Feind mit Fahne in Potsdam gesichtet

Ein Zug der Bundeswehr marschiert am hellerlicheten Tage durch das rote Potsdam. Prompt melden das besorgte Bürger der Polizei, die sich sofort "kümmert": an Hysterie im "Kampf gegen rechts" kaum noch zu überbieten.

© Thomas Starke/Getty Images
Symbolbild

Höchste Gefahrenstufe in Potsdam! Der Feind lauert auf der rechten Seite der Straßenbrücke, Richtung Landtag. Das kann kein Zufall sein! Er ist gekommen im auffällig unauffälligen Kampfanzug und in Schnürstiefeln. Genderungerecht überwiegend männlich, in der bei den „Rechten“ beliebten militärischen Marschordnung. Zwei Alibifrauen sind auch dabei, um das Unternehmen zu tarnen. Waren sie etwa auch noch blond? Würde ja passen!

Hat nichts genützt, denn die mitgeführte Deutschland-Fahne ist in höchstem Maße verräterisch – sie entblößt das rechte Gedankengut! Und das geht schließlich in der Landeshauptstadt des rot-rot-regierten Brandenburgs, in denen nicht nur im Parlament die Linken das absolute Sagen haben, überhaupt nicht. Hier herrschen Zucht und Ordnung durch besorgte Bürger der etwas anderen Art, die nichts durchgehen lassen. Der alte linke Geist ist in der neuen Ordnung hervorragend angekommen.

Im ununterbrochenen „Kampf gegen rechts“ ist alles Verdächtige -unverzüglich- zu beobachten, aufzuklären und zu melden! Jawoll, Meldung erstatten, Einhaltung des Dienstweges nicht vergessen! Da blüht die Blockwartseele im dritten Frühling noch einmal so richtig auf. Fahne, Alarm.

Nach einer polizeilichen Großfahndung konnte die Marschformation der 30 Bundeswehrangehörigen mit Fahne (nein nicht mit der), festgesetzt und vernommen werden. Der Chef der Marinesoldaten, ein Fregattenkapitän, wurde einer „peinlichen Befragung“ unterzogen, die sich dem linken Zeitgeist entsprechend, von der mittelalterlichen Folter unterschied.

Nach der Beurteilung der Gefechtslage wurde an die Bevölkerung und das Ordnungsamt Entwarnung gegeben. Es handelte sich um junge und ältere weiße Männer und wenige Frauen, die sich mit einem deutschen Lied auf den Lippen, auf einen internationalen Wettkampfmarsch vorbereiteten. Freilich in Brandenburg ein übles Ding. Dazu mit einem Lied? Und Fahne? Wer deutsches Liedgut – auch noch fröhlich – vor sich her singt, macht sich in Potsdam sowieso verdächtig.

Truppe mit Fahne weiter im Auge behalten, man kann nie wissen, in der Bundeswehr soll es nach UvdL vor Rechten geradezu wimmeln. Präventiver Protest … ähm Meldung an die Amadeu Antonio Stiftung über „merkwürdige Vorgänge bei der Bundeswehr“ nicht vergessen. Nicht, dass sich da was zusammenbraut. Holzauge sei wachsam!

Auch in Bernau bei Berlin wurde die Truppe mit der Fahne schon gemeldet. Dort musste ebenfalls eingeschritten werden, um dem verdächtigen Gleichschritt der schwarzrotgelben Einheit Einhalt zu gebieten.

In Brandenburg marschiert der Feind um 14:15 Uhr über die Brücke zwischen Landtag und Hauptbahnhof. Mit Fahne. Fröhlich. Singend. Es geschah am hellichten Tag. Weiter melden!

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