Tagesthemen-Kommentatorin will Bürger nicht mit Freiheit „belohnen“

„Freiheit als Belohnung“: Eine ARD-Journalistin offenbart in einem absurden Kommentar zu den Corona-Maßnahmen ein sehr merkwürdiges Freiheitsverständnis.

Screenshot Twitter: Tagesschau

Freiheit als Naturzustand – mit diesem Gedanken tun sich viele schwer, insbesondere im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dies belegte zuletzt MDR-Journalistin Kerstin Palzer. In einem „Tagesthemen“-Kommentar zeigt sie sich irritiert über die „neue Freiheit“, die mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen einhergehen würde.

Nach Gesprächen mit „Virologen, Klinikchefs und Ärztinnen“ kommt sie zu dem Schluss, dass die Maskenpflicht in den Innenräumen bleiben sollte. Ihre Argumentation: Die Hospitalisierungsrate und andere Parameter sind so hoch wie nie, und trotzdem lockern wir.

— tagesthemen (@tagesthemen) March 18, 2022

 

Die Argumentation der Gegenseite, aus welchem Grund lockern jetzt richtig ist, stellt sie wie folgt dar: weil wir seit zwei Jahren „brav“ waren, uns Normalität wünschen und weil die FDP mitregiert. Ihre Meinung dazu ist klar: „Ich habe es auch satt, aber wir können uns doch nicht mit Freiheit belohnen in einer Situation, in der die Pandemie gerade wieder Fahrt aufnimmt.“

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Dieser Satz lässt ein merkwürdiges Freiheitsverständnis zum Vorschein kommen – denn Freiheit ist kein Leckerli, mit dem man brave Hunde belohnt, sondern Kern des liberal-demokratischen Staatsverständnisses, welches doch gerade Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen vorgeben zu verteidigen. Dies passt nicht zusammen mit Freiheit als Belohnung, als Geschenk für ordnungsgemäßes Verhalten. Dann gibt es nämlich keine Bürger mit Rechten mehr, sondern nur noch Untertanen, die vom Staat abhängig sind. Dass Freiheit prinzipiell gewährleistet ist – und der Staat sie nicht „gibt“ oder „gewährt“, scheint Frau Palzer nicht zu verstehen.

Interessanterweise kritisiert sie den Bundesgesundheitsminister Lauterbach, der die Verantwortung an die Länder abschiebe – das findet Frau Palzer unlogisch und gefährlich. Dem ist entgegenzuhalten: Nicht die Verantwortung an die Länder zu geben, ist unlogisch und gefährlich – sondern der Satz „Freiheit als Belohnung“. Dieses obrigkeitshörige Denken ist falsch und gefährlich.


Von Simon Rabold (21 Jahre). An diesem Samstag wird die TE-Seite von jungen Autoren betrieben.

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