Intendantenwahl ohne Gegenkandidat beim ZDF – eine Anstalt im Endstadium

ZDF-Intendant Norbert Himmler tritt heute unter fragwürdigen Umständen und ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl an. Dabei trägt Himmler die Verantwortung für die jüngsten ZDF-Skandale. Kann so jemand wirklich der einzige und richtige Kandidat sein?

picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert
ZDF-Intendant Norbert Himmler, Magdeburg, 25.02.2025

Die Journalistin Floria Fee Fassihi, die ebenfalls für das Amt kandidierte, zog zurück. Die Gründe dafür sind unklar. Ohne Wahl bliebe Himmler ein weiteres Jahr im Amt, trotzdem findet diese Wiederwahl am Freitag, den 13. März statt. Gewählt wird er vom ZDF-Fernsehrat, ein Gremium, das sich aus 60 Mitgliedern zusammensetzt. Es soll Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Organisationen abbilden, tatsächlich besteht der Fernsehrat aus überproportional vielen Vertretern aus der Politik bzw. aus Mitgliedern mit Parteibuch, vornehmlich linker Parteien. Ein Beispiel ist die Transperson Felizia Möhnle vom BSW, zuvor bei Die Linke/SED aktiv.

Grundsätzlich sollte sich der Gebührenzahler die Frage stellen, inwiefern Vertreter der Parteien „gegen Rechts“, Sportvereine, Gewerkschaften und sonstige Gruppierungen dazu befähigt sein sollten, die journalistischen Arbeiten des ÖRR anhand journalistischer Standards zu bewerten. Möglicherweise ist das der Grund, warum 99 Prozent aller Programmbeschwerden in den letzten Jahren abgelehnt wurden.

Faktenfreie Berichterstattung über die Ermordung von Charlie Kirk

Eine durchaus zweifelhafte Gemengelage, da sich das ZDF in letzter Zeit mit einer Berichterstattung hervortat, die viele Fragen offen lässt. Als der MAGA-nahe US-Aktivist Charlie Kirk letzten September erschossen wurde, fiel insbesondere das ZDF mit Beiträgen auf, die mit Fakten nichts mehr zu tun hatten. Bei Markus Lanz behauptete der USA-Korrespondent Elmar Theveßen, dass Kirk sich angeblich für die Steinigung Homosexueller ausgesprochen hätte. Sein Weltbild sei von Menschenverachtung geprägt gewesen. Diese kruden Äußerungen verbreiteten sich rasend schnell, bis Richard Grenell, ein Vertreter der US-Administration, anregte, das Visum Theveßens infrage zu stellen. Später entschuldigte sich Theveßen. Allerdings ist dies nicht als Richtigstellung zu verstehen, denn das hätte vor demselben Millionenpublikum bei Lanz geschehen müssen.

Den nächsten Totalausfall leistete sich die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Sie unterstellte Charlie Kirk, dass dieser mit „abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen“ Aussagen aufgefallen sei. Dafür kassierte Hayali einen Shitstorm. Daraufhin zog sie sich wehleidig wegen „Online-Hass“ aus der Öffentlichkeit zurück. Damit war eine kurze Auszeit auf Instagram gemeint. Währenddessen solidarisierten sich die „Omas gegen Rechts“ mit Hayali und es wurde zu Petitionen aufgerufen, um der gebeutelten ZDF-Frontfrau den Rücken zu stärken.

Doch nicht nur bei ZDF heute, im Heute Journal oder bei Lanz wurde die Ermordung Charlie Kirks in voller Böswilligkeit ausgebreitet, um im „Kampf gegen Rechts“ zu brillieren. In weiteren Podcasts und im Jugendangebot von Funk wurde über den Ermordeten und seine Witwe Niedertracht gesät. Vorneweg „Smypathisch“, eine junge Creatorin, die im Zuge einer Musik-Rezension ihre Missgunst ausdrückte: „Ein Song, der klingt, wie Charlie Kirk riecht.“

Wieso derart hasserfüllt wochenlang über einen US-Aktivisten berichtet wurde, den bis dato kaum jemand im deutschsprachigen Raum kannte, bleibt völlig schleierhaft. Über die vollkommen enthemmte Berichterstattung über das Attentat gegen Charlie Kirk rieben sich ausländische Journalisten verwundert die Augen. Selbst der britische Telegraph war schlichtweg erstaunt darüber, wie ein Mordopfer derart mit Häme vom deutschen ÖRR überzogen werden konnte.

Enthemmter Haltungsjournalismus „gegen Rechts“

Eine weitere Entgleisung sind die Einlassungen der ZDF-Frontfrau Marietta Slomka, die regelmäßig darüber fabuliert, dass sich die USA auf dem Weg in den Faschismus befände. Ein Indiz dafür sei, dass um Trump ein regelrechter „Führerkult“ inszeniert würde. Die persönlichen Abneigungen der „Heute“-Moderatoren sollten irrelevant sein, wenn es darum geht, Nachrichten und das Tagesgeschehen sachlich und informativ zu transportieren. Doch die Haltungsjournalisten des ZDF wittern sich auf größerer Mission.

— Critical Cat | (@Critical__Cat) September 9, 2025

Falsche Bilder sind absichtliche Täuschungen

Ein erneuter Tiefschlag war ein Beitrag einer USA-Korrespondentin über ICE, die amerikanische Abschiebebehörde. Die Erzählung lautete, dass Trump Kinder deportieren ließe und daher die Jüngsten auf offener Straße abgeführt würden. Weil es dafür keine validen Bildquellen gibt, wurde eine Sequenz aus KI-generiertem Material in den Beitrag geschnitten. Dazu ein weiterer Clip, der aus einem vollkommen anderen Zusammenhang stammt. Gezeigt wurde ein Bub, der 2022 einer Schule mit einem Amoklauf gedroht hatte und von einem Polizisten abgeführt wurde.

Daraufhin gab es eine Stellungnahme von der Nachrichtenchefin Anne Gellinek, die beteuerte, dass es eine gründliche Aufarbeitung dieses „handwerklichen“ Fehlers geben würde. Die USA-Korrespondentin wurde von ihrem Posten abgezogen. Ein misslungener PR-Coup, wie sich wenige Tage später zeigte.

Haltung statt Fakten

Im Zuge der Berichterstattung über die Landtagswahl in Baden-Württemberg dann der nächste „Fauxpas“: Eine Grafik, die die Anzahl der Sitze im Landtag illustrieren sollte, stellte sich als grob falsch heraus. Selbstverständlich in die exakt selbe Richtung, die all diese „handwerklichen“ Fehler ausmachen. Die Anzahl der Sitze der AfD wurde deutlich zu klein dargestellt. Die Grafik lief mehrere Male, ohne dass es einem der Verantwortlichen auffiel. Mit einem Textbaustein entschuldigte sich das ZDF anschließend.

Kurz darauf lief im „heute Journal“ eine weitere Grafik. Es ging um Ranking der Länder, welche die meisten Waffen exportieren. In dieser Grafik wurden die Flaggen falsch zugeordnet:

Frankreich wurde mit der russischen Flagge versehen und Italien wiederum mit den französischen Farben illustriert. Doch nicht nur die Flaggen waren falsch, auch die Reihenfolge stimmte nicht, wie das ZDF später auf der Korrekturseite anmerkte. Auch dieses Prozedere ist fragwürdig, da davon auszugehen ist, dass das betagte Publikum vor dem Fernseher nicht täglich die Korrekturseite liest.

Zuletzt hieß es ein weiteres Mal, dass die Katastrophe in Fukushima ein „Atom-Gau“ gewesen sei. Dass es ursächlich ein Tsunami war, der zu der Kernschmelze führte, scheint auch 15 Jahre später nicht so wichtig.

Während der Bayerische Rundfunk einen ähnlich getitelten Beitrag mittlerweile korrigierte, findet sich dazu auf der Korrekturseite des ZDF nichts.

All diese „handwerklichen“ Fehler stammen aus den letzten sechs Monaten. All diese Entgleisungen verantwortet am Ende des Tages der amtierende Intendant Norbert Himmler. Findet sich wirklich niemand aus den eigenen Reihen, der gewillt wäre, eine Qualitätssicherung zu implementieren, die dafür sorgt, dass Mindeststandards eingehalten werden? Wieso reichen 2,54 Milliarden Euro nicht aus, um entschieden einschlägiger Falschberichterstattung zu begegnen? Der Umstand, dass Himmler ohne Gegenkandidat antritt, zeigt, dass diese Anstalt außer Kontrolle geraten und schlichtweg nicht reformierbar ist. Das ZDF gehört abgeschafft.

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