Seit 1.490 Tagen belastet der Krieg um die Ukraine auch Europas Wirtschaft, doch die drei Wochen seit Beginn der Luftangriffe auf den Iran hätten wesentlich dramatischere Folgen für die Weltwirtschaft - das sagte nun Chevron-CEO Mike Wirth.
Screenshot X / Bloomberg TV
Die Auswirkungen des Kriegs zwischen den USA und dem Iran treffen die globalen Energiemärkte härter als viele frühere Konflikte: Nach Einschätzung von Chevron-Chef Mike Wirth hat der Krieg im Nahen Osten größere Verwerfungen ausgelöst als der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, insbesondere im Hinblick auf Ölversorgung, Transportwege und strategische Reserven. Der US-Energiekonzern Chevron erzielt einen Jahresumsatz von 183 Milliarden Dollar, einen Nettogewinn von 12,3 Milliarden Dollar (2025) und hat 43.000 Mitarbeiter.
Im Zentrum der aktuellen Krise steht bekanntlich die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl weltweit: Durch militärische Angriffe, insbesondere auf Tanker, wurde der Schiffsverkehr massiv eingeschränkt. Zwar besteht die Hoffnung, dass sich die Lage bald entspannt und die Passage wieder vollständig geöffnet wird, doch Wirth dämpfte Erwartungen an eine schnelle Normalisierung.
„Wir haben derzeit große Mengen an Öl und Gas, die den Markt nicht erreichen“, erklärte Mike Wirth auf der Energiekonferenz CERAWeek by S&P Global in Houston.
Selbst wenn die strategisch wichtige Meerenge wieder frei befahrbar sei, werde es dauern, bis sich die Versorgungslage stabilisiere. „Physische Lieferketten reagieren nicht sofort. Es braucht Zeit, um die Lagerbestände mit den richtigen Rohölsorten und passenden Kraftstoffen wieder aufzubauen“, sagte Wirth.
Tatsächlich sind die globalen Lieferketten durch den Konflikt erheblich ins Stocken geraten: Besonders betroffen sind asiatische Länder, in denen die Vorräte an Diesel und Kerosin spürbar sinken. Gleichzeitig verzögern sich Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG), Düngemitteln und weiteren wichtigen Rohstoffen. Experten sehen darin ein klares Zeichen dafür, wie eng verflochten und anfällig die internationalen Energiemärkte sind.
Wirth betonte zudem, dass das volle Ausmaß der Schäden noch gar nicht absehbar sei. „Eine der größten Herausforderungen besteht darin, überhaupt zu erfassen, wie groß der Schaden ist“, sagte er. Noch sei unklar, wie viele Produktionsanlagen stillgelegt wurden und wie schwer einzelne Infrastrukturen getroffen sind. Diese Unsicherheit erschwert es Unternehmen und Regierungen gleichermaßen, wirksame Gegenmaßnahmen zu planen.
Parallel dazu bemüht sich die US-Regierung um eine Stabilisierung der Märkte: Energieminister Chris Wright zeigte sich auf der Konferenz vorsichtig optimistisch. Er gehe davon aus, dass die globalen Störungen im Öl- und Gasfluss „kurzfristiger Natur“ sein könnten. Dennoch rief er die Branche dazu auf, ihre Fördermengen auszuweiten, um Engpässe abzufedern.
„Märkte funktionieren nach ihren eigenen Regeln“, erklärte Wright. „Die Preise sind gestiegen, um ein klares Signal zu senden: Wer mehr produzieren kann, sollte dies jetzt tun.“ Tatsächlich haben die jüngsten Preissprünge an den Rohölmärkten bereits erste Reaktionen ausgelöst. Mehrere Förderländer prüfen, ihre Produktion zu erhöhen, um von den hohen Preisen zu profitieren und gleichzeitig die Versorgung zu sichern.
Ereignis mit globalen Folgen
Doch selbst bei steigender Förderung bleibt die Lage angespannt. Anders als bei früheren Krisen ist es diesmal nicht nur ein regional begrenzter Konflikt, sondern ein Ereignis mit globalen Folgen. Die Straße von Hormus gilt als Nadelöhr des Welthandels für Energie – ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls passiert diese Route. Jede längerfristige Störung hat daher unmittelbare Auswirkungen auf Preise, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität.
Im Vergleich dazu erscheinen die Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs laut Wirth inzwischen besser beherrschbar: Damals konnten alternative Lieferketten schneller etabliert werden, etwa durch den Ausbau von LNG-Importen in Europa. Im aktuellen Konflikt jedoch fehlt eine vergleichbare Ausweichmöglichkeit in dieser Größenordnung.


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Trump war wohl mal zur Mitternacht an einer crossroad und hat einen Deal gemacht. Ich hatte mich ja gewundert, dass die Zionisten Trumps Wahl haben durchgehen lassen. Aber sie sahen wohl bessere Chancen, ihre Ziele – Großisrael, die Dollarrettung und einige andere Punkte ihrer Satzung – mit Trump umsetzen zu können.
den harten kern der bedingungslosen unterstützer netanjahus und seiner irren politik wird auch das nicht davon abhalten, dies irgendwie schönzureden. die wirken auf mich immer mehr wie z.b. die klimasekte, statt nazi wird antisemit geschrien. diese regierung und leider grosse teile der israelischen gesellschaft sind gefangen in einer gefährlichen verblendung, die ganze wekt kann dies ausbaden. das ist verrückt und brandgefährlich, wo sind die stimmen der vernunft? wir sollten jetzt finanziell den stecker ziehen und nicht indirekt diesen krieg unterstützen, der uns den rest geben könnte, wenn er weiter andauert, wie blöd kann eigentlich sein? jetzt muss endlich pragmatisch gehandelt… Mehr
Russland produziert ca. 9 millionen barrel pro Tag, von denen ca. 6 millionen exportiert werden – 6 ! Hormuz sollte täglich 20 millionen barrel durchlaufen also mehr als dreimal so viel, jeden Tag. Aktuell sollen es höchstens 5-10 millionen sein in den Tankern die der Iran passieren läßt. Es ist nicht überraschend, dass die viel größere Menge an Angebotsverknappung wegen Hormuz weltweit größere Auswirkungen hat als die viel kleinere, russische, haben könnte. Russland hat nebenbei die Exporte seit 2022 nicht wesentlich reduzieren müssen, weil China, Indien, Türkei und über die Schattenflotte genug russisches Öl verkauft werden kann. Der Chevron-Chef soll… Mehr
Noch einmal… Die Strasse von XX war schon IMMER ein Nadelöhr und ein Strategischer Knotenpunkt! Der Iran hatte seit bestehen des Mullahregimes immer mal mit einer Blockade gedroht!!!! Darum kann ich all dieses Geheule von dummen CEOs nicht verstehen! Auch die Saudis spielen hier ein sehr dreckiges Spiel… versenken Mrd in geistesgestörte Grossprojekte welche die Projekte Speers als Kinderquatsch dastehen lassen… anstatt eine ordentliche Ausweichverladestelle für Erdöl und Gas im roten Meer zu schaffen… aber ja ein Skigebiet in der Wüste ist halt wichtiger! Oder eine 100km lange Stadt in der Menschen leben sollen, die es in diesem Land einfach… Mehr
Was macht Haba Orwell nur, wenn seine Terrorboddies in Teheran bald weg sind? Dann ist er plötzlich ohne Job, jedenfalls aber ohne Kohle.
Was die Länge dieses Kriegs angeht: Für den Iran ist er existentiell. Er wurde zweimal während Verhandlungen mit den USA angegriffen und er will jetzt eine dauerhafte Lösung und keinen Waffenstillstand, in dem die beiden Angreifer wieder aufrüsten können, um dann das Ganze zu wiederholen. Der zunehmende Mangel an (vor allem Abwehr-)Raketen der beiden Angreifer und die in Jahrzehnten angehäuften Drohnen und Raketen der Iraner machen einen Sieg der US/Israel Koalition unwahrscheinlich. Sie müssen Konzessionen machen, falls sie nicht zu Atomwaffen greifen (das ist die eigentliche Atom-Gefahr). China und Russland werden so einen Angriff auf ihren Handelspartner und BRICS-Partner nicht… Mehr
Mögen Sie vielleicht nochmal einen Artikel schreiben zu islamischem Terror unterteilt nach Sunniten und Schiiten? Wie stehen diese Terrorgruppen zueinander? Wo steht der Islam in der westlichen Welt, also in den USA und in der EU? Nicht nur durch Terror, sondern durch Zuwanderung, Einbürgerung und Einflussnahme auf die Politik. Welches Bild ergibt sich in Bezug auf die Wanderung durch die Institutionen? Muslime sind – so wie ich das verstehe – überwiegend Sunniten. Der Iran ist schiitisch. Nehmen die USA zwei Ziele in Angriff? Den Islam und China? Weil sie die Gefahr durch China verbunden mit dem Islam anders einschätzen als… Mehr
Dazu dann noch das:
Die USA produziert inzwischen mehr Öl als SA und Russland zusammen: https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116278900381351124
Und mehr Gas als Russland, Iran und China: https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116278899551484414
Hier noch die Übersicht über die US-Staaten, die den Preis für Elektrizität hoch halten: https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116278890493192146
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Uns hingegen und unserer Wirtschaft hat das sich immer weiter fortsetzende Debakel in der Ukraine lange selbst verschuldet den Rest gegeben.
Das, was sich im Iran abspielt, tangiert Deutschland wie die EU nur noch am Rande.
«Die Auswirkungen des Kriegs zwischen den USA und dem Iran treffen die globalen Energiemärkte härter als viele frühere Konflikte…» Hier wird die wichtigste und die hauptverantwortliche Kriegspartei nicht erwähnt: Israel. Es war Israel, das während Vertragsverhandlungen und ohne Not diesen Krieg wollte und angezettelt hat: «We knew that there was going to be an Israeli action», Marco Rubio am 2. März; «and it is clear that we started this war due to pressure from Israel and its powerful American lobby”, Joe Kent am 17. März. Seit Corona verkürzt sich die Durchlaufzeit von «das ist eine Verschwörungstheorie» zu «es ist… Mehr
Die Aussage brachte kürzlich auch Böses Medium – durch den Krieg dominieren die USA den LNG-Markt: https://anti-spiegel.ru/2026/trump-hat-das-ziel-erreicht-dass-die-usa-den-weltweiten-lng-markt-dominieren/ > „… Vor dem Iran-Krieg waren die Top-5 der LNG-Produzenten: Die USA (102 Mio. Tonnen pro Jahr), Australien (82 Mio. Tonnen), Katar (77 Mio. Tonnen), Russland (37 Mio. Tonnen) und Malaysia (32 Mio. Tonnen). … Wenn Katar komplett ausfällt, dann fallen etwa 18 Prozent des weltweiten LNG weg. Entsprechend wächst die Marktmacht der anderen großen Player USA und Australien, wobei Australien bekanntlich ein loyaler Vasall der USA ist. Und diese beiden Länder zusammen würden dann die Hälfte des weltweiten LNG liefern, was eine… Mehr
Billiger für uns wird es auf jeden Fall nicht…