„Die haben ja noch nie schwarze Zahlen geschrieben“. Gerade wurde ich wieder mit dieser Aussage über ein paar Internetbuden konfrontiert. Es war der Manager eines deutschen Versandhändlers, und natürlich hat er über diese neue Konkurrenz da aus Berlin schwadroniert. Aber ist das ein Argument gegen das Internet oder nicht doch eher eine Aussage über den begrenzten Horizont? Was immer im Internet passiert - es beginnt rot und bleibt lange rot. 

VON Roland Tichy | Fr, 24. Oktober 2014

Diese Wochenschau geht um Vorfälle, die nicht stattgefunden haben in Deutschland in dieser Woche.

Zum Beispiel der Aufstand der Anständigen. Am vergangen Sonntag publizierte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung einen Text über die kommende Sexualkundeaufklärung, die in den grün-rot und rot-grün regierten Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unterwegs ist. Der Einstieg des Textes, den Sie in seiner ganzen grausigen Schönheit hier lesen können.  

VON Roland Tichy | Sa, 18. Oktober 2014

Der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement lässt kein gutes Haar an der Großen Koalition, kritisiert das Bahnmanagement und und holzt bei der Energiewende. Sein Wort hat Gewicht - immerhin sind das die Bereiche, für die er verantwortlich war.

Ins Gericht geht er mit Management der Deutschen Bahn für deren Verhalten gegenüber der Lokführergewerkschaft GDL - und gibt Vorstandschef Grube indirekt Mitverantwortung für den Streik und kritisiert mangelnde Eigenverantwortung: Statt in den Konflikt mit der GDL einzusteigen, verstecke sich Grube hinter der Bundesregierung. Das ist doppelt schädlich - für die Kunden der Bahn, und die Tarifhoheit. Die Tarifhoheit aber sei ein hohes Gut, da habe der Staat nichts zu suchen. Clement weiter anlässlich seiner Dankesrede zur Auszeichnung mit dem Ludwig-Erhard-Preis:

VON Roland Tichy | Do, 16. Oktober 2014

Neue Taxi-Dienste, die von privaten Fahrern per App angeboten werden wie der umstrittene Taxi-Dienst Uber, sollen ohne jegliche staatliche Regulierung zugelassen werden, fordert der frühere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, jetzt Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie.

„Wir sollten nicht fragen, wie die bestehende Regulierung für das Taxi-Gewerbe verteidigt oder auf neu entstehende Angebote ausgedehnt werden kann, sondern vielmehr: Welche Gründe gibt es denn noch für die Notwendigkeit der Regulierung? Ich sehe jedenfalls keine solchen Regulierungsnotwendigkeiten für das Taxigewerbe mehr.“

VON Roland Tichy | Di, 14. Oktober 2014

Kopf der Woche: Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel
Schon länger nichts mehr gehört von Sigmar Gabriel, Bundeswirtschaftsminister und schon gar nicht von Andreas Nahles, Sozialministerin. Ist ja auch zu blöd gelaufen nach dem Sommerurlaub. In satter Selbstgefälligkeit hat die Große Koalition gerade den tiefsten Raubzug durch die öffentlichen Kassen verabschiedet, und jetzt bricht das Wirtschaftswachstum ein. Statt 2% im kommenden Jahr erwartet neuerdings die Bundesregierung gerade 1,2 bis 1,5%. Zum Vergleich: Die USA werden mit über 3 Prozent wachsen, Großbritannien mit 2,7%; die Welt mit fast 4. Europa und Deutschland sind die Wachstumsbremse der Welt.

VON Roland Tichy | Sa, 11. Oktober 2014

Das brutale Vorgehen der islamistischen ISIS im Irak stellt den deutschen Pazifismus auf die Probe. Es ist keine leichte Debatte. "Gott mit uns", war auf die Koppelschlösser der Soldaten des 1. Weltkriegs geprägt - Gott als Büchsenspanner einer fehlgelaufenen, sogar mörderischen Politik? Unser Gotteskrieg ist also gerade 100 Jahre her.

VON Roland Tichy | Mi, 8. Oktober 2014

„Deutschland verschläft die Zukunft!“ war die These, um die…

VON Roland Tichy | Di, 7. Oktober 2014

Gestern habe ich die folgenden zwei Sätze aus diesem Beitrag gestrichen; Sie erschienen mir zu radikal:
"Grund genug,jeden Lokführer zur Rede zu stellen, ob er bei der Lokführerbande dabei ist. Und schade, dass das Bahn-Management mal wieder seine Inkompetenz beweisen will - als ob das noch notwendig wäre."
Jetzt sind sie doch gerechtfertigt, umso mehr denn je.

Lokführer, Lokführer/Piloten, gerade beendeten die Piloten von German Wings ihren Ausstand, da fangen, fein abgestimmt, am Wochenende wieder die Lokführer damit an. Man hat das Gefühl, zwei Mini-Gewerkschaften haben beschlossen, politisch Selbstmord zu begehen. War am Anfang noch das Verständnis groß, so wächst jetzt die Wut. Denn wenn jetzt wieder die Bahn bestreikt wird, dann geht es um ein besonderes Gut: Das Wochenende. An diesem Freitag also drohen die Pendler-Fernzüge im Nirvana stecken zu bleiben. Dabei streiken nur schätzungsweise 5.000 der Fahrer. Viele sind noch Beamte. Andere nicht bei der GDL. Genaue Zahlen fehlen. Aber der Trick ist, wie Gewerkschaftsboss Weselsky nach Ausschalten der Kameras unserer Diskussion auf n-tv verraten hat, wie folgt:
"Wer streikt, stellt den Zug vor einem Signal, einer Weiche oder einfach fehlerhaft ab. Dann ist die Strecke gesperrt - auch für nachfolgende Züge, die weiterfahren wollen."

Nun stehen wir also wieder an den Bahnsteigen und frieren. Vielen Dank, Gewerkschaft Deutscher Lokführer, dass ihr Deutschlands Menschen und Wirtschaft in Geiselhaft nehmt. Verständnis dafür sollte keiner haben: Hier geht es nicht um legitime Kampfmassnahmen für höhere Löhne, sondern um einen Krieg zur Pflege des eigenen Egos und der Bedeutung der Gewerkschaftsführer - und dabei droht sogar das Grundgesetz beschädigt zu werden.

VON Roland Tichy | Di, 7. Oktober 2014

Was passiert, wenn einer ein Buch über die zerfallende Verkehrsinfrastruktur vorstellt? Keiner kommt, weil alle im Stau stehen. Was sich wie ein schlechter Witz anhört, ist kürzlich Günther Ederer passiert als er sein Buch "Deutschland im Stau" vorstellen wollte: 

VON Roland Tichy | Mo, 6. Oktober 2014

Vallendar ist ein verwunschener Ort in einem Seitental des Mittelrheins. Ein Nonnenkloster liegt da, es ist ein Zentrum der katholischen Schönstatt-Bewegung mit Kapellen und Gnadenorten und hat eine Ordenshochschule für Theologie. Es ist ein Ort weit weg vom Weltgetriebe, noch weiter weg vom Berliner Politikbetrieb und seinen politisch-korrekten Debatten. Wohl gerade deshalb diskutieren dort Bundesaußenminister, Frank-Walter Steinmeier und ein Kirchenfürst: Walter Kasper, als „Kardinalspriester“ einer der ranghöchsten Kirchenfürsten. Die Brutalität der Realität, wie beide sie darstellen, steht in einem seltsamen Widerspruch zur idyllischen Magie des Orts: „Unsere Welt ist aus den Fugen geraten“, sagt der Politiker.  Der Priester plädiert für Waffenlieferungen als „Gebot der Nächstenliebe“.

VON Roland Tichy | So, 5. Oktober 2014

Den Preis für die gemeinste Überschrift des Jahres gebührt dem Medienjournalisten Stefan Niggemeier. "Verlage empört. Jetzt will Google nicht mal mehr ihr Recht verletzen". Es hat ja was: Da wollen die Verlage Geld dafür, wenn Suchmaschinen längere Texte verwenden. Aber jetzt macht Google genau das - und bietet nur noch die kürzest mögliche Version als Suchergebnis an, natürlich mit ohne Text. Was wollten die Verlage, aber irgendwie genau so doch nicht. Google führt die Verlage am Nasenring durch die Arena. 

VON Roland Tichy | Do, 2. Oktober 2014

Die Kritik von Günther Jauchs Sendung über den Islamismus hat heftige Reaktionen hervorgerufen. Viele Menschen erregten sich darüber, dass der eingeladene islamische Prediger Abdul  Achim Kamouss so viel Raum eingeräumt erhielt; dass Moderator und die anderen Diskutanten ihm nicht zu widersprechen wagten, niedergeschrien und angepöbelt wurde oder ihn sogar noch unterstützten: Der NDR-Journalisten Stefan Buchen stellte den CDU-InnenPolitiker Wolfgang Bosbach als Komplizen des Imam dar.  Es ist ein Grundsatzkonflikt: Wie gehen wir mit den Feinden einer offenen Gesellschaft um? Offene, demokratische Gesellschaften laufen immer Gefahr, von einigen wenigen Radikalen überrollt zu werden, die ihre zahlenmäßige Unterlegenheit durch Aggressivität und Regelbuch überkompensieren. Die offene Gesellschaft der Weimarer Republik ist so im Zangengriff von Nazis und Kommunisten zu Grunde gegangen.

VON Roland Tichy | Mo, 29. September 2014

Es war ein Highlight des Fernsehens, Günther Jauchs Sendung am Sonntag zu „Gewalt im Namen Allahs - wie denken unsere Muslime?“.

Nicht wegen der ausgetauschten Argumente, dafür kann man eine Zeitung lesen. Nein, es waren die Bilder, und wie es gesagt wurde.
Da grinste von Anfang an ein Imam in die Kamera, selbstgewiß und überheblich und es wurde nicht besser. Er brüllte, geiferte, fuchtelte mit den Händen, unterbrach gnadenlos jeden, der ihm widersprach.

VON Roland Tichy | Mo, 29. September 2014
In eigener Angelegenheit

Ausnahmsweise in eigener Sache: Man soll gehen, wenn es am Schönsten ist.

Nach über sieben Jahren habe ich im Sommer 2014 die WirtschaftsWoche verlassen. Sie entwickelte sich in dieser Zeit nach Auflage, Reichweite und Anzeigenumfang zum unbestritten führenden Wirtschaftsmagazin Deutschlands. WiWo.de verzehnfachte seine Leserzahlen; über iPad und andere elektronische Dienste erreicht die WirtschaftsWoche eine Million Leser und belegte einen der führenden Plätze im Zitate-Ranking. Ich bin der Redaktion dafür dankbar, dass sie dies möglich gemacht hat. Zahlreiche Journalistenpreise dokumentieren die journalistische Leistung. Wir haben frühzeitig vor der Finanzkrise gewarnt, das Drama des Euro erkannt, viele Trends beschrieben. Wir waren ein tolles Team. So viel Neues liegt vor uns. Es wird spannend und bunt.

VON Roland Tichy | So, 28. September 2014

Nachtrag zur Pannen-Ursel: (29.9.2014)
Ihr will nichts mehr gelingen. Eine altersschwache Transall der Bundeswehr auf dem Weg zur Ebola-Bekämpfung in Afrika, kam nur bis Cran Canaria. Schön für die Flieger, die ein paar Tage ausspannen können. Pech für Pannen-Ursel, könnte man sagen, und vor allem: von der Leyen muß nun ausbaden, was ihre Vorgänger (männlich, wie viele wollen, dass hervorgehoben wird) versemmelt haben.

In der Tat wäre es ein übermenschliches Verlangen, in kürzester Zeit solche Materialmängel ausgleichen zu wollen. Das kann niemand und sollte niemand verlangen. Allerdings: Vor dem Wochenende standen für Pannen-Ursel Kinderkrippen auf der Agenda und verkürzte Arbeitszeit für Soldaten, nicht aber der Krieg mit dem Nachschub. Sie hat weitergemacht wie bisher, obwohl die Mängel schon länger bekannt sind und diskutiert werden.

Schlimmer noch: Sie gibt vorschnell Zusagen, die sie dann nicht halten kann. Das ist ja das Peinliche: Viel versprochen, und dann bleiben die Flieger am Boden. Auslandsmissionen, ob friedlich oder kriegerisch, müssen eben vorbereitet werden, und zwar ordentlich, das weiß ja jeder, der mit dem Auto an den Gardasee fährt. Aber springt zuerst fotogen vor die Kamera, verspricht viel und scheitert dann. Wer es gut mit ihr meint, der rät: Erst nachdenken, dann Fototermin.

So aber bleibt es bei der Überschrift:
Zum Schämen
Das Foto der Woche, abgedruckt u.a. auf den Titelseiten u.a. von der WELT und der STUTTGARTER ZEITUNG, zeigt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beim  Truppenbesuch in der Kurdenregion. Knusprig lächelnd, wie eben immer, auch wenn es nicht zum Lachen ist. Eher zum Weinen und Schämen.

Denn die zugesagte Waffenlieferung der Bundeswehr für die Kurden im Kampf gegen die Moslem-Terroristen blieb hängen, und auch die Ausbilder - Flugzeugschaden. Da haben wir schon eine von den Niederländern ausgeliehen, dann fliegt die genau so wenig wie unsere eigene Truppen-Transall. Nun ja, kann ja passieren. Die ist ja auch fast 50 Jahre alt. 

VON Roland Tichy | Sa, 27. September 2014

Am Ende des Kommunikationkongresses war es Zeit, zurückzublicken und…

VON Roland Tichy | Sa, 27. September 2014

Ob Uber-Taxe oder Erreichbarkeit per Smartphone nach 18.00: Immer Regulierung, immer mehr Einengung auf einen Mainstream, immer mehr Konformismus: Wieviel Freiheit erträgt diese Gesellschaft noch? Warum sind wir so mutlos, den Menschen Entscheidungen zu überlassen? Wer heute mit Politikern spricht hört nur: Gesetz, Verschärfung, Regulierung, Einschränkung. Es geht auch anders.

VON Roland Tichy | Do, 25. September 2014

Oswald Metzger plädiert für Steuerzuschläge auf Länderebene. "Ich bin überzeugt, dass die Solidität in der Finanzpolitik wächst, wenn zusätzliche Ausgabenwünsche vor Ort zu Steuererhöhungen führen würden.

VON Roland Tichy | Mi, 24. September 2014

Brauchen wir im Internetzeitalter eine Nationalstiftung der Qualitätspresse?

VON Roland Tichy | Mi, 24. September 2014

Mit 300.000 Spiegeln wird in Kaliforniens Wüste Strom produziert. Doch das Kraftwerk Ivanpah kostet Tausende Vögel das Leben: Sie verglühen. Kleine Tricks könnten sie retten, glauben Tierschützer. 

VON Roland Tichy | Mi, 24. September 2014