Bei Schweden-Wahl bürgerlich-rechte Parteien vor Wahlsieg

In Schweden könnte nach der Parlamentswahl am Sonntag eine grundlegende Änderung der Politik stattfinden und das bürgerliche Lager das rot-grüne Linksbündnis ablösen. Der starke Zugewinn der „Schwedenpartei“ wird in jedem Fall eine Neuausrichtung erzwingen.

IMAGO / TT
Momentan hat das Mitte-Rechts-Bündnis eine Mehrheit von 176 der 349 Parlamentssitze gegenüber 173 des linken

Zwar sah es am Sonntagabend in Schweden zunächst nach einem Sieg des Linksbündnisses aus, dann lag das bürgerliche Lager vorn. Nun heißt es: Warten bis Mittwoch. Ein sicheres Wahlergebnis wird es wohl erst am Mittwoch geben, wenn auch die Stimmen aus dem Ausland und die restlichen Vorabstimmen ausgewertet sind – derart knapp ist der Abstand zwischen den Lagern, dass so ziemlich jede Stimme zählt und jede Überraschung möglich ist. So könnte die „Schwedenpartei“ in die Regierung einziehen und die Sozialdemokraten deklassieren.

Aber auch wenn es noch zu einer Koalition gegen die Schwedendemokraten langt: In jedem Fall wird diese konservativ-bürgerliche Partei eine wichtige Rolle spielen.

Schweden erlebt einen Wahl-Thriller und eine Achterbahn der Gefühle: Zunächst gab es großen Jubel bei den Parteien des von Sozialdemokraten geführten Linksbündnisses aus Linksradikalen und Grünen. Drei Stunden später plötzlich lauter Jubel beim anderen Lager: den bürgerlichen Parteien.

Schon jetzt ist unbestritten: Die rechtsnationalen Schweden-Demokraten konnten ein Rekordergebnis einfahren. Wenn die konservativen Parteien ihren Vorsprung halten können, steht die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson vor dem Abgang. Obwohl die Wahlprognosen einen deutlichen Sieg des linken Parteienzusammenschlusses vorhergesagt hatten, führt das Mitte-Rechts-Bündnis, bestehend aus der konservativen „Moderaten Sammlungspartei“, den Christdemokraten, Liberalen und den konservativ-nationalen Schwedendemokraten. Momentan haben sie eine hauchdünne Mehrheit von 176 der 349 Parlamentssitze gegenüber 173 des linken.

Migration und Bandenkriminalität als Wahlmotiv

Schon jetzt ist klar: Den größten Zugewinn konnten die Schweden-Demokraten unter Jimmie Akesson verzeichnen – sie könnten die 20-Prozent-Hürde überschreiten. Im Wahlkampf sprach er sich für eine deutlich strengere Zuwanderungspolitik aus, kritisierte die Sozialdemokratie scharf für die seiner Meinung nach missgelungene Integration von Asylwerbern und warnte vor einer zunehmenden Islamisierung Schwedens. Auch die Bandenkriminalität, die in einigen schwedischen Städten wie Malmö mittlerweile ein öffentliches Sicherheitsrisiko darstellt, wurde thematisiert. Ministerpräsidentin Andersson äußerte sich schon im Vorfeld besorgt mit dem bekannten Angst-Narrativ.

Die Schwedendemokraten seien „nicht wie andere populistische Parteien in Europa“, es gäbe bei einigen Funktionären Verbindungen ins rechtsextreme Millieu. Sie schloss die Zusammenarbeit mit keiner Partei aus – außer den Schwedendemokraten. Das wiederum gibt den konservativen „Moderaten“ eine starke Stellung und zwingt, Forderungen der Schwedendemokraten aufzunehmen. Das wird auch der Fall sein, wenn das Linksbündnis doch noch eine hauchdünne Mehrheit rettet.

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Kommentare ( 66 )

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Del. Delos
19 Tage her

„…Obwohl die Wahlprognosen einen deutlichen Sieg des linken Parteienzusammenschlusses vorhergesagt hatten…“ Da hatten die Bürger bei den Umfragen wohl Angst, eine „falsche“ Meinung wiederzugeben. Auf so einen Effekt hoffe ich auch in Deutschland. In der Wahlkabine ist man allein, niemand sieht zu, wo man sein Kreuz hinsetzt. Aber selbst dazu werden die allermeisten Deutschen (wieder!) zu feige sein. Lieber wählen sie unter all den Parteien, die uns in dieses Desaster geritten haben, jene aus, die „jetzt auch mal wieder dran ist“, als diese EINE, die als EINZIGE keinerlei Schuld an der derzeitigen Lage hat. Wie bitteschön soll sich etwas ändern,… Mehr

Boris G
20 Tage her

Es ist erstaunlich, dass noch immer mindestens ein Drittel der schwedischen Wähler fest an „no nations – no borders“ glaubt. Da explodieren jede Woche Bomben, fliegen die Kugeln und blutet der Sozialstaat aus, dennoch soll weiterhin gelten „nobody is illegal“.

Fieselsteinchen
19 Tage her
Antworten an  Boris G

Die Schweden sind seit Olof Palme in dieser sozialistischen Denke gefangen, viele waren damals Kinder. Das dauert noch einige Schießereien mehr in Malmö, bis die Schwedendemokraten eine noch deutlichere Mehrheit einfahren. Wenn es bis dahin mal nicht zu spät ist!

Renz
20 Tage her

Wie viele blonde Schwedinnen mussten für diese Erkenntnis vergewaltigt oder ermordet werden. Wie viele Schweden musste Jahrzehnte die Auswüchse eines durchgeknallten Islam ertragen? Wer ist dafür verantwortlich; wer zahlt für das angerichtete Elend? Was jeden Europäer erwartet kann man hier nachlesen: juergenfritz.com/2018/03/20/islam-was-uns-bevorsteht/
Dort findet man noch weiter interessante Artikel zu diesem Problem. Es ist gut zu sehen, dass man in Europa langsam die Kurve bekommt. Es ist nur bedauerlich, dass man die Schuldigen nicht wie im klassischen Griechenland auf ewig aus dem Land verbannen kann. Unter Konfiszierung aller Rentenansprüche und der Bankkonten, Immobilien……

Freigeistiger
20 Tage her

Die Zeitenwende ist nicht aufzuhalten und wird die gesamte westliche Welt erfassen. Die Herrschaft der woken Globalisten neigt sich ihrem Ende entgegen, die Bevölkerungen haben genug von einer abgehobenen, in vielfacher Hinsicht destruktiven Elitenpolitik. Ungarn geht voran, es zeigt, wie eine Politik im Interesse der eigenen Bevölkerung aussieht und andere Länder werden ebenfalls zu national-konservativen Regierungen wechseln. Demnächst vielleicht Schweden, so gut wie sicher auch Italien.
Trotz aller Propaganda kann nicht auf Dauer eine Politik gegen legitime Volksinteressen exekutiert werden.

Fieselsteinchen
19 Tage her
Antworten an  Freigeistiger

Da kennen Sie aber die Impertinenz eines Klaus Schwab nicht! Der ist noch lange nicht am Aufgeben. Es fängt gerade an, interessant zu werden. Daher auch die Energiepreissituation, die Verringerung der landwirtschaftlichen Kapazitäten, Inflation insbesondere im Euroraum und das allgemeine Chaos.

Del. Delos
19 Tage her
Antworten an  Freigeistiger

Hoffentlich haben Sie Recht. Ich habe Zweifel. Schon in 2009 dachte ich, dass es den Euro demnächst nicht mehr geben KANN. Doch dann erfanden die Politiker alle möglichen miesen Tricks, um die Totgeburt Euro noch auf dem Pferd zu halten. NIEMALS hätte ich damals gedacht, dass wir uns in 2022 noch immer mit dem Euro herum plagen müssen. Mit der Wende von Rot-Grün hin zu den Konservativen wird es womöglich ähnlich lange dauern. Die Bürger kapieren ganz einfach mehrheitlich NICHT die Zusammenhänge. Die jahrzehntelange Staatspropaganda hat ihnen regelrecht das Hirn vernebelt. Da werden IMMER WIEDER Diesselben gewählt, nicht zu fassen!… Mehr

WGreuer
20 Tage her

Die hiesigen Linksgrünen – wie auch bei der EU – würden durchdrehen und Schweden auf eine Stufe mit Ungarn und dem Beelzebug stellen, sollte die konservative Koalition zustande kommen und endlich wieder – zumindest einigermaßen – Ratio, Recht und Ordnung Vorrang vor Ideologie und Idiotie bekommen. Ich sehe schon die Schlagzeilen und Drohungen der EU Granden und unsere Linken (H)Ampelmänner und den ihnen hörigen „Qualitätsmedien“ vor mir … das wird sicher interessant.

doncorleone46
20 Tage her

Wie einfältig und naiv Sozialdemokraten sind, sobald sie Macht haben, kann man ich Schweden schon seit Jahren erleben. Wehe, wenn sie losgelassen.

JizzyB
20 Tage her

Gestern Abend bejubelten die MSM-Medien noch den Sieg des Linksbündnisses.
Und heute?
Schweigen im Blätterwald …

20 Tage her

Das langfristige Ziel der Grünen Deutschland von außen einzuhegen scheint langsam in Erfüllung zu gehen. Sie hätten aber wahrscheinlich nicht erwartet, dass es gegen die eigene Politik gehen würde. Jetzt hoffentlich noch ein Rechtsruck in Italien und dann kommt die grüne Einwanderungsgeisterfahrt hoffentlich an ihre Grenzen.

Jens Frisch
20 Tage her

Das politische Pendel ist seit 1968 ganz weit nach links ausgeschlagen und wenn ich mir ansehe, zu welchen geisteskranken Zuständen das geführt hat, wundert es mich nicht mehr, daß sich die „woken“ Linken mittlerweile gegenseitig zerfleischen. Einerseits wollen sie dutzende Geschlechter und importieren zeitgleich die homophobste und antisemitischste nur vorstellbare Bevölkerungsgruppe. Einerseits ist die europäische Kultur verachtenswert, andererseits dürfen weiße keine Dreadlocks tragen und Reggae Musik spielen…
Zeit, daß Europa das „buntgeschmückte Narrenschiff Utopia“ verlässt.

Wilhelm Rommel
20 Tage her

Grundsätzlich erst einmal eine gute Nachricht, aber warten wir mal ab bis Mittwoch: Ich kann überhaupt nicht beurteilen, wie die Verfahrensabläufe in Schweden sind, d.h. ob man dort über wirksame Kontrollmechanismen in puncto versuchter Wahlmanipulation verfügt…Man wird sehen!