Basta Klima

Für CSIRO-Chef Larry Marshall kommt es jetzt darauf an, sich damit zu befassen, wie die Folgen einer Klimaveränderung in den Griff zu bekommen seien. Dafür benötige die CSIRO aber neue Leute. Fraglich, ob diejenigen, die bisher immer nur gemessen und gemessen haben, die Richtigen seien.

Irgendwann einmal muss Schluss sein! Weg mit der unerträglichen Kakophonie. Basta! Habe fertig! Jetzt muss gehandelt werden. Dachte sich Dr. Larry Marshall, Chef der australischen CSIRO, der staatlichen australischen Behörde für Forschung und Wissenschaft. („We shape the Future!“)

Es ist schließlich alles entschieden. Die „überwältigende“ Mehrheit der Wissenschaftler habe bestimmt, dass der Mensch das Klima auf der Erde erwärme. Auf die paar „Klimaleugner“ können wir keine Rücksicht mehr nehmen. Taten sind gefragt. Das war auch das Mantra auf dem „Klimagipfel“ in Paris. Tja dann…

Wo alles entschieden ist, braucht es keine Modelle mehr

Dr. Larry Marshall ließ jetzt Taten folgen. In einer Email an seine Mitarbeiter kündigte er an: „Die CSIRO hat die Klimaforschung angeführt. Aber wir können uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, weil das der Weg in die Mittelmäßigkeit ist. Unsere Klimamodelle sind unter den besten der Welt und unsere Messungen bestätigten diese Modelle, um den globalen Klimawandel zu beweisen. Diese Frage ist beantwortet.“

Das Problem sei geklärt, weitere wissenschaftliche Arbeiten also unnötig. Konsequenz des praktisch veranlagten Australiers: Die Klima-Wissenschaftler können erst einmal entlassen werden. Sie selbst wiederholen bekanntlich ständig, dass es auf dem Gebiet des Klimawandels nichts mehr zu erforschen gebe. Wozu also noch Steuergelder zum Fenster hinauswerfen?

Die Schnappatmung der betroffenen Klimaforscher war rund um den von grässlichen Katastrophen bedrohten Globus zu vernehmen: „Ganz so hatten wir das natürlich nicht gemeint!“

Sie protestierten („Wir müssen doch noch …“). Vergeblich. Kühl konterte Larry Marshall: Die Protestschreiben hätten ihn nicht überzeugt. Lange genug wurde gemessen, das Ergebnis hätten die Wissenschaftler selbst gesagt. Seine Entscheidung rückgängig zu machen komme nicht in Frage: „Damit das geschieht, müsste mich jemand davon überzeugen, dass Messen und Modellieren weitaus wichtiger sind als die Milderung der Folgen – und auch keiner meiner Vorgesetzten glaubt das.“

Für ihn komme es jetzt darauf an, sich damit zu befassen, wie die Folgen einer Klimaveränderung in den Griff zu bekommen seien. Dafür benötige die CSIRO aber neue Leute. Fraglich, ob diejenigen, die bisher immer nur gemessen und gemessen haben, die Richtigen seien.

„Wir werden durch diesen Veränderungsprozess gehen und herausfinden, wer sich verändern kann und wer nicht.“ Der CSIRO-Chef weiter: „Ich komme mir vor wie die ersten Klimaforscher, als sie in den 70ern gegen die Erdöl-Lobby kämpften. Mir ist klar geworden, dass die Klima-Lobby möglicherweise mächtiger ist als es die Energie-Lobby in den 70ern war – und in der Klimapolitik scheinen sehr viele Emotionen in der Debatte zu sein.“ „Tatsächlich kommt es mir fast wie eine Religion anstatt eine Wissenschaft vor.“

Fast Religion statt Wissenschaft

Auf die klassische Keule „Klimaleugner“ entgegnete er: „Was mich verblüfft, ist, dass meine Aussage, mehr Ressourcen in die Milderung und Anpassung umzuleiten mich angeblich zum Klimaleugner macht.“

Die betroffenen Klimawissenschaftler versuchten, von ihren fetten Pfründen zu retten, was zu retten ist: „Jedermann lacht über die Aussage von Marshall.“ Und: „Wer ist das, der den Klimawandel für beantwortet hält?“ Die Klima-Internationale im IPCC in Genf keilt wacker mit: „So viele Fragen sind noch nicht beantwortet!“

Jetzt aber räumt Larry Marshall auf. Er ist unter 70 Bewerbern als neuer Chef und Nachfolger von Megan Clark ausgewählt worden, die als erste Frau an der CSIRO-Spitze gestanden hatte. Marshall ist sowohl Wissenschaftler als auch Unternehmer, stand einem Technologiefonds im kalifornischen Silicon Valley vor, weiß also mit Geld und Technologie umzugehen. Er soll offenbar den CSIRO-Wildwuchs eindämmen und erst einmal 110 Millionen Dollar einsparen.

Australien – das ist das Land, in dem bisher Weltverbesserer und Fans „Erneuerbarer“ kaum Chancen hatten. Zwar hatte das Land noch vor der EU als erstes Land der Welt die „Energiesparlampe“ eingeführt. Dann aber kam Premierminister Tony Abott. Der bezeichnete die Argumente in der Klimawandel-Diskussion kurzerhand als „Schrott“ und wusste damit auch die Mehrheit der Australier hinter sich. Immerhin muss das Land, das immerhin einer der weltgrößten Kohleexporteure ist und den Pariser Klimaverhandlern als „Feind Nummer eins“ galt, derzeit gegen drastisch gesunkene Rohstoffpreise ankämpfen.

Soziologen und andere Experten versuchen zwar der australischen Bevölkerung, die Erderwärmung als drängendes Problem einzureden, auch wenn das mit hohen Kosten verbunden ist. Bisher gelang ihnen das allerdings nicht so recht. Auf dem fünften Kontinent ist es in den riesigen Wüstengebieten seit Menschengedenken heiß und trocken, auch ohne dass „der Mensch“ an einer Schraube gedreht hat. Was eine CO2 Steuer daran ändern solle, ist den meisten schleierhaft und sie denken eher „Schraube locker“ bei den Klimaalarmisten.

Tony Abott hatte weiterhin eine in Australien gültige Kohlendioxidsteuer abgeschafft und wollte gleich noch die Klimaschutzbehörde Australian Government Climate Change Authority auflösen. „Überflüssig!“

Hoffnungen der Klimaforscher auf den neuen MP erfüllten sich nicht

Im vergangenen Sommer stürzte aber der neue Premier Malcolm Turnbull Abott. Aufatmen bei Klimawandel-Empörten in aller Welt; galt der Neue dem Klimawandelgedanken doch eher zugeneigt als Abott. Milliardär Turnbull schwankt gleichwohl beträchtlich zwischen hü und „hot“, erklärte, die Anti-Klimapolitik seines Vorgängers beizubehalten, während er allerdings im Wahlkampf noch für mehr Klimaschutz plädiert hatte.

Jetzt erst einmal hat Larry Marshall die Welt der Klimaforscher aufgerüttelt. Basta Klima – ein prima Prinzip. Was könnte man damit allein in Potsdam anfangen, wo Klimawahrsager den Menschen zu einer „geologischen Kraft“ hochstilisieren, „die den Beginn der nächsten Eiszeit unterdrücken kann“.

Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung hätten – so verkünden sie laut -, „den Code der Eiszeiten geknackt und in dem Verhältnis von Sonneneinstrahlung auf die Erde und CO2-Konzentration in der Atmosphäre den Schlüssel gefunden, um die letzten acht Eiszyklen der Erdgeschichte zu erklären.“

„Gleichzeitig machen ihre Ergebnisse deutlich, dass schon eine moderate Störung des natürlichen Kohlenstoffhaushalts des Planeten durch den Menschen die nächste Eiszeit um 100.000 Jahre verschieben könnte.“

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