Lobby, Lobby, Fliewatüüt – das Märchen vom Ökostrom aus Windkraft

In der Lobby des Windgeschäfts zählen keine öko-logischen, gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sonstigen Argumente.

Screenshot: YouTube/ARD Video

Mit den Argumenten, etwas gegen die negativen Folgen eines Klimawandels unternehmen zu müssen und eine entstandene Elektrizitätsversorgungslücke nach dem Atomausstieg schließen zu wollen, kommt die Windkraftindustrie mit mächtiger Lobby daher und pflanzt gigantomanisch Wälder aus Stahl. Dieser Stahl will erst gekocht, verarbeitet, transportiert und verbaut  sein, um seiner vorgegebenen Bestimmung zugeführt werden zu können. Angeblich sei Windenergie erneuerbar und die WKA-Technologie sei in der Lage, Treibhausgasausstoß bei  der Elektrizitätsgenerierung zu reduzieren, heißt es. Unsinn.

Eine durch und durch technokratische Branche will uns ethisches Handeln verkaufen, indem sie unsere Akzeptanz mit terminologischen Enteignungen und monetären Anreizen zu steigern versucht: So würden aus Industriegebieten Parks, zum Beispiel Windparks in Naturparks, die grünen Ökostrom lieferten und es fiele durch Bürgerbeteiligungen und Gewerbesteuern etwas ab.

Zur Grundlastsicherung infolge des Schwankens von Qualität und Quantität des angeblichen Ökostroms in der „schönen erneuerbaren Welt“  bevorzugen wir Kohle, soviel zum Thema CO² und Co. Dekarbonisierung kann warten? Nein? Was dann? Fracking?

Der gemeine Bürger ist Windkraftanlagen hinter seinem Haus gegenüber arg unduldsam, sie gehören also ins Moor oder in andere verbliebene Rückzugsgebiete für Mensch, Tier und Pflanze. Hier wirken sie allerdings ebenso vergrämend, nur eben nicht auf die primären Aufenthaltsorte des Menschen. Ihre physikalischen Wirkungen schädigen selbst die Flora. Inflationäre regelmäßige Ausnahmen vom Artenschutz und gegenüber zentralen Schutzzwecken des BNatSchG für WKA zu machen, Ersatzgeldleistungen und Ausgleichsmaßnahmen zu verhängen, sind Sarkasmus pur. Welcher Vogel, welcher Lurch lässt sich seinen Lebensraum in der Natur zuweisen?

Selbstbedienung
Kommunalpolitik und Windgeschäft
Im vorliegend veranlassenden Fall im Naturpark  Dümmersee / Dammer Berge bekommen die national vom Aussterben bedrohten Vogelarten des Steinschmätzers und des Mäusebussards durch den Bau einer Mega-Windfarm ordentlich einen vor den Latz. Wegen der Lage innerhalb der Hauptzugvogelroute zum Natura2000 Gebiet ist wohl auch von Kollateralschäden oberhalb der sog. Signifikanzgrenze auszugehen: Kranich, Wildgans, Großer Brachvogel und Kiebitz können sich schon einmal warm anziehen. Auch allerlei mikroklimatisch spezialisierte Insekten und Pflanzen sind hier im Moor bedroht.

Umweltschutzverbände und Planungsbüros sind durch Vielzahl und Ausmaß der Pläne existenziell bedroht, müssen angeblich „deals“ eingehen. Milchbauern mausern sich zu Windbaronen und Rechtsanwälte sind für Bürger vorsorglich durch Interessenkonflikte blockiert, Kommunalpolitiker wetteifern um EEG-Mittel und Ansehen, politischen und wirtschaftlichen Erfolg. Kriminelle zerstören Lebensräume,  unser Land und unsere Kultur werden Opfer unermesslicher Gier.

Wenn Geld kaum essbar ist, zumindest bei Verzehr unbekömmlich, nicht schmackhaft und ohne nennenswerten Nährwert, sollte ihm dann nicht nachgeordnete Bedeutung zukommen? Das wird noch seltsam anmuten, wenn mancher wie ein Wolf mit Wackersteinen im Magen einzugehen droht.

Homo sapiens?

Dies beinhaltet eine geradezu schizoide Leugnung der Bedeutung unserer evolutionären Herkunft für unsere Zukunft, missachtet physikalische Gesetze wie den Energieerhaltungssatz und Naturgesetze wie die Endlichkeit des Wachstums.

Fragen kommen auf: Ist ein öffentliches Interesse an Elektrizitätsgenerierung einem öffentlichen Interesse an Artenvielfalt gegenüber höherwertig? Tauschen wir die Abkehr von einer bekannten Verstrahlungsgefahr gegen das hohe Risiko einer neuen Verstrahlungsgefahr?

Durch das multifaktorielle Zusammenwirken ihrer Immissionen verbreiten WKA großflächig optische und akustische bzw. schallende Stressoren. Setzen wir unsere Gesundheit hier weniger ein? Kann eine positive Gesamtökobilanz der Technologie belegt werden?

Man mache sich klar: Beim homo sapiens handelt es sich wohl um diejenige Kreatur auf diesem Planeten, der eine legitime Selbstwahrnehmung als „Krone der Schöpfung“ zuletzt zukäme, weil ihrer Lebensform offenkundig das höchste Unvermögen innewohnt, symbiotisch mit ihrer Umwelt zu leben. Ausgerechnet diese Spezies nimmt aus unerfindlichen Gründen an, ohne Not Mitgeschöpfe zu quälen, zu töten und auszurotten berechtigt zu sein?

Sollen wir Papst Franziskus dies einmal fragen?

Wollen wir um jeden Preis das Niveau unserer zivilisatorischen Segnungen aufrechterhalten und diese humanistisch und sozial-marktwirtschaftlich möglichst vielen Menschen zugänglich machen, auch wenn dies enorm energieintensiv ist und wir wissen, dass uns Zivilisationskrankheiten längst degenerieren.

Nach allem, was die Deutschen in ihrer Geschichte bereits durchgemacht haben, können sie heute nicht derart degeneriert sein, sich abermals nach Strich und Faden verarschen zulassen.

Seit den 80ern ist nach den Studien des Clubs of Rome und der Studie Global 2000 im Wesentlichen klar: Wir befinden uns auf globalisiertem Holzweg, die einzig ethisch vertretbare Berechtigung für die Fortexistenz der Menschheit kann langfristig nur sein, dass sie in die Lage zurückfindet, sich und ihre Folgen vollständig biologisch zu recyclen, allem übrigen Dasein entsprechend.

Als Krankenpfleger frage ich mich, kann eine dauerhafte hohe Exposition weiter Teile der Umwelt mit Infraschall, der wie Ultraschall tiefliegende Organe erreicht, sich über viele Kilometer ausdehnen kann, so munkeln die Wale, und zentrale Kommunikationsebenen von Tieren stört, nicht in ungeheuerlichem Ausmaß gesundheitliche Schäden und Naturschäden verursachen?

Als Justizbeamter muss ich mich fragen lassen, ob nicht mein Dienstherr, in seiner zentralen Aufgabe, die Bevölkerung geeignet zu schützen, und als moralische Instanz völlig versagte. Es heißt, er habe einer skandalös mafiösen und desaströs destruktiven Fehlentwicklung unverzüglich Einhalt zu gebieten. Ich bitte um Anweisung zum Sprachgebrauch, soweit mir die Worte fehlen.

So das Lügen, das Betrügen und die Korruption durch die Windkraftbranche zum Schutze unseres Wertekanons rechtlich und politisch mit aller gebotenen Härte gestoppt werden muss, wäre es mir im Naturpark Dümmersee / Dammer Berge heute und exemplarisch sehr gelegen. Hier will ich auf meinem kleinen Stückchen Land meine Ernährung dadurch sichern, meine Nahrungsmittel selbst ökologisch einwandfrei zu pflanzen, großzuziehen und zu ernten oder zu schlachten. Das halte ich persönlich für nachhaltiger und generationengerechter als WKA je sein können. Es ist inmitten von 37 GWKA aber ganz und gar unmöglich.

Michael Krabbe sagt über sich selbst: Ich bin 1971 als Sohn von Nicht-Hippies geboren, hinreichend gebildet, um eine Meinung fassen und vertreten zu können. Meine Mutter starb viel zu jung an Krebs, erhielt sogar Bestrahlungen aufgrund verwechselter Röntgenbilder. Mein Vater war politisch und industriell tätig, ein glühender Verfechter der Atomkraft. Das prägt.

Und für Unkundige in Sachen Fliewatüüt. Quelle: Youtube ARD Video

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