Ungeachtet der gescheiterten Energiewende hält die EU Kurs auf ihr Ziel der vorgeblichen Klimaneutralität. Ein Wissenschaftsgremium, das sich mit Fragen des Klimawandels befasst, hat Brüssel nun einen Maßnahmenkatalog vorgelegt, der die Landwirtschaft noch stärker als bisher unter das Regulierungsjoch spannen soll.
picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Politischen Ideologen fällt es im Allgemeinen schwer, eigene Fehler einzugestehen. So ist es kaum verwunderlich, dass deutsche Politiker – ob in Berlin oder Brüssel – ein Problem damit haben, die Energiewende als das zu bezeichnen, was sie de facto ist: auf breiter Front gescheitert. Dabei hätte man seine Lehre ziehen können aus der jüngeren europäischen Geschichte. Zentral geplante komplexe Ökonomien scheitern an akkumulierten Ineffizienzen und Ressourcenfehlsteuerungen – Probleme, die nur freie Märkte langfristig in gesellschaftlich akzeptabler Weise lösen können.
Dass sich die grüne sozialistische Steuerungs- und Transformationswut ausgerechnet im Energiesektor, dem Fundament aller ökonomischen Tätigkeit einer Gesellschaft, austoben musste, ist tragisch, aber nun eine vollendete Tatsache, mit der wir umgehen müssen. Wirklich clevere Politik hätte das durch die Iran-Krise ausgelöste Chaos sowie die Verwirrung in den Medien nutzen können, um das selbstverschuldete Desaster wahlweise dem russischen Präsidenten Wladimir Putin oder dem ohnehin als „Bad Guy“ abgestempelten US-Präsidenten Donald Trump zuzuschieben.
Im Grunde genommen ist eine heimliche Kehrtwende bereits vollzogen. Denn was Ursula von der Leyen auf dem Atomgipfel in Paris andeutete, ist nichts weniger als ein indirektes Eingeständnis des Scheiterns der Energiewende und zugleich eine Art Notausstieg aus dem energiepolitischen Chaos mithilfe der Kernkraft.
Wir sehen nun, und wir müssen erkennen, dass enormer ökonomischer Druck nötig ist, um die ideologische Abwehrmauer zu brechen oder zu zertrümmern und wieder zur Realpolitik zurückzufinden. Das Kernkraft-Manöver dient dazu, kurzfristig Druck vom Kessel zu nehmen, Reformbereitschaft zu simulieren und gleichzeitig den klimapolitischen Kurs grosso modo zu verteidigen – eine Art Quadratur des Kreises.
Den europäischen Bauern droht nun der nächste Regulierungs-Tsunami. Denn das sogenannte European Scientific Advisory Board on Climate Change, bereits der Name klingt frustrierend, legte in dieser Woche einen Maßnahmenkatalog zur Reduktion der Emissionen in der europäischen Landwirtschaft vor. Auf dreihundertfünfzig Seiten findet sich diagnostisches und therapeutisches Material im Kampf gegen den unsichtbaren Feind, den vermeintlichen Klimakiller, der aus landwirtschaftlicher Perspektive ein unverzichtbarer Pflanzendünger ist.
Landwirtschaftliche Förderung soll künftig schwerpunktmäßig jenen Betrieben zugutekommen, die auf Klimaschutztechnologien setzen – etwa in der Düngemittelproduktion oder beim Einsatz von Biogas. Der Agrarausschuss des EU-Parlaments hat sich grundsätzlich offen für die Maßnahmen gezeigt, äußerte jedoch massive Bedenken hinsichtlich der damit verbundenen Bürokratie – insbesondere für kleinere Betriebe.
Technisch-administrativ entspricht der regulatorische Angriff auf die Landwirte dem Muster, das wir in der Industrie kennengelernt haben. Vorgesehen sind gleich drei separate Systeme: CO2-Emissionen auf dem Hof, etwa im Bereich der Wärmeerzeugung, sollen ebenso erfasst werden wie andere von Brüssel als klimaschädlich eingestufte Gase, etwa Methan oder Lachgas. Auch die Landnutzung sowie mögliche CO2-Speicherleistungen sollen künftig in die Bepreisung einbezogen werden. Das Prozedere, das der Landwirtschaft droht, soll sich am bestehenden EU-Emissionshandel ausrichten. Gutes soll schließlich erhalten bleiben.
Die Folgen sind absehbar. Viele Betriebe werden dichtmachen, weil sie dem Kosten- und Regulierungsdruck nicht mehr standhalten können. Am Ende zahlt dann auch der Verbraucher die Zeche. Allein seit 2020 verteuerten sich die Lebensmittel in Deutschland durchschnittlich um etwa ein Drittel. Eine Folge der expansiven Geldpolitik, aber gerade auch der politisch gewollten Verteuerung der Energieerzeugung und der destruktiven Regulierungsarbeit.
Wie sich europäische Landwirte unter den Bedingungen des Mercosur-Handels und anhaltender Wirtschaftsschwäche behaupten sollen, interessiert die Politik offenbar kaum noch jemanden. Wir haben es mit einer politischen Klasse zu tun, die den Leistungsträgern Europas zunehmend feindselig gegenübersteht und in den Wertschöpfungsprozessen des privaten Sektors vor allem eines sieht: die Möglichkeit der Abschöpfung – und den Aufbau einer eigenen ideologischen Traumwelt.
Seit 2010 sind in der Europäischen Union bereits rund drei Millionen landwirtschaftliche Betriebe verschwunden. Das ist die wahre Leistungsbilanz der EU-Kommission und ihres immer dichter werdenden Regulierungsmachwerks.
Der Angriff der EU auf die vorzugsweise kleinen landwirtschaftlichen Betriebe hat auch eine ästhetische Komponente. Im Zuge willkürlicher Subventionsvergabe und harter Regulierungsschritte, die künftig vermehrt kleine Betriebe zur Aufgabe zwingen dürften, wandeln sich immer weitere Bereiche der Kulturlandschaft in Windparks oder Solarflächen. Dies ist der sichtbare Ausdruck der technokratischen Dystopie des Green Deal – der vieles sein mag, nur nicht grün und hoffnungsstiftend.






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Seit 2010 sind in der EU drei Millionen landwirtschaftliche Betriebe über die Klinge gesprungen? Na ist doch prima. Ein Feld, welches nicht mehr bestellt wird, ist doch bestens geeignet für einen Solarpark! Und an der garantierten Pacht verdient sich der Besitzer eine deutlich goldenere Nase als am Subventions-Bauerntum…
„Seit 2010 sind in der Europäischen Union bereits rund drei Millionen landwirtschaftliche Betriebe verschwunden.“ Ist es Absicht, dass durch diese völlig wahnsinnige Regulierung das resultierende Sterben der kleinen und mittleren Bauernhöfe die Lebensmittelproduktion in Europa massiv zurück geht? Speziell Deutschland wird immer abhängiger von Lebensmittel-Importen. Dass Abhängigkeit keine gute Idee ist, sollte jedem klar sein. Bereits jetzt ist es z.B. in der Milchproduktion im Süden so, dass die Milchwerke sich ihre Milch aus immer größerer Entfernung besorgen müssen. Ca. 90% der milcherzeugenden Betriebe im tiefen Süden sind bereits weg. Viele der noch aktiven Betriebe können aufgrund der exzessiven Regulierung und… Mehr
Sehr geehrter Herr Kolbe, vielen Dank. Sie schreiben: „Das Kernkraft-Manöver dient dazu, kurzfristig Druck vom Kessel zu nehmen, Reformbereitschaft zu simulieren und gleichzeitig den klimapolitischen Kurs grosso modo zu verteidigen – eine Art Quadratur des Kreises.“ Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Herr Dr. Habeck in seiner gewohnt präzisen, kompetenten, intellektuell reifen Art genau das offenbar bereits vorweggenommen hat, als er in einer Miosga-Sprechschau vom 9. Februar 2024 das Publikum aufforderte: „Lass uns doch die Quadratur des Kreises probieren.“. Ich habe mich immer gefragt, was er damit gemeint haben könnte, denn diese Quadratur ist, wie in den 1880er-Jahren gezeigt… Mehr
gerät nun die Landwirtschaft stärker ins Visier….was logisch ist denn hier kann noch (weiter) massiv nach oben veteilt werden*. Es geht ja um das land und hohe subventionen die man (das kapital) abgreifen kann. Auch hier scheint man nicht zu verstehen wie lobbyismus auch funktioniert. Durch mehr regulierung in form von gesetzen und vorschriften/auflagen haben es kleine unternehmen (landwirten) schwer und oder gar unmöglich gemacht wirtschaftlich zu arbeiten während das für große investoren die viel land kaufen ganz anders auussieht. Je größer ein betreib ist desto weniger belasten neue gesetze und vorschriften/auflagen die rendite**. Es gibt natürlich ausnahmen! *Immer mehr… Mehr
Wenn man es sich nicht selber mit Energie versorgen kann, wieso sollte es bei Nahrung anders laufen? (Sarkasmus)
Ukraine first, auch beim Import von Agrarprodukten. Dazu noch UvdLs Mercosur Abkommen.
Die Agrarflächen der EU werden für Solarfelder, Windradparks und Wolfsansiedlungen gebraucht.
Für Deutschland: wer soll denn ernten, wenn die Billigstlöhner, verniedlichend Erntehelfer, nicht mehr aus osteuropäischen Ländern kommen? Diese sogenannten „Erntehelfer“ sind nur deswegen so billig, weil sie Aufstockung und Kindergeld, auch für fiktive Kinder, kassieren.
Den Bauern werden immer mehr Zumutungen aufgelastet, wobei sicherlich das eine oder andere gerechtfertigt ist, aber wenn man es nicht im Zusammenhang mit der weltweiten Konkurrenz betrachtet, werden sie ins Hintertreffen geraten und so liefern die neuen Vertragshändler aus Südamerika lustig unter ihren Herstellbedingungen, während man die Bauernschaft in Deutschland mehr oder weniger über die Klinge springen läßt. Subventionen sind keine gute Idee, denn das müssen alle bezahlen und ist von der Grundüberlegung her völlig falsch, denn das hat auch was mit Gleichheit zu tun und deshalb ist ein normaler Wettbewerb immer noch das beste, wie bei allen anderen Gewerken… Mehr
Es geht nur darum, die Bauern von ihrem Land zu vertreiben, das Land somit kaufbar zu machen für Blackrock, Bill Gates und Konsorten und das Geschäft mit den Lebensmitteln in die Hand von internationalen Konzernen zu legen. CO2 ist da nicht alles. Nitrat ist ebenfalls ein Faktor, der vorgeschoben ideologisch benutzt wird, um den Bauern den garaus zu machen. Lebensmittel für Untertanen sollen aus der Fabrik kommen, gemacht aus Sojaschrot und Insektenbrei. „Brust oder Keule“ mit Louis de Funes erscheint da geradezu prophetisch. Die Niederlande, die einer der grössten Agrarexporteure der Welt sind, haben sogar einen Nitratminister, der die niederländische… Mehr
Das würde ja bedeuten das auch hier eine massive umverteilung nach oben passiert!
Die Landwirtschaft in Gestalt der Weidewirtschaft wird durch die Ansiedlung von Wölfen abgeschafft. Holland wandelt seit 1k Jahren beackerte Flächen in urwüchsige schwimmende Moore um – in Sichtweite von Autobahnen. Dafür steht die Landschaft voll mit den Terrorturbinen.
»SPD-Energieexpertin zerlegt Söders Atom-Plan.«
Das rote Medienimperium schlägt zur „Rettung“ der Energiewende zurück. „Breaking News“ bei N-TV von gestern und heute. Selten so gelacht!
Die roten EnergieexpertInnen sind in ihrer Inkompetenz exakt vom gleichen ideologischen Kaliber wie die der Grünen.
Hoffentlich fängt bald Merz‘ Krieg an der Ostfront gegen den Iwan an.
Ich habe wirklich die Schnauze voll von tagtäglichen Horrornachrichten aus der EU und den Lakaien von vdL.
Dann is‘ endlich a Rua.