Wie Deutschland mit Entwicklungshilfe BlackRock reich macht

Wer wissen will, wie komplett irre die deutsche Entwicklungspolitik inzwischen ist, der muss nur schauen, was mit unserem Steuergeld im Senegal passiert. Es wäre ehrlicher, wir würden die Kohle direkt an die Wall Street überweisen.

picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH
Merz empfängt den Präsidenten Senegals Bassirou Diomaye Faye, Berlin, 23.06.2026

Der Senegal liegt unserem Bundeskanzler sehr am Herzen. Nein, nicht was Sie vielleicht denken, lieber Leser: Friedrich Merz ist nicht stolz auf das afrikanische Land, weil es gerade bei der Fußball-Weltmeisterschaft ausgeschieden ist.

Deutschlands Regierungschef denkt da in größeren Kategorien:

„Wenn Sie das Schicksal dieser Menschen sehen, dieser Region sehen, dann verstehen Sie, wie wichtig es ist, dass ein wohlhabendes Land wie die Bundesrepublik Deutschland auch dazu beiträgt, dass sich diese Regionen auf der Welt stabil entwickeln können.“

So sprach Merz vor wenigen Tagen im Bundestag. Damit verteidigte er die durchaus üppige Entwicklungshilfe, die wir dem Senegal schon überwiesen haben – und, da ließ Merz keinen Zweifel, auch weiter überweisen werden:

„Das werden wir auch in Zukunft fortsetzen.“

Allein für das Jahr 2023 geht es um satte 288 Millionen Euro. Die hatte schon die Ampel im selben Jahr zugesagt. Merz hält daran fest und will die Zusammenarbeit ausbauen – was bedeutet: den Geldfluss erhöhen.

Obwohl mehr als nur zarte Zweifel angebracht sind, was die Menschen vor Ort eigentlich davon haben.

Bergbau-Multi profitiert

Von den deutschen Euros sind 170 Millionen für Projekte der „gerechten Energiewende“ (Just Energy Transition Partnership, JETP) im Senegal gedacht. Das schreibt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Weiterhin Anmaßung von Verantwortung
Friedrich Merz hält an Entwicklungshilfe fest
Die restlichen 118 Millionen Euro bekommt als direkte Budgethilfe der senegalesische Staatshaushalt. Damit kann die Regierung in Dakar also machen, was sie will. Bei seinem Besuch in Berlin hat Präsident Bassirou Diomaye Faye kürzlich gesagt, dass viel Geld in „Infrastrukturprojekte“ fließt.

Es lohnt sich, da genauer hinzusehen.

Das größte Infrastrukturprojekt des Landes ist die Fernstraße Labé-Fongolembi. Sie beginnt im Nachbarstaat Guinea. Vor allem schafft die 240 Kilometer lange Asphaltstrecke im senegalesischen Abschnitt einen Zugang zu einem großen Bergbauprojekt. Das besteht aus zwei Minen, die von der verbesserten Anbindung an den Transportkorridor extrem profitieren.

Betreiber beider Minen ist der Goldproduzent Endeavor Mining Plc. aus London. Für den Multi ist das ein mehr als gutes Geschäft. Denn welchen Anteil an den Kosten des Straßenbaus übernimmt der Konzern?

Sie ahnen es: null.

Nun könnte man denken, dass Dakar über die Unternehmensgewinne von der ganzen Sache profitiert. Falsch gedacht. An der Mine selbst hält der Staat lediglich zehn Prozent. Und wie viele Anteile, direkt oder indirekt, hält der Senegal an der Muttergesellschaft Endeavour Mining?

Sie ahnen es: null.

Der Konzern wird von institutionellen Anlegern beherrscht, von Fondsgesellschaften und Vermögensverwaltern. Eine besondere Pointe liefert der größte Anteilseigner von Endeavour Mining. Wie heißt der nämlich?

BlackRock.

Real existierender Entwicklungswahnsinn

Der deutsche Steuerzahler subventioniert also mit dreistelligen Millionenbeträgen über die Entwicklungshilfe für den Senegal eine Straße, von der vor allem ein Bergbauprojekt profitiert, das einem Konzern gehört, an dem der Senegal gar keine Anteile hat und der sich selbst am Straßenbau überhaupt nicht beteiligt. Und die Gewinne streicht am Ende BlackRock ein.

Noch Fragen?

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 14 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

14 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
merlin999
1 Stunde her

In herzlicher Verbundenheit den alten Seilschaften ….

Waldschrat
1 Stunde her

Ein Beweis mehr, dass Merz ein Vasall und Gehaltsempfänger von BlackRock ist.

Gert Lange
1 Stunde her

Deutsche Entwicklungshilfe. Man nehme von den Armen eines reichen Landes (Steuergeld der Mittelschicht) und gebe es den Reichen eines armen Landes (örtliche Elite), idem hier Heiligenschein von selbstloser Hilfe (mit dem Geld der anderen) plus versagende Good Governance – Apparatschicks und Reisebüros bei der Arbeit, dort Förderung von Korruption, Bürokratie und scheindemokratischen Regimen, oder?

Deutsche
1 Stunde her

Nur noch Alibi Storys um an Deutsche Steuergelder zu kommen. Im Pervers Ranking immer noch die Nr. 1 – eine ungeprüfte Plörre, für die „zufälligerweise“ ein Haftungsausschluß der Herstellerfirmen durchgesetzt wurde, ZWANGSWEISE dem Bürger reinjagen zu wollen.
Oder wer glaubt noch, dass in der Korruptions Ukraine, die übrigens Nordstream weg gesprengt hat „unsere Werte verteidigt werden“. Jedes Jahr 80 oder 90 Milliarden sollen den Wahnsinn weiter finanzieren.
Rentner kaufen demnächst Staatsanleihen der Bankrott BRD. Arbeiten bis zur Kiste. Witwenrente weg. Ehepartner Mitversicherung weg, Eigentum weg wenn pflegebedürftig
Irgendwo lässt sich doch noch etwas rausquetschen.

Wuehlmaus
1 Stunde her

Wenn Sie das Schicksal dieser Menschen sehen“ – Ich habe hier schon alte Menschen nachts Flasche sammeln und von Mülltonnen auflesen sehen. Pflegebedürftige Menschen im Krankenhaus im Gang in die Windeln machen sehen, weil sie 5h unversorgt auf einer Liege in der Notaufnahmen waren.

Was interessiert mich da, was ein Eidbrecher sagt?

teanopos
1 Stunde her

Die opportunen Finanzeliten und die Internationalsozialisten und Klimafaschisten wechseln sich ab in der Zerstörung der „alten“ Welt, geben sich abwechselnd die klinke in die Hand, wenn sie nicht sogar gemeinsame Sache machen. Gegen Europa und damit vor allem gegen Deutschland wird Krieg geführt. Auf ganz vielen Ebenen, von internen wie externen Kräften. Und Merz sowie seine zwei Vorgänger Scholz und Merkel – allesamt opportunistische Feiglinge – lassen das zu, födern es sogar noch. Die gennanten *** kämpfen lieber gegen die AfD, die einzig verbliebene Partei mit halbwegs vernunftgeleiteter Politik die dem Land tasächlich mal gut täte – wie z.B. radikal… Mehr

Last edited 1 Stunde her by teanopos
Ho.mann
1 Stunde her

Black-Rocker Merz und seine Verquickung zu BlackRock bilden das Fundament seiner politischen Verlogenheit, denn seine politischen Weichenstellungen sichern zu, dass deutsches Steuergeld nicht nur durch den Ukraine-Krieg reichlich in Richtung BlackRock fließt.
Merz geißelt derweil auch Krankschreibungen, Arbeitsmoral, Rente und Lebensarbeitszeit der Steuerzahler und treibt den Spielball der Ausbeutung, um auch künftig die große Umverteilung von unten nach oben sicherzustellen, unablässig in Richtung BlackRock. Merz steht damit für eine widerliche und abscheuliche Politik, die sich nur noch gegen die Menschen richtet, die schon länger hier leben.

Last edited 1 Stunde her by Ho.mann
teanopos
2 Stunden her

Mit den Deutschen kann man es machen.   Die sind so dermaßen blöd und hirngewaschen, bei den meisten wurde das Hirn in den Schulen so dermaßen auf links gedreht, dass selbst eine gammlige Gurke noch mehr IQ vorweist als diese Linksterroristen, Feiglinge und Mitläufer; die verkloppen voller Stolz auch noch die restlichen verbliebenen Landsmänner die es noch wagen für ihr Land einstehen oder es unter den gegebenen Bedingungen zumindest versuchen – und als „Linke“ merken sie dabei gar nicht, dass sie selbst den weltweiten Finanzeliten dabei die nützlichsten Idioten sind.   Und auch die CDU ist selbst nach Merkel noch… Mehr

Last edited 1 Stunde her by teanopos
Punti
2 Stunden her

„Es wäre ehrlicher, wir würden die Kohle direkt an die Wall Street überweisen.“ Machen wir doch demnächst mit unserer Rente.

Harry Charles
2 Stunden her

GUTMENSCH – FASSADE Was einen am meisten nervt bei diesen Dingen ist nicht der Umstand, dass Entwicklungshilfe eigentlich zweckentfremdet wird bzw. reiche Multis noch reicher macht. Sondern dass das Ganze immer als „humanitäres Projekt“ deklariert wird, um jegliche Kritik daran schon im Vorfeld zu tabuisieren. Und in Wirklichkeit geht es nur ums Reibach machen! Es wäre schon schlimm genug, wenn man im Senegal (oder sonstwo) mit unserer Kohle neue Straßen baut, während unsere immer kaputter werden. Um eins allerdings klar zu stellen: der Fehler liegt nicht so sehr bei denen die nehmen (die wird es immer geben), sondern bei denen… Mehr

Last edited 2 Stunden her by Harry Charles