn für jeden Zuwanderer mindestens 20 Mal so hoch ist, wie der Glücksverlust jedes Einheimischen (denn es gibt ja etwa 20 Mal so viele Einheimische wie Zuwanderer). Oder anders formuliert: Der Glücksgewinn jedes einzelnen Zuwanderers müsste mindestens so hoch sein, wie der Glücksverlust von 20 Einheimischen. Selbstverständlich kann man Glück oder Leid mathematisch nicht so genau quantifizieren. Trotzdem hilft die Berechnung solcher Zahlenverhältnisse dabei, die Situation und eine angemessene ethische Reaktion darauf besser abzuschätzen.

Um herauszufinden, wie die Glücksgewinn- und Verlustrechnung aussehen könnte, würde der Zuwanderungsoptimist sich z. B. folgende Fragen stellen: Wieviel glücklicher werden die Zuwanderer im friedlichen Deutschland sein? Wie sehr werden sie unser Land durch ihre Kultur bereichern? Wie aktiv werden sie unseren säkularen Humanismus in der alten Heimat propagieren und die Welt so zu einem besseren Ort machen? Ich als Zuwanderungspessimist frage stattdessen: Wie stark wird Deutschland zusätzlich islamisiert werden, mit all den negativen Begleiterscheinungen, die das mit sich bringt? Welche sozialen, kulturellen und ökologischen Schäden entstehen durch diese Massenzuwanderung? Werden Zuwanderer sich mit jeder Generation weiter desintegrieren und in abgeschotteten Parallelgesellschaften als gesellschaftliche Verlierer ein unzufriedenes Leben führen?

Diese Fragen lassen sich nicht für jede Zuwanderergruppe gleich beantworten. Christliche Minderheiten, Jesiden oder Aleviten werden im islamischen Raum immer unter Diskriminierung zu leiden haben. Zudem integrieren sie sich erfahrungsgemäß besser als Muslime. Sie haben also aller Voraussicht nach ein höheres Glückssteigerungspotential als andere Zuwanderergruppen und werden die Einheimischen wahrscheinlich weniger unglücklich machen. Oder betrachten wir statt der Religion die Geschlechterfrage: Frauen sind in den Herkunftsländern stärker bedroht, sie werden in islamischen Gesellschaften schlecht behandelt und sie integrieren sich besser als Männer. Sie sind nicht gewalttätig und nur sehr selten terroristisch veranlagt. Selbst der zuwanderungsoptimistischste Verfechter dieser primitiven Hilfe sollte also zumindest für eine striktere Selektion der Zuwanderer sein.

Wir haben bei diesem primitiven Ansatz alles so berechnet, als gäbe es nur zwei Länder auf dieser Welt: Das Herkunftsland und das Aufnahmeland. Utilitaristisch zu denken bedeutet aber immer, global zu denken. Der Utilitarist will nicht nur irgendwem irgendwie helfen, er will die Maximierung des Glücks für die maximale Zahl empfindungsfähiger Lebewesen. Mit anderen Worten: Der Utilitarist will nicht einfach nur helfen, er will effektiv helfen. Wir verlassen also diesen primitiven Ansatz und betrachten das Problem etwas anspruchsvoller!

3. Effektives Helfen durch Auslandshilfe

Deutschland sollte von seinem Reichtum abgeben. Das halte ich für unbestreitbar. Die Frage ist aber, ob Massenzuwanderung eine sinnvolle Methode des Abgebens ist. Laut Weltbank leben etwa eine Milliarde Menschen weltweit in absoluter Armut, das bedeutet also, sie haben kaufkraftbereinigt weniger als 1,25 Dollar täglich zur Verfügung. Unsere „Willkommenskultur‟ kostet laut Eingeständnis der Regierung mindestens 20 Milliarden Euro jährlich. Was könnte man für diese Menschen mit solchen Beträgen tun?

Hilfsmodell Eins: Man könnte (so wie die Gates Foundation) durch große Impfkampagnen und mit billigem Medikamenteneinsatz Krankheiten und parasitäre Wurmarten ausrotten, man könnte in Malariagebieten Moskitonetze verteilen und man könnte eine Grundbildung, etwas Gesundheitsvorsorge und Verhütungsmittel für Mädchen und junge Frauen sicherstellen. Ganze Gesellschaften wären so aus ihrer Abwärtsspirale befreit.

Oder ein konkreteres Beispiel: Mit den schätzungsweise 1.000 Euro, die jeder arbeitslose Flüchtling an Unterhalt, Wohngeld, Krankenversicherung und Integrationsmaßnahmen monatlich kosten wird, könnte man in Afrika 20 Menschen  (jeden Monat!) von ihrer Blindheit heilen (eine OP kostet ca. 50 €). Welche Hilfe macht mehr Sinn: Soll man einem Zuwanderer 10 Jahre lang eine komfortable Bleibe in Deutschland spendieren, anstatt ihn notdürftig in einem Zelt im Nahen Osten einzuquartieren, oder soll man mit demselben Geld insgesamt 2.400 Menschen in armen Ländern ein ganzes Leben in Blindheit ersparen? Ist es nicht offensichtlich, dass die zweite Form der Hilfe viele tausend Mal effektiver ist?

Hilfsmodell Zwei: Man könnte den 14 Millionen helfen, die im Nahen Osten auf der Flucht sind. Diese Flüchtlinge sind wahrscheinlich weniger hilfsbedürftig als die wirklich Armen auf der Welt. Zudem würde dieselbe Summe im Nahen Osten wohl weniger Hilfe finanzieren. Trotzdem könnten wir sagen: „Na gut, wir helfen eben lieber denen, die oft im Fernsehen zu sehen sind. Es genügt uns, auf eine ineffektive Art altruistisch zu sein. Der Wohlstand im Nahen Osten ist uns wichtiger als das Überleben armer Schwarzafrikaner oder Asiaten.‟ Selbst bei diesem Hilfsmodell könnten wir mit dem Geld, dass wir hier für nur eine Millionen Menschen ausgeben, allen 14 Millionen Flüchtlingen vor Ort sehr viel weiterhelfen. Kurzfristig könnte man die Bedingungen in den Lagern im Nahen Osten stark verbessern, langfristig könnte man den Wiederaufbau ihrer Heimatländer mitfinanzieren. Das wäre kein effektiver Altruismus mehr, es wäre aber auch keine komplett ineffektive Hilfe.

Merkel und ihre Befürworter begeistern sich stattdessen für ein drittes Hilfsmodell: Wir geben alle nur erdenklichen Anreize, damit vornehmlich junge, vornehmlich wohlhabende, vornehmlich muslimische Männer einige Tausend Euro an kriminelle Schlepperbanden zahlen, einen gefährlichen Weg nach Europa auf sich nehmen und dabei öfter mal im Mittelmeer ertrinken (sofern unser neuer bester Freund Erdogan oder unsere europäischen Nachbarn sie nicht davon abhalten). Wenn sie hier ankommen, werden sie ungeachtet ihrer Hilfsbedürftigkeit, ihrer Integrationsfähigkeit und ihrer Integrationswilligkeit „ohne Obergrenze‟ aufgenommen, in Turnhallen aufbewahrt und mit vielen Milliarden Euros versorgt, obwohl man mit demselben Geld anderswo das Zehn-, das Hundert-, ja sogar das Tausendfache hätte bewirken können (man denke an das Beispiel mit den Blinden). Wir schaffen uns selbst mit dieser „Hilfe‟ große Probleme und erreichen noch nicht einmal, dass die Zugewanderten zufrieden sind, weil deren Erwartungshaltung meist noch viel höher war und weil sich ihre Ansprüche in Deutschland schnell weiter steigern.

Es ist, als ob es dem etablierten Parteienlager und der Refugees-Welcome-Fraktion auf vier Dinge ankäme: Erstens muss das Preis-Leistungs-Verhältnis unserer Hilfe so schlecht wie möglich sein, zweitens dürfen wir nur denen helfen, die unsere Hilfe am wenigsten brauchen, drittens muss es möglichst umständlich und gefährlich sein, in den Genuss unserer Hilfe zu kommen, und viertens müssen wir für unsere Hilfe nicht nur finanziell, sondern auch gesellschaftlich den höchstmöglichen Preis bezahlen. Utilitaristisch betrachtet ist diese Form der maximal ineffizienten „Hilfe‟ ein Alptraum.

4. Der dritte Weg

Ich muss der Zuwanderungspolitik unserer Regierung ethisch ein miserables Zeugnis ausstellen. Eine strenge Zuwanderungsbegrenzung ohne Auslandshilfe wäre aber zugegebenermaßen auch keine gute Alternative.

Die UN schlägt vor, dass wohlhabende Länder mindestens 0,7 % ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe ausgeben sollten (ich wäre für wesentlich mehr als das). Die etablierten Parteien in Deutschland haben diese Vorgabe jedoch nie eingehalten. Wir investieren nicht einmal 0,4 % in Entwicklungshilfe. Deutschland sollte sich außerdem um einen fairen Zollhandel bemühen, überlebenswichtige Ressourcen nicht aus anderen Ländern abtransportieren, sich auf diplomatischem Weg für unterdrückte Völker einsetzen, weltweit am Erhalt wichtiger Ökosysteme mitarbeiten, im Ausnahmefall vielleicht sogar militärisch gegen Menschenrechtsverletzungen vorgehen (Bsp.: Ruanda 1994) und mehr gegen den Klimawandel tun (denn der Klimawandel bedroht insbesondere arme Länder im Süden).

Solche Maßnahmen wären nicht nur ethisch, sie wären auch ein Gebot der Klugheit. Die meisten Ressourcen, die wir verbrauchen, kommen aus dem Ausland, und diese Ressourcen werden sogar für uns reiche Westler immer knapper werden, wenn die Weltbevölkerung so dramatisch weiterwächst. Es liegt demnach in unserem Eigeninteresse, die Bevölkerungsexplosion zu stoppen, und das geht nur, wenn wir (als Menschheit) weltweit die Stellung der Frauen verbessern, in ihre Bildung und ihre Gesundheit investieren und die Kindersterblichkeit reduzieren (es ist nachgewiesen, dass weniger Kindersterblichkeit zu geringeren Geburtenraten führt).

Oft werden uns nur zwei Optionen angeboten: Entweder „Refugees Welcome! Grenzen auf für Alle!‟ oder „Politik im Interesse des deutschen Volkes! Entwicklungshilfe ist nur Verschwendung!‟. Wenn das meine Wahl ist, dann entscheide ich mich für die zweite Option, denn sie kostet mich als Steuerzahler weniger Geld, so dass ich zumindest als Privatperson mehr sinnvolle Hilfe leisten kann. Außerdem halte ich den Islam für inkompatibel mit unserer Kultur, weshalb die aktuelle Massenzuwanderung insgesamt und langfristig berechnet für Zuwanderer und Einheimische in einem Glücksminus enden wird.

Ich plädiere allerdings für den dritten Weg eines effektiven Altruismus zum Wohl der Welt und ohne Schaden für uns. Und vielleicht gibt es ja Grund zum Optimismus. Der Effektive Altruismus ist eine kleine, aber wachsende Bewegung, und aus dem gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Hilfsbereitschaft, den viele im letzten Jahr beobachtet haben, müsste man doch etwas machen können. Vielleicht hat Deutschland das Potential, seine politische Spaltung zu überwinden und gleichzeitig zu einem authentischen moralischen Vorbild für die Welt zu werden: Ein Land, das seine freiheitlich-liberalen Werte verteidigt, das seine kulturelle Identität bewahrt und sich trotzdem weiterentwickelt, das einen fairen Handel mit anderen Ländern betreibt, das an seiner ökologischen Nachhaltigkeit arbeitet und das im großen Stil in den ärmsten Ländern der Welt effektive Hilfe leistet.

Carl Lang betätigt sich nach einem Studium der Literaturwissenschaft, Linguistik und Philosophie als Essayist und Liedtexter. Er fühlt sich keinem politischen Lager zugehörig und interessiert sich besonders für Moralphilosophie und Religionskritik.

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