Die neue EU-Verkehrskommissarin beißt in Tirol auf Granit und vergaloppiert sich

Die neue EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean aus Rumänien trat in Tirol mit der Anmaßung auf, die Kritiker der EU bilderbuchartig bestätigen.

JAKOB GRUBER/APA/AFP via Getty Images
Austria's Transport Minister Leonore Gewessler (L) and the European Commissioner for Transport Adina Valean give a joint press conference on February 14, 2020 in Innsbruck, to comment on their talks about transit traffic across the Tyrol region.

Wie die neue EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean aus Rumänien das Aufgeben oder Aufweichen von Fahrverboten rund um die Brenner-Route verlangte, reiht sich nahtlos in das Bild einer EU ein, welche ihre Mitglieder nicht als souveräne Staaten versteht, sondern nur noch als Provinzen.

Worum es geht, beschreibt Kurier online so: „Die Problemlage ist aus Tiroler Sicht eindeutig. Mit 2,5 Millionen Lkw, die 2019 über den Brenner fuhren, wurde erneut ein Transitrekord im Schwerverkehr verzeichnet. Der wuchs allein in den vergangenen vier Jahren um 20 Prozent, erklärte Platter. Und das, obwohl das Land in dieser Zeit Fahrverbote für Lkw verschärft und Zufahrten zu Billigdiesel-Tankstellen gesperrt hat oder Frachter an besonders verkehrsreichen Tagen von Deutschland nur noch blockweise nach Tirol einfahren lässt.“

„Der Grund dafür, dass Văleans allererste Auslandsreise als EU-Kommissarin ausgerechnet nach Tirol führte“, berichtet Krone online, „war der Druck der Frächterlobbys in Brüssel zur Aufweichung der Tiroler Transit-Einschränkungen, die – zum Ärger der Spediteure – im Einklang mit EU-Recht stehen.“  Die EU-Kommissarin bestätigt einmal mehr, was Kritiker der EU seit langem nachsagen, sie sei nur die Agentur mächtiger Lobbys und globaler Konzerne.

Zum eigentlichen Eklat kam es im Vorgespräch von Österreichs Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) mit der EU-Frau. Soweit ich bisher sehe, hat sich das in österreichischen Medien allgemein noch nicht niedergeschlagen. Weil die beiden Österreicher der Forderung der EU-Kommissarin widersprachen, verstieg sich diese zur Äußerung: Wenn euch meine Forderungen nicht passen, kann Österreich ja aus der EU austreten.

Öffentlich wurde das im Regionalprogramm des ORF bei Tirol heute gestern Abend. Der Moderator fragte Landeshauptmann Platter, ob es stimme, dass die EU-Kommissarin sich so geäußert habe. Platter antwortete, bei dem Gespräch habe die EU-Frau in der Tat Dinge gesagt, die sie nicht hätte äußern sollen. Sozusagen eine bergdiplomatische Bestätigung.

Selbstverständlich versicherte Platter seinen Landsleuten, dass er keinen Millimeter nachgeben werde. Wer Platter kennt, weiß, das sagt der nicht nur. Aus Wien signalisierte Bundeskanzler Kurz volle Unterstützung.

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Kommentare ( 74 )

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74 Kommentare auf "Die neue EU-Verkehrskommissarin beißt in Tirol auf Granit und vergaloppiert sich"

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Herrscher des Himmel erhöre das Lallen……………..

Ups… Kann man kaum glauben was da für Ausagen aus der EU kommen, die Dame EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean aus Rumänien, kommt aus einem echt armes Land,
bezieht ein Vermögen aus der EU Kasse, bekommt also aus allen EU Mitgliedern ihr Gehalt bezahlt, ach so auch von den Östereichern, wie krank und korrupt ist die “ Dame “ nicht mehr zu überbieten.
Verloren gegangener Verstand (Demenz) kann man nicht rückgängig machen, tut echt weh !!!!

Mein Wunsch: Möge Österreich reüssieren!

Es wird dringend Zeit über die Neuaufsetzung der EU nachzudenken, aus der verfahrenen Situation der EU zum heutigen Zeitpunkt kommt man sonst nicht mehr raus. Aber eine Nachfolgeorganisation im ursprünglichen Sinne der EU nach de Gaulle und Adenauer, einer Vereinigung von Nationalstaaten, käme allen Beteiligten zu Gute. Vielleicht schaffen wir es dann doch noch die berechtigten Forderungen der Engländer zu einem schlanken und kostengünstigen Europa umzusetzen.

Der Zustand der EU heute war von langer Hand geplant. Man will es so.

Diese EU Kommissarin muss zwingend zurücktreten. Aus 4 Gründen: 1. Man stelle sich vor, dass AUT der Austrittsforderung nachkäme. Es würde die gesamte EU zum Platzen bringen. GB ist ein Land, daß am Rand liegt der EU. Aber AUT ist ein EU Binnenstaat. 2. Ein solcher „Erpressungsversuch“ geht schon mal gar nicht. Zumal ich davon ausgehe, daß sie dafür kein Mandat der Kommission hat. 3. Ganz schlechter politischer Stil. 4. Totale Unfähigkeit, Ignoranz und Unwissenheit über ihren Job. Hätte die Dame sich auch nur ein wenig informiert, nur ein ganz klein wenig, dann wüßte sie, daß D der eigentlich Schuldige… Mehr

„so als Volk von Ingenieuren, Technikern und Erfindern“
Da fiel mir doch gestern beim Entrümpeln eine alte Postkarte, so Ende 90er in die Hände,
darauf stand:
„Ein Volk das solche
Boxer
Fußballer
Tennisspieler
und Rennfahrer hat
kann auf seine Universitäten
ruhig verzichten“
😉😉😉
Damals fing das Elend schon an, und jetzt haben wir nur noch Gender und Gedöns und Pech beim Denken.
Die Negativauslese an Intelligenz und Kompetenz hat sich breit gemacht.
Wie war das noch gleich mit dem Tunnel bei Rastatt 2017?
Ratlos in Rastatt:
https://www.suedkurier.de/baden-wuerttemberg/Ratlos-in-Rastatt-Ein-Jahr-nach-dem-Tunnel-Einsturz-sind-noch-immer-viele-Fragen-offen;art417930,9846595

https://bnn.de/nachrichten/verkehr/rastatter-tunnel-wurde-die-havarie-herbei-gespart
https://bnn.de/nachrichten/verkehr/rastatter-tunnel-wurde-die-havarie-herbei-gespart

Genau diese Einstellung meinte Westerwelle damals mit „spätrömische Dekadenz“

Der Spruch ist von dem Heidelberger Satiriker Staeck, und die Pointe wird dadurch verschärft, dass er „Uniwersitäten“ schreibt!

Bezüglich der Nichtberichterstattung reiht sich dieser Vorfall in eine lange Reihe der immer gleichen Themen ein.

Alles was dem ideologischen Bau der linksgrünen Journalisten widerspricht, wird nicht, oder nur versteckt, oder mit besonderem Wording berichtet, wohingegen alles was passt tagelang medial hinausgeschrien wird und sei der Anlass auch noch so geringfügig.

Mein Wunsch und meine Forderung ist schon seit Jahren den ORF zu privatisieren, denn diese Betrieb ist nicht mehr reformierbar. Dazu müsste man 90% des Personals an die frische Luft setzen.

Und wenn wir dann ausgetreten sind, kommt dann die deutsche Bundeswehr (oder Frontex? oder NATO-Truppen?) und besetzt die A13 und A14 um den „freien Warenverkehr“ sicherzustellen?

Wie sagte Franz Josef Strauß so passend: “Man braucht sich nur die Gestalten anzuschauen.“ Leute wie FJS fehlen.

„Unser Lebensraum“, wie Recht Herr Platter hat. Für deutsche Bürger wird wohl kein gängiger Politvertreter der so genannten „Altparteien“ für „unseren Lebensraum“ eintreten.

@“… verstieg sich diese zur Äußerung: Wenn euch meine Forderungen nicht passen, kann Österreich ja aus der EU austreten …“

Vielleicht keine schlechte Idee, dann blieben den Österreichern die Green-Deal-Kosten erspart – sofern die eigenen Grünen nicht für Schlimmeres sorgen.

Anfang Februar, in den ersten Tagen nach dem Brexit, gab es in etlichen Zeitungen Redaktionskommentare über den Reformbedarf der EU – auch bei der „Welt“ und der „Zeit“. Nur wenige Tage später wurde es vergessen, die „Zeit“ schrieb was vom „Populismus“ beim Brexit. Bedeutet dies die Unreformierbarkeit der EUdSSR? Wenn ja, muss man leider alles auflösen und neu anfangen.