Astra-Zeneca-Impfstoff soll bei über 65-Jährigen kaum wirken – Hersteller weist Vorwürfe zurück

Der Impfstoff von AstraZeneca ist das Rückgrat der EU-Impfstrategie. Doch nach übereinstimmenden Medienberichten soll die Bundesregierung erwarten, dass der Impfstoff für über 65-Jährige gar keine Zulassung erhalten könne.

imago images / Martin Wagner
Der Impfstoff von AstraZeneca sollte das eigentliche Rückgrat bei der Impfung in der EU sein. Der schwedisch-britische Vektorimpfstoff ist weltweit mit Abstand der am meisten georderte, mehr als doppelt so viele Aufträge wie bei bei BionTech sind hier eingegangen. Besonders ärmere Länder mit schlechterer medizinischer Versorgung, zuvorderst Indien setzen auf die Vakzine. Denn die hat entscheidende Vorteile: Sie sind deutlich preiswerter, aber vor allem fällt die extreme Anforderung weg, den Impfstoff auf -70 Grad zu kühlen, die etwa bei BionTech nötig sind. Das stellt die behördliche Infrastruktur vor enorme Probleme, AstraZeneca soll man hingegen bei Kühlschranktemperaturen lagern können. 300 Millionen Impfdosen hat die EU hier bestellt und sich für weite 100 Millionen eine Option offen gehalten, ursprünglich wollte man hierfür sogar gänzlich auf eine BionTech-Order verzichten.

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Doch nun werden schwere Vorwürfe gegen den EU-Hoffnungsträger erhoben: Zunächst gab der Konzern bekannt, statt der vereinbarten 80 nur 31 Millionen Dosen bis März an die EU liefern zu können. Damit dürfte sich die Schleichimpfung fortsetzen. Aber jetzt kommt es noch dicker: Nach übereinstimmenden Medienberichten von Bild und Handelsblatt soll die Koalition in Berlin eine Wirksamkeit des Impfstoffs bei über 65-Jährigen von unter 10% erwarten, die Bundesregierung rechnet daher mit keiner Zulassung des Impfstoffs für über 65-Jährige.

Das hätte enorme Konsequenzen. Es gibt in Deutschland fast 20 Millionen über 65-Jährige, die ja zuerst geimpft werden sollen. Ohne den AstraZeneca-Impfstoff ist das Erreichen solcher Zahlen bei der Impfung in absehbarer Zeit aber unmöglich. Dann könnte man mit der Impfung Jüngerer beginnen, das wird die vielleicht freuen und mag wirtschaftlich durchaus richtig sein, medizinisch ist es aber natürlich Schwachsinn. Dann impfen wir Bürger, die nicht durch das Virus bedroht sind und jene, die eine funktionierende Impfung wirklich brauchten, können wir nicht impfen. Die Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs wird für Ende Januar erwartet.

AstraZeneca wies die Vorwürfe mittlerweile als „komplett falsch“ zurück. Auch das Gesundheitsministerium dementierte unter anderem in Bezugnahme auf die Wirksamkeitsstudie, aus der sich eine solche Vermutung nicht ableiten lasse.

Lediglich vier Prozent der Probanden dieser Studie waren allerdings über 70, die Studie ist in dieser Altersklasse wenig aussagekräftig, ähnlich wie die BionTech-Wirksamkeitsstudie auch.
Außerdem gab es größere Verwirrungen bei der Frage der Dosierung. In der AstraZeneca-Studie stellte sich heraus, dass eine bei der ersten Dosis halbierte Impfstoffmenge höheren Schutz bieten würde. Dieses optimale gemischte Impfschema soll laut der Fachzeitschrift Lancet aber bei keinem Probanden über 55 zum Einsatz gekommen sein.

Sollten sich die Medienberichte als wahr herausstellen, wären die letzte Hoffnung dann nur noch die bereits zugelassenen Moderna-Vakzine, die ebenfalls geringerer Kühlanforderungen bedürfen. Von ihnen hat die EU allerdings nur 80 Millionen Dosen geordert.

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Kommentare ( 58 )

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Frank Bleil
30 Tage her

Das Problem der Wirksamkeit dieses Wirkstoffs scheint mir folgendes zu sein: Bei der ersten und der zweiten Impfung wird das gleiche Vektor-Virus verwendet. Nach der ersten Impfung bildet der Körper natürlich dann auch Antikörper gegen das Vektor-Virus. Bei der zweiten Impfung sind diese Antikörper fertig und vernichten das Virus mit dem Impfstoff. Das passt auch zu den Informationen, dass die Impfung wirkungsvoller sein soll, wenn die Dosis bei der ersten Impfung reduziert wird. Dann werden weniger Antikörper gegen das Vektor-Virus gebildet. Diese Dummheit hätten die Russen bei ihrem Sputnik Impfstoff folglich nicht begangen. Sie verwendeten bei der zweiten Impfung ein… Mehr

Teide
1 Monat her

Es wird jeder sein Geschäft machen. “Der Impfstoffhersteller Merck hat die Entwicklung von zwei Coronavirus-Impfstoffen aufgegeben. Nach umfangreichen Untersuchungen sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Impfungen weniger Schutz bieten als die Infektion mit dem Virus selbst und die Entwicklung von Antikörpern. Das Unternehmen teilte mit, dass die Impfungen V590 und V591 von den Testpatienten „gut vertragen“ wurden, jedoch im Vergleich zur natürlichen Infektion eine „minderwertige“ Reaktion des Immunsystems hervorriefen. Das Unternehmen erklärte, dass es sich stattdessen auf die Forschung an therapeutischen Medikamenten mit den Bezeichnungen MK-7110 und MK-4482 konzentrieren wird. Die Medikamente zielen darauf ab, Patienten vor den Schäden… Mehr

reconquistadenuevo
1 Monat her

Dieses Märchen muss von BionTech oder Börsianern gestreut worden sein. Geht es doch um einen Milliardenmarkt, da ist Konkurrenz lästig. Zumal der BionTech-Impfstoff viel zu teuer ist und wegen der Kühlung viel zu kompliziert zu verabreichen ist, während der Astra-Zeneca-Impfstoff nur ca. ein Zehntel kostet und bei normaler Kühlschranktemperatur gelagert werden kann. BionTech und ihre Aktionäre sehen wohl bald (zurecht) ihre Felle davonschwimmen.

Cubus
1 Monat her

Warum impfen bei einer Krankheit, die 99,9 % aller Menschen überleben? Und dann sterben die Alten auch noch wie die Fliegen.
[Weitergeleitet aus YouTube Zensurfrei 🖕🤬🖕]
[ Video ] ACHTUNG! Erfahrungsberichte (COVID-19 Impfungen) Pflegeheims in Düren / Audio – YouTube
🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨
          ACHTUNG!

Covid-19 – Impfungen führen zu massiven Problemen, Herzrhythmusstörungen, Kaltschweiß, akuter Luftnot, Muskelzucken, bis hin zum Tot!!!!

Hier in dieser Audio spricht nun offen eine Leiterin eines größeren Pflegeheims in Düren (NRW).

ICH KANN NUR DAVOR WARNEN!!! 💉☠️🤬

🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨🚨
Das Ganze ist krank!

Ruhrler
1 Monat her
Antworten an  Cubus

Ein Studienkollege ist Pflegedienstleiter in einem großen Pflegeheim in NRW, und dort gab es keine ungewöhnlichen oder schwere Nebenwirkungen. Ob das in Düren jetzt stimmt oder nur eine der mittlerweile üblichen Fakes ist bleibt abzuwarten: Und wenn´s ein Fake ist: Hoffentlich zerren sie die „Dame“ vor den Kadi. Kritik ist angebracht, aber Panikmache haben wir schon zur Genüge.
https://www.kreis-dueren.de/aktuelles/presse/corona-aktuelles.php?pm=/aktuelles/presse/2021/Stellungnahme.php

Andreas aus E.
30 Tage her
Antworten an  Cubus

Mit Verlaub, es mag konservativ-reaktionär sein, aber Kommentare mit arg viel „bunt“ halte ich für etwas, naja…
😉

Alfonso
1 Monat her

Dass Impfstoffe bei über 65-Jährigen eine schlechte bis keine Wirkung haben, das ist nichts Neues. Das ist bei der Influenza-Impfung genauso der Fall. Trotzdem werden auch hier hauptsächlich die alten Leutchen geimpft.

Es besteht ja auch ein brutaler Wettbewerb zwischen den Corona-Impfstoffproduzenten. Der Impfstoff von AstraZenica kostet im Vergleich zu den Impfstoffen von Biontech und Moderna fast nix. Deshalb ist das Serum von AstraZenica sicher den Wettbewerbern ein Dorn im Auge. Mich wundert es nicht, wenn negative Berichte über AstraZenica-Impfstoff gestreut werden.

Es geht wie immer, nur ums Business.

Tesla
1 Monat her

Es wurden wie beim Impfstoff von Biontec/Pfizer nicht nur die Wirkung auf Allergiker im Zulassungsverfahren vernachlässigt, jetzt bei AstraZeneca ist es die Wirkung auf Alte. Was ist mit Risiken und Nebenwirkungen, inbes. längerfristig? Weiterhin unbekannt oder verheimlicht? Wie lange soll der angebliche Schutz andauern? Wie sieht es mit dem Schutz vor Weiterverbreitung aus?
Das alles unter dem Begriff „Notzulassung“? Was ist das nur für eine bodenlose Schlamperei? Oder sollte ich eher fragen, was ist das für ein „Geschäftsmodell“, das unter dem Begriff „Notzulassung“ die Hersteller mit diesem Murks vor ihrer Haftung befreit?

Alfonso
1 Monat her
Antworten an  Tesla

Die Politiker haben doch enormen Druck auf die Impfstoffproduzenten ausgeübt, damit diese möglichst schnell ihre Impfstoffe auf den Markt bringen. Dann ist es doch nicht mehr als selbstverständlich, dass die Impfstoffproduzenten im Gegenzug sich von der Haftung haben befreien lassen. So würde jeder Geschäftsmann handeln. Die Pharmaindustrie ist doch keine soziale Veranstaltung und produziert ihre Produkte doch um Geld zu verdienen. Ein Bäcker backt doch auch nicht Brot, weil er verhindern will, dass Menschen verhungern.

Rachel
1 Monat her
Antworten an  Tesla

Hierfür gibt es keine Notzulassungen in der EU

groupie
1 Monat her

AstraZeneca. Frei übersetzt: Der Stern des Seneca. Also ein philosophischer Impfstoff. Unter 65jährige werden nahezu nicht krank, also könnte man denen auch Mineralwasser impfen und behaupten der Impfstoff würde wirken. Nachweis: Fast niemand erkrankt.
Über 65jährige können ernsthaft erkranken, doch da wirkt der Impfstoff genau so wenig wie Mineralwasser. Wie kommt das?
Entweder es ist ein hochintelligenter Impfstoff, der das Lebensalter seines Wirtes erkennt und daraufhin entscheidet zu wirken oder nicht
ODER der Impfstoff ist tatsächlich nur Mineralwasser, mit philosophischer Note.

Gerro Medicus
1 Monat her

Wie ich auf der Website des RKI dazu gelesen habe, betrug die Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung 2017 bei über 65jährigen gerade einmal 2%! Das heißt, 98% der Geimpften genossen keinen Schutz! Und noch viel schlimmer, sie wähnten sich geschützt und setzten sich deshalb vielleicht Ansteckungsrisiken aus, die sie sonst gemieden hätten! Mit tödlichen Folgen! Generell wird allerdings davon ausgegangen, dass eine Grippeschutzimpfung nur etwa 41 – 63% der geimpften Älteren schützt. https://www.muenchen-klinik.de/infektionen-immunsystem-immunkrankheit/grippe/grippeimpfung/ Genau dasselbe finden wir bei den Corona-Impfungen vor. Im Laufe des Lebens lässt bei den meisten Menschen das Immunsystem nach, im Alter ist es dann bei den meisten auch… Mehr

Last edited 1 Monat her by Gerro Medicus
ratio substituo habitus
1 Monat her

Wieso? Ist schon lange bekannt. Sie wirkt je nach Saison unterschiedlich (wie gut die aktuelle Mutation vorausgesagt wurde und damit der Impfstoff „trifft“, um es laienhaft auszudrücken) und bei Älteren deutlich schlechter – weil eben mit dem Alter die Leistung des Immunsystems abnimmt. Man verbessert seine Wahrscheinlichkeit davonzukommen, mehr nicht. 100 % Sicherheit gibt es nicht. Es ist schon interessant, wie die Regierung bei jedem Punkt, den ein medizinischer Laie aufgrund seiner Lebenserfahrung voraussagen kann, überrascht tut. Beispielhaft sei erwähnt: Corona mutiert! ( Das tut jedes Virus, seit Beginn habe ich was von 4000 Varianten gelesen die alleine in Deu… Mehr

Olaf W1
1 Monat her

Brilliant! Wie froh ich bin, dass Covid-19 jetzt kein echtes Killervirus ist. Pest, Ebola oder Pocken hätten uns längst dahingerafft. Schön zu sehen, wie in den Industrienationen da agiert wird, wenn es ernst wird! Wer sich mit den Corona-Stämmen mal beschäftigt, stellt schnell fest, wie alltäglich sie doch fast sind und wenig bedrohlich. Unmittelbar an Corona sterben wenige, hier liegt die Sterblichkeit in – auch unerkannten – Vorerkrankungen, die das Immunsystem schwächen und so Corona das Fass nur zum überlaufen bringt. Einzeln betrachtet, ist es tatsächlich nicht mehr oder weniger aggressiv wie ein Influenza-Virus. Auch an dem erliegen nur Menschen… Mehr

Rachel
1 Monat her
Antworten an  Olaf W1

Sind sind nicht nur nicht kostenneutral gestaltet, es sind an AZ schon dreistellige Millionenbeträge geflossen….