Wieso lädt man einen Gast ein, der als farbloser Partei-Apparatschik bekannt ist? Keine klaren Antworten, ständiges Herumlavieren, tumbes Wiederholen der immer selben Phrasen – Alexander Hoffmann stellt Lanz und das Publikum auf eine harte Probe. Doch dann verplappert sich der CSU-Mann. Von Brunhilde Plog
Screenshot ZDF / Markus Lanz
Der Iran-Krieg und die Folgen für die Region, die Welt, den deutschen Verbraucher, für die Preise an den Zapfsäulen und in den Supermärkten. Wenige Stunden vor Ablauf des Trump’schen Ultimatums an den Iran debattiert die Runde bei Lanz, was nun auf uns zukommt. „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen“, hatte Trump angekündigt. Um zwei Uhr in der vergangenen Nacht lief sein Ultimatum aus.
Politologe Peter Neumann sieht Trump mit dem Rücken an der Wand. Er habe schon so oft etwas angedroht und dann zurückgezogen, dass er irgendwann unglaubwürdig werde. Daher sei Trump in der Zwangslage, nun mit einem weiteren, extremen Militärschlag gegen den Iran vorgehen zu müssen, um zumindest seinen Ruf zu bewahren. Auch die Iran-Forscherin Diba Mirzaei, selbst gebürtige Iranerin, ahnt Böses: „Hier wird nicht die Islamische Republik angegriffen, hier werden wir angegriffen“, sagt sie unter Bezug auf ihr Geburtsland.
Nur CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann hat Mühe, sich klar zu äußern. Viermal muss ihn Lanz fragen, wie Trumps Drohungen einzuordnen seien. Ob er damit nun eigentlich offen ein Kriegsverbrechen ankündige. Aus Hoffmann ist nichts rauszukriegen. Sein Vertrauen in die USA und Israel scheint grenzenlos zu sein: „Ich gehe fest davon aus, dass sie sich ans Völkerrecht halten“, sagt er immer wieder. Dabei hatte Trump doch noch zu Beginn des Krieges betont, er wolle das iranische Volk befreien, wie Neumann erinnert, und es nicht pauschal und allumfassend „in die Steinzeit“ bomben, wie er jetzt droht.
„Schon die Ankündigung der Auslöschung ist ein Verstoß gegen das Kriegsrecht“, sagt auch Elmar Theveßen, der aus Washington zugeschaltet ist. Trumps Drohungen seien ein Bruch der Genfer Konvention und darüber hinaus „ein schwerer Bruch des amerikanischen Militärrechts“, sagt der umstrittene ZDF-Korrespondent, der wegen seiner Lügen über Charlie Kirk schon einmal kurz vor dem Verlust seines US-Visums stand, aber mit einer öffentlichen Entschuldigung gerade noch die Kurve bekam.
Lanz lässt den US-Starjournalisten Tucker Carlson einspielen, der als Trump- und MAGA-Freund galt und in jüngster Zeit deutlich auf Abstand zum US-Präsidenten gegangen ist. Trumps Drohungen seien „nichts anderes als ein Kriegsverbrechen“, sagt Carlson.
„Warum ist deutsche Politik nicht in der Lage zu solcher Klarheit?“, fragt Lanz den CSU-Mann Hoffmann. Aber wenn er klare Antworten haben wollte, hätte er eben jemand anderes einladen müssen. Hoffmann ist der Inbegriff des farblosen Apparatschiks, der unangenehme Themen und klare Stellungnahmen meidet wie der Teufel das Weihwasser, die Baerbock den Duden, der Habeck die Zahlen.
Noch dazu hat der transatlantische Nachplapperer kaum irgendeine tiefgehende Expertise. Auch heute wiederholt er stumpf das alte Gerücht, das sogar die US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard längst ausgeräumt hat: Der Iran habe kurz davor gestanden, eine Atombombe fertigzustellen, sagt Hoffmann. Das lasse ihn nicht ruhig schlafen. Damit zumindest könnte er Recht haben. Müde und blutleer wirkt er auf jeden Fall.
„Dieser gesamte Krieg ist völkerrechtswidrig. Was ist so schwierig, das zu benennen?“, fragt auch die Iranerin Mirzaei noch einmal. Doch Hoffmann bleibt bei seiner Litanei. Der Iran sei schon immer „der weltweit größte Finanzier des Terrorismus“ gewesen, die Bombe kurz vor fertig, der Krieg daher sinnvoll. Und Trump werde sich schon ganz bestimmt an das Völkerrecht halten.
Die Lage am Golf könnte sich dramatisch zuspitzen. Die USA würden „gerade krass an ihre Bestände“ gehen, berichtet Welt-Korrespondent Ibrahim Naber. Während die Raketen der Amerikaner offenbar knapp würden, habe der Iran noch genügend Munition für mehrere Wochen, sagt auch Neumann. Theveßen spricht von Hinweisen, dass Russland und China die Iraner mit Aufklärungsdaten und Waffensystemen unterstützen würden. China fühle sich als „Gewinner dieser Situation, weil wir so aussehen wie der Stabilitätsanker der Welt“, erklärt Neumann, während „die USA gerade diese Weltordnung kaputtmachen“.
„Wie sagen wir den Deutschen, was auf sie zukommt?“, fragt Lanz, doch Hoffmann flüchtet sich in Floskeln: Man dürfe „keine Schwarzmalerei betreiben“. Immerhin, auch ihm ist klar: „Das kommt ja irgendwann bei den Menschen im Nudelregal an.“ Er lobt die Regierung für das vermeintliche Durchgreifen bei den Benzinpreisen: „Wir haben in Rekordzeit jetzt dieses erste Spritpreispaket gebracht.“ Dass dies nicht nur nichts gebracht, sondern im Gegenteil die Preise noch weiter nach oben getrieben hat, ist ihm offenbar egal. Lanz versucht vergeblich, den Bajuwaren zu stellen und bleibt am Ende ratlos zurück: „Ich habe da ein kognitives Dissonanzproblem.“
Was er nicht versteht: Möglicherweise sitzt hier ja gar kein CSU-Politiker, sondern nur irgendein Privatmann aus Franken, der natürlich nichts weiß und deshalb natürlich auch nichts sagt. Kennt man ja von Lanz. Das hat sich der Moderator selbst zuzuschreiben, nachdem er den desaströsen Auftritt des norddeutschen „Privatmanns“ Daniel Günther im Nachhinein auf so absurde Weise zu rechtfertigen versuchte.
Bei den Spritpreisen allerdings verplappert sich Hoffmann dann doch. Er kann einfach nicht verbergen, dass ihm die Preisexplosion an den Tankstellen nicht nur egal ist, sondern dass er sie sogar befürwortet.
„Haben Sie das Gefühl, da macht sich jemand die Taschen voll?“, fragt Lanz. „Ja aber selbstverständlich“, antwortet Hoffmann, nur um dann zu erklären, dass in der Regierung offenbar niemand mit der neuen Regelung eine Senkung der Preise bezweckt habe. „Es war nicht damit zu rechnen, dass sich vom 1. auf den 2. April die Situation signifikant ändert“, gesteht er freimütig. Und mehr noch. Deutschland sei für die Mineralölkonzerne der lukrativste Markt. Denn hier würden schließlich die höchsten Preise gezahlt, deshalb sei die Versorgung gesichert. Gleichzeitig aber müsste der Kraftstoff „für die Menschen bezahlbar“ bleiben. Wie dieser Widerspruch aufzulösen ist, erklärt er nicht, spricht nur von „anderen Instrumenten“ und „abfedern“ und dem „Geldbeutel der Menschen“. „Das wird immer genau dieses Spannungsverhältnis sein“, sagt er.
Lanz hat es jetzt endgültig mit der kognitiven Dissonanz. Er fasst zusammen: „Wir werden für enorm viel mehr Geld Benzin und Diesel einkaufen müssen, und Sie versprechen gleichzeitig, dafür zu sorgen, dass die Deutschen nicht mehr Geld für Benzin und Diesel ausgeben.“ Hoffmann: „Ich würde jetzt nicht das Worst-Case-Szenario an die Wand malen.“
Im Hintergrund prangt ein einsames Tankstellen-Schild. Diesel bei 2,50 Euro pro Liter. Was genau meint der Mann mit Worst-Case-Szenario? Oder haben wir uns verhört? Ging es um das Wurst-Case-Szenario am After-Show-Buffet? Alles ist möglich bei Leugner-Lanz.




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Im Prinzip hält das Parteienkartell an der ideologischen Vision einer elektro-mobilen Zukunft fest, um den Ladenhüter E-Auto der noch zögernden..vernünftigen…Bevölkerung aufzunötigen.
Es bleibt Planwirtschaft…die nebenbei unser Land ruiniert.
Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu erkennen, dass Politiker immer dann planvoll handeln , wenn es daraum geht, dem Bürger die Energiewende aufzuzwingen. Dazu kommt noch, dass den Bundesregierungen der letzten Jahre das Glück in die Hände gespielt hat: Ob Fukushima, der russische Angriff auf die Ukraine oder der jetztige Irankrieg. Sofort wurde die Chance ergriffen, aus der Atomkraft auszusteigen, fossile Brennstoffe zu ächten und einen Vorwand zu finden, Energiepreise hochzutreiben.
Man möchte die Deutschen zum Ankauf eines E- Autos hinschikanieren. Dafür brauche man noch mehr Wind- und Solarstrom, erzählt man uns. Aber mittlerweile sollten auch die Dümmsten (also die urbanen Lifestyle- Linken ) kapiert haben, dass dies Mumpitz ist.
Hoffmanns Erzählungen! Lanz oder gar nicht. Gehen oder bleiben? Fakt ist, Deutschlands Bürger haben von dieser Regierung nichts zu erwarten, ausser weitere Belastungen auf ihre Kosten. Trump ist und bleibt der aktuelle Boss und hat ausser amerikanischer Cowboymentalität, sogar noch einen Colt und ein Lasso zum Einfangen von hirnlosen Rindern, dies sich einbilden, weil sie gefüttert werden, werden sie auch gebraucht, hätten was zu melden! Jedem Kritiker an jeder Bewegung, Silbe von Trump sei ins Stammbuch geschrieben, Trump nimmt vielleicht nur die gleichen Rechte als psychisch belasteter Mensch in Anspruch wie viele andere hier im Land! Unschuldig, nicht belangbar und… Mehr
Na und? Muss deswegen irgendeiner weniger aufs Gaspedal treten?
Lasst die Unternehmen und auch die Tankstellen ruhig mehr verdienen.
Der Preis den der Tankstellenpächter von den Konzernen erhält steigt nämlich auch. Es ist sowieso nur vorübergehend.
Bei einem Spritpreis von 2,50 Euro landet ca. 1,07 Euro Energiesteuer, CO²-Abgabe und Mehrwertsteuer in der Steuerkasse. Für den Rest muss das Öl gefördert, raffiniert, transportiert und verkauft werden. Für eine Stunde im Verkauf muss der Verkäufer mindestens 13,90 Euro verdienen, bei Vollzeit mit 160 Stunden verdient er 2224 Euro. Besteuert wird das wiederum mit 132,33 Euro und Sozialabgaben 481,37. Nettoverdienst 1610,30 Euro. Insgesamt kassiert der Staat an der Arbeit für den Verkäufer 1065,16 Euro an Steuern und Sozialversicherungen. Das ist fast die Hälfte des Verdienstes eines kleinen Mannes oder Frau. Da muss man schon sparen für einen Frisörbesuch. Stellt… Mehr
Von diesen Spritpreisen hat die Politik lange geträumt, Stichworte: Klimarettung, E-Auto, Steuereinnahmen. Man wird deshalb nichts zu deren Senkung tun.
Dass die Spritpreise absichtlich hoch gehalten werden war mir klar. Der „Staat“ verdient ja am meisten daran. Es ist m.E. auch eine Frechheit, dass auf sämtliche Seuern am Ende noch die Mehrwertsteuer aufgeschlagen wird.
> Lanz lässt den US-Starjournalisten Tucker Carlson einspielen, der als Trump- und MAGA-Freund galt und in jüngster Zeit deutlich auf Abstand zum US-Präsidenten gegangen ist. Trumps Drohungen seien „nichts anderes als ein Kriegsverbrechen“, sagt Carlson.
> „Warum ist deutsche Politik nicht in der Lage zu solcher Klarheit?“, fragt Lanz den CSU-Mann Hoffmann
Schwer zu beantworten – kommt solche Klarheit hier? Nicht Carlson verwarf seine Prinzipien, sondern Trump brach seine Versprechungen.
Ich denke, dass es ziemlich egal war, wer aus der Regierung eingeladen wurde. Die Antworten wären ähnlich ausgefallen. Vielleicht hätte der eine oder andere noch das Wort Völkerrechtsbruch in den Mund genommen, aber der Rest wäre wohl gleich ausgefallen. Ich bin etwas verwundert darüber, warum man dem Iran den Völkerrechtsbruch nicht auch vorgeworfen hat, als er Dubai angegriffen hat oder in Katar und Saudi Arabien Flüssiggasanlagen bombardierte. Das waren ja nun auch nicht gerade Verteidigungsmaßnahmen. Trump ist ein Poltergeist der häufig schneller spricht als er denkt. Solche Menschen korrigieren sich häufig, wenn sie über das Gesagte nachgedacht haben. Sollte zwar… Mehr