Mein Staat hasst mich

Der Staat hasst seine Bürger. TE-Autor Thilo Schneider macht das nicht mehr mit und kündigt den Gesellschaftsvertrag: Diese bunte Republik hat bürgerschaftliches Engagement schlicht nicht verdient.

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So. Das wars. Ich kündige. Den Gesellschaftsvertrag. Mein Vertragspartner, der Staat als Repräsentant der Gesellschaft, ist vertragsbrüchig geworden und hält sich nicht mehr an die Konditionen, die wir einst ausgemacht hatten, als ich den ersten Steuerpfennig und den ersten Rentenversicherungspfennig bezahlt habe. Ja, damals, als es D-Mark und D-Pfennig noch gab.

Der Deal war: Der Staat stellt mir innere und äußere Sicherheit, eine funktionierende Infrastruktur und, mit etwas Geschick, ein wirtschaftliches System zur Verfügung, in dem ich „nach eigener Façon“ selig werden kann. Dafür würde ich im Gegenzug Steuern zahlen, die es mir ermöglichen, vom Rest davon meinen Lebensunterhalt und mein Obdach zu finanzieren. Mehr habe ich auch nicht erwartet.

Der Staat ist vertragsbrüchig

Der Punkt ist: Der Staat ist kein verlässlicher Vertragspartner mehr. Sei es, dass er mir von meiner von mir selbst aufgebauten und finanzierten Altersvorsorge etwa 25 Prozent (ohne Sozialversicherungsbeiträge) abknöpft, sei es, dass er mir Bahnhöfe vor die Nase gesetzt hat, an denen es sprichwörtlich wie auf dem Bahnhofsklo stinkt und in dem gelegentlich Züge nach dem Zufallsprinzip fahren; sei es, dass mir die Bundeswehr eine Ausrüstung präsentiert, für die sich die rumänische Armee schämen würde.

Sei es, dass der Staat mein Land mit Menschen geflutet hat, die nicht einmal ihre Herkunftsländer wollen und sehr oft „psychisch auffällig sind“, sei es, dass er eine Sicherheitslage geschaffen hat, angesichts derer ich eigentlich nur mit einer eigenen Waffe bestehen könnte – wenn ich denn eine besitzen und tragen dürfte.

Sei es, dass der Staat mich nach Strich und Faden belügt, betrügt, gaslighted, framed und mir trotzdem unverhältnismäßig viel Geld für die Apanagen seiner Knechte und Schergen aus der Tasche zieht.

Willkür und zweierlei Maß

Begehre ich dagegen auf, beispielsweise in den sozialen Medien, schickt mir der Staat die von mir finanzierte Polizei auf den Hals, die mich dann vor den von mir finanzierten Staatsanwalt schleppt, der mir dann wiederum eine Strafe aufbrummt, wenn der von mir finanzierte Rechtsanwalt nicht gut genug ist. Derselbe Staat lässt islamische Gefährder, Mörder und Vergewaltiger im Gegenzug frei herumlaufen, sofern „keine Fluchtgefahr besteht“ und sie eine „gute Sozial- und Integrationsprognose“ haben. Falls er sich doch bequemt, die „Hinzugekommenen“ vor einen Richter zu stellen, kommen sie entweder mit einem ärztlichen Attest in eine schöne Klinik oder dürfen ihrem Leben „auf Bewährung“ weiterhin auf meine Kosten nachgehen.

Ich weiß nicht, warum. Aber mein Staat hasst mich. Obwohl ich ihn immer brav finanziert und „Parteien der Mitte“ gewählt habe. Er ist vertragsbrüchig geworden. 

Dann werde ich es auch. Wer will mich denn daran hindern, meine Kippen künftig einfach in den Wald zu werfen, während ich dort meinen Sperrmüll neben den Kram meines Nachbarn aus Shitholistan stelle?

Warum soll ich den Müll trennen, wenn es anderen egal ist und ihnen trotzdem nichts passiert? Warum soll ich gewaltfrei bleiben und den Mund halten, wenn meinem Sohn auf dem Schulhof die Fresse poliert wird, ohne dass die Schulleitung eingreift? Warum soll ich „umweltbewusst fahren“, wenn die Leute, die das von mir fordern, an den schönsten Flecken der Welt logieren, die ich niemals zu Gesicht bekommen werde, weil mir der Staat über die Hälfte meines verdienten Geldes abnimmt und umverteilt?

Warum bin ich überhaupt gezwungen, ein System zu finanzieren, das ganz bewusst gegen mich arbeitet? Und mich hasst? 

Komm, packen wir einfach alles in den Restmüll, vom Styropor über Schuhe bis hin zu Batterien. Es ist egal, wirklich. Mit etwas Glück habe ich noch 20 Jahre, was juckt es mich, ob es hier auf dem Kaff aussieht wie in der Berliner Bronx?

Wenn unser Staat, der angeblich ja wir alle sind, bei einer bestimmten Klientel von Raub über Vergewaltigung und Mord alles mehr oder weniger augenzwinkernd durchlaufen lässt, wenn sich die Polizei mehr darauf kapriziert, mit Wasserwerfern Leute von der Straße zu wischen, die auf das Grundgesetz pochen, während irgendwelche Schwachmaten mit antisemitischen Parolen den Tod Israels fordern dürfen, wenn Staatsanwälte zwar das Internet nach Beleidigungen durchforsten, schwerste Straftäter aber mit Witzstrafen verfolgen – hey, was machen da ein paar Batterien im Restmüll und ein Kühlschrank in der Fichtenschonung aus? Irgendeiner wird das schon wegräumen, falls nicht, dann ist es nun mal da.

Wenn der Staat mit zweierlei Maß misst, wenn Politiker, wenns dann gerauscht hat, immer nur die ewig gleichen Sprechblasen und Beschwörungsformeln einfallen, während sie engagiert weggeschaut haben, wenn die Dunjas dieser Republik den Elefanten nicht sehen, weil sie auf ihm sitzen – warum zur Hölle soll ich mich dann an die geschriebenen und erst recht ungeschriebenen Regeln halten?

Wie du mir, so ich dir

Dann kostet eine weggeworfene Kippe eben 40 Liter Wasser, kann mir doch egal sein, ob ein OberbürGAYmeister (Selbstbezeichnung des Münchner Bürgermeisters) deshalb seine Brunnen zunagelt. Was schert es mich denn? In einem Land, in dem Sozialverhalten bestraft und Asozialität nicht nur belohnt, sondern sogar alimentiert wird?

Auf mich nimmt schließlich auch niemand Rücksicht. Nicht auf meine Familie, meine Gesellschaft, meine Traditionen und Bräuche. Unser Vertrauen, unsere Güte, unser Entgegenkommen und unser eigenverantwortliches Handeln, wie es nur in High-Trust-Gesellschaften üblich ist, werden ausgenutzt und uns auch noch als Schwäche ausgelegt.

Wenn keiner mitmacht – warum soll ich? Was habe ich davon? Pisst mir doch vor die Haustüre. Die mache ich zu und alles ist gut. Mehr Engagement hat diese bunte Republik schlicht nicht mehr verdient. Ihr habt es so gewollt.


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Kommentare ( 50 )

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Haba Orwell
14 Minuten her

>> Nicht vergessen, die Gefolgschaft auch der EUdSSR zu kündigen: <<

> „… Die Net-Zero-Ideologie trifft einmal mehr die produktive Realwirtschaft – hier die Landwirtschaft – mit voller Härte. Während die Kosten steigen, die Maschinen unzuverlässiger werden und die Nahrungsmittelpreise weiter nach oben getrieben werden, hält die EU-Politik an Regeln fest, die teuer, völlig sinnlos und immer öfter gefährlich sind. Das Ergebnis ist absehbar: Weniger Betriebe, höhere Preise und eine Landwirtschaft, die unter dem Joch von Vorschriften ächzt, die mit praktischer Vernunft nichts mehr zu tun haben. …“

Mugge
26 Minuten her

..wenn die Dunjas dieser Republik den Elefanten nicht sehen…

Der Dunjas sind eben noch Viele , sogar Mehr. Immer öfter kommt mir dabei die Insel Guam in den Sinn , wo die einheimischen Vögel keinen Abwehrmechanismus gegen die eingeschleppte braune Nachtbaumnatter hatten. Die seltsamen Almans ,ganz Europa, haben zwar – schenkt man den Dunjas Glauben – einen gegen die braune , aber mit Sicherheit keinen gegen die grüne Natter, die sich unter dem Elefanten mitschlängelt.

Last edited 18 Minuten her by Mugge
Logiker
33 Minuten her

„Wenn Sie oder ich einen Mord planen wollen, dann stehen uns für die Ausführung dieser Tat zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Die Macht des Politikers nun drückt sich dadurch aus, dass er für seinen Mord drei Optionen zur Anwendung bringen kann: Er kann den Mord selbst ausführen. Er kann den Mord ausführen lassen. Oder aber er schafft Gesetze, die den Tod langsam aber stetig unsichtbar herbeiführen werden. Und niemand wird ihn dafür verantwortlich machen.“

(Netzfund: https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20262/kein-politiker-ist-mehr-fuer-irgendetwas-verantwortlich/

Raul Gutmann
46 Minuten her

Ich weiß nicht, warum. Aber mein Staat hasst mich.

Eine mögliche Antwort darauf wäre, daß sich die 68er-Generation als die unmittelbaren Nachfolger der den Krieg verlorenen Generation nach ihrem Marsch durch die Institutionen des Staates bemächtigt haben und als Ausdruck ihrer Oikophobie, vor allem aufgrund der militärischen Niederlage und Shoa, ihrem Vernichtungsfuror gegen das deutsche Volk freien Lauf lassen. Daß sie von diesem fürstlich entlohnt und alimentiert werden, ist kein Gegenargument.

Last edited 44 Minuten her by Raul Gutmann
maps
50 Minuten her

Richtig so! Mit der Mehrheit der Deutschen kann man keinen freien bürgerlichen Staat machen. Sie haben es mehrmals nur bewiesen in der Geschichte und heute.

Thomas
53 Minuten her

Das der Staat den Gesellschaftsvertrag gekündigt hat fällt Ihnen reichlich spät auf.
Ich wusste spätestens im September 2015 dass das alte Deutschland beendet worden ist durch einen kalten Putsch der Eliten.

Last edited 52 Minuten her by Thomas
Koepenicker
54 Minuten her

Die im Artikel geäußerte Kritik an Infrastruktur, Steuern und Sicherheitslage ist zweifellos berechtigt. Der Aufruf zur einseitigen „Kündigung des Gesellschaftsvertrags“ zieht daraus jedoch eine fatale Konsequenz. Diese Verweigerungshaltung erinnert an die „Fickt Euch!“-Aktion der Berliner Volksbühne aus dem links-alternativen Milieu: Weil die Realität nicht den eigenen Vorstellungen entsprach, wurde das Projekt abgebrochen, ein beleidigendes Banner gehisst und jeglicher Diskurs verweigert. Das zugrundeliegende Prinzip ist identisch: „Wenn es nicht nach meinen Regeln läuft, spiele ich nicht mehr mit und beschädige das System.“ Diese Form des Protests – ob von links oder rechts – hat zwei entscheidende Fehler: Sie erstickt jede konstruktive… Mehr

mikesch
58 Minuten her

Die Haustüre schließen wird nicht reichen. Wenn die richtigen Verteilungskämpfe anfangen, ich bin mir sicher sie werden werden anfangen, es geht nur noch um das Wann, dann nutzt die geschlossene Haustüre rein gar nichts. Wer sich die „Erstürmung“ von Ceuta angesehen hat glaubt definitiv nicht mehr daran, dass eine geschlossene Haustüre irgendetwas bewirken kann. Vielleicht kann ein Gatling kurzfristig helfen, aber bei den Massen habe ich dann doch berechtigte Zweifel. Die geschlossene Haustüre hilft ja nicht einmal gegen einen immer übergriffigen Staat. Und jetzt fährt unser Innenminister mit seinem mehr als 700 Seiten Gesetzentwurf zur Stärkung der Dienste das nächste… Mehr

Lucius de Geer
59 Minuten her

Köstlich: langjähriges Mitglied der staatstragenden Mittäterpartei FDP gibt den Anarcho – selten so gelacht. Der Wechsel zur irrelevanten Splitterpartei LKR (Luckes Konservative Rebellen oder so) lässt ebenfalls nicht auf politische Intelligenz schließen. Mit solchen Stimmen lockt TE keinen hinterm Busch hervor – da lob ich mir doch „Fräulein“ Taxidis, die hat obendrein wirklich Humor 🙂

Ferdi Genuege
59 Minuten her

Ja, lieber Herr Schneider, das stimmt ja eigentlich alles und ist zutreffend diagnostiziert. Aber hätten Sie doch nur nicht Parteien der „Unsokratie“ (TM: Dr. M. Krall), insbesondere der opportunistischen FDP die Stange gehalten und Ihre Eloquenz nutzlosen Kleinstparteien hinterhergeworfen! Besinnen Sie sich, trennen Sie sich ein Stückweit von Ihrem humorgetarnten Zynismus und wecken Sie Leute zum positiven Widerstand auf, anstelle Ihren Mitbürgern stolz die von Ihnen unterschriebene Kapitulationsurkunde zu zeigen. Ceterum censeo: gerade Sie brauchen Jesus Christus – genauso wie das inzwischen durchweg gottlose Deutschland.

Haba Orwell
10 Minuten her
Antworten an  Ferdi Genuege

> Ceterum censeo: gerade Sie brauchen Jesus Christus – genauso wie das inzwischen durchweg gottlose Deutschland.

Mir kommt gleich eine FDP-Frau in den Sinn, die liebend gerne Russen meucheln möchte – ich glaube nicht, dass dies mit der christlichen Lehre kompatibel ist. Ich lebte sogar (im Ostblock) zeitweise unter russischer Besatzung, allerdings 40 Jahre her, seitdem sind sämtliche Vergeltung-Gedanken verflogen.