„Liebig 34“: Berliner Polizei räumt letztes besetztes Haus in Berlin

Seit Tagen war beobachtet worden, wie Personen Gegenstände wie Wohnutensilien u. ä. aus dem Gebäude brachten. Grund zur Entwarnung ist allerdings nicht gegeben. Seit Wochen hatte die linke Szene europaweit mobil gemacht mit dem Slogan: „Wenn Liebig 34 geräumt wird, brennt Berlin.“

imago images / JeanMW

Für die Bewohner des Hauses Liebigstraße 34 war es fast noch mitternächtliche Stunde, als heute Morgen um sieben Uhr der Gerichtsvollzieher ein letztes Mal an die festungsartig verrammelte Pforte klopfte. Noch einmal sollten die Besetzer des Hauses auf friedliche Weise zum Verlassen des seit den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts besetzten Gebäudes zu bewegen. Seine Bitte verhallte natürlich ungehört. Dann begann der polizeiliche Räumeinsatz, der zurzeit noch anhält. Allerdings hatten Polizeibeamte bereits in der Nacht das Dach des Hauses besetzt. Und dabei u. a. festgestellt, dass sämtliche Balkone mit in Zement eingemauerten Glasscherben und Stacheldrahtrollen unzugänglich gemacht worden waren. Kein Wunder also, dass sich die Polizei mit schwerem Gerät Zugang zum Gebäude verschaffen musste. Eine never ending story geht damit doch zu Ende.

„Liebig 34“ war das letzte von der linksradikalen Chaotenszene besetzte Überbleibsel aus der Ära der Hausbesetzerszene, die Berlin vor fast vierzig Jahren bundesweit in die Schlagzeilen brachte. Nach zehn Jahren vergeblicher Räumungsbemühungen erreichten die Eigentümer einen Mietvertrag zur Gewerbenutzung. Das Verhältnis schien sich zu entspannen. Als dieser vor zehn Jahren abgelaufen war, radikalisierte sich die Szene zusehends. „Liebig 34“ wurde mehr und mehr zu einer rechtsfreien Zone, von der aus die radikale Linke ihre Taten plante (stadtweite Brandanschläge auf Autos, Angriffe auf Polizeibeamte, Schmierereien und Sachbeschädigungen aller Art). Ebenso diente das Gebäude als Rückzugsort für Gesinnungsgenossen der Antifa aus ganz Deutschland. Es ist müßig, zu bemerken, dass weder Miete noch andere anfallende Wohnkosten wie Gebühren für Strom und Wasser entrichtet wurden.

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Den Besetzern kam zu Gute, dass sie das Wohlwollen und den Schutz der rot-dunkelrot-grünen Bezirksregierung genossen. Noch bis gestern wurde die bevorstehende Räumung mit der Begründung kritisiert, die Hygienebedingungen der Pandemie könnten dabei nicht eingehalten werden. Das sagten die gleichen Leute, die die Nichteinhaltung elementarer Brandschutzbestimmungen im Haus für nicht beachtenswert hielten. Unterstützung bekam die Polizei zunehmend aus der Nachbarschaft. Deren wohl eher links-liberale Mieterschaft hatte zunehmend Klage über Lärmbelästigung, Verschmutzung und Verwahrlosung sowie aggressives Verhalten geführt.

Stück für Stück musste sich die Polizei von Zimmer zu Zimmer vorarbeiten. Insgesamt waren bzw. sind 2.500 Polizisten im Einsatz. Die Zahl der Besetzer wurde mit etwa 400 vermutet. Allerdings hielten sich nach Angaben der Polizei nur knapp 100 Besetzer heute Morgen im Hause auf. Seit Tagen war beobachtet worden, wie Personen Gegenstände wie Wohnutensilien u. ä. aus dem Gebäude verbrachten.
Grund zur Entwarnung ist allerdings nicht gegeben. Seit Wochen hatte die linke Szene europaweit mobil gemacht mit dem Slogan: „Wenn Liebig 34 geräumt wird, brennt Berlin.“ Einen Vorgeschmack darauf, was gemeint sein könnte, gab zu Wochenbeginn der Brandanschlag auf ein technisches Leitzentrum der Berliner S-Bahn. Die Folgen waren bis heute andauernde Unterbrechungen des Zugverkehrs, unter denen 10.000 Berliner, die auf die S-Bahn angewiesen sind, leiden müssen. In den vergangenen Nächten kam es zu einer Reihe von Brandanschlägen auf Fahrzeuge von Immobiliengesellschaften.

Man muss kein Kenner der Berliner Szene sein, um zu wissen, dass Berlins Polizei ein noch härteres Wochenende als ohnehin sonst bevorsteht. Hinzu kommt das Wissen der Beamten, dass die politische Führung der Stadt nur halbherzig hinter ihnen steht.

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Kommentare ( 30 )

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Sonny
20 Tage her

N a e n d l i c h !!!
Warum hat das so lange gedauert?
Man hätte das Gebäude auch gleich als Knast umfunktionieren können, hätte total gepaßt.

November Man
21 Tage her

Bin ich froh, dass ein Bundesverdienstkreuz nur 2,67 € Wert hat, bzw. im Einkauf kostet.

November Man
21 Tage her

Und unsere Kinder werden auch schon für den Kampf gegen Recht und Ordnung und unseren Rechtsstaat instrumentalisiert und missbraucht.
„Grundschule ruft zu Demonstration auf“
„Auch die freie Schule Kreuzberg hatte auf ihrer Webseite zur Verteidigung des Hauses aufgerufen: „Kommt mit euren Freunden und Freundinnen, Familien, Kindern, Nachbarn und Nachbarinnen zur Kundgebung in Solidarität mit der Liebig34!“
Von ordentlicher Erziehung der Jugendlichen zu anständigen Staatsbürgern oder von Rechtsstaats-treuen Lehrern ist nichts zu sehen.
Das sind wohl die Lehrer mit roten Hemden, grünen Hosen und braunen Socken.
Info aus – https://www.t-online.de/region/berlin/news/id_88720692/berlin-tausende-polizisten-bei-grosseinsatz-in-berlin.html

Alois Dimpflmoser
20 Tage her
Antworten an  November Man

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:
Lehrer fordern ihre Schutzbefohlenen auf, für gewalttätige Hausbesetzer und gegen den Rechtsstaat zu demonstrieren.
UNFASSBAR!

November Man
21 Tage her

Antifa, von wegen friedliche Anarchisten.
Vor der Räumung des besetzten Hauses „Liebig 34“ in Berlin-Friedrichshain hatten sich hunderte Demonstranten davor versammelt.
Die meist jungen, überwiegend schwarz gekleideten Leute skandierten am frühen Freitagmorgen laute Sprechchöre wie „Häuser denen, die drin wohnen“ oder „Ganz Berlin hasst die Polizei“.
Augenzeugen berichteten von vereinzelten Flaschenwürfen sowie Festnahmen. Bereits am Donnerstag hatte es Ausschreitungen gegeben.  
Antifa, das sind Verbrecher, das sind hoch kriminelle Staatszerstörer.

November Man
21 Tage her

Ja, Ja, die staatlich unterstützte linksradikale anarchistische Antifa kämpft mit brutalem Gewalteinsatz gegen unseren Rechtstaat, gegen Recht und Ordnung.
Illegale sind darunter, sagt die Szene selber, ohne zu sagen, wer und was damit gemeint ist.
„Gentri Fickt Euch alle“ haben sie an die Fassade gesprayt, daneben steht „Kill BND-Cops Now“. Im Blog des „anarcha-queer-feministischen Hausprojekts“ steht dieser Satz: „Auf den Staat und seine heuchlerischen Spielregeln scheißen wir. BRD – Bullenstaat – wir haben dich zum Kotzen satt.“
Das mit dem Stück Schei… kommt mir irgendwoher schon bekannt vor.

Manfred_Hbg
21 Tage her

Zitat 1: „Unterstützung bekam die Polizei zunehmend aus der Nachbarschaft. Deren wohl eher links-liberale Mieterschaft hatte zunehmend Klage über Lärmbelästigung, Verschmutzung und Verwahrlosung sowie aggressives Verhalten geführt.“ Und, Zitat 2: Twitter „In den angrenzenden Straßen wurden unsere Kolleg. vielerorts, teils massiv, von Personengruppen angegriffen und mussten ihre Maßnahmen auch mit körperlicher Gewalt durchsetzen. Kein Jammern, #JustSaying.#b0910 — Polizei Berlin Einsatz“ > Ach was!?? Bei zB ntv und WELT und deren Reportetn im Außeneinsatz hörte es sich aber ganz anders an. Deren Meldungen und Reportagen nach hieß es, dass zwar vereinzelnt mal „Fäuste geflogen wären“, aber das die Räumüng ansonsten insg… Mehr

Nibelung
21 Tage her

Würde sich da Besitzer nicht sein Recht erklagen, könnten die nach Ansicht unserer roten Gesellen für immer darin kostenlos wohnen und solche Maßnahmen gelten nur für jene, wo ehedem nichts zu holen ist, die anderen trifft die volle Härte sozialistischer Vorstellungen, weil sie ja selbst garnicht wissen, wie man Einkommen unter normaler Voraussetzung erwirtschaftet, das kommt nach deren Weltbild von ganz allein oder man kungelt noch so nebenbei in anderen Erwerbsquellen, wo es niemand sieht und hört, aber sehr effektiv für die eigene Kasse sein kann und dieses Prinzip ist der Sozialisten täglich Brot, denn wo sollen sie es denn… Mehr

Alois Dimpflmoser
21 Tage her

„Die Hygienebedingungen der Pandemie könnten dabei nicht eingehalten werden.“
Köstlich! Realsatire live! Hat jemand mal die „Hygienebedingungen“ im Inneren des Hauses zur Kenntnis genommen?

Fritz Wunderlich
21 Tage her

30 Jahre begingen Politiker Amtsmißbrauch, verletzten Verfassungsecht und einfache Gesetze. Sie mißhandelten gesetzestreue Bürger und waren Komplizen von Gesetzesbrechern. Die Berliner Bevölkerung wählte diese Gesetzesbrecher in ihre Posten. Die Hausbesetzer gehörten für jede einzelne Tat bestraft, aber härter noch müssten die Politiker bestraft werden.
Der Berliner Bevölkerung würde ich strafweise das Wahlrecht für 10 Jahre entziehen, da sie sich als unmündige gesetzesbrecherische Bevölkerung erwiesen hat. Berlin würde ich unter Zwangsverwaltung stellen. Den Bundespolitikern, die diesem Treiben tatanlos zugesehen haben, sollten zunmindest ihre Pensionen entzogen werden und falls noch im Amt, ihre Posten sowieso. Gegen zusätzliche Strafen hätte ich nichts einzuwenden.

Haribo11
21 Tage her

Soooo viele Polizisten für ein paar Linkshansels? Hätte man nicht Jene 3 fragen können die die Reichtagsstürmung der Rechten gestoppt haben?… Kopf Tischkante…immer wieder… und überall die gleiche Frage: Wer bezhlt das?

Nibelung
21 Tage her
Antworten an  Haribo11

Mein Großvater war Leiter einer Jugendstrafanstalt und natürlich für seine jugendlichen Gesetzesbrecher bei Feldarbeiten voll verantwortlich, Zwei Spitzbuben haben in einer günstigen Minute das Weite gesucht und es gehörte zu seinem Ehrenkodex diese beiden per Pedes über 18 Std. allein zu verfolgen und sie wieder in den Arrest zurück zu führen. Das läuft heute völlig anders ab und deswegen gibt es ja auch so viele ungeklärte Fälle, weil man heute intelligenter arbeitet, mit viel technischer Unterstützung und persönlichem Einsatz, die Frage ist nur wo und wann, denn sonst würden die ganzen Gauner nicht ungeniert auf der Straße herumlaufen, wobei das… Mehr