Importpreise steigen fast um ein Drittel gegenüber dem Mai 2021

Der hohe Anstieg der Preise für Importgüter ist vor allem durch die starken Preissteigerungen für Energieeinfuhren begründet: im Mai 2022 um 143,8 Prozent teurer als im Mai 2021 und 2,2 Prozent teurer als im April 2022. Steinkohle war sogar mehr als 330 Prozent teurer.

IMAGO / Steinach

Die Importpreise waren im Mai 2022 um 30,6 Prozent höher als im Mai 2021. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr im April 2022 bei +31,7 Prozent gelegen, im März 2022 bei +31,2 Prozent. Gegenüber dem Vormonat April 2022 stiegen die Importpreise im Mai 2022 um 0,9 Prozent.

Stärkster Preisanstieg bei Energieimporten

Energieeinfuhren waren im Mai 2022 um 143,8 Prozent teurer als im Mai 2021 und 2,2 % teurer als im April 2022. Der hohe Anstieg im Vorjahresvergleich ist weiterhin vor allem durch die starken Preissteigerungen bei Erdgas begründet. Diese Preise lagen im Mai 2022 mehr als dreimal so hoch wie im Mai 2021 (+235,6 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat April 2022 sanken die Importpreise für Erdgas allerdings um 3,6 Prozent.

Die Preise für importierte Steinkohle lagen 332,6 Prozent über denen von Mai 2021 und stiegen auch gegenüber April 2022 mit einem Plus von 8,2 Prozent weiter an.

Erheblich teurer als vor einem Jahr waren außerdem Mineralölerzeugnisse mit +104,6 Prozent und Erdöl mit +80,2 Prozent. Hier stiegen die Preise auch gegenüber dem Vormonat April 2022 wieder an: bei Mineralölerzeugnissen um 3,9 Prozent und bei Erdöl um 7,4 Prozent.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im Mai 2022 um 16,6 Prozent höher als im Mai 2021 und 0,6 Prozent höher als im Vormonat April 2022. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 26,2 Prozent über dem Stand des Vorjahres (+0,3 Prozent gegenüber April 2022).

Düngemittel und Stickstoff, Metalle und Kunststoffen

Importierte Vorleistungsgüter waren im Mai 2022 um 24,5 Prozent teurer als im Vorjahresmonat (+0,6 Prozent gegenüber April 2022).

Importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen waren mit einem Plus von 172,6 % immer noch erheblich teurer als im Mai 2021. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise hierfür aber um 2,1 Prozent.

Deutlich höher als im Mai 2021 waren außerdem vor allem die Importpreise für Rohaluminium (+70,9 Prozent), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+54,8 Prozent) sowie für Kunststoffe in Primärformen (+24,4 Prozent).

Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Mai 2022 um 8,1 Prozent über denen von Mai 2021 (+0,8 Prozent gegenüber April 2022). Teurer waren insbesondere Maschinen (+8,7 Prozent) sowie Kraftwagen und Kraftwagenteile (+6,5 Prozent).

Importierte Verbrauchsgüter wurden binnen Jahresfrist 13,1 % teurer (+1,0 Prozent gegenüber April 2022), vor allem bedingt durch den Preisanstieg im Vorjahresvergleich für Nahrungsmittel (+22,0 Prozent gegenüber Mai 2021). Unter anderem lagen die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette mit +37,3 Prozent sowie für Fleisch und Fleischerzeugnisse mit +24,8 Prozent deutlich über denen von Mai 2021. Auch pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse waren mit +10,1 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Importierte Gebrauchsgüter kosteten im Durchschnitt 9,4 Prozent mehr als im Mai 2021 (+1,3 Prozent gegenüber April 2022).

Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter lagen 23,3 Prozent über denen von Mai 2021 (-3,1 Prozent gegenüber April 2022). Insbesondere Rohkaffee (+63,2 Prozent) und Getreide (+53,1 Prozent) waren gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin erheblich teurer, wie auch lebende Schweine, die im Vorjahresvergleich zu 11,4 % höheren Preisen importiert wurden. Gegenüber dem Vormonat April 2022 sanken deren Preise aber um 16,5 Prozent.

Veränderungen der Exportpreise im Mai 2022

Der Index der Exportpreise lag im Mai 2022 um 15,9 Prozent über dem Stand von Mai 2021. Im April 2022 und im März 2022 hatte die Jahresveränderungsrate bei +16,0 Prozent beziehungsweise bei +15,9 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat April 2022 stiegen die Exportpreise im Durchschnitt um 0,6 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Ausfuhrpreise im Vorjahresvergleich hatte im Mai 2022 die Preisentwicklung der Vorleistungsgüter, die einen Anteil von etwa einem Drittel an den Gesamtausfuhren haben, mit einem Plus von 20,9 Prozent (+0,7 Prozent gegenüber April 2022). Hier lagen insbesondere die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen (+140,6 Prozent) sowie für Metalle (+34,2 Prozent) erheblich über denen des Vorjahresmonats. Die hohen Preissteigerungen bei ausgeführten Energieträgern (+140,1 Prozent gegenüber Mai 2021) hatten wegen des geringen Anteils an der Ausfuhr insgesamt einen schwächeren Einfluss auf den Gesamtindex als die Vorleistungsgüter.

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Kommentare ( 7 )

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Hannibal Murkle
1 Monat her

„ Der hohe Anstieg der Preise für Importgüter ist vor allem durch die starken Preissteigerungen für Energieeinfuhren begründet: im Mai 2022 um 143,8 Prozent teurer als im Mai 2021“

Klimagedöns, EZB-Geldschwemme, Wirtschaftskrieg gegen Russland um Woke Weltherrschaft – alle drei Antriebe der Inflation müssen weg. Etliche Tabus dabei müssen hinterfragt werden. Ich halte es für dreist, bei all der Verarmung rundum noch mit irgendwelchen „Weltrettungen“ zu kommen – egal welchen.

Ticinese
1 Monat her

Wenn man in einer Schwachwährung sitzt, werden Importpreise halt teurer. Der Euro hat seit 2008 gegenüber dem Dollar und Schweizer Franken um ca. ein Drittel abgewertet.
Trotz der nur mässigen Inflation in der Schweiz von 2,8 Prozent, erhöhte die SNB vor 2 Wochen den Leitzins um 50 Basispunkte. Sowas bleibt der EZB in Hinblick der bankrotten Club-Med-Staaten verwehrt.
 
 

R6
1 Monat her

Ich kann das aus meiner Erfahrung bestätigen. In der Regel kaufe ich alle 3 Monat einen Container an Ware in China. Jedes mal rd. +10%, seit mind. 18 Monaten so. Keine Alternativen verfügbar. Ich habe mich um Produktion in Europa bemüht. Kann man vergessen. Ansonsten erinnert mich alles frapierend an die letzten 2-3 Jahre der DDR. Geht man in den Supermarkt und will unbedingt Produkt x, dann ist das Regal gerne mal leer. (Gut, es ist Produkt y da, aber das Wunschkonzert ist vorbei.) Jetzt gerade war keine Coca-Cola da, Pepsi fast weg. Das konnte ich mir bis heute nicht… Mehr

K.Selberdenker
1 Monat her

Glaube der Vergleich zum Vormonat und die Schönfärberei ist nicht wirklich notwendig .
alles macht einen gewaltigen Sprung nach vorn und ein kleiner Schritt zurück macht es auch nicht besser, wir bleiben mit unserem Einkommen immer noch dort wo wir vor einem Jahr waren.

Gruger1
1 Monat her

Mittlerweile habe ich für mich mit der Politik abgeschlossen und bin der Meinung es muss alles noch teuerer werden. So lange bis sich keiner mehr eine Tankfüllung, Strom, Gas, Öl, und Lebensmittel leisten kann. Es muss richtig weh tun bis der Michel aufwacht und sich das alles nicht mehr gefallen lässt und auf die Straße geht. Nur ein bsp. unsere Klimahelden der Olivgrünen schmeissen Kohlekraftwerke wieder an, kaufen Fracking Ga, oh Entschuldigung, Freedom Gas und lassen NS1 und NS2 verhungern. Wie weltfremd muss man sein um dann dennoch Olivgrün zu wählen? Zum Wohl des deutschen Volkes wird es als Vasallen… Mehr

Querdenker_Techn
1 Monat her

In wie weit sind die Teuerungen bei Öl, Kohle und Gas darauf zurückzuführen, dass wir billige russische Energieträger durch teure vom Welt- oder Spotmarkt ersetzen? Was kosten uns die Sanktionen gegen Russland?
Ich sage damit nicht, dass ich dagegen bin, aber es gehört zum Verständnis dazu. Wir hören immer häufiger, die Energiekonzerne füllten sich die Taschen, aber ggf. verursacht der Staat mit seinen Entscheidungen den Preisanstieg. Leider lese ich auch hier nichts dazu.

egal1966
1 Monat her
Antworten an  Querdenker_Techn

Nun, ich bin da etwas ehrlicher und nenne „Ross und Reiter“: Natürlich sollte man alle Sanktionen gegen Russland fallen lassen. Nicht nur weil sie Deutschland mehr schaden, als den rohstoffreichen Russland, sondern auch weil man sich nun mit „Freunde“ einlässt und mit Geld und Waffen unterstützt, die in Deutschland selber wohl ein Fall für den Verfassungsschutz wären, siehe „Kampf gegen rechts“…. Ihr Kommentar klingt eher nach: “ Wasch mich, aber mache mich bitte nicht nass“. Leider ist es wohl wieder eine deutsche „Tugend“ geworden, Kritik zwar hinter vorgehaltener Hand oder anonym in sozialen Medien zu äußern, aber „offiziell“ weiter der… Mehr