Drosten über PCR-Test: „hochempfindliche Methode“

Mehrere TE-Leser empfahlen, in einem Interview des Virologen Drosten von 2014 Saudi-Arabien durch Deutschland zu ersetzen und MERS durch SARS-CoV-2. Lesen Sie bitte warum.

imago Images/photothek

Was der Virologe Christian Drosten im Mai 2014 im Zusammenhang mit den damals in Saudi-Arabien grassierenden Erkrankungen durch das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) in einem Interview über den PCR-Test sagte, war damals falsch oder ist heute nach wie vor richtig. Für das Zweite spricht alles, die Stimmen aus der Fachwelt, die das gleiche sagen, werden immer mehr. Drosten damals:

»Als in Dschidda Ende März diesen Jahres aber plötzlich eine ganze Reihe von Mers-Fällen auftauchten, entschieden die dortigen Ärzte, alle Patienten und das komplette Krankenhauspersonal auf den Erreger zu testen. Und dazu wählten sie eine hochempfindliche Methode aus, die Polymerase-Kettenreaktion (PCR).

Klingt modern und zeitgemäß.

Ja, aber die Methode ist so empfindlich, dass sie ein einzelnes Erbmolekül dieses Virus nachweisen kann. Wenn ein solcher Erreger zum Beispiel bei einer Krankenschwester mal eben einen Tag lang über die Nasenschleimhaut huscht, ohne dass sie erkrankt oder sonst irgend etwas davon bemerkt, dann ist sie plötzlich ein Mers-Fall. Wo zuvor Todkranke gemeldet wurden, sind nun plötzlich milde Fälle und Menschen, die eigentlich kerngesund sind, in der Meldestatistik enthalten. Auch so ließe sich die Explosion der Fallzahlen in Saudi-Arabien erklären. Dazu kommt, dass die Medien vor Ort die Sache unglaublich hoch gekocht haben

Es wäre sehr hilfreich, wenn die Behörden in Saudi-Arabien wieder dazu übergehen würde, die bisherige Definitionen der Krankheit einzuhalten. Denn was zunächst interessiert, sind die echten Fälle. Ob symptomlose oder mild infizierte Krankenhausmitarbeiter wirklich Virusträger sind, halte ich für fraglich. Noch fraglicher ist, ob sie das Virus an andere weitergeben können.«

Mehrer Leser, die diesen Link in ihre Kommentare einfügten, empfahlen, in dem Interview Saudi-Arabien durch Deutschland zu ersetzen und MERS durch SARS-CoV-2.

Die Classe Politique ist in ihrer eigenen Falle gefangen. Sie beurteilt die Entwicklung der Infektionskrankheiten durch Covid-19 nach der Zahl der gemeldeten PCR-Tests und folgt darin dem Virologen Drosten, der diesen Test in Saudi-Arabien nicht für geeignet hielt zur Identifizierung der »echten Fälle«.

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Kommentare ( 109 )

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109 Comments
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Til
7 Tage her

Bitte lesen Sie dazu den Faktencheck der Tagesschau: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/drosten-pcr-test-101.html

jansobieski
9 Tage her

Wenn man ehrlich ist, dann gibt es viele, die die Wissenschaft „anpassen“, wenn sie dafür hunderte Millionen für ihr Institut, zigtausende Unterstützung privat, ständige Streicheleinheiten der hohen Politik, bis hin zur frühzeitigen Verleihung des Bundesverdienstkreuzes bekommen. Das ganze hat nicht nur „ein Gschmäckle“, es stinkt bestialisch.

Bummi
9 Tage her

Diese Regierung und ihre ,Berater“ halte ich mit ihren Maßnahmen für „geistesgestörte“ Panikmacher. Jedes Jahr gibt es alleine 20.000 Tote durch Lungenentzündungen. Im März 2018 hatten wir 20.000 Grippetote. Niemand hat da so eine Panik gemacht. Und bei Corona wo 99,9 Prozent nicht sterben und primär ältere Menschen betroffen sind so eine Panik.

Riffelblech
9 Tage her

In einem halbwegs intelligentem Land würde Drosten in der Krankenhauspforte sitzen .In Berlin berät er die Regierung . „ Noch Fragen Kienzle ? „

Christian S.
9 Tage her

Dieses blöde Internet aber auch immer, alles bleibt da drin, das ist jetzt nicht hilfreich und muß rückgängig gemacht werden, sagte eine alte übergewichtige Frau… in China läuft es besser… mit der Internetkontrolle…

Wolodja P.
9 Tage her

Als in Dschidda im Jahr 2014 das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) gehäuft auftrat, konnte Drosten sich unbefangen sachverständig und den Herstellerangaben entsprechend (völlig fehlende diagnostische Eignung) zum PCR-Test äußern, weil die Bundesregierung an der Tatsache einer auf der arabischen Halbinsel um sich greifenden Epidemie und deren lokale Handhabung nicht im mindesten interessiert war und von ihm, Drosten, nichts erwartete, was sich zum Vorteil der Bundesregierung hätte ummünzen lassen. Gegenwärtig ist das jedoch anders, und da der Drosten sich nun wider sein besseres Wissen äußert und vor Merkels Karren spannen lässt, wirft dies ein sehr, sehr schiefes Licht auf seine… Mehr

martin ruehle
9 Tage her

„Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke!“ (George Orwell, „1984“ Parolen am „Ministerium für Wahrheit“)

Treffender kann man die Situation in Deutschland 2020 nicht beschreiben …!

Wolodja P.
9 Tage her
Antworten an  martin ruehle

In Essen hatte vor vielen Jahren mal ein Scherzkeks ans Gebäude des Mathe-Fachbereichs der Uni gemalt: „Beam me up, Scotty, ain’t any intelligent beings down here.“ Wie wahr, wie wahr.

martin ruehle
9 Tage her

Wenn es nicht so tragisch wäre, müsste man nur noch laut lachen angesichts dieser Maskerade, die durch die herrschende politische Klasse inszeniert und durch ihre Hofberichterstatter auf allen GEZ und privaten Mainstream-Medien propagandistisch ins Volk getragen wird.
Danke für dieses aufschlussreiche Interview mit Prof. Drosten, dessen Rolle in diesem Schauspiel zunehmend fragwürdig wird.

Peter Pascht
9 Tage her

Es ist ganz einfach, die aktuelle Kurve der sogenannten „Infektionsfälle“ korreliert nicht statistisch mit der Kurve der Todesfälle.

Das bedeutet, dass zwischen den beiden Kurven, der „Infektionsfälle“ und jener der „Todesfälle“ kein kausaler Zusammenhang besteht.

Das kann aber epidemiologisch nicht sein,
epidemiologisch müssen beide Kurven korrelieren.

Da die Kurve der Todesfälle aber weitgehend unzweifelhaft sicherer ist, muss man zur Schlussfolgerung kommen, das die Kurve der „Infektionsfälle“ falsch ist, also zu viele Fälle als infektiös ausweist, als es tatsächlich sind.

Dr. Michael Kubina
9 Tage her
Antworten an  Peter Pascht

Pascht: Sorry, das ist Quatsch. Anfangs wurden v.a. symptomatische Fälle, eher ältere Menschen getestet, jetzt quer Beet, sehr viele unsymptomatische Fälle und jüngere. Allein dadurch lässt sich die Abweichung der beiden Kurven schon erklären, hinzukommen noch z.B. eine bessere medizinische Behandlung, weniger Behandlungsfehler (Intubation). Statistik ist eine komplizierte Sache und erlaubt in den seltensten Fällen solch schlichte Konklusionen. Davon unabhängig gilt natürlich, dass positiv getestet nicht gleich infiziert ist, nur leider wissen wir nicht, in welchem Verhältnis beides zueinander steht.

DELO
9 Tage her
Antworten an  Dr. Michael Kubina

Das Erfassen eines Infektionsherdes und das Ausbrechen desselbigen in einen Krankheitszustand ist bei Corona gegenwärtig überhaupt nicht korreliert. Es fehlt hierzu die Dritte Dimension, unter welchen Umständen eine Infektion ausbricht. Wir wissen nur, wie ein Ausbruch der Infektion auf verschiedene Gesundheitszustände wirkt. Unter solchen Umständen könnte man jeden Mitbürger mit grippalen Infekt in Quarantäne schicken, zumal die Grippe mehr Tote aufzuweisen hat als Corona, und niemand aus diesem „hohem Regierungshaus“ einfiel, eine diesbezügliche Warnung mit starken personellen Einschränkungen an die Bürger herauszugeben.

Wolodja P.
9 Tage her
Antworten an  Peter Pascht

Hier muss man wohl eher von Regression bzw. Regressionsanalyse sprechen, wobei die „Infektionen“ die unabhängige Variable darstellen und die „infektionsbedingten Todesfälle“ die abhängige. Korrelationen sagen auch bei erkennbarem statistischem Zusammenhang über eine eventuelle Kausalität nichts aus.

Peter Pascht
9 Tage her
Antworten an  Wolodja P.

immer diese vom Hörensagen Experten
Zum mitschreiben für sie:
– eine „vorhanden Korrelation“, „könnte“ eine Kausalität sein
– eine „nicht vorhanden Korrelation“ zeigt eindeutig auf eine „Nichtkausalität“ hin.
Für sie zum Nachlesen Annahme bzw. Ablehnung bei „Hypothesentest“.

W aus der Diaspora
9 Tage her

was sagt Drosten selbst dazu?

Dunkelsachse
9 Tage her
Antworten an  W aus der Diaspora

Er wird ja ganz offensichtlich nicht einmal von hier wirkenden Journalisten dazu befragt.

DELO
9 Tage her
Antworten an  W aus der Diaspora

Willfährige Handwerkszeuge der amtierenden Macht äußern keine „Eigene Meinung“.