Journalistische Bewertungen von Menschen und Meinungen waren bislang ein Gottesurteil: Ausgesprochen von einer höheren, überirdischen Weisheit. Unwiderrufliche Urteile, gegen die es keinen Anwalt, keine Berufung und schon gar keine Revision gibt, so Publizistik-Professor Hans Kepplinger in seinem Buch "Die Mechanismen der Skandalisierung". Die Gründe liegen nicht in der tatsächlichen überirdischen Weisheit von Journalisten begründet, sondern einfach darin, dass Journalisten den Zugang zu Massenmedien besitzen. „Gatekeeper“, nannte Marshall McLuhan sie daher.
Die CSU-Maut für Österreicher auf deutschen Straßen wird wohl nicht kommen - zu kompliziert, nach Abzug der Erhebungskosten bleiben nur 500 Millionen. Zu viel Ärger in NRW, wo sich Belgier und Niederländer gegen die Maut wehren.
Das ist die gute Nachricht. Aber es gibt eine schlechte Nachricht:
Ich bin ja ziemlich froh, dass ich mich mit Ende der winterlichen Sommerzeit doch wieder nach Deutschland zurück trauen kann. Denn: die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Mitte August nun endlich das seit eineinhalb Jahren laufende Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gegen meine Kollegin Melanie Bergermann und mich eingestellt.
„Warum eigentlich sollte man ein System ändern, von dem man doch genau weiß, dass es nicht funktioniert?“ Nur noch Spott und Galgenhumor hat die französische Tageszeitung „Le Figaro“ für die Regierungsarbeit von Präsident Francois Hollande übrig. Das war vor zwei Wochen.
Mittlerweile tagten Präsident Hollande und sein Regierungschef Manuel Valls in einer Klausurtagung im Urlaubsort Fort de Brégancon und flugs: trat die Regierung zurück und soll heute, Dienstag neu gebildet werden. Das klingt nach Aktion. Aber wer Frankreich kennt, weiß, dass es nach einem Muster regiert wird, das eigentlich aus Wien bekannt ist: Es muß etwas geschehen, damit sich nichts ändert. Denn selbst wenn jetzt einige Köpfe rollen - zu blockiert ist die Grande Nation.
Wenn Medien sich streiten, staunt die Öffentlichkeit. Denn die Branche der Veröffentlicher hängt jede ihrer Nichtigkeiten hoch, höher, am höchsten.
Die größte Show mit kleinstem Inhalt bietet in diesen Tagen das Magazin DER SPIEGEL, unbestritten eine der besten Zeitschriften. Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe und Chefredakteur Wolfgang Büchner auf der einen, die Redaktion auf der anderen Seite, streiten sich bis auf's Messer um die Frage: Dürfen Ressortleiter der Zeitschrift auch die inhaltsgleichen Ressorts auf Online leiten und umgekehrt? Der Chefredakteur will diese Verzahnung, Print kämpft dagegen. Ist das wirklich wichtig?
In diesen Tagen schwappt eine Aktion, die in den USA ihren Anfang genommen hat, über den großen Teich zu uns herüber, und diesmal leider wörtlich.
Die "Ice Bucket Challenge" soll auf die bisher leider unheilbare Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, aufmerksam machen. Im wesentlichen geht es darum, sich einen Kübel kaltes Wasser über den Kopf zu schwappen und drei weitere Personen zu berufen, es gleich zu tun oder 100 US-Dollar für die Erforschung der Krankheit an die ALS Association zu spenden.
Was ist das jetzt, wenn man sich per App bei Uber oder sonstwo ein Privat-Taxi bestellt: Eine Errungenschaft der Share-Ökonomie, in der man sich Dinge wie Autos teilt - oder ein Anschlag auf die Rechte von Arbeitnehmern?
Jetzt wurden Uber-Taxis bundesweit verboten - ein trauriger Triumph der Taxi-Lobby gegen Konsumenten und technische Entwicklung. Klinkt sich Deutschland aus der Online-Welt aus? Das wäre lachhaft und ist unmöglich, denn das Internet ist überall.
Maria Himmelfahrt, 15. August 1914:
Vor der Kathedrale des belgischen Kleinstadt Dinant führt eine gesichtslose Brücke über die Maas. Unbedeutende Kreuzungen wie diese werden manchmal zu Schicksalsorten. An Maria Himmelfahrt, am 15. August 1914 erreichte der deutsche Vorstoß quer durch Belgien die Stadt; Franzosen versuchten die Brücke zu verteidigen. Dabei wurde der Leutnant Charles de Gaulle verwundet.
Erst waren Hamburg und Berlin, jetzt bundesweit: Das Landgericht Frankfurt hat den Internet-Taxi-Dienst Uber verboten - da bestellt man sich per Internet einen Privatmenschen, der einen herumfährt. So weit so gut.
Meine Beiträge haben wütende Proteste der Taxifahrer auslöst; ihre Lobby giftet. Das ist hier und auf Twitter nachlesbar. Aber viele Taxifahrer sprechen mich persönlich an. Und das geht dann so:
Mit dem Kommentar in der "Bild am Sonntag" flammte die notwendige Auseinandersetzung mit dem Islam kurz auf - und wurde wieder erstickt. Dabei sollten wir den Islam so ernst nehmen wie unsere christlichen Kirchen - auch die brutalen Schattenseiten und importierten Konflikte.
Der Kommentar von "Bild am Sonntag"-Vizechefredakteur Nicolaus Fest zum Thema Islam hat ziemlich viel Wirbel ausgelöst - Ruprecht Polenz von der CDU nannte den Kommentar "rassistisch und hetzerisch“. Der NRW-Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel (SPD) stellte gleich Strafanzeige gegen Fest wegen Verdachts auf Volksverhetzung; die Islamverbände sprachen von einer "Beleidigung" des Islam. Selbst BamS-Chefin Marion Horn und der Chefredakteur der Bild-Zeitung Kai Diekmann gingen auf Distanz; ein ungewöhnlicher Vorgang.
Der Beitrag „Natürlich“ kommt die Stromtrasse nicht“ hat viele Mails und Zuschriften ausgelöst. Zu emotional besetzt ist die Energiewende, die sich ja viele herbeisehnen. Aber immer deutlicher werden die Kosten.
Nicht nur in Euro, mittlerweile fast EUR 1.000,-- pro Jahr für eine größere Familie von fünf Personen. Auch die Kosten für Natur und Umwelt. Denn während über die versteckten Kosten der Atomenergie schon lange debattiert wird - für Grünstrom bleibt das bislang tatsächlich versteckt: Wälder werden gerodet und zerhauen, um Platz für neue Stromtrassen und Zufahrtswege sowie Stellflächen von bis zu 100 Meter Durchmesser für Windräder zu schaffen. In Süd- und Ost-Bayern steht auf bis zu 70 % der landwirtschaftlichen Fläche Mais für die Vergasertanks; Essen wird verbrannt und die Umwelt mit Monokulturen, dem hohen Bedarf an Pestiziden und Herbiziden für Mais, belastet. (s. dazu auch "Hart aber fair - Die Flut in Deutschland. Nur Laune oder Rache der Natur?") Stellenweise sieht man vor lauter Mais die Alpen nicht. In Rheinland-Pfalz werden naturnahe Freiräume und Erholungsgebiete den Windstrommonstern gnadenlos geopfert. Die Windräder werden bis an den Rand geschützter Gebiete heran gebaut - wegen ihrer gigantischen Höhe dominieren sie also auch vermeintlich geschützte Bereiche. Die Liste lässt sich verlängern.
… denn dahinter steckt etwas anderes: Braucht Deutschland die Bundeswehr?
Diese Grundsatzfrage ist zu beantworten. Etwa von der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, eine Ministerin für´s Tarnen und Täuschen mit Worten und Begriffen.
… sagt Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zur der "Süd-Ost-Stromleitung" quer durch Bayern, nachdem das die Bevölkerung in Massen auf die Masten und auf die Strassen getrieben hat vor lauter Protest.
Aha. Natürlich. Also von vornherein Quatsch. Ehrlicherweise muss man sagen: Als der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer noch ganz allein dagegen war, nannte Gabriel das Natürliche noch „Populismus“.
Digitale Transformation lautet die Zauberformel der Wirtschaft, seit immer mehr Wirtschaftsbereiche digital umgewälzt werden: Medien gestern, der Handel heute, Banken morgen, Automobilindustrie übermorgen. Aber wer packt es, wer wird auf der Strecke bleiben? Der aktuelle Fall ist Osram.
Glühbirnen waren ja immer ein gutes Geschäft. Jetzt baut Osram wie schon in den vergangenen Jahren noch einmal 8.000 Stellen ab. Glühbirnen laufen aus, LEDs kommen neu. Aber Fakt ist: die alten Werke und Mitarbeiter eignen sich nicht für die LEDs. Es ist ein klassischer Fall der Transformation. Nehmen wir als weiteres Beispiel Zeitungen - immerhin wird ihre schiere Existenz in Frage gestellt, seit man News googeln kann, und News waren neben Pornos die frühesten digitalen Produkte, damals, in den fernen 90ern.
Nun marschieren die Linke und Autonomen gegen Israel - und feixend in ihren Reihen Seit´an Seit´ die Rechtsradikalen. Es scheint Jahre her, dass der Aufstand der Anständigen mit zehnfacher Kopfzahl sich gegen Mini-Demonstration der NDP stellte. Nur mühsam werden Plakate verborgen gehalten, die offen die Vernichtung der jüdischen Rasse fordern - aber versteckt schwingt die Botschaft immer mit: „Jude, Jude, feige Sau“. Was haben Linke und Rechte gemeinsam? Woher kommt der gemeinsame Antisemitismus der vermeintlichen Gegner?
Schon wieder ist zu viel Geld in den Rentenkassen - 34 Milliarden. Schon wieder steht die Bundesregierung vor der schweren Frage: Wohin mit der Kohle. Meine Wette: Bundessozialministerin Andrea Nahles wird alles tun, damit Sie keine Kohle kriegen.
Die Situation ist selten, aber sie war schon mal da, und zwar im Herbst 2013:
Nun ist es raus: Die Strassenverkehrsmaut von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer schließt eine„Gerechtigkeitslücke“, sagt die CSU in ihrer Erklärnot. Gerechtigkeitslücke auf der Straße? Das Wort wird zur argumentativen Gerechtigkeits-Drohne.
Verstehen kann man ja die CSU-Politiker schon: Wer von Bayern aus mal kurz über die Grenze nach Österreich fährt, muß ein Maut-Pickerl kaufen und an die Windschutzscheibe kleben. Lange waren wenigstens wichtige Durchfahrtstrecken ein paar Kilometer mautfrei; aber neuerdings zeigen die Österreicher Härte und lauern schon unmittelbar hinter der Grenze auf ahnungslose Autofahrer, die sich darüber freuen, dass es keine Grenzkontrollen und Zöllner-Schranken gibt. Und jetzt - zack! Zahlen! Eintrittsgebühr statt Paß!
Im vergangenen Jahr wurden nur 97 Kilometer Stromautobahnen gebaut - je nach Angaben sollten es aber schon mindestens 1000 km insgesamt sein. Wenn im kommenden Jahr auch das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz gehen, muss droht in Süddeutschland ein Stromloch. Der Ausbau stockt, weil in Bayern die Bürger in großer Zahl gegen die Monstertrassen und den damit verbundenen drohenden Gesundheitsschäden demonstrieren oder auch nur dagegen sind, dass riesige Masten und breite Schneisen durch Feld, Flur, Wald und Siedlungen geschlagen werden.
Bayrischer Rundfunk – Münchner Runde – Streit um die Maut, Chaos bei…
