Merkel bestraft ihren Parteifreund Christian Hirte

Weil er Kemmerich zur Wahl gratuliert und sich über die Abwahl von RotRotGrün öffentlich gefreut hat, darf Hirte nicht mehr Bundesbeauftragter für die Neuen Länder bleiben.

imago Images/photothek + Christian Spieker
Welches Ausmaß an Panik, ihr Amt nicht behalten zu können, muss es inzwischen bei Frau Merkel geben? Sie bestraft ihren Parteifreund Christian Hirte mit dem Entzug des Amtes des Bundesbeauftragten für die Neuen Länder, weil der Kemmerich zur Wahl gratuliert und sich über die Abwahl von RotRotGrün öffentlich gefreut hat.

Die Gratulation zur Wahl ist eine Selbstverständlichkeit in einem demokratischen System. Es mag ja sein, dass Merkel den FDP-Kandidaten nicht mag. Gewählt ist gewählt. Blumen vor die Füße schmeissen, das ist eigentlich nur der Stil von Politikern der Linken, die damit zeigen, wie wenig sie die Demokratie und ihre Regeln verinnerlicht haben.

Merkel offensichtlich auch nicht. Aus der Affäre um eine Wahl in einem der 16 Bundesländer wird eine Krise der Politik. Ein FDP-Chef, der seinen Parteifreund buchstäblich vom Sessel stößt, eine Kanzlerin, die auffordert, das Ergebnis der Wahl „rückgängig“ zu machen und jetzt einen Gratulanten aus dem Amt jagt – der Mob tobt auf der Straße, und in den Büros des Berliner Regierungsviertels.

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Kommentare ( 350 )

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350 Kommentare auf "Merkel bestraft ihren Parteifreund Christian Hirte"

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Der Mob tobt nicht „auf der Straße“, der Mob ist sehr gut organisiert: https://amzn.to/31E8QZI Wie aus einem Rechtsstaat ein Links-Staat wurde. Es ist zum Fürchten.

Herr Hirte ist kein Verlust. Er hat weder geschadet , noch genutzt. Ich bin gespannt, wen Frau Merkel jetzt einsetzt.

Merkel bestraft ihren Parteifreund – es gilt, was früher mal als Witz erzählt wurde: Die Steigerung Feind – Todfeind – Parteifreund. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde, Herr Hirte! Lektion verstanden? Oder wird beim nächsten Parteitag wieder mitgeklatscht, bis die Hände bluten?

Ich glaube nicht, dass Frau Bundeskanzler in Panik geraten ist. Das ist ein kühl durchgeführter Akt. Jetzt wird alles getestet, was geht, ganz offen und schamlos.

Die Kaiserin vergibt die Gunst-und kann sie wiedernehmen, wie wir gerade sehen.

„Parteifreund“?

Erinnert mich an den bekannten „Dreisatz“: Feind – Todfeind – Parteifreund!

Zufall oder bezeichnend, daß der geschasste Hirte aus dem konservativen CDU-Stammland Osthessen/Fulda kommt?

Ich hätte da einen ganz einfachen Vorschlag: Nach jeder Wahl die Stimmen der AfD fürs Protokoll und zur Kenntnisnahme auszählen und dann für ungültig erklären. In einem solch vorbildhaften und vorzeigbaren demokratischen Rechtsstaat dürfte das doch kein Problem sein und die wahren Demokraten sind dann immer unter sich.

Ich würde gerne mal hören, was Christian Hirte selbst dazu sagt. Am liebsten live im Interview mit KleberClaus.

Der Hirte ist längst gebrieft, was er bei Clausi zu sagen hätte. Außerdem hat er jetzt nach dem Gespräch mit der Scheffin die Hosen gestrichen voll.

Ich bewundere ja die gewissenstechnische Flexibilität der CDU/CSU-MdBs. Nicht jeder könnte so reibungslos unter einer sozialistischen Kanzlerin dienen.
Aber ok, weil das alles nun so offen ausgelebt wird, weiß jeder Wähler: Kreuze ich CDU oder CSU an, bekomme ich die SED. Das ist doch auch was wert.

Wenn Er Achtung vor sich selbst hätte, würde er die Franktion verlassen. Nur um ein Zeichen zusetzten.

Er geht zu den Grünen.