Asylkrise: Drei Stimmen zu vernachlässigten Blickwinkeln

1. Was lernen Schüler 2115 über die Jahre 2015 und folgende? - 2. Konsensbildung ist erste Bürger- und Politiker-Pflicht. - 3. Wann hören Einwohner und Zuwanderer die Wahrheit über Wohnen?

3. Wann hören Einwohner und Zuwanderer die Wahrheit über das Wohnen?

Hans-Peter Kroll, Bauingenieur, bringt Klarheit und Wahrheit ins Wohnungsthema, in die Wirklichkeit deutscher Abläufe.

Gestern wurde gemeldet, dass 1 Milliarde Euro für die Unterbringung von Migranten zur Verfügung gestellt werden. Diese Summe würde für die Schaffung von Wohnraum für 100.000 Personen reichen. 2015 kommen aber etwa 1.500.000 Zuwanderer!!!

Nach früheren Meldungen ist ein Sozialwohnungsbauprogramm mit 500.000 Wohnungen notwendig. Angenommen wir schaffen das, wir bauen diese Wohnungen und Geld spielt bei einer Verschuldung von 2,2 Billionen Euro keine Rolle.

Das bedeutet, dass um den Standort unserer 50 stärksten Industrieregionen jeweils 10.000 Wohnungen gebaut werden müssen. Schließlich sollen all die Facharbeiter, Ingenieure, Ärzte usw. hier beschäftigt werden.

Das bedeutet auch, dass regelrecht neue Siedlungen oder Wohnbaugebiete entstehen müssen. Angenommen wir schaffen es, Bebauungspläne mit reduzierten Aufwand, also ohne gesetzliche Vorgaben wie Umweltverträglichkeitsprüfung, Landschaftsschutz und ohne Prüfung der sozialen Verträglichkeit in kürzester Zeit bis Anfang 2016 umzusetzen.

Dann müssen diese Gebiete geplant und erschlossen werden: also Straßenbau einschließlich Anbindung an das bestehende Verkehrsnetz, Gas-, Wasser- und Stromversorgung sowie Telekommunikations-Versorgung einschließlich notwendiger Erweiterungen des Bestandes.

Nicht zu vergessen ist die Abwasserversorgung mit Prüfung der vorhandenen Kapazität der Kläranlagen plus erforderlicher Erweiterung oder Neubau von Zwischenspeichern – Regenüberlaufbecken und Regenrückhaltebecken (RÜB und RRB). Möglich wäre natürlich auch die Senkung der hohen Standards für die Abwasserreinigung mit allen Folgen.

Ende 2016: Bauvorbereitung, 2017: Baubeginn

Diese erforderlichen Baumaßnahmen müssen geplant und ausgeschrieben werden. Dazu ist jedoch mindestens ein halbes Jahr erforderlich. Und schon sind wir bei Mitte bis Ende 2016. Natürlich kann man um Zeit zu sparen auch eine „freihändige“ Vergabe der Planungs- und Bauleistung vornehmen. Das würde jedoch zur Verteuerung dieser Leistungen führen sowie Spekulation und Korruption Tür und Tor öffnen. Dann wäre nur noch eine direkte Bilanzierung und Beauftragung der Ingenieurbüros und Baufirmen mit Festpreisen (wie in der DDR 1.0) sinnvoll.

Okay, auch das schaffen wir. Bleibt nur noch der erforderliche Grunderwerb. Hier ist ein Zeitraum von mindestens einen Jahr erforderlich. Alternativ wäre auch die Ausrufung des Notstandes und eine direkte Enteignung. Zu all Diesem müssten jedoch die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden.

Egal, schaffen wir.

Damit könnten wir etwa im Herbst 2016 mit Bauen beginnen – zuerst mit den Versorgungs- und Entsorgungsleitungen und dem Straßenbau. Dauer, wenn der liebe Gott gnädig ist und es ein milder Winter wird, circa 1 Jahr. Und schon sind wir im Jahr 2017.

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Anschließend kann der Hochbau erst in Angriff genommen werden. Bei den bereits angedachten reduzierten Standards ist auch noch nicht klar, was damit gemeint ist. Vielleicht kann man ja die Anforderungen an den Brandschutz oder die gerade erst vorgenommene Erhöhung der Wärmedämmung wieder zurücknehmen und den Innenausbau auf das Niveau von 1960 zurückführen.

Egal, schaffen wir auch. Bei großem Optimismus dann für den Erstbezug der Zeitraum Ende 2018 – Anfang 2019 realistisch.

Wollen wir das wirklich schaffen? Wollen wir neue Siedlungen oder Baugebiete mit vorwiegend muslimischen Bewohnern, vielleicht etwas durchmischt mit einem sozial schwachen deutschen Bevölkerungsanteil. Wollen wir die Aushebelung des Rechtsstaates, vielleicht der freien Marktwirtschaft und des Rechts auf Eigentum. Wollen wir die Rückführung von Umweltstandards, Bauvorschriften oder in der Ausstattung. Wollen wir einen Plattenbau 2.0?

Und was ist mit denen, die nach 2015 zuwandern wollen?

Für die erforderlichen Planungs- und Bauleistungen stehen die notwendigen Kapazitäten nicht zur Verfügung und müssen erst geschaffen werden. Wie sieht es weiter mit der erforderlichen Infrastruktur aus? Also Nahverkehr, Abfallentsorgung, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Wer betreut diese Wohnungen und die Infrastruktur einschließlich deren Unterhaltung. Fragen über Fragen und Stille an der Regierungs- und Parteienfront.

Also wer sagt wann der Bevölkerung die Wahrheit, dass sie auf die Turnhallen, Schulen und weitere Gemeindeeinrichtungen bis 2018 eher bis zu deren Renovierung 2019 verzichten müssen? Wer sagt ihr, dass all diese Maßnahmen nur für die 2015 kommenden Migranten 40 bis 50 Milliarden Euro kosten. Und wer sagt den Zuwanderern, dass die Mehrheit von ihnen außer dem jetzigen Winter noch mindestens zwei weitere Winter in provisorischen Unterkünften leben müssen.

Und wer sagt es den Migranten, die in den nächsten Jahren noch kommen wollen?

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Kommentare ( 26 )

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