Der RBB-Verwaltungsrat tut in der Affäre um die bisherige Intendantin, was niemanden mehr überrascht: Patricia Schlesinger soll nicht abgefunden werden, sondern fristlos entlassen.
IMAGO / Mike Schmidt
Die abberufene Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger, wird fristlos entlassen. Das teilte laut Presseberichten die amtierende Verwaltungsratsvorsitzende des öffentlich-rechtlichen ARD-Senders, Dorette König, am Montag nach einer Sitzung des Rats in Berlin der Nachrichtenagentur DPA mit. Schlesinger war wegen einer ganzen Reihe von Vorwürfen vom Rundfunkrat – dem zweiten Kontrollgremium – bereits vor einer Woche abberufen worden.
Schlesinger war seit Jahresbeginn ARD-Vorsitzende und seit 2016 RBB-Intendantin. Von beiden Ämtern trat sie zurück. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen Schlesinger, ihren Ehemann Gerhard Spörl und den zurückgetretenen RBB-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf wegen Untreue und Vorteilsannahme. Es gilt die Unschuldsvermutung. Es läuft zudem eine externe Untersuchung einer Anwaltskanzlei. Es liegen noch keine Ergebnisse vor.
Der RBB-Verwaltungsrat habe sich, so DPA laut Presseberichten, außerdem für die Berufung eines Interims-Intendanten ausgesprochen. Noch führt der nach RBB-Angaben derzeit krankgeschriebene Verwaltungsdirektor Hagen Brandstäter die Geschäfte. Er steht allerdings ebenfalls in der Kritik.

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