Und jetzt BMW: 8.000 Stellen fallen weg

Deutschlands Industrie verliert weiter an Substanz. Selbst BMW, bislang der stabilste unter den deutschen Autokonzernen, will weltweit rund 8.000 Stellen streichen. Der Personalabbau dürfte vor allem die deutschen Standorte treffen.

picture alliance / | Daniel Kalker

BMW konnte sich der Krise der deutschen Autoindustrie länger entziehen als die Konkurrenz. Jetzt erreicht der Stellenabbau auch den Münchner Konzern. Weltweit will BMW rund 8.000 Arbeitsplätze streichen. Der größte Teil dürfte in Deutschland wegfallen, wie das Unternehmen auf Nachfrage bestätigte. Der Personalabbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. BMW setzt auf natürliche Fluktuation und ein freiwilliges Abfindungsprogramm, das ausschließlich in Deutschland angeboten wird. Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter haben sich nach Angaben von Reuters auf das Programm verständigt.

Nach Meldungen sollen knapp 50.000 Beschäftigte ein Abfindungsangebot erhalten. Angesprochen werden ausschließlich Mitarbeiter außerhalb der direkten Produktion. Das Programm richtet sich vor allem an Beschäftigte in der Verwaltung sowie in Forschung und Entwicklung. Auch Planung und Management sind betroffen. Die Fertigung selbst ist ausgenommen. Das Abfindungsprogramm soll im Oktober 2026 beginnen und bis Ende 2027 laufen. Wie viele Mitarbeiter das Angebot tatsächlich annehmen werden, ist bislang ebenso offen wie die Frage, welche Standorte besonders stark betroffen sein werden. Sobald die für das Programm vorgesehene Summe ausgeschöpft ist, wird es beendet.

Die Höhe der einzelnen Abfindungen richtet sich nach dem Einkommen und der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Über das endgültige Gesamtbudget ist noch nicht entschieden. Für das laufende Jahr soll BMW nach Informationen von Bild allerdings bereits einen dreistelligen Millionenbetrag eingeplant haben. Wie viel Geld 2027 zusätzlich zur Verfügung gestellt wird, steht noch nicht fest.

BMW-Chef Milan Nedeljkovic bereitete die Beschäftigten auf der Betriebsversammlung auf einen tiefgreifenden Umbau des Konzerns vor. Die Bedingungen in der Automobilindustrie hätten sich nach seinen Worten „substanziell“ verändert. BMW müsse deshalb seine Strukturen und Arbeitsabläufe schneller verschlanken und die Kosten deutlich senken. Der Umbau soll ausdrücklich auch die Führungsebenen treffen. Nedeljkovic kündigte an, Organisationseinheiten auf sämtlichen Managementebenen zusammenzulegen. Das erklärte Ziel lautet, BMW wieder profitabler und wettbewerbsfähiger zu machen.

Nedeljkovic ist erst seit dem 14. Mai 2026 Vorstandsvorsitzender des Konzerns. Der 57-Jährige hatte den Posten von Oliver Zipse übernommen. Bereits einen Monat später musste BMW seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigieren. Absatz und Gewinn dürften 2026 geringer ausfallen als zuvor prognostiziert.

Auslöser für die Gewinnwarnung war vor allem das schwächere Geschäft in China. Dort sind die Verkäufe von BMW bereits seit zwei Jahren rückläufig; auch 2026 setzt sich die Entwicklung fort. Im zweiten Quartal sanken die Verkäufe der großen deutschen Hersteller auf dem chinesischen Markt jeweils um mindestens 30 Prozent.

BMW steht damit vor demselben Problem wie Mercedes. Der Stuttgarter Konzern hatte erst kurz zuvor gemeldet, dass sein Absatz in China im zweiten Quartal um 30 Prozent auf 98.624 Fahrzeuge eingebrochen war; im gesamten ersten Halbjahr betrug das Minus 28 Prozent. Auch BMW bekommt dies schmerzlich zu spüren. Mercedes verwies auf zurückhaltende chinesische Käufer sowie den aggressiven Preis- und Technologiewettbewerb der einheimischen Hersteller. Wertminderungen von 704 Millionen Euro auf chinesische Beteiligungen drückten das operative Ergebnis der Pkw-Sparte im zweiten Quartal auf nur noch 49 Millionen Euro – nach 783 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die nahezu zeitgleichen Meldungen von BMW und Mercedes zeigen, wie stark der frühere Wachstumsmarkt China inzwischen auf die Bilanzen der deutschen Hersteller durchschlägt.

Auch die US-Zölle und die hohen Kosten für die Entwicklung neuer Fahrzeuge belasten den Konzern. BMW war bislang besser durch die Branchenkrise gekommen als Volkswagen, Mercedes, Audi oder Porsche. Mit dem Abbau von 8.000 Arbeitsplätzen ist auch diese Schonfrist beendet.

Weltweit beschäftigt BMW derzeit etwa 150.000 Menschen. Der geplante Stellenabbau entspricht damit ungefähr fünf Prozent der gesamten Belegschaft. Im Geschäftsbericht hatte der Konzern bereits einen leichten Rückgang der Beschäftigtenzahl angekündigt. Als „leicht“ definiert BMW eine Verringerung um bis zu fünf Prozent.

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Ich bin RECHTS
19 Minuten her

Habe gerade 391 € für einen BMW Ersstzschlüssel gezahlt.

Mein nächstes Auto wird ein Chinese….