Razzia bei kommunistischen Feministen mit Terrorsympathien

Mehrere Anhänger der linksextremen Feministen-Kampforganisation „ZORA“ sind am Mittwochmorgen unsanft geweckt worden. Rund 170 Einsatzkräfte durchsuchten acht Objekte in den Ortsteilen Friedrichshain, Karlshorst, Kreuzberg, Neukölln, Prenzlauer Berg und Wedding.

imago images / Sven Simon

Sie werden es wohl als Aggression des rassistisch-faschistisch-bürgerlichen Kapitalisten-Staates deuten: Mehrere Anhänger der linksextremen Feministen-Kampforganisation „ZORA“ sind am Mittwochmorgen unsanft geweckt worden. Rund 170 Einsatzkräfte durchsuchten acht Objekte in den Ortsteilen Friedrichshain, Karlshorst, Kreuzberg, Neukölln, Prenzlauer Berg und Wedding.

Die Einsatzkräfte stellten Beweismaterial sicher sowie Pyrotechnik, eine Schreckschusswaffe und Munition. Fünf von sechs Beschuldigten – vier Frauen und ein Mann – sollen der Feministengruppe „ZORA“ angehören. Die Organisation war zuletzt auch bei einer israel- und judenfeindlichen Hörsaalbesetzung an der FU Berlin auffällig geworden. Im September trat eine Sprecherin von „ZORA“ beim „Klimastreik“ von „Fridays for Future“ vor dem Brandenburger Tor auf, wie zuerst Bild-Journalist Filip Piatov berichtete.

Anlass für die jetzigen Durchsuchungen ist die offen zur Schau gestellte Nähe der Feministen zur Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), eine der traditionsreichsten palästinensischen Terrororganisationen. Konkret verweisen verschiedene Medien auf einen Instagram-Post von „ZORA Berlin“ vom 12. Oktober unter der Überschrift: „Keine Befreiung der Frau ohne die Befreiung Palästinas“.

In dem kurz nach dem antisemitischen Terrormassaker der Hamas veröffentlichten Beitrag stellt sich die Organisation hinter den „lebendigen Widerstand“ in „Palästina“. „Widerstand“ ist dabei eine Chiffre für anti-israelischen Terror. Auch die Hamas nennt sich „Widerstandsbewegung“. Der „Befreiungskampf der Palästinenser:innen“ sei „legitim“, heißt es in dem „ZORA“-Beitrag weiter. Der Post ruft außerdem dazu auf, „die fortschrittlichen Kräfte, wie z.B. die PFLP […] zu stärken“.

Die PFLP wurde 1967 durch den christlich-arabischen Arzt George Habasch gegründet. Entstanden vor dem „islamischen Erwachen“ im Nahen Osten, handelt es sich um eine eher säkulare Organisation mit kommunistischer Ideologie. Die Volksfront ist maßgeblich mit der Methode der Flugzeugentführungen verbunden, die das Palästinenserthema ab Ende der 1960er Jahre auf die Weltagenda hoben. Heute spielt sie in der palästinensischen Politik eine nachgeordnete Rolle, beteiligt sich aber am Terrorkrieg gegen Israel.

Für Linksextremisten im Westen ist die PFLP immer wieder Identifikationsobjekt. Linksradikale Feministinnen im Speziellen sehen etwa in Leila Chaled eine Vorbild-Ikone. Chaled ist eine Flugzeugentführerin der ersten Stunde und lebte heute noch. Personen wie sie ermöglichen es „ZORA“, den Palästinenser-Terror gegen Israel mit einer „feministischen Perspektive“ zu verknüpfen.

Der genannte Instagram-Post von „ZORA“ ist für die Organisation, die sich auch mehr als 30 Jahre nach dem Bankrott des Weltkommunismus noch im Kampf gegen „Bourgeoisie“ und „Faschisten“ wähnt, kein Ausrutscher. Auch auf ihrer Webseite hat sich die Feministen-Organisation wiederholt terrorverherrlichend geäußert. Am 10. Oktober etwa, dem dritten Tag nach dem Hamas-Massaker, veröffentlichte „ZORA“ eine ausführliche Stellungnahme, in der der Hamas-Überfall als „ein historischer Moment für nationale Befreiungskämpfe weltweit“ und ein „Fortschritt“ gefeiert wird: „Das ist kein Terrorismus, das ist Widerstand, das ist Selbstverteidigung!“

Dem Text lässt sich aber auch der Kampf der Feministen mit der eigenen kognitiven Dissonanz entnehmen. So fühlen sie sich gezwungen, die Gewalt der Hamas gegen Frauen in Israel tadelnd zu erwähnen, schließen dann jedoch umgehend an, dass der „Kampf und der Angriff auf die Besatzungsmacht dadurch nicht an Legitimität“ verliere. Außerdem heißt es, der „Diskurs um Gewalt an Zivilist:innen“ sei „als Falle des bürgerlichen Humanismus“ zu werten. Ob das auch für den Diskurs über den Tod palästinensischer Zivilisten gilt?

Im kommunistischen Lehrbuch-Stil erwähnt „ZORA“ auch, dass die Hamas „eine reaktionäre Ideologie“ vertrete, also dem eigenen Kommunismus eigentlich konträr gegenübersteht. Auch hier finden die Feministen aber einen Ausweg aus ihrem Dilemma: „Die Fragen nach Klassenkampf und Frauenrevolution sind in der jetzigen Phase, in der sich Palästina als besetztes und kolonialisiertes Land befindet, sekundär. Es ist die nationale Frage, die momentan einer dringenden Lösung bedarf.“

In einem anderen Beitrag heißt es im vorgeblich postkolonial-antikapitalistischen Duktus, „die vollständige Befreiung Palästinas und damit die Verdrängung der zionistischen Kolonialherren“ werde „einen Schlag gegen amerikanischen und europäischen Imperialismus bedeuten und eine Lücke schaffen, die die momentane Ordnung der Monopolkapitalisten bedeutend destabilisieren würde“.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor kommentierte das Vorgehen gegen „ZORA“ via X mit den Worten: „Links heißt heute eben nicht mehr nur antirassistisch und antifaschistisch – hier haben sich längst Positionen verschoben.“ Positiv daran ist, dass Kaddor „ZORA“ als linke Organisation klassifiziert und damit linken Antisemitismus als solchen ernst nimmt.

Irritieren muss indes, dass die Politikerin diesen offenbar für ein neues Phänomen hält. Dabei ist genau das Gegenteil richtig. Wer die Online-Pamphlete von „ZORA“ liest, fühlt sich zurückversetzt in die 1960er und 1970er Jahre, als 68er und K-Gruppen es sich zur Aufgabe machten, mit kommunistischer und „anti-kolonialer“ Brille Israel zu dämonisieren und palästinensische Judenmörder zu ihren Helden zu erklären. Die Kontinuitäten wirken bis heute fort, bei weitem nicht nur in der vollends radikalisierten Linken, wie sie „ZORA“ repräsentiert.

Ferat Koçak, Mitglied für die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus, wies am Vormittag bei X daraufhin, dass auch das „migrantische Cafe Karanfil“ in Neukölln von einer Razzia betroffen sei. Es handle sich um „rassistische Repression gegen linke migrantische Räume unter dem Vorwand der Bekämpfung von Antisemitismus“, sagte er. Das Café schrieb am Morgen auf seinem Telegram-Kanal: „Brauche Anwälte“.

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Kommentare ( 16 )

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elly
2 Monate her

so bitter das auch ist, aber ich bin fest überzeugt, ohne den Angriff der Hamas auf Israel könnten derartig extremistischen Gruppen völlig unbehelligt agieren oder würden gar von unserer Innenministernde Nancy bzw. Außenministernde Annalena finanziell unterstützt.

Siggi
2 Monate her

Mit 3000 Polizisten hinter ein paar Rentner herlaufen, dass kann Faeser. Diese gefährlichen Weiber lässt sie gewähren. Dieses Land hat fertig.

Sonny
2 Monate her

Feministen mit Nähe zur Volksfront für die Befreiung Palästinas…
Das ist so absurd, dass kann man sich echt nicht ausdenken.
Die erste Amtshandlung der Palästinenser wäre wahrscheinlich, die Frauen in Burkas zu stecken, ihnen jegliche Rechte zu entziehen und Widerspruch mit Prügel und Vergewaltigungen zu beantworten.
Diese selbsternannten „Feministen“ haben doch echt alle zusammen nicht mehr alle Tassen im Schrank.
Wie doof kann man eigentlich sein?

BeVo
2 Monate her
Antworten an  Sonny

„… Die erste Amtshandlung der Palästinenser wäre wahrscheinlich, die Frauen in Burkas zu stecken, ihnen jegliche Rechte zu entziehen und Widerspruch mit Prügel und Vergewaltigungen zu beantworten. …“
Ein schöneres 🙂 Weihnachtsgeschenk für die Zoras, die offensichtlich sich der Roten Zora und ihrer Bande gedanklich verbunden fühlen, aber an die echte rote Zora und ihre Bande nicht im Entferntesten kognitiv und von ihrem Handeln her heranreichen und das niemals werden.

Marco Mahlmann
2 Monate her

Falsche Taktik. Die linksextremen Frauen müssen in gefährliche Gruppen eingeschleust werden. Solche Frauen zerstören jede Ordnung, jede Gruppe, alles. Linksextreme Frauen in ein Unternehmen, und es geht garantiert pleite. Linksextreme Frauen in eine Glaubensgemeinschaft, und die Mitglieder zerstreuen sich garantiert in alle Winde. Linksextreme Frauen in eine Terrororganisation, und jeder Anschlag geht garantiert schief.
Allerdings: Sind Sie sicher, daß Frau Kaddor den linken Antisemitismus erstens erkennt und zweitens rügt?
Zudem: Waren nicht auch die Nationalsozialisten links? Wo ist die zeitgenössische Beschreibung der Nationalsozialisten als rechts? Ist es nicht vielmehr linke Propaganda, Hitler rechts zu verorten?

niezeit
2 Monate her

Tageslicht auf den Einsatzfotos, Dezember, Wochentag – wieso befinden die sich zum Zeitpunkt der Razzia eigentlich zu Hause? Kleinliches Detail, aber es weist auf eine Eigenart vieler Ideologen und ihrer Vorbilder hin, deren Aufzählung in einer Reihe sie natürlich empört von sich weisen: Hitler, Stalin, Mao, Che Guevara… Die Ideologie wird zur Bemäntelung ihrer Unfähigkeit genutzt, mit stringenter Tätigkeit ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Sie wollen nie die Jugend- bzw. Studentenzeit verlassen. Es ist daher wichtig, ihnen jegliche „Sozial“hilfe vorzuenthalten. Sie sollen im Pfuhl leben, als Abschreckung für alle Faulpelze.

Sozia
2 Monate her

Was für grauenhaft verirrte Geister. Wissen diese „Feministinnen“ denn ernsthaft nicht, wie die Palästinenser ihre Frauen behandeln? Diese „Zoras“ studieren aber nicht, sie besetzten nur den Hörsaal, oder? Sagt bitte, dass diese Frauen nicht studieren, schon der Gedanke wäre unerträglich.

Soistes
2 Monate her
Antworten an  Sozia

Leider studieren sie tatsächlich. Schon zu meiner Zeit (80ger Jahre) waren geistes- und sozialwissenschaftliche Fakultäten zumindest teilweise Propaganda Institute.

Danton
2 Monate her

Wenn es noch einen Beweis dafür geben muß, das wir in einer offenen Psychiatrie leben, dann bitteschön, Schwarz auf Weiß: „Keine Befreiung der Frau ohne die Befreiung Palästinas“. Frauen hat man in der westlichen Welt gerade abgeschafft, und Palästina gibt es nicht. „Keine Befreiung der Frau ohne die Befreiung Palästinas“, auch beim zweiten Mal lesen bleibt nur der Wahn dieser Leute erkennbar.

Sozia
2 Monate her
Antworten an  Danton

Man kann das als Frau gar nicht fassen. Man will den Kopf an die Wand schlagen, so unerträglich ist das.

foxthefox
2 Monate her

Spitze, an die Horden von migrantischen kriminellen MÄNNER traut man sich wohl nicht mehr heran, dann eben „kommunistische“ Feministinnen mit Chinaböllern. Respekt vor deutscher Polizei und ihren Verantwortlichen und politischen Weisungsgebern.

Was kommt als nächstes ? Robuste Maßnahmen gegen mutmasslich tierquälende kirchensektiererische Rentner ?

bfwied
2 Monate her

Befreiung der geknechteten Arbeiter (v.a. 70er-Jahre), Befreiung der Frau (bis heute, immer aggressiver, und wovon?), Befreiung vom Kapitalismus (bis heute, warum genehmigen sich die Linken leise und schnell alle möglichen Zulagen?), Befreiung vom Rassismus (alle Nichtweißen sind gut und lieb), Befreiung von Notengebung (s. Pisa etc., Hamburger/Bremener Notensystem), Befreiung von Rechtschreibregeln (Schreiben nach „Gehör“), Befreiung von Mathematik (Unterdrückungssystem der bösen Weißen (Männer)), Befreiung von Leistung, Befreiung von Wissen, von Bildung, von den Erfolgreichen und Leistungswilligen, von Pflichten, Schlagbäumen, von allem, was irgendwie nach Arbeit riecht, Befreiung der Mörder in Israel, die in Gefängnissen sitzen und als Geiseln bezeichnet werden von… Mehr

Johann Thiel
2 Monate her
Antworten an  bfwied

„Befreiung von allem, was irgendwie nach Arbeit riecht“, ist die Motivation aller linken Spinner. Und natürlich Macht über andere ohne eigene Fähigkeiten.

pbmuenchen
2 Monate her

Die sollten lieber Objekte unserer Regierungsmitglieder durchsuchen, die organisieren, finanzieren und ermöglichen das doch alles. Aber unabhängig davon sind die Palästinenser in einer üblen Situation, unabhängig von deren Religion oder Gesinnung. Das israelische Regime bzw. deren Regierung hat außerdem während Corona ihr wahres Gesicht gezeigt, das sollte man ebenfalls nicht unberücksichtigt lassen. Solche sollten grundsätzlich keine Unterstützung bekommen. Auch hier zeigt sich wieder, dass das Polarisieren offensichtlich dazu dient, zu teilen und zu herrschen. Es bestehen folglich berechtigte Zweifel daran, dass die einen ausschließlich gut sind und die anderen ausschließlich schlecht.

BeVo
2 Monate her
Antworten an  pbmuenchen

„Die sollten lieber Objekte unserer Regierungsmitglieder durchsuchen, die organisieren, finanzieren und ermöglichen das doch alles. …“
Die Krawallfrauen stecken eher mit der ReGIERung organisatorisch und gedanklich unter einer Ideologen-Decke. Und feige werden diese Ersatz-Zoras ebenso sein, wenn es nicht gegen einen wahrhaftigen Gegner geht.

pbmuenchen
2 Monate her
Antworten an  BeVo

Der ganze Feminismus hatte nur ein Ziel, die Frauen ebenfalls in die Arbeit zu bringen, um die Gehälter halbieren zu können. Im Grunde funktioniert hier alles nach diesem Prinzip: etwas angeblich positives wird vorgetäuscht, um ganz andere Ziele zu erreichen. Es sind hier diejenigen, die die »Demokratie« angeblich fördern und gleichzeitig die Wahlen fälschen, damit deren Vorstellung von »Demokratie« ja nichts im Wege steht. Die Täuschung der Massen, unterstützt von einem immens teuren Medienapparat, funktioniert seit Ende des zweiten Weltkrieges. Die Einheitspartei, die sich egal aus welchen Koalitionen zusammensetzt, hat seither ununterbrochen regiert. Vielleicht ist es gut so, dass sie… Mehr