Merkel will Ramelow als Rückversicherung für ihre bröckelnde Mehrheit

Was der CDSU jetzt ins Haus steht, sind Diadochenkämpfe, an deren Ende Merkel in der Maske der Sanften sagen wird, also einer muss es ja tun, also tue ich es halt noch einmal.

John MacDougall/AFP/Getty Images
Bis zur Wahl von Kemmerich im Thüringer Landtag galt „das Merkel’sche Gesetz: Im Ausland keine Fragen zur Innenpolitik! Schon aus Respekt vor dem Gastgeber.“ Doch dann setzte Merkel ihr eigenes Gesetz außer Kraft, als sie neben dem südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa forderte, die Wahl rückgängig zu machen, weil die Kanzlerin in Panik geriet:

„Die Wahl dieses Ministerpräsidenten war ein einzigartiger Vorgang, der mit einer Grundüberzeugung für die CDU und auch für mich gebrochen hat, dass nämlich keine Mehrheiten mit Hilfe der AfD gewonnen werden.“

BILD und andere meldeten, am Samstag habe der GroKo-Ausschuss unter Merkel darauf geeinigt, den Weg frei zu machen für die Wahl eines Thüringer Ministerpräsidenten, nämlich für Ex-MP Bodo Ramelow. Wie Merkel versucht, ihren Wunsch mit dem CDU-Beschluss keiner Unterstützung für die Linkspartei scheinbar kompatibel zu machen, kann den kundigen Beobachter des Handelns von Frau Merkel nicht hinters Licht führen.

Wie Merkel ihren Willen durchzusetzen pflegt, knallhart und rücksichtslos hinter der sanften Maske, demonstrierte ein Tweet von Hans-Geord Maaßen:

Zahlreiche Antworten zeigen einmal mehr, nun aber so deutlich wie wohl noch nie öffentlich sichtbar, wie gleichgültig Merkel in ihrem nackten Machtdrang Demokratie ist.

Bis zu Forderung nach einem Amtsenthebungsverfahren, das es in Deutschland nicht gibt, geht die Protestpalette.

Und eine Frage wird in den Social Media nicht zum ersten mal gestellt: Handelt es sich hier schon um eine „Ochlokratie“?

„Machtversessen und machtvergessen“ sagte einst Bundespräsident Richard von Weizsäcker über die deutschen Parteien. Auf keinen ihrer Vorsitzenden traf das je mehr zu als auf Frau Merkel.

Doch nun könnte es sein, dass sie mit ihrer Kampagne für den Sozialisten Ramelow,  der ihr mit der Linkspartei das Sitzenbleiben auf dem Kanzlerstuhl sichern soll, komme da, was wolle, ihre Machtschraube überdreht hat. Der plötzliche Rückzug von Kramp-Karrenbauer spricht dafür.

Was der CDSU jetzt ins Haus steht, sind Diadochenkämpfe, an deren Ende Merkel in der Maske der Sanften sagen wird, also einer muss es ja tun, also tue ich es.

Liebe Leute, ich verrate euch ein Geheimnis: Etwas anderes hatte sie nie vor. Doch manchmal geht auch die schlaueste Rechnung nicht auf. Erstes Indiz: So früh sollte Kramp-Karrenbauer in Merkels Ablaufplan das Handtuch nicht werfen.

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Kommentare ( 104 )

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104 Kommentare auf "Merkel will Ramelow als Rückversicherung für ihre bröckelnde Mehrheit"

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Eine wichtige Rolle spielt wohl auch, daß Merkel nicht aus dem Widerstand kam – im Gegenteil. Ihre Familie gehörte zu den Privilegierten.
Und nun brach das alles weg.
Rein fachlich hat Merkel nach der Promotion wohl nicht mehr viel zustandegebracht, war wissenschaftlich Durchschnitt. Im Westen hätte sie sich ziemlich weit hinten anstellen. müssen. Da bot sich einer so ehrgeizigen Person eine politische Karriere doch geradezu an. Wie sie selbst gegenüber Müller – Vogg gesagt hat: „eine hübsche Karrierechance“.
Und dafür war sie ja schon bestens geschult. Keine Politikerin, aber eine Technikerin der Macht.

Und gleichzeitig stellt sich diese durch und durch schäbige und widerwärtige Person hin, und salbadert was von „die AfD will die Demokratie abschaffen“. Man müsste sie. Ja, das müsste man. Was für eine Niedertracht. Danke an Herrn Maaßen, dass er solche Widerwärtigkeiten dieser Person publik macht.

Es bleibt rätelhaft: Worauf beruht Merkels Herrschaft? Da sie sich nicht auf Gewalt stützt, muß es eine ganz tief sitzende Disposition = Unterwerfungsbereitschaft der Beherrschten geben. Damit meine ich nicht die Wähler, auch wenn man immer wieder sagt: selber schuld, ihr wollt es so. Es gibt in der CDU bestimmt genügend kluge und charaktervolle Personen an führender Stelle, denen sehr bald klargeworden sein muß, daß es für die Partei auf den Abgrund zu geht. Stimmenverluste seit langem – das Übel schlechthin für eine demokratische Partei. Aber die es ändern könnten, schauen wie gelähmt dem Untergang zu. Vielleicht ist es doch… Mehr

Um nach der nächsten BTW Kanzlerin bleiben und ihr Zerstörungswerk vollenden zu können, würde Frau Merkel auch nicht davor zurückschrecken, zu den Grünen oder ihrer alten Heimat SED überzuwechseln.

Merkel braucht Ramelow – und natürlich sein Versprechen, Thüringen zum Platz für alle „Flüchtlinge“ dieser Welt zu machen.

„Mit #WirHabenPlatz den #Dammbruch reparieren: Vollständige Evakuierung des griechischen Lagers #Moria nach #Thüringen, noch vor den Neuwahlen, als humanitäre Entnazifizierungs-Maßnahme. Das wäre doch das Mindeste.“
https://twitter.com/seawatchcrew/status/1225740568543756288

Sie stellen noch immer alleine reisende Kinder in den Vordergrund der Berichterstattung, wiewohl der tschechische Innenminister für 50 adoptionswillige Familien nur fast volljährige Afghanen- bzw. Pakistanimänner angeboten bekam – und ablehnte. https://www.wochenblick.at/tschechien-lehnt-veraergert-aufnahme-junger-migranten-ab/

Meine Eltern, die bis 1953 in der DDR lebten und dann flüchteten, fanden für diese Art von Leuten eine einfache, klare und eindeutige Bezeichnung: „DIE KOMMUNISTEN“!
Mehr braucht es nicht.

„Was der CDSU jetzt ins Haus steht, sind Diadochenkämpfe, an deren Ende Merkel in der Maske der Sanften sagen wird, also einer muss es ja tun, also tue ich es.“ Genau das war immer der Plan. „So früh sollte Kramp-Karrenbauer in Merkels Ablaufplan das Handtuch nicht werfen.“ Da bin ich anderer Meinung. Merkel selbst hat ja mit ihrem Äußerungen aus Afrika AKK den Todesstoß versetzt. Mal ganz abgesehen von der Farce um diese Wahl in Thüringen, ist das ja wenn es ein Problem ist, eins, daß durch die Parteivorsitzende gelöst werden muss. Und nicht durch eine aus Afrika reingrätschende Kanzlerin.… Mehr

Bei BILD Online wird das Merkel Konterfei mit einem roten Punkt versehen. In der Mediensprache ein klares Zeichen – das wars dann wohl für die Pfaffentochter!

Das bürgerlich-liberale Lager ist in der letzten Woche implodiert. Zustandegebracht hat es Angela Merkel. Das analytische Werkzeug dafür ist Marxismus-Leninismus (ML). Machtpolitisch gesehen hatte/hat der „Westen“ dem ML nichts Vergleichbares entgegenzusetzen(!). Außer, man lässt ML-kontaminierte Personen von vornherein nicht an die Macht. Der Lackmustest ist Toleranz gegenüber anderen Meinungen. Die hatte Merkel nie gehabt. Ein echter Dialog mit Merkel kam in der CDU deshalb nie zustande. Je mehr Macht sie erlangte, desto mehr Leute verschwanden aus ihrem Umfeld. Dass Merkel ideologisch (in Narrativen) denkt, ist wegen ihrer verschwurbelten Sprache nur schwer zu erkennen. Ein Wiederaufbau der CDU kann erst erfolgen,… Mehr
Merkel wollte von Anfang an eine DDR 2 auf westdeutschem Grund errichten. Aber ausgehend von der wirtschaftlichen Stärke der alten BRD. Westdeutschland ist ihr vollkommen fremd und daher das Volk auch egal. Es kommt bei ja auch sprachlich nicht vor . Um die BRD wirklich total umzuformen, hat sie sich erstens des Mittels der Deindustrialisierung und zweitens der Flutung mit Hunderttausenden von nicht assimilierbaren, kulturell möglichst weit Entfernten bedient. Man kann schon sagen, daß Merkel eine Usurpatorin ist. Sie hat sich am Anfang die Macht erschlichen und danach mit aller Kraft und mit Ränkespielen verteidigt. Eine Meisterin, deren Taktik alle… Mehr