Deindustrialisierung und Wirtschaftsabsturz sind nicht nur abstrakte Begriffe. Es sind real existierende Probleme mit dramatischen Auswirkungen auf viele Millionen Menschen. TE zieht jeden Monat Bilanz.
IMAGO
Deutschlands wirtschaftliche Substanz erodiert im Stundentakt. Auch der August 2026 ist eine einzige Ansammlung von Werksschließungen, von Insolvenzen und von Traditionsbetrieben, deren Zukunft plötzlich auf der Kippe steht.
Etwa 188.000 Betriebe wurden im vergangenen Jahr in Deutschland geschlossen – zehn Prozent mehr als 2024 und so viele wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht. Rechnerisch verschwanden damit 21 Unternehmen pro Stunde. Besonders hart traf es das Baugewerbe mit 24.000 Schließungen, die Gastronomie mit 15.000 und die Industrie mit 11.000 aufgegebenen Betrieben.
Allerdings war nur etwa jede achte Schließung eine Insolvenz. Fast ein Drittel der freiwilligen Aufgaben ging auf Alter und fehlende Nachfolger zurück. Das macht den Befund nicht harmlos: Auch ein Unternehmen, das ohne Gerichtstermin verschwindet, bildet keine Lehrlinge mehr aus, bezahlt keine Lieferanten mehr und bewahrt kein Wissen mehr für die nächste Generation.
Gleichzeitig nimmt das eigentliche Insolvenzgeschehen weiter Fahrt auf. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 12.900 Unternehmensinsolvenzen registriert – 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Stand seit 2013. Etwa 165.000 Arbeitsplätze sind davon betroffen. Besonders deutlich stieg die Zahl der Pleiten im Dienstleistungsgewerbe; auch im Bau ging es weiter bergauf.
Nur eben nicht bei den Aufträgen.
1. August
Pollin Electronic
Der bekannte Händler für Elektronikbauteile und Restposten aus Pförring in Bayern meldet Insolvenz an. Der stationäre Verkauf und der Versandhandel laufen weiter, die Löhne sind zunächst über Insolvenzgeld gesichert. Ob der vorläufige Verwalter das seit Jahrzehnten unter Elektronikbastlern bekannte Unternehmen fortführen kann, ist ungewiss.
Minus 140 Jobs.
Centrum Development
Der Immobilienentwickler aus Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen ist erneut insolvent. Schon die Vorgängergesellschaft hatte 2023 ein Verfahren durchlaufen. Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft Projekte, Auftragslage und Möglichkeiten zur Fortführung; die Löhne übernimmt zunächst das Insolvenzgeld.
Minus 52 Jobs.
Keim & Brecht
Für die insolvente Traditionsbäckerei aus Mittelbiberach in Baden-Württemberg) endet die Produktion, die Marke verschwindet vom Markt. Fünf der zwölf Filialen werden von vier regionalen Bäckereien übernommen; dort geht auch das jeweilige Personal mit. Für die übrigen sieben Geschäfte und die Mitarbeiter der geschlossenen Backstube ist die Zukunft düster.
Jobverlust: unbekannt.
2. August
Karl Mayer Kartonagenfabrik
Der Hersteller von Wellpappenverpackungen aus Haiterbach in Baden-Württemberg ist insolvent. Das Unternehmen wurde 1958 gegründet und betreibt neben dem Hauptsitz in Haiterbach noch ein Zweigwerk in Ottersweier und ein Lager in Altensteig. Der Betrieb läuft vorerst weiter, für die Monate Juli bis September bekommen die Mitarbeiter Insolvenzgeld.
Minus 110 Jobs.
3. August
Bäckerei Konditorei Wahl
Die Bäckereikette aus Bestensee in Brandenburg mit 54 Filialen in Berlin und Brandenburg meldet Insolvenz an. Geplant ist eine Sanierung in Eigenverwaltung. Mehrere Standorte wurden bereits geschlossen. Die Geschäftsführung nennt gestiegene Kosten und die Kaufzurückhaltung der Kunden als Gründe. Produktion und Kerngeschäft laufen weiter, das Filialnetz soll jedoch schrumpfen.
Minus mindestens 100 Jobs.
MäcGeiz
Der Haushaltswaren-Discounter aus Landsberg in Sachsen-Anhalt schließt im Zuge seiner Sanierung rund 50 seiner 183 Filialen. Als Belastungen gelten die schwache Nachfrage, hohe Energie- und Personalkosten sowie die Konkurrenz aus dem Onlinehandel. Die Eigenverwaltung ist seit Anfang August eröffnet.
Minus 71 Jobs.
4. August
Revo Hospitality Group
Nach der Aufteilung der seit Januar insolventen Hotelgruppe mit Sitz in Berlin wird nach Angaben der Gewerkschaft NGG massiv Personal abgebaut, obwohl ein Investor 24 Häuser weiterführen will. Die insolvenzrechtlich verkürzten Kündigungsfristen machen es für die betroffenen Mitarbeiter besonders schwer.
Minus 500 Jobs.
Sick
Der Sensorspezialist aus Waldkirch in Baden-Württemberg hat sich mit dem Betriebsrat auf einen massiven Stellenabbau geeinigt. Nur ein Teil wird über Fluktuation und altersbedingte Abgänge erfolgen, es soll auch betriebsbedingte Kündigungen geben. Das Unternehmen verweist auf veränderte Marktbedingungen und geopolitische Unsicherheit.
Minus 450 Jobs.
Karl Hess
Der Kunststoffverarbeiter und Autozulieferer aus Neunkirchen-Struthütten in Nordrhein-Westfalen meldet Insolvenz an. Rund drei Viertel des Umsatzes hängen an der Automobilindustrie. Nach dem Einbruch der Nachfrage sowie gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten wird nun ein Investor gesucht.
Minus 290 Jobs.
Adenauer und Co.
Die Modekette aus Köln in Nordrhein-Westfalen setzt ihre Sanierung in Eigenverwaltung fort und schließt zwei Geschäfte sowie drei Outlets. Zwei weitere Mietverträge waren bereits zuvor beendet worden. 41 Filialen sollen bestehen bleiben, Gespräche über eine Übernahme laufen.
Minus 32 Jobs.
7. August
IAV
Der Entwicklungsdienstleister der Auto-Industrie in Berlin, Gifhorn in Niedersachen und Stollberg in Sachsen reduziert bis Ende 2027 seine deutsche Belegschaft massiv. Ein Zukunftstarifvertrag sichert zwar die Standorte und schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2028 aus; tausende Arbeitsplätze verschwinden dennoch über freiwillige Programme. Berlin soll Kompetenzzentrum, Gifhorn Entwicklungsstandort und Stollberg Teil des Verbunds bleiben.
Minus 2.000 Jobs.
Fliesen-Zentrum Deutschland
Nach 136 Jahren Firmengeschichte ist der Fliesenhändler aus Föhren in Rheinland-Pfalz erneut insolvent. Das Unternehmen betreibt zwölf Standorte. Die Baukrise ließ die Erlöse bereits 2023 um rund 30 Prozent und im Folgejahr nochmals um zehn Prozent einbrechen. Probleme mit einem neuen Warenwirtschaftssystem und steigende Einkaufspreise verschärften die Lage.
Minus 400 Jobs.
Warnow-Klinik
Das Krankenhaus in Bützow in Mecklenburg-Vorpommern setzt seine Sanierung in Eigenverwaltung fort. Der Betrieb läuft uneingeschränkt weiter, der Erfolg ist ungewiss.
Minus 191 Jobs.
Sono Motors
Der einstige Solarauto-Hoffnungsträger aus München in Bayern hat nach der dritten Insolvenz den Betrieb vollständig eingestellt. Nachdem das Projekt Sion schon 2023 beendet worden war, scheiterte nun auch das Geschäft mit Solartechnik für andere Fahrzeuge. Das geistige Eigentum und die Leistungselektronik stehen zum Verkauf. Wie viele Mitarbeiter zuletzt noch beschäftigt waren, teilt das Unternehmen nicht mit.
Jobverlust: unbekannt.
8. August
Accell Germany
Nach der Insolvenz der niederländischen Muttergesellschaft melden auch die deutschen Töchter von Accell aus Sennfeld in Bayern Insolvenz an. Zu ihnen gehören Winora, Ghost-Bikes und Wiener Bike Parts; bekannte Marken sind Haibike, Winora und Ghost. Die Betriebe laufen zunächst weiter, die Löhne sind für drei Monate gesichert. Der Fall zeigt, wie tief nach dem Corona-Fahrradboom inzwischen die Absatzkrise in der Branche sitzt.
Minus 370 Jobs.
9. August
Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz
Der traditionsreiche Handwerksbetrieb aus Oederan in Sachsen meldet Insolvenz an. Holzkunst – darunter auch die riesige Stufenpyramide und der Nussknacker, mit denen das Unternehmen zwei Weltrekorde aufstellte – haben den Betrieb berühmt gemacht. Seit etwa 100 Jahren wurde in Gahlenz gedrechselt und geschnitzt.
Minus 30 Jobs.
Bäckerei Neff
Die insolvente Bäckereikette aus Karlsruhe in Baden-Württemberg wird gerettet – aber nur stark verkleinert. Elf der bislang 19 Filialen bleiben geöffnet, die Produktion läuft weiter. Hohe Energie- und Personalkosten, Fachkräftemangel sowie die Konkurrenz durch Supermärkte und Discounter hatten dem Betrieb zugesetzt.
Minus 30 Jobs.
Bäckerei Messing
Nach mehr als 50 Jahren meldet der Familienbetrieb aus Berga in Sachsen-Anhalt Insolvenz an. Fünf Filialen sind betroffen. Gestiegene Energiepreise, sinkende Umsätze und die Backstationen großer Lebensmittelketten setzten der Bäckerei zu; höhere Preise ließen sich im ländlichen Einzugsgebiet kaum durchsetzen. Der Betrieb läuft zunächst weiter.
Minus 20 Jobs.
10. August
Pandion
Der große Immobilienentwickler aus Köln in Nordrhein-Westfalen meldet für die Muttergesellschaft und vier weitere Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Betroffen sind Standorte in Berlin, Köln, München und Stuttgart. Nach Unternehmensangaben scheiterte ein wichtiger Baustein der geplanten Finanzierung; die Liquidität ließ sich nicht stabilisieren. Der Geschäftsbetrieb und die Projektgesellschaften sollen zunächst weiterlaufen. Zum Bestand gehören rund 3.800 Wohnungen und etwa 200.000 Quadratmeter Bürofläche in der Entwicklung.
Minus 160 Jobs.
11. August
Engmatec
Für den insolventen Maschinenbauer aus Radolfzell in Baden-Württemberg wurde kein Investor gefunden. Deshalb endet die Produktion Ende Oktober, allen Mitarbeitern wurde gekündigt. Engmatec baut Prüf- und Montagetechnik für die Auto-, Elektronik- und Medizintechnikindustrie. Eine schwache Auftragslage, verschobene Projekte und der internationale Preisdruck besiegelten das Aus.
Minus 150 Jobs.
Alstakom
Der Hersteller von Aluminium- und Stahlkomponenten für Nutzfahrzeuge, Landmaschinen und Baumaschinen aus Ebersbach an der Fils in Baden-Württemberg meldet Insolvenz an. Der Betrieb läuft zunächst weiter. Der vorläufige Insolvenzverwalter will das Unternehmen stabilisieren und einen Investor suchen. Ob das gelingt, ist ungewiss.
Minus 102 Jobs.
WEZEK
Der Spezialist für Elektroinstallation, Steuerungstechnik und Maschinenbau aus Steinebach an der Sieg in Rheinland-Pfalz meldet Insolvenz an. Betroffen sind die Standorte Leverkusen und Steinebach. Verschobene Kundenaufträge ließen die Einnahmen einbrechen, während die Fixkosten weiterliefen. Der Geschäftsbetrieb wird zunächst fortgeführt. Jetzt soll ein Investor den Laden retten.
Minus 70 Jobs.
Büromöbel Sofort-Markt Müller
Der traditionsreiche Büromöbelhändler aus Frankfurt/Main, Hamburg und München geht in die vorläufige Insolvenz. Die drei Fachmärkte bleiben vorerst geöffnet, die Gehälter sind für drei Monate gesichert. Veränderte Arbeitsmodelle, die schwache Investitionsbereitschaft der Unternehmen und hohe Kosten belasteten das Geschäft. Nun wird nach einem Käufer oder Investor gesucht – Ergebnis ungewiss.
Minus 30 Jobs.
12. August
Lear
Der US-Autozulieferer will Produktion und Logistik am Standort Gründau in Hessen bis Mitte 2027 schließen. Maschinen und Aufträge sollen unter anderem nach Serbien, in die Slowakei und nach Tunesien verlagert werden. Der Standort geht auf das 1840 gegründete Unternehmen I.G. Bauerhin zurück.
Minus 180 Jobs.
Adata
Das Softwarehaus für Lohnabrechnung, Zeitwirtschaft und Personalmanagement aus Verden in Niedersachsen beantragt Insolvenz. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter prüft, ob der Betrieb saniert oder übernommen werden kann. Erst wenige Monate zuvor war Adata unter das Dach der Softwaregruppe Zvoove geschlüpft.
Minus 70 Jobs.
Stahlbau Kaiser
Das 1914 gegründete Unternehmen aus Peiting in Bayern ist zahlungsunfähig. Der Betrieb fertigt unter anderem Brückengeländer und Lärmschutzwände; laufende Aufträge werden weiterbearbeitet. Die Löhne sind zunächst über Insolvenzgeld gesichert. Der Verwalter sieht Chancen für eine Fortführung – aber entschieden ist noch nichts.
Minus 29 Jobs.
Härterei Kirchhoff
Der Industriebetrieb aus Werdohl in Nordrhein-Westfalen geht in die vorläufige Insolvenz. Als wesentliche Ursachen gelten die Folgen eines Großbrands im Jahr 2022 und der langwierige Streit mit der Versicherung über die Regulierung. Produktion und Lohnzahlungen laufen zunächst weiter. Ein Investor wird gesucht.
Minus 26 Jobs.
Domo Collection
Der Polstermöbelhersteller aus Hude in Niedersachsen ist insolvent. Betroffen sind neben den deutschen Mitarbeitern auch 245 Angestellte im polnischen Werk. Nach Unternehmensangaben traf eine schwache Nachfrage auf fehlende saisonale Finanzierung durch die Bank. Der Betrieb läuft vorerst weiter, ein Investor wird gesucht.
Minus 24 Jobs (in Deutschland).
13. August
Elkas Logistic Solutions
Der auf die Auto-Industrie spezialisierte Logistiker aus Gladenbach in Hessen will sich in Eigenverwaltung sanieren. Der Betrieb entwickelt und fertigt Transport- und Lagerbehälter. Hohe Strom- und Rohstoffpreise treffen auf stagnierende Aufträge der schwächelnden Kunden. Ein Investor wird gesucht.
Minus 60 Jobs.
Weingut Huf
Das traditionsreiche Bio-Weingut aus Ingelheim in Rheinland-Pfalz ist insolvent. Der erste Weinbau der Familie ist für 1934 belegt, heute bewirtschaftet der Betrieb rund zehn Hektar. Der Inhaber will zumindest die anstehende Lese noch bewältigen. Altlasten, eine teure Weinbergspacht, die Corona-Folgen für das Veranstaltungsgeschäft sowie gestiegene Energie- und Transportkosten brachten das Unternehmen in Not.
Jobverlust: unbekannt.
14. August
Telefónica Deutschland
Beim Mobilfunkanbieter aus München in Bayern wird der Personalabbau wohl deutlich größer ausfallen als bislang bekannt. Nach internen Planungen soll die Belegschaft bis 2028 viel stärker schrumpfen als vorher geplant.
Minus 1.650 Jobs (550 mehr als bisher bekannt).
Hellweg und BayWa Bau & Garten
Die Zentralen der insolventen Baumarktketten aus Garching in Bayern und Dortmund in Nordrhein-Westfalen werden geschlossen. Für viele der insgesamt 114 Märkte liegen Übernahmeangebote vor, doch die Unternehmensgruppe wird zerschlagen.
Minus 340 Jobs.
12.18. Investment Management
Die Beteiligungsgesellschaft für Hotel- und Immobilienprojekte aus Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung. Betroffen ist allein die Holding; die rechtlich selbstständigen operativen Gesellschaften laufen regulär weiter. Verzögerte Teilverkäufe brachten nicht rechtzeitig die benötigte Liquidität. Nun werden Beteiligungen, Finanzierung und Handlungsoptionen neu geordnet.
Minus fünf Jobs.
15. August
Thor-Gruppe
Vier der fünf Standorte des Haustechnik- und Gebäudedienstleisters aus Erfurt in Thüringen melden Insolvenz in Eigenverwaltung an. Der Betrieb soll weitergehen. Die Geschäftsführung verweist auf verzögerte Bauprojekte, gestiegene Zinsen, hohe Mobilitätskosten und die Verunsicherung auf dem Heizungsmarkt.
Minus 800 Jobs.
PVVision
Die Photovoltaikfirma aus Schwandorf in Bayern ist insolvent. Zuvor hatten mehrere Mitarbeiter des Unternehmens vor dem Arbeitsgericht ausstehende Löhne eingeklagt. Der Fall zeigt: Bevor ein Betrieb vor Gericht zusammenbricht, ist das Geld bei den Beschäftigten oft schon lange nicht mehr angekommen.
Jobverlust: unbekannt.
18. August
Vanever
Der insolvente Wohnmobilvermieter aus München in Bayern stellt den Betrieb vollständig ein. 428 Camper standen zuletzt an zwölf Stationen in Deutschland und Österreich, rund 700 bis 1.000 bereits zahlende Kunden bekamen nach Unternehmensangaben kein Fahrzeug mehr. Ein Nachfrageeinbruch und ein Streit mit einem Fahrzeuglieferanten führten zum jähen Ende der Reise.
Minus 35 Jobs.
Vivanco
Der mehr als 100 Jahre alte Elektronikanbieter aus Ahrensburg in Schleswig-Holstein steht vor dem Aus. Das Insolvenzgericht hat die Eigenverwaltung aufgehoben, nachdem der Sanierungsplan zurückgezogen worden war. Das deutsche Elektronikgeschäft und die Marke waren bereits 2025 verkauft worden; die geplante Neuausrichtung der verbliebenen Gruppe scheiterte.
Jobverlust: unbekannt.
21. August
Korte Einrichtungen
Der Spezialist für Bäckerei- und Ladenbau aus Kürten in Nordrhein-Westfalen saniert sich in vorläufiger Eigenverwaltung. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter. Nach Unternehmensangaben haben der Kostendruck bei Bäckereien und langwierige Genehmigungsverfahren die Investitionsbereitschaft der Kunden gebremst. Mit einem Sanierungskonzept soll der Betrieb gerettet werden – Erfolg ungewiss.
Minus 138 Jobs.
22. August
König-Gruppe
Die bundesweit tätige Firmengruppe aus Moringen in Niedersachsen ist insolvent. Betroffen sind die Holding, der Personaldienstleister König-Fachpersonal und der Hersteller König-Profilsysteme. Niedrige Auslastung sowie hoher Preis- und Margendruck brachten das Unternehmen in Bedrängnis. Der Betrieb läuft vorerst weiter, ein Investor wird gesucht.
Minus 1.000 Jobs.
Torney Landfleischerei
Der Fleischwarenhersteller mit 13 Filialen aus Pripsleben in Mecklenburg-Vorpommern ist insolvent. Produktion, Auslieferung und Verkauf gehen zunächst weiter. Gestiegene Herstellungskosten und eine schwächere Nachfrage haben das Unternehmen unter Druck gesetzt. Ein Investor wird gesucht.
Minus 100 Jobs.
25. August
GTS Grube Teutschenthal Sicherungs-GmbH
Der Betreiber der ehemaligen Kali- und Salzgrube aus Teutschenthal in Sachsen-Anhalt ist insolvent. Das Insolvenzgeld reicht nur bis Ende September. Stark gestiegene Kosten für die langfristige Grubensicherung und ein ungelöster Finanzierungsstreit mit dem Land brachten das Unternehmen in Not. Der Verwalter prüft eine Fortführung.
Minus 90 Jobs.
26. August
Wohnstift Innblick
Das Seniorenzentrum im bayerischen Neuhaus am Inn will sich in Eigenverwaltung sanieren. Pflege und Betreuung laufen weiter. Eine behördliche Teiluntersagung für Bewohner der Pflegegrade vier und fünf sowie für Kurzzeitpflege führte zu Verlegungen, Einnahmeausfällen und einer akuten Liquiditätslücke. Gegen den Bescheid wurde Widerspruch eingelegt.
Minus 140 Jobs.
TECTRO SMT
Der Hersteller technischer Kunststoffteile für Auto-, Maschinenbau-, Möbel- und weitere Industriekunden aus Saarburg in Rheinland-Pfalz ist insolvent. Produktion und Auftragsabwicklung laufen weiter, die Gehälter sind bis Oktober gesichert. Eine strukturierte Investorensuche soll das seit 1937 bestehende Unternehmen retten.
Minus 49 Jobs.
Halberstädter Konserven
Nach der dritten Insolvenz ist Schluss: Der 1883 gegründete Hersteller der bekannten Halberstädter Würstchen aus Halberstadt in Sachsen-Anhalt macht endgültig dicht. Die Produktion war bereits im Juni eingestellt worden, nun erhielten alle verbliebenen Beschäftigten die Kündigung.
Minus 152 Jobs.
Almil
Der Milchverarbeiter aus Weiding in Bayern meldet Insolvenz an. Der Betrieb stellt unter anderem Milchpulver und Butteröl für die Lebensmittelindustrie her. Das Unternehmen war historisch mit der Marke Bärenmarke verbunden, gehört aber nicht zur heutigen Bärenmarke-Gesellschaft. Die Produktion soll zunächst weiterlaufen, während eine Sanierung vorbereitet wird.
Minus 110 Jobs.
27. August
Depot
Die insolvente Dekokette aus Großostheim in Bayern schließt sämtliche Filialen. Die Arbeitsverhältnisse und Mietverträge enden zum 30. September. Es ist bereits die zweite Insolvenz seit 2024. Schwacher Konsum, hohe Kosten und die Onlinekonkurrenz setzten dem Unternehmen zu. Die Marke könnte weiterleben – die Arbeitsplätze tun es nicht.
Minus 730 Jobs.
28. August
R-Pharm Germany
Das insolvente Pharmaunternehmen aus Illertissen in Bayern stellt die Produktion ein. Der Standort, an dem früher zeitweise bis zu 1.000 Menschen arbeiteten, gehört seit 2014 einem russischen Konzern. Nach Darstellung des Insolvenzverwalters brachen infolge von Sanktionen und Gegenmaßnahmen Geschäftsbeziehungen weg; hinzu kamen Unterauslastung sowie hohe Personal-, Rohstoff- und Energiekosten.
Minus 280 Jobs.
Heck und Becker
Der Werkzeug- und Formenbauer für Druckgussteile aus Dautphetal in Hessen meldet Insolvenz an. Das Unternehmen beliefert vor allem die Autoindustrie und angrenzende Branchen; schwache Aufträge und starke Marktschwankungen ließen sich auch mit Kurzarbeit nicht mehr auffangen. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter, die Zukunft hängt an einer Sanierungslösung.
Minus 90 Jobs.
Gruber Polstermöbel
Der 1927 gegründete Möbelhersteller aus Sonnefeld in Bayern ist insolvent. Der Betrieb fertigt am oberfränkischen Standort weiterhin Polstermöbel, auch neue Bestellungen werden angenommen. Die Löhne und Gehälter sind für drei Monate über Insolvenzgeld gesichert. Ob der Familienbetrieb dauerhaft fortgeführt werden kann, ist aber fraglich.
Minus 85 Jobs.
Oil und Vinegar
Die Feinkostkette aus Cochem in Rheinland-Pfalz zieht sich vollständig aus Deutschland zurück. Alle 19 Geschäfte werden geschlossen, sämtliche Mietverträge beendet und alle Mitarbeiter entlassen. Ein Investor ließ sich nicht finden. Das niederländische Mutterunternehmen besteht weiter; für die deutsche Belegschaft ist das ein schwacher Trost.
Minus 80 Jobs.
BWE Service
Die Dienstleistungstochter des Bundesverbands Windenergie aus Berlin beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung. Betroffen ist der Berliner EUREF-Campus; nach Medienberichten reichen die Mittel nicht mehr für die Gehälter. Der Mutterverband selbst ist nicht Gegenstand des Verfahrens.
Minus 50 Jobs.
29. August
Aktienbrauerei Kaufbeuren
Die 1308 erstmals erwähnte Brauerei aus Kaufbeuren in Bayern bleibt trotz Insolvenz erhalten – allerdings mit weniger als der Hälfte ihrer bisherigen Belegschaft. Hohe Energie- und Personalkosten treffen auf einen seit Jahren sinkenden Bierkonsum. Auch 718 Jahre Tradition schützen nicht vor einer Gegenwart, in der Kosten steigen und Kunden fehlen.
Minus 46 Jobs.
30. August
Lindenfarb Textilveredelung
Der Hersteller technisch veredelter Textilien aus Aalen-Unterkochen in Baden-Württemberg ist erneut insolvent – zum vierten Mal binnen zehn Jahren. Das Unternehmen beliefert unter anderem die Automobilindustrie und verweist auf sinkende Aufträge, hohe Energiekosten und Liquiditätsprobleme. Die Produktion läuft vorerst weiter, die Löhne sind zunächst gesichert – die Firma selbst keineswegs.
Minus 110 Jobs.
Bäckerei Michely
Die Bäckereikette aus Stuvenborn in Schleswig-Holstein mit neun Filialen in Hamburg und Schleswig-Holstein meldet Insolvenz an. Alle Geschäfte bleiben zunächst geöffnet. Verändertes Kaufverhalten sowie gestiegene Energie- und Rohstoffkosten belasten den Betrieb. Die Sanierungschancen sind unklar.
Minus 100 Jobs.
Red Rebane
Der Hersteller handgefertigter Taschen und Rucksäcke aus Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern hat die Produktion eingestellt. Alle Mitarbeiter wurden entlassen. Hohe Kosten, Fachkräftemangel, Fehlinvestitionen während der Corona-Zeit und billige Nachahmerprodukte hatten das 2012 gegründete Unternehmen belastet. Teile des Geschäfts könnten die Gründer in kleiner Form fortführen; die bisherigen Arbeitsplätze sind dennoch weg.
Minus vier Jobs.


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