Windkraft in der Krise: Das Subventionskartell der Energiewende fliegt der Politik um die Ohren

Die Windbranche rutscht in die Krise, Projekte kippen, Renditen schmelzen. Jetzt platzt eine politisch gemästete Blase, an der Funktionäre, Profiteure und Subventionsabgreifer sich jahrelang auf Kosten der Steuerzahler die Taschen vollgestopft haben.

picture alliance / imageBROKER | Lilly

Die Windbranche steht nicht vor einer normalen Marktkrise. Sie steht vor dem Moment, in dem ein jahrelang künstlich aufgepumpter Apparat an der Wirklichkeit zerschellt. Was jetzt ins Rutschen hin zur Lawine gerät, ist kein bedauerlicher Betriebsunfall einer Zukunftsindustrie, sondern das absehbare Ende eines politisch gezüchteten Geschäftsmodells, das nie durch eigene Kraft, technische Überlegenheit oder ehrliche Wettbewerbsfähigkeit getragen wurde.

Diese Branche wurde hochgefüttert, mit Fördermilliarden, garantierten Vergütungen, regulatorischen Sonderrechten und dem ständigen staatlichen Eingriff in Preise, Flächen und Prioritäten. Das Ganze wurde der Öffentlichkeit als Fortschritt verkauft, obwohl es in Wahrheit ein gigantisches Umverteilungsprogramm war: weg vom Bürger, hin zu einer Klasse von Projektentwicklern, Flächenprofiteuren, Lobbyisten, Beratern und grünen Geschäftsmodellen, die ohne die politische Melkmaschine nie in dieser Form existiert hätten.

Diese Branche hat sich nicht im Markt bewährt, sie hat sich an den Staat gehängt, der seine Klientelbranche bestens und üppig mit Steuerzahlergeld gemästet hat. Sie hat nicht überzeugt, sondern kassiert. Sie hat nicht Risiko übernommen, sondern Risiko ausgelagert. Die Gewinne wurden privatisiert, die Lasten sozialisiert, und jedes Mal, wenn jemand auf die offenkundige Schieflage hinwies, wurde er als Fortschrittsfeind, Klimaleugner oder Ewiggestriger beschimpft.

In Wahrheit saßen hier keine heldenhaften Pioniere, sondern Subventionsabgreifer neben grünen Politfreunden am Tisch, die sich unter dem moralischen Tarnnetz der Rettung des Planeten die Taschen vollgestopft haben. Solange Fördertöpfe offenstanden und der Staat die Rendite absicherte, war von marktwirtschaftlicher Eigenverantwortung keine Rede. Da wurde gebaut, beantragt, kassiert und belehrt. Nun, da sich Projekte schlechter rechnen, Zinsen drücken und die politische Kunstbeatmung nicht mehr ganz so reibungslos funktioniert, schreit dieselbe Szene nach Sicherheit, Planbarkeit und neuen Hilfen. Dreister kann man das Land kaum noch verhöhnen.

Die politische Verantwortung dafür ist verheerend. Eine Regierungsklasse, die funktionierende Kernkraftwerke stilllegt und zerstört, Versorgungssicherheit mutwillig schwächt und einem industrialisierten Land eine wetterabhängige Ersatzreligion als Fortschritt verkauft, hat dieses Desaster ganz bewusst herbeigeführt.

Besonders entlarvend ist dabei das sehr späte Eingeständnis wie von Ursula von der Leyen, dass die Abkehr von der Atomkraft ein strategischer Fehler gewesen sei. Genau das war sie, und zwar nicht erst seit gestern. Nachdem die ganze Welt verstärkt auf Atomkraft setzt und laut über die Irren in Deutschland lacht.

Erst wurde eine leistungsfähige, verlässliche und grundlastfähige Energiequelle ideologisch entsorgt, dann wurde dieselbe Lücke mit einem hochsubventionierten, instabilen und politisch durchdirigierten Konstrukt gefüllt, das nur so lange funktioniert, wie der Staat mit immer neuen Eingriffen nachhilft. Deutschland hat sich damit nicht modernisiert, sondern mutwillig entwaffnet. Ein Land, das seine sichere Energieversorgung zerstört, um sich von Wetter, Importen, Notmaßnahmen und milliardenschweren Ausgleichsmechanismen abhängig zu machen, betreibt keine Zukunftspolitik, sondern organisierte Selbstbeschädigung.

Hinzu kommt die ganze moralische Verlogenheit dieses politmedialen Betriebs. Dieselben politischen und wirtschaftlichen Kreise, die dem Bürger Verzicht, Verarmung und höhere Belastungen als Beitrag zur Rettung der Welt predigen, haben aus der Energiewende ein Geschäftsmodell für bestens vernetzte Profiteure gemacht.

Der normale Bürger darf höhere Strompreise schlucken, der Mittelstand darf unter Energiekosten ächzen, die Industrie verliert an Wettbewerbsfähigkeit, aber in den grünen Beutegemeinschaften aus Projektierern, Fonds, Genehmigungsprofis und politischen Begünstigten wurde prächtig verdient. Das war nie die große ethische Erneuerung des Wirtschaftens. Das war ein Beutezug im Gewand der Tugend. Man hat mit dem schlechten Gewissen der Gesellschaft gearbeitet und daraus ein System gebaut, in dem sich private Gewinne unter staatlichem Schutz vervielfachen ließen. Und nun, da die Konstruktion brüchig wird, sollen erneut dieselben Bürger haften, die schon die ganze Zeit die Rechnung bezahlt haben.

Darum ist das, was sich jetzt in der Windbranche abzeichnet, weit mehr als eine sektorale Krise. Es ist ein Blick in das Innere der gesamten deutschen Energiewendepolitik.

Dort sitzt kein belastbares Zukunftsmodell, sondern ein überdehntes, ideologisch aufgeladenes, bürokratisch gemästetes System, das seine Schwäche jahrelang hinter moralischer Erpressung versteckt hat. Wer dagegen war, galt als verdächtig. Wer warnte, wurde diffamiert. Wer die Zerstörung der Kernkraft, die Explosion der Kosten und die politische Verzerrung des Marktes kritisierte, wurde aus dem Debattenraum gedrängt. Nun liefert die Realität das Urteil, und dieses Urteil fällt vernichtend aus. Eine Branche, die ohne Dauersubvention nicht laufen kann, ist kein Erfolg. Eine Politik, die sichere Energie vernichtet und dafür wetterabhängige Abhängigkeit aufbaut, ist kein Fortschritt. Und ein Staat, der all das gegen die Interessen seiner Bürger durchdrückt, handelt nicht im Namen des Gemeinwohls, sondern gegen es.

Nicht die Windbranche wird hier betrogen, sondern seit Jahren die Bürger des Landes. Betrogen mit der Legende vom billigen grünen Strom. Betrogen mit der Behauptung, man könne Versorgungssicherheit, Wohlstand und industrielle Stärke einfach durch politische Wunschzettel ersetzen. Betrogen vor allem durch ein Bündnis aus Ideologen und Profiteuren, das sich an den Kassen des Staates bedient hat, während es dem Rest der Gesellschaft Verzicht predigte. Jetzt kracht dieses Modell an die Wand. Und der eigentliche Skandal ist nicht, dass es kracht. Der eigentliche Skandal ist, dass es so lange auf Kosten aller weiterlaufen durfte.

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Kommentare ( 57 )

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57 Comments
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maps
1 Monat her

Leider werden die Täter nicht direkt genannt. Es ist insbesondere die CDU/CSU, die das umgesetzt hat und immer noch weiter betreibt! Die CDU/CSU raubt uns tagtäglich aus und veruntreut Steuergeld und zerstört Volksvermögen seit Jahrzehnten. Es sind die Täter von gestern und von heute.

Juergen P. Schneider
1 Monat her

Die Energiewende ist eine ruinöse Idiotie. Die Bürger sind mehrheitlich nicht die Opfer dieser verfehlten Politik, sondern ihre Komplizen, denn sie haben das links-grüne Bankrott-Kartell über mehr als 25 Jahre hinweg immer wieder gewählt. Die naive und gleichgültige Mehrheit hat nie auch nur den Versuch unternommen zu verstehen, was da vor sich geht und wie man sie selbst ausplündert. Aber Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe. Leidtun können einem nur diejenigen, die sich durch Wahl der AfD gegen diese bürgerfeindliche und verrückte Politik wehren.

Donostia
1 Monat her

Ich bin mir nicht sicher, ob die Verpächter sich freuen. Sobald eine Windanlage still gelegt wird, müsste ein Rückbau erfolgen. Mir ist nicht bekannt, dass Betreiber von Windkraftanlagen irgendwelche Rückstellungen zum Abbau der Anlagen machen müssten. Wenn aber der Betreiber Insolvenz anmeldet, weil er keine Subventionen mehr bekommt, dann bleibt der Verpächter auf den Kosten des Rückbaus sitzen. Das haben viele Bauern vermutlich gar nicht auf dem Schirm.

Last edited 1 Monat her by Donostia
Hannes M
1 Monat her
Antworten an  Donostia

Die Betreiber müssen vor Inbetriebnahme der Windenergieanlage gegenüber der genehmigenden Behörde eine Rückbaubürgschaft stellen (in der Regel von der finanzierenden Bank und wird ab einem gewissen Zeitpunkt durch Überschüsse aus dem Betrieb bar hinterlegt). Ist fester Teil der Genehmigung. Ob dieser Betrag dann am Ende für den Rückbau ausreicht? Keine Ahnung!

A.G.
1 Monat her

Solange am Co2 Narrativ (Anteil in derLuft: 0,0427%) festgehalten wird und egal wo man im Internet als „Normalbürger“ sucht, einem Messwerte vom Vulkan „Mauna Loa“ als Referenz angezeigt werden, solange ists auch egal wie die Diskussion mit Windrädern ausgeht….sie werden dann einen anderen „Grund“ zur Besteuerung und hohen Bepreisung der Energie finden. Im Schwazwald geht der Windradbau übrgines akutell ungebremst mit Vollgas weiter / voran. Das Ganze Thema ist schon Jahrzehnte alt, lange vor Obama, richtig gepusht von Al Gore, und wird deshalb so schnell nicht vom Tisch kommen…im Besonderen nicht weil das Volk nichts dagen unternimmte….die Mehrheit der deutschen… Mehr

Ein Mensch
1 Monat her

Der Bürger ist zwar betrogen worden aber er wollte auch betrogen werden. Wer mit Absicht die Dümmsten seines Volkes an die Macht wählt, der will auch die Folgen seines Handelns bewusst tragen. All die Profiteure des Klimaschwindels, konnten und können sich auf die ach so hochüberlegene Moral der deutschen Weltverbesserer verlassen und bis zum letzten Cent den Bürger auspressen. Der Spruch ,,am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ kommt ja nicht von ungefähr.

Musteridiot
1 Monat her

Und das Ergebnis ? Die gesamte Co2-arme Nettostromerzeugung 2025 betrug 282 Twh. 2019 betrug sie noch 308 Twh. Ein echtes Erfolgsmodell also. Dafür geben wir also dieses Jahr 30 Milliarden für die Erneuerbaren aus und haben noch dazu die höchsten Strompreise. Und da Kohle und Kernkraft tabu sind, setzt man als Ergänzung komplett auf Gas. Das ist teuer, schlecht lagerbar, führt zu völliger Abhängigkeit und muss dazu sowohl beim Bau neuer umrüstbarer Kraftwerke, deren Betrieb und der Bevorratung von Gas sowie den Terminals hoch subventioniert werden. Und spätestens in 2045 soll dann wieder Schluss damit sein. Das selbe Liedchen kann… Mehr

Nibelung
1 Monat her

Gegen die Windkraft und Solar wäre ja nichts einzuwenden, wenn es mit großer Sorgfalt eingeführt und das Gleichgewicht der Energieversorgung nicht gestört wird, bis man eine Speicherlösung gefunden hat und das läßt sich aber für die Hersteller nicht rechnen und deshalb ist man mit der Brechstange vorgegangen um eine künstliche Not durch Abwracken zu erzeugen um darüber den falschen Willen durchzusetzen, der uns nun zum Verhängnis wird. Bei allen Überlegungen sind nicht nur die technischen Möglichkeiten und deren Effizienz zu prüfen, sondern auch die Bezahlbarkeit und das ist derzeit eines unserer Hauptprobleme und schreddert damit die gesamte Wirtschaft und ist… Mehr

Guzzi_Cali_2
1 Monat her

Es gibt in meinem Bekanntenkreis tatsächlich immer noch Leute, die die griffige Formel „Wind und Sonne schicken keine Rechnung“ so verinnerlicht haben, daß sie jedes Gegenargument verdammen und denjenigen, der es vorbringt (in diesem Fall ich) als Ewiggestrigen verunglimpft. Die Stahlbetonfundamente, die mit enormem Aufwand an Dieselbaumaschinen, Stahlbau, Zement erstellt werden müssen, die Stromtrassen dorthin, die Herstellung der Verbundwerkstoffe der Flügel, der Transport an entlegene Orte, der Straßenbau für die Zufahrtswege, die Schmierstoffe in den Rotoren, die Entsorgung der abgeranzten Flügel, das Enteisen im Winter – das alles ist sozusagen gratis…

DELO
1 Monat her

Hier wird gar nichts krachen. Ein überforderter Regierungschef erklärt den Atomausstieg als einen Fehler, will aber genau an diesem Fehler festhalten. Die Grünen Beutetölpel werden eher dafür sorgen, daß Reiche und Co. verschwinden (siehe heutiges Kanzlerstatement), als daß sie auf ihre Horrorkosten verzichten und die SPD ist politisch tot. Germany 2026: Wonderland by night.

Leroy
1 Monat her

Hussein Obama hat 2009 per Dekret festgelegt, dass CO2 schädlich ist. Und auf dieser Festlegung des dümmsten US-Präsidenten aller Zeiten beruht der gesamte Klima-Hoax.