Präsident der Bundesnetzagentur warnt vor schwerwiegenden Folgen, wenn das Gas ausgeht

Der Chef von EON warnt vor leeren Gasspeichern, die Bundesnetzagentur vor schwerwiegenden Folgen für die Bevölkerung – doch Robert Habeck hält am Ausbau von Windrädern fest. Die Lage ist noch ernster als ernst, weil der Energieminister nicht aus der Fülle der Urteile, sondern aus dem Reichtum seiner Vorurteile lebt.

IMAGO / JOKER

Filip Ton, Chef von EON-Deutschland, schätzt ein, dass „die Speicher nur zwischen 25 und 27 Prozent gefüllt“ sind. „Da ist ein sehr niedriges Niveau, entsprechend hoch wird die Nachfrage zum Füllen der Speicher sein.“ Nun warnt der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, dass es für die Bevölkerung schwerwiegende Folgen haben werde, wenn Deutschland das Erdgas ausgehen würde. „Es ist leider nicht völlig auszuschließen, dass wir Entscheidungen treffen müssen, die furchtbare Konsequenzen für Unternehmen, für Arbeitsplätze, für Wertschöpfungsketten, für Lieferketten, für ganze Regionen haben.“

Zeit zum Lesen
„Tichys Einblick“ – so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen
Im Grunde zeigen sich die Umrisse einer Katastrophe, vor der uns nicht einmal Habecks Windräder retten. Müller richtet seine Mahnung an alle Gaskunden, „heute schon Gas einzusparen, um den Füllstand der Speicher nicht zu belasten“. Die Bundesnetzagentur unternähme bereits alles, um nicht die „dritte Stufe des Notfallplans Gas“ ausrufen zu müssen. Unter anderem befindet sich die Agentur in „intensiven Gesprächen mit verschiedenen Branchen“, um „herauszufinden, wo Einsparpotenziale sind“. Die Daten, die erhoben werden, dienen dazu, um im Falle eines Gasmangels über Abschaltungen zu entscheiden.

Was unternimmt nun die Bundesregierung, womit beschäftigt sich der Energieminister Habeck? Am Dienstag eröffnete Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck den 8. Berlin Energy Transition Dialogue (BETD), ein vom Steuerzahler mitfinanzierter Kongress der Erneuerbaren Energien Lobby. Einen Tag später rief Habeck den Gasnotfallplan Stufe 1 aus. Desweiteren beschäftigte sich der Energieminister mit so dubiosen Projekten, wie der Abwälzung der steigenden Energiekosten auf die Vermieter oder mit einem Eckpunktepapier zum beschleunigten Ausbau von Windkraft. Rechtssicher sollen die Genehmigungsverfahren für den Ausbau von Windkraft beschleunigt werden durch die Entrechtung der Bürger. Schließlich ist bei der Befriedigung der Bedürfnisse der Windenergie „Eile geboten.“

Währenddessen gab REW als Musterschüler der grünen Klimaideologen am 31. März 2022 stolz bekannt: „RWE Power legt morgen, am 1. April, den 300-Megawatt-Block A des Braunkohlenkraftwerks Neurath still.“ Fahrlässiger geht es schon nicht mehr: Der Chef von EON-Deutschland warnt, dass die Gasspeicher eine niedrige Füllmenge aufweisen, der Chef der Bundesnetzagentur warnt, dass es nicht auszuschließen sei, dass die Bundesnetzagentur Entscheidungen treffen müsse, „die furchtbare Konsequenzen für Unternehmen, für Arbeitsplätze, für Wertschöpfungsketten, für Lieferketten, für ganze Regionen“ haben würden und RWE schaltet ein 300-Megawatt-Block eines Kohlekraftwerkes ab, während der Energieminister, dessen Aufgabe es in dieser Situation gewesen wäre, das zu verhindern, von Windkraft träumt. Und weltfremde Journalisten in Redaktionsblasen machen sich ein Vergnügen daraus, die Regierung zum Erdgasembargo zu drängen.

Die Lage ist ernst, sie ist noch ernster als ernst, weil der Energieminister nicht aus der Fülle der Urteile, sondern aus dem Reichtum seiner Vorurteile lebt. Jetzt ist nicht Utopie gefragt, sondern Realismus, nicht Ideologie, sondern Pragmatik. Es geht nicht darum, Deutschland zu verbessern, sondern Deutschland zu erhalten. Wenn in Deutschland die Lichter ausgehen, sollte niemand vergessen, wer dafür die Verantwortung trägt. Es wäre allerdings besser, der Energieminister wacht auf.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 90 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

90 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
Esteban
1 Monat her

Interessant wird es, wenn ein zuvor beheizter Wohn- oder Arbeitsraum mangels Energie binnen Stunden auf winterliche Aussentemperaturen auskühlt… https://de.trotec.com/produkte-services/maschinen-homecomfort/entfeuchtung/ratgeber-luftentfeuchter/grundlagenwissen-luftfeuchtigkeit/

GP
1 Monat her

Wie krank dieses System inzwischen ist sieht man daran dass der grüne Staatssekretär Oliver Krischer in der FH Aachen mit allen Ehren empfangen wird. Ein grüner MINT-Versager, Studienabbrecher der die RWTH nach eigenen Angaben ohne Abschluss verlassen hat um dann eine politische Karriere als „Energieexperte“ hin zulegen! Den Mann sollte eine FH vom Hof jagen statt den Bückling vor ihm zu machen. Welches Bild vermittelt man seinen Studenten mit solchen Empfängen? Werdet grüne Studienabbrecher und alles wird gut….

GP
1 Monat her

Habeck, die anderen Parteien sowie die Leitmedien lernen genau NICHTS aus der aktuellen Situation. Dass die „Energiewende“ mittels Wind und Sonne prinzipiell nicht möglich ist und jedes weitere Windrad auch ein weiteres Gaskraftwerk bedingt, wird weiter ausgeblendet. Der WDR überschlägt sich mit Forderungen nach weiterem Ausbau der Windräder ohne zu verstehen dass damit das Problem nicht zu lösen ist. Deutschland steckt in seiner Öko-Blase drin und kommt von selbst nicht mehr daraus. Stromproduktion bei Flaute gilt, n * 0 = 0 (mit n = Anzahl Windräder), aber schon daran scheitern sowohl die Öko-Politiker wie auch die GEZ Haltungsjournalisten. Am Ende… Mehr

Joe
1 Monat her

Haben Sie von Initiativen der CDU im Bundestag oder der Landesregierung in Düsseldorf zum Erhalt der Kohle- oder Atomkraftwerke gehört? Ich nicht! Seit 2015 müsste jedem klar sein, dass die Kaste der schwarzrotgrünen Parteien verantwortungslos sind. So wie die Migration und die Corona-Krise wird auch die Energiekrise mit Ideologie gemanagt, weil Fakten und Logik „nazi“ sind.

Torsten M
1 Monat her

Das ganze Gezeter in den Kommentarspalten bringt nichts. Wir sind nun alle hilflos ausgeliefert. Das Kartenhaus bricht zusammen. Man redete seit Jahren darüber, man wusste, dass es irgendwann passieren müsste – nur was dem Kartenhaus den finalen Stoß geben würde, das ahnte man nicht. Ich kann von mir zumindest sagen, dass ich keine der Parteien, die in den letzten 10 Jahren die Regierung bildeten, gewählt habe. Meine Schuld ist es nicht. Jedoch werde ich für die Entscheidungen der anderen mitleiden müssen.

antoine
1 Monat her

Mein Schulfreund, ein inzwischen pensionierter Mathematiklehrer, nahm kürzlich einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand und notierte eine Menge Zahlen, anhand deren er mir dann erklärte, dass aufgrund des Energiebedarfs und der vorhandenen Flächenressourcen die von den Grünen herbeigeschwafelte Energiewende schon rein rechnerisch nicht möglich sei. Dann sah er mich ernst an und sagte: Zahlen lügen nicht. Das sollte sich Herr Habeck und seine Spießgesellen merken: Naturwissenschaften lassen sich nicht wegdiskutieren.

89-erlebt
1 Monat her

Nicht zu vergessen wer und was die Kühltürme von Philipsburg gesprengt hat und Moorburg zu vorzeitigen AUS gedrängt hat.

Reinhard Peda
1 Monat her

Gut ich hab Ölheizung, sollte auch mit Diesel funktionieren – nächstes Thema.

Busdriver
1 Monat her

Ich frage mich, ob all diese Leute, die diese Energieabhängigkeit Deutschlands von Russland herbeigeführt haben und weiterhin durch Abschalten moderner gut funktionierender Kraftwerke herbeiführen, glauben, dass sie sich bei Blackouts mit nachfolgenden Plünderungen und bürgerkriegsartigen Zuständen einfach so aus dem Staub machen können ? Vielleicht wäre in einem solchen Fall ein ordentliches Gerichtsverfahren ihr geringstes Problem. Können sich diese Menschen nicht vorstellen, wie Leute reagieren, die plötzlich frieren, hungern und keinen Arbeitsplatz mehr haben und ziemlich genau wissen, wer ihnen das eingebrockt hat ? Vermutlich haben die in der ersten Reihe für den Fall schon Fluchtpläne in Länder ohne Auslieferungsabkommen… Mehr

Fieselsteinchen
1 Monat her
Antworten an  Busdriver

Aber sicher! Ist Ihnen aufgefallen, wie wenige familiär gebunden sind? Auslandskonten, ja wohlverfreilich. Sogar viele sehr bekannte Medienvertreter besitzen Inselchen, Anne Will wohnt in der Schweiz. Die niedere Garde wird im näheren europäischen Umland Zuflucht suchen, mit neuer Haarfarbe. Aber es gibt zum Glück Auslandsdeutsche, die wegen dieser Gestalten in den letzten Jahren die Flucht antraten. Die sind ganz heiß drauf, dass ihnen Merkel und Konsorten über den Weg laufen. Als die Honeckers damals nach Chile verschwanden, war die Welt noch nicht so ein kleines Dorf. Jetzt wird es für die bekannten Gesichter schwierig werden.

H. Meier
1 Monat her

Hallo Herr Mai, es besteht offensichtlich keine Hoffnung einer Wirtschaftskatastrophe zu entgehen. Unter dem US-Diktat der absoluten Konfrontation wird unsere Kapitulation als Wirtschaft abgewickelt, und sehr viele Deutsche werden endgültig garantiert die Schnauze von der Nato gestrichen voll haben. Den US-Akteuren ist in keinster weise klar was sie für eine Katastrophe anrichten. Unsere Wirtschaft besteht aus 0,7% Agrar usw., 30,7% Industrie usw. und 68% Dienstleistung und nur die 32% sorgen für Werte, Waren und realen Wohlstand. China hat 7,7% Agrar usw., 38% Industrie usw. und 54% Dienstleistung. Russland hat 3,7% Agrar usw., 30% Industrie usw. und 56% Dienstleistung. Die USA… Mehr