Neues von der Letzten Generation: „Ich klebe! Ich klebe!“

Neue Videos zeigen die Auseinandersetzung zwischen Straßenblockierern und der Polizei. Der Kampf für die Klima-Revolution ist jedenfalls sehr weinerlich: Sehen Sie selbst.

Screenshot Twitter

Die Berliner Autofahrer konnten in den letzten Wochen wieder etwas aufatmen: Es gab kaum Straßenblockaden, niemand klebte am Boden und keiner warf mit Tomaten. Man musste kaum mehr befürchten als die üblichen Qualen zwischen künstlich erzeugten Staus durch Pop-up-Radwege und sich nie verändernde Baustellen. Die „Letzte Generation“ hat sich nach ihrem Blockaden-Marathon im Februar zumindest in Berlin auf einzelne Aktionen beschränkt. Womöglich fürchteten die Aktivisten auch die zumindest angedrohte Verpflichtung zur Übernahme der Einsatzkosten der Polizei.

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Erst zum 100-Tage-Ampel-Jubiläum am 18. März kündigten sie erneut „massive Straßenblockaden“ an – doch so richtig wurde daraus nichts. Zumindest eine der Straßen im Regierungsviertel, auf denen sich die selbsternannten Weltretter angeklebt hatten, war ohnehin wegen einer Abstimmung im Bundestag gesperrt. Die Aktion ging wohl in die Hose. Berüchtigt ist die „LastGen“ auch weniger für ihre klugen Planungen, sondern eher wegen infantil-theatralischer Trotzreaktionen.

Momentan kursiert auf Twitter erneut ein Video der Straßenkleber, das für reichlich Furore, Wut und vor allem für Gelächter sorgt. Fünf „Aktivisten“ hatten sich erneut auf einer Berliner Straße niedergelassen, um die vermeintliche Hungerkatastrophe und den Weltuntergang doch noch abzuwenden. Die Polizei war schon vor Ort und griff beherzt in die Szene ein – einer der Beamten rief seinem Kollegen zu: „Komm pack mit an, die sind noch nicht fest“. Und schon ging das Schmieren-Theater los.

Einer der Demonstranten fing an, „ich klebe, ich klebe“ zu schreien. Während ein Polizist mit erstaunlicher Ruhe mit dem Mann diskutierte, schrie dieser ihn an: „Ich habe Ihnen gesagt, dass ich klebe, also hören Sie auf!“ – so als wäre das das magische Wort und die Erlaubnis für alles. Die Aktivisten wissen, dass die Beamten sie liegen lassen müssen und dazu gezwungen sind, aufwändig mit Sonnenblumenöl, Pinsel und sonstigem Gerät an den Händen und Füßen der „Essens-Retter“ herumzuhantieren, bis sich der Kleber löst.

Allerdings lief es diesmal etwas anders, denn der Mann war anscheinend (zumindest noch) überhaupt nicht festgeklebt. Ein zweiter Polizist griff beherzt zu und zog den zeternden Klebe-Pinocchio mit seinem Kollegen von der Straße – es gab kein Rucken, keinen Schmerzensschrei. Einsichtig war der „Aktivist“ aber trotzdem nicht. Er hatte einem der Polizisten, bevor er weggezogen wurde, anscheinend sogar noch aufs Knie geschlagen und rechtfertigte das mit den Worten: „Sie haben mir an meinem Arm gezogen. Ich habe Sie darauf hingewiesen, Sie haben trotzdem an meinem Arm gezogen“.

Auf Twitter hagelte es für die Aktion Hohn und Spott. Einige User schlugen den „Aktivisten“ vor, sich doch mal an die ukrainische Grenze zu kleben, das würde die russischen Panzer bestimmt stoppen. Andere erklärten „ich klebe“ zum Zauberwort, und wieder andere stellten resigniert fest, dass die „Deppen“ nicht mal das mit dem Festkleben gebacken kriegen.

Die „Letzte Generation“ hat es geschafft, sich selbst so schnell zu diskreditieren und die breite Masse gegen sich aufzubringen wie wohl kaum eine andere „Bewegung“ zuvor. Wenig verwunderlich, wenn sie mit Lebensmitteln werfen, während sie nach eigenen Aussagen deren Rettung anstreben. Wenn sie wütenden Autofahrern, die Angst um ihren Job haben, nicht mehr sagen als: „wird schon nichts passieren“ und „auf einem toten Planeten gibt es keine Arbeit“ – während sie sich nach getaner „Pflicht“ selbst erstmal eine Auszeit im Ski-Gebiet oder in Portugal gönnen.

Die vermeintlichen Aktivisten heulen in Internetvideos wie kleine Kinder, rechtfertigen ihren Abi-Abbruch mit der Weltrettung und laufen wie Wanderprediger durch die S-Bahn, um Passanten mit ihren selbsterfundenen Problemen zu nerven. Sie machen nicht mehr als sich selbst völlig lächerlich und ignorieren dabei, dass sie anderen Leuten durch ihre kindischen Aktionen das Leben schwer machen.

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Kommentare ( 53 )

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Jack
1 Monat her

Ich kenne viele junge Menschen das sind ganz andere Kaliber. Die ziehen ihr Studium, ihre Ausbildung durch und haben ganz konkrete Ziele. Zwischen der Klebefraktion und diesen jungen Menschen liegen Welten. „Geklebt“ wurden früher Tüten und das oft an ganz bestimmten Orten. Vielleicht kann der Eine oder Andere in diesem Zusammenhang seine „Fertigkeiten“ mal zum Einsatz bringen.

Juergen Waldmann
1 Monat her

Vielleicht sollten die Medien über die “ Letzte Generation “ einmal Stillschweigen vereinbaren , einfach nicht darüber berichten ! Nicht jede Äußerung eines Fehlgeleiteten ist es Wert zu kommentieren , wegsehen und ignorieren !

Stefferl
1 Monat her

Der Kleber hat wohl nicht so gut gehalten. Er sollte die Marke wechseln…

Helene Baden
1 Monat her

Das hat mal wieder richtig Freude gemacht, Ihren Artikel zu lesen! Endlich mal was Lustiges in diesen grauen Zeiten.. Schön, wie sie die ganze Lächerlichkeit dieser selbsternannten Weltenretter auf die Schippe nehmen!

Joern Lorenz
1 Monat her

Würde mich freuen, wenn die Polizisten auch so nett mit Anti-Corona Demonstranten umgehen würden….

RS
1 Monat her

„…keiner warf mit Tomaten.“ Wirklich lustig wäre es ja, wenn die Blockierten die Blockierer einmal mit Tomaten und rohen Eiern bewürfen, während diese wehrlos am Boden kleben. Ich könnte mir vorstellen, daß der eine oder andere dann zum letztenmal geklebt hätten.
Appell an die Autofahrer in Berlin: Immer ein Pfund Tomaten und einen Sechserpack Eier griffbereit haben! Alternativ vielleicht einen Beutel Milch zur Garnitur der Klebenden, oder ein Bier? Oder ein paar Matjes? Oder ein paar Tuben Kleber? Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Suedbuerger
1 Monat her
Antworten an  RS

Das mit den Tomaten klappt leider nicht.
Die neuen Sorten werden heute nicht mehr reif und weich. Das ist dann Körperverletzung.
Vielleicht sollten es die Berliner Autofahrer wie die Bretonen machen, immer einen gut verschlossenen Tornister mit Gülle oder ähnlichem stinkigen Gebräu dabei haben und großzügig ausgießen. Ganz nach dem Motto „Uns stinkt’s!“

h.milde
1 Monat her
Antworten an  RS

Surströmming bietet sich als freundlicher Snack für die hungernden Klebisten an.

Brotfresser
1 Monat her

Ein Satz wie aus der Feder von Loriot: „Sie haben mir an meinem Arm gezogen. Ich habe Sie darauf hingewiesen, Sie haben trotzdem an meinem Arm gezogen“ Das hätte der Großmeister des stillen Humors nicht besser machen können. Er ruhe in Frieden! Diese Aktivisten sind in meinen Augen zum überwiegenden Teil weder geschäftsfähig, noch haben sie die Hochschulreife! Trotzdem scheinen viele von ihnen zu studieren oder wenigstens eingeschrieben zu sein. Das schlimmste ist dabei, dass sie eigentlich nach dem Studium auch mal in die Sozialkassen einzahlen sollten, was aus offensichtlichen Gründen nicht passieren wird! Stattdessen wird die Allgemeinheit sie lebenslang… Mehr

Last edited 1 Monat her by Brotfresser
Epouvantail du Neckar
1 Monat her
Antworten an  Brotfresser

Die fehlender Hochschulreife-aber allg. Reife überhaupt, ist in D schon lange kein Hindernis um in der Politik höchste Ämter zu erlanegen. Daher gehören diese Straftaten mit Strafhöhen versehen, dass diesen Geisteszwergen_innen das passive Wahlrecht genommen ist.

Lore
1 Monat her

Aber eines muß man ihnen lassen, sie haben für sich die richtige Bezeichnung getroffen. DIE LETZTE GENERATION – dem ist nichts hinzuzufügen; es sind die letzten …

Endlich Frei
1 Monat her

Erst kleben sie auf den Straßen.
Dann kleben sie auf ihren Abgeordneten-Sesseln.

Carrera73
1 Monat her

Ich weiß nicht, ob ich bei diesem Schmierentheater lachen oder weinen soll. Guido Westerwelle sprach von spätrömischer Dekadenz. Jetzt weiß ich, was Guido Westerwelle meinte.